Podcast-Folge
Mindset, Mut und Selbstzweifel: Wie Veränderung wirklich gelingt mit Boris Thomas
Episode #41
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Hallo lieber Boris, willkommen zu unserer Show. Hi. Du kannst nichts führen, was du dir selbst nichts eingestehst. Was meinst du damit? Also da steigst du ja gleich am tiefen Ende des Pools ein, sozusagen.
Also ich glaube, dass wenn man sich mit Führung auseinandersetzt, Menschen führen oder sich selber führen, ist, glaube ich, die entscheidende Schlüsselfrage immer an uns selbst gerichtet. Und ich erlebe oft Führungskräfte bei mir im Mentoring, die mit Fragen kommen, die im Außen sind.
Also mein Mitarbeiter macht nicht das, was er soll. Ich habe nur noch Vollidioten an Bord. Ich habe nicht die Performance, die ich brauche. Keine Ahnung. Und ich stelle einfach fest, und darauf geht auch dieses Zitat,
dass es am Ende darum geht, Tony Robbins hat mal so schön gesagt, 80% deines Erfolges sind Mindset, 20% sind Strategie. Und Mindset bedeutet, beschäftige dich mit dir selbst.
Guck, wo du selber... Also wenn Leute sagen, ich möchte gern, dass mein Unternehmen innovativer ist, ist die erste Frage, wie innovativ bist du? Wie bist du in deiner Klarheit in der Lage,
innovativ zu sein, effektiv zu sein, produktiv zu sein? Wo sind selber blinde Flecken, die ich mir nicht zugestehe? Und ich glaube, wenn wir die aus dem Weg räumen, wird es uns unfassbar viel leichter, eben auch zu führen, eine Marke,
ein Unternehmen, Mitarbeiter und sich selbst. Und dass die Leute das in einen Kontext packen, da war ja schon sehr viel dabei. Das heißt, du hilfst Menschen dabei, Unternehmen zu führen,
sich selber weiterzuentwickeln. Also ich bin von Haus aus, wir haben ein altes Familienunternehmen, vielleicht nur um kurz meine Herkunft zu erzählen sozusagen. Mein Großvater hat 1935 Lattoflex gegründet.
Wir haben 1957 den ersten Lattenrost der Welt gebaut, die Mutter aller Lattenroste, das erste Bett, mit der Idee, Rückenschmerzen in der Nacht zu vermeiden, Ergonomie ins Bett zu tragen. Und da bin ich seit 1992 Geschäftsführer,
Gesellschafter, eh, weil es ein Familienunternehmen ist, habe mich da sehr stark mit Führung und Marketingfragen auseinandergesetzt, habe mir angeschaut, was wo hakt es, wie können wir Marken weiterentwickeln
in einem sehr, ich sage mal, wettbewerbslastigen Umfeld, die der Möbelhandel beziehungsweise der Lattenrost ja ist. Habe dann Schiene aufgebaut,
habe verschiedene Märkte neu eröffnet, musste mir die Frage stellen, wie gelingt es mir dort, die Energie einer Marke nach vorne zu bringen und mache seit vielen, vielen Jahren Vorträge,
bin als Speaker unterwegs, bei einer Redneragentur unter Vertrag und aber auch eben zunehmend mache ich Workshops zum Thema Branding, Markenaufbau sehr stark natürlich, aber eben auch Persönlichkeitsentwicklung.
Bei mir heißt das die Quellentage, wo wir an die Quelle gehen und sagen, was steht da in der Quelle im Weg, welche Glaubenssätze, welche Ideen stehen denen im Weg.
Da mache ich also über das Jahr verteilt, soweit es meine Zeit erlaubt, Workshops und ich mache Jahresmentorings mit Unternehmern, die sagen, komm, begleite mich mal so über ein Jahr und wir machen dann regelmäßigen Calls,
gucken wir uns bestimmte Aufgabenstellungen des Unternehmers an und das ist das, was ich sehr mit großer Leidenschaft tue. Okay, da ist auch sehr, sehr viel dabei
und sehr, sehr interessante Persönlichkeit, definitiv. Jetzt meintest du, 80% ist Mindset. Was konntest du da für dich feststellen in diesen 30 Jahren als Führer, sage ich mal? Naja, ich glaube, wenn Projekte nicht funktionieren,
nicht richtig vorangehen, Dinge nicht erfolgreich sind, muss ganz deutlich zu sagen, haben wir ja immer auf irgendeiner Ebene in uns blinde Flecken, die wir nicht sehen wollen.
Ängste, sich zu zeigen zum Beispiel. Ich glaube, das ist ein endloser Prozess. Es sagt sich so leicht, sei mal authentisch oder so. Ich meine, das ist die schwierigste, leichteste Aufgabe überhaupt,
weil das triggert natürlich sofort Ängste in uns. Weil wir sagen, was werden dann die anderen Leute sagen, wenn ich mich als Führungskraft vorne hinstelle, mich so zeige, wie ich bin,
wenn ich die Dinge offenlege, die in mir sind, was auch immer. Und umgekehrt nehmen wir aber sehr positiv wahr, bei anderen Menschen, nehmen wir mal so legendäre Kanzler,
wie zum Beispiel ein Helmut Schmidt, der heute noch, wenn man Helmut Schmidt mal auf TikTok guckt, hat der heute Interviews, und zwar 15 Jahre nach seinem Tod,
oder über 10 Jahre nach seinem Tod, hat der TikTok-Videos, die irgendwelche Fans von ihm hochgeladen haben, die heute mehr Likes und mehr Kommentare und mehr Reaktionen hervorrufen,
als die gesamte grüne Führungsspitze. Darüber würde ich mal nachdenken. Der Hintergrund ist, Leute sagen, was er gesagt hat,
ist ja eine Sache, aber ich habe so das Gefühl, der meint es ehrlich, der ist so, wie er ist, der redet kein Blech,
der ist so, nicht gekünstelt, ohne Filter, und das sagt sich so leicht. Im Grunde genommen
ist es aber eine sehr große Herausforderung für uns Menschen, und eben das war eine meiner größten, wie soll ich sagen, Lernerfahrungen auf meinem Weg,
war festzustellen, wo sind bei mir Ängste, mich zu zeigen, mutig voranzuschreiten, den ersten Schritt zu gehen,
als Führungskraft. Das triggert immer in uns ganz, ganz tiefe Ängste. Es gibt ja immer so diese zwei Urängste, wir werden nicht geliebt,
und wir sind nicht genug, oh, ist die Aufgabe nicht zu groß für mich, oh, was wird dann passieren, alle werden mich doof finden. Und das Gegenteil ist der Fall.
Die erfolgreichsten Leute, die auch als Influencer, oder wie man sie nennen will, da draußen sind, sind Menschen,
die an irgendeiner Stelle gesagt haben, ich zeige jetzt, worum es mir geht, und was ich tue. Und ich glaube,
dass wir in unserer Gesellschaft, wird die Sehnsucht immer größer danach, und die Wirkung als Führungskraft wird immer höher, und auch eben als Mensch
in der Gesellschaft, weil wir zunehmend uns angewöhnt haben, unfassbare Filter vor unseren Verstand zu legen.
Heute muss ich ja noch parallel überlegen, ui, kann mir da jemand an den Karren fahren, oh, kriege ich da einen Shitstorm,
ui, darf man das heutzutage überhaupt noch so sagen. Also es wird ja immer komplexer, und meine Aufgabe ist es, mit meinen Führungskräften,
die ich betreuen darf, in meinem Team, mutig voranzugehen, und zu sagen, diesen ganzen Scheiß,
den ersparen wir uns jetzt mal, der führt eh nicht zum Glück, und wir gehen mutig voran, und gucken dann, wie die Welt dann aussieht,
und ich glaube, das ist die entscheidende Lernerfahrung, es beginnt immer in uns. Ach,
das ist eine Sache, das hört man sehr, sehr viel, dass das auch dann in kleinen Prozessen meistens passiert,
dass man dann versucht, sich langsam reinzutrauen, und ich kenne das aus dem Kraftsport, Progressive Overload. Ist das dann eine Technik,
die man auch dann in dem Kontext macht, dass man sich denkt, oh, vielleicht diesen ganz kleinen Schritt jetzt, den versuche ich jetzt zu machen,
und beim nächsten Mal mache ich einen größeren Schritt vorwärts, dass man sich lernt zu trauen. Also, da würde ich jetzt sagen,
das hängt davon ab. Also, besser erst einmal, man bewegt sich erst, man bewegt sich nicht.
Also, das Momentum der Tat ist immer besser, als das Momentum, auf dem Sofa sitzen zu bleiben,
und zu überlegen, ob es heute vielleicht der richtige Tag ist. Also, ich bin immer dafür,
für die Tat. Also, ich glaube, dass wir viel zu sehr in unserem Kopf gefangen sind,
in einem unfassbaren Perfektionismus, bevor ich nicht die ultimative Erlaubnis, das ultimative Zertifikat habe, mache ich immer gar nichts. deswegen glaube ich,
schon hast du recht, das Momentum der Tat ist immer besser, als das Momentum des Wartens, weil das ist nämlich
gar kein Momentum. Umgekehrt glaube ich allerdings auch, und das ist meine Beobachtung, gerade in den Coachings und Mentorings
und Workshops, die ich mache, alles hängt in der Geschwindigkeit von unserer inneren Bereitschaft ab. Das ist jetzt sehr hart,
weil einige werden sagen, ja, aber bei mir, meiner Geschichte und mit meiner Kindheit
und mit meinem, ich weiß nicht, was wir alles heutzutage an Krimskram so haben, ich glaube daran nicht.
Ich glaube, es beginnt und endet immer mit unserer Entscheidung, den nächsten Schritt gehen zu wollen. Und statt zu sagen,
ich will ja irgendwie, aber irgendwie auch nicht, oder so, sollten wir daran arbeiten, sozusagen das Wollen,
das Yes, sehr weit nach oben zu schrauben. Meiner Erfahrung nach liegt es nicht am mangelnden Wissen,
es liegt nicht an mangelnder Coaching, an irgendetwas, sondern immer nur am mangelnder Bereitschaft.
Nämlich zu sagen, okay, was immer passiert, und wenn es ein kleiner Schritt ist oder ein großer Schritt,
das hängt dann von der Bereitschaft ab, aber ich gehe jetzt mal ein Stück. So, das ist meine Erfahrung. Es ist das Wollen,
was deutlich stärker wiegt, als das Wissen, als die Dinge, wo wir jetzt sagen, oh,
wenn jetzt ein kluger Coach kommt und mir sagt, wie es geht, oder so. Nehmen wir mal ein Beispiel,
um es sehr konkret zu machen, das finde ich immer ein sehr schönes Parallelbeispiel zum Thema Führung und sein Leben zum Erfolg führen,
ist das Thema Beziehung. Ich habe also mit Dr. Chuck Spizano auf Hawaii sehr lange Zeit verbracht,
habe mit ihm hunderte von Workshop-Tagen verbracht, habe Gruppen dort geleitet, bei ihm. Also ich habe so ziemlich
alle Höhen und Tiefen von Beziehungen und eher die Tiefen miterlebt von Menschen. Und das Interessante ist dort
immer wieder das Gleiche. Zum einen, es ist immer der andere. Wenn mein Partner anders wäre, wenn mein Partner anderes machen würde,
wenn mein Partner, ich weiß nicht, was machen sollte oder nicht macht oder doch macht,
was auch immer, es ist immer der andere, dann wäre unsere Beziehung top. Dann wäre sie super. Und das ist eine Lüge.
Die stimmt überhaupt nicht. Das ist Bullshit, das ist Ablenkung. Es geht um uns. Was tun wir in dieser Beziehung?
Was bringen wir ein? Was sind unsere Ängste? Was sind unsere Dinge? Punkt zwei. Ich habe immer wieder erlebt,
wenn Paare in der Krise sind, dass es seltenst abhängt von der Lösung. Im Sinne von, ich gebe dir jetzt mal
fünf Punkte, mit denen bringt ihr eure Beziehung wieder auf Vordermann. Dann weiß ich schon, wenn die Bereitschaft
sehr gering ist, überhaupt was zu ändern, weil da Ängste oder andere Dinge vorgelagert sind,
wird auch die Bereitschaft, diese fünf Punkte überhaupt anzugehen oder überhaupt anzunehmen, sehr gering sein.
Dann kommen so Dinge wie, ich bin mir nicht ganz sicher, ob das jetzt funktioniert in unserer Beziehung und wenn du meinen Partner
kennen würdest, also bei dem ist das, glaube ich, ganz anders. Also da machen,
so, also man dreht sich um sich selbst. Die Wahrheit ist, auf der unteren Ebene
gibt es eine Angst, eine Nichtbereitschaft zu sagen, okay, wir probieren es jetzt mal aus.
Das ist übrigens ein letzter Punkt, weil du hast ja hier auch ein relativ junges Publikum, wenn Leute Unternehmen gründen.
Der Unterschied zwischen einem Unternehmensgründer und einem, der kein Unternehmen gründet, ist ziemlich simpel.
Es ist die Bereitschaft und der Mut, etwas zu tun mit vollem Risiko und den ersten Schritt
darin zu gehen. So, also, ich meine, jeder hat das erlebt,
der einfach sagt, ich mache jetzt mal eine Homepage für mich selber oder so. Denkst du immer,
oh, was schreibe ich da über mich selber und so. So,
und es gibt eben einen Haufen Leute, die sind natürlich bereit, was total okay ist, das ist überhaupt keine Wertung,
aber die Bereitschaft ist das Schlüsselkriterium auch der Geschwindigkeit. Letzter Punkt und wir sehen das
an so Verrückten wie Elon Musk und ich meine das sehr positiv verrückt, denn er hat in seinem Leben
unfassbar viel bewegt, man kann über ihn denken, wie man will, über seine politische Meinung denken,
ist völlig egal, aber er hat in seinem Leben, wenn man seine Biografie liest, wie ein Steve Jobs auch, immer wieder riesigen Eingang
gesagt, okay, ich tue das jetzt, ich mache das jetzt und der Rest der Welt
hat gesagt, bist du bekloppt und er hat gesagt, ja, ich mache es trotzdem so
und das ist, glaube ich, das, worum es bei Führung und Unternehmertum
immer geht, dass du eine innere Bereitschaft aufbaust, ohne dass du eine hundertprozentige Sicherheit
hast, in Handlung zu kommen. Sehr, sehr interessante Einsicht, sehr,
sehr interessant, weil ich glaube, diese, vielleicht erst, bevor ich dazu
mal das sage, was mir sehr oft auch gefallen ist, was, glaubst du,
verstehen die meisten Menschen falsch über Bereitschaft? Über was? Über?
Über Bereitschaft. Naja, diese, die Bereitschaft, wenn ich mit Leuten
über Bereitschaft rede, ist es immer die Bereitschaft der anderen. Also, es ist die Bereitschaft
der Mitarbeiter, des Staates, der Regierung, der großen Konkurrenten, der,
also, die Bereitschaft oder Nichtbereitschaft wird häufiger diskutiert als die eigene Bereitschaft.
Und jetzt vielleicht nochmal letzter Punkt und ich habe das sehr oft erlebt, auch in Beziehungscoachings,
die ich geben durfte, da sind Dauer-Singles, machen wir mal so ein Beispiel, weil ich finde immer, Beziehung ist eine schöne
Analogie dazu. Da sind Dauer-Singles und da sitzt eine Frau vor mir und sagt, ich bin jetzt sowas von bereit
für eine richtig langfristige Beziehung. Du glaubst gar nicht, wie oft ich das gehört habe und dann geht das immer
hier rein und da raus, weil ich weiß, wenn dem so wäre, wäre das schon lange ein Mann, weil dieser Planet ist
bevölkert von Menschen, die Singles sind. Es ist nicht so schwierig, einen Partner zu finden. So,
und dann sage ich dann so Sachen wie, ja, bist du denn bereit? Ja, ja, ja, also ich bin jetzt
wirklich bereit. Gut, sag ich, pass auf, ich habe da jemanden
für dich, ich habe das geguckt, der matcht total, der klingelt hier, in drei Minuten
klingelt der, das ist Mr. Right. Ja, nee, das ist ein Witz, ne? Nee, sag ich,
der klingelt jetzt hier gleich. Der ist jetzt gleich da und dann zieht er auch bei dir ein, der kommt gleich mit dem Koffer,
weil du wolltest ja eine langfristige, richtig coole, tiefe Beziehung und da hat er sich gesagt,
bevor er sich lange eine Wohnung sucht, kommt er gleich mit dem Koffer und zieht bei dir ein nachher. So,
und dann erlebst du alle möglichen Dinge, die aber alles auf eins hindeuten, so bereit ist man dann doch nicht
und vielleicht für deine Hörer eine schöne Sache, eine schöne Übung, die ich sehr häufig da mit Leuten mache,
intuitiv und ganz wichtig, wenn ich jetzt gleich diese Frage stelle, nicht länger
wie drei Sekunden nachdenken, weil dann lügst du dir selber irgendwas in die Tasche. Und zwar, die Frage lautet
immer sehr schön, die habe ich von Chuck Spizano aus Hawaii mitgenommen, ich finde die immer sehr legendär,
auf einer Skala von 0 bis 100, 100% heißt 100% Bereitschaft zu gehen, zu machen und zu tun, eine Beziehung einzugehen,
was auch immer, auf einer Skala von 0 bis 100 intuitiv, zu wie viel Prozent bist du bereit
zu der Beziehung, zu wie viel Prozent bist du bereit die Firma zu gründen, zu wie viel Prozent
bist du bereit für das Projekt. Und intuitiv, wenn jetzt jemand sagt, 100,
würde ich sagen, okay, lass dich Pinocchio nennen, weil das ist eine Lügengeschichte, also das weißt du bestimmt
einfach nicht, weil dann wäre es ja anders. Das, was dein Leben ist, zeigt dir, wo du wirklich stehst.
Und wenn es da draußen nicht richtig cool abgeht, weiß ich, gibt es in dem Menschen irgendeinen kleinen Teil,
der dich zurückhält. Nochmal, es gibt bestimmt einen Teil, der sagt, ich will eine Beziehung,
ich will den Erfolg, ich will irgendwas, aber ich schwöre, auf der Skala von 0 bis 100 sagen dann mal 80%,
60%. Und dann sage ich, okay, und jetzt gucken wir auf den Teil,
der nicht will. Jetzt gucken wir auf die 30%, die da sehen mit verschränkten Armen und sagen, eine Beziehung,
bist du irre? Dir geht es doch hier ganz gut alleine oder sowas, für ein Quatsch.
Da hast du jeden Abend jemanden auf dem Sofa sitzen, mit dem du auch noch reden musst, jeden Abend.
Boah, dann will der was anderes im Fernsehen gucken, wie anstrengend ist das, bitte schön.
Also nochmal, ich akzeptiere, dass jeder sagt, ich will Erfolg, aber es gibt einen Riesenteil
dann eben in der Person, der sagt, das war auch ganz schön anstrengend und 70 Stunden die Woche arbeiten will ich auch nicht.
Also ich arbeite im Moment so 70, 75 Stunden die Woche. Ich arbeite jedes Wochenende durch, weil ich muss mehrere Dinge
im Moment gleichzeitig als Projekte sehr weit nach vorne bringen. Wenn jemand sagt, weißt du was,
aber ich hätte gern frei, dann haben wir das frei, dann ist das okay, das ist überhaupt keine Wertung, aber es bedeutet eben auch,
dann sind andere Dinge eben auch nicht möglich. So, dann kannst du eben dein Projekt nicht durchziehen.
So, und deswegen glaube ich, um deine Frage vollständig zu beantworten, ich würde jedem
deiner Hörer den Tipp geben, schaut nicht auf den Teil, der will. Schaut auf den Teil,
der da steht mit verschränkten Armen und sagt, hab ich null Wack zu. Lass mich bloß zufrieden
mit dem Unsinn, was für eine Quatschidee ist das. Der Teil ist spannend. Und den Teil muss man sich anschauen.
Und der Teil steht dir mehr im Weg wie alles andere. Und nein, du wirst nicht mit
noch so vielen Motivationssprüchen, Motivationsseminaren, dem Nachbarn in den Nacken kraulen, irgendwelche Sprüche
neben dem Spiegel und diesem ganzen anderen, ich sag jetzt mal, wissenschaftlichen Unsinn, das ist nett fürs Gefühl,
aber du kannst auch auf ein Helene Fischer Konzert gehen und dich gut fühlen oder ich war vor ein paar Wochen bei Metallica in Berlin dabei,
geiles Konzert, ändert aber mein Leben nicht. So, das ist alles Bullshit. Damit kannst du,
wirst du nicht den Teil, der nicht will, überstrahlen. Das ist ganz wichtig zu erkennen.
Viele Leute sagen dann, ich beiß die Zähne zusammen und mit Willenskraft schaffe ich's. Willpower doesn't last.
Das ist ja so ein alter Spruch aus Amerika. Willenskraft wird nicht für ewig halten. Ein bis zwei Wochen,
daran scheitern auch die meisten Diäten, weil wir sagen, jetzt reiße ich mich zusammen und jetzt esse ich nur noch
die Hälfte und jetzt mache ich meine Diät. das hält nicht, weil die Kraft nicht ausreicht
auf die Unendlichkeit. So, und deswegen ist es gut und viel leichter im Leben, wenn wir uns ehrlich
mit dem Teil beschäftigen, der in jedem von uns ist. Und wer sagt, das gibt's nicht, der lügt sich in die Tasche.
Das ist anstrengend auf Dauer. Da landest am Ende nur ein Burnout oder Depressionen
oder so. Weil wenn du es leichter willst, guckst du den Teil an, der keinen Bock hat und beschäftigst dich mit dem
und sagst, welche Botschaft hat der für mich? Was kann ich tun für den? Wo kann ich ihm guten Platz geben?
Was kann ich tun, damit der Teil kleiner wird? Was auch immer. Das kannst du alles tun. Aber sich mit dem Teil
zu beschäftigen, der eh will, ist ziemlich sinnlos, weil der wird's nicht rocken. Der reicht nicht,
sozusagen. Und das ist eigentlich das ganze Geheimnis, warum Menschen scheitern, egal was sie vorhaben,
dass sie sich permanent mit so einem Tschakka-Tschakka Ich will jetzt beschäftigen, statt damit,
und zwar sehr ehrlich, auf der untersten Ebene bei sich zu gucken, wo habe ich die Hosen voll. Das ist viel spannender.
Und dann den Bogen darauf zurückzuschließen, das ist dann genau das, was du vorhin meintest, dass ich möchte nicht gesehen werden,
ich möchte nicht das und das. Das sind dann meistens die Gründe, die jeder in uns drin irgendwie trägt. Ja. Keine Frage.
Also weißt du, am Ende ist es ja immer nur, man sagt ja immer so schön, Angst ist eine Fantasie über die Zukunft.
Wir fantasieren über die Zukunft, was sein könnte. Und das steht uns brutal im Weg. Und die zwei Hauptängste sind eben, erstens, ich bin nicht genug.
Oh, das Projekt ist jetzt aber wirklich nicht nur mal zu groß für mich. Und wenn ich damit scheitere, und oh, und habe ich überhaupt die Fähigkeiten? Sollte ich nicht vielleicht doch noch mal
einen Workshop vorher machen? Sollte ich nicht nur mal dies und jenes? Oder man erlebt das sehr häufig in der Gründerphase, speziell bei Frauen,
sieht man das sehr häufig auch statistisch, dass man dann immer jemanden sucht, mit dem man das zusammen macht oder so. Warum? Weil man selber die Hosen voll hat.
So, und der zweite Punkt ist, ich werde nicht geliebt. Wenn ich das jetzt mache, also Beispiel, alle meine Freunde sind übergewichtig
und machen keinen Sport. Finden Sport per se scheiße. Und jetzt habe ich irgendwie die Erkenntnis und sage, oh, ich habe da ein Buch von Dr. Strunz gelesen,
der übrigens vor zwei oder vor anderthalb Wochen verstorben ist leider, der große Ulrich Strunz. Der Uli Strunz, von dem habe ich ein Buch gelesen
und ich habe irgendwie die Erkenntnis, ich glaube, ich soll mich mal um meinen Körper kümmern, ich mache jetzt mal Sport, gehe zwei, dreimal die Woche
ins Fitnessstudio und ich ernähre mich vernünftig. Dann möchte ich ja mal erleben, was das eigene Umfeld dazu sagt. Welche Begeisterung
da auf mich einströmt, dass ich endlich anfange, einen gesunden Körper haben zu wollen. So, es gibt ja so diese Stärke
der schwachen Beziehung. Gerade die Leute im engen Umfeld, mein Partner, meine Kinder, meine Eltern,
wer auch immer. Was denken die, wenn ich das jetzt tue? Liebe, weil sehr oft sind das ja Projekte,
die mich rausführen aus einer Übereinstimmung von allen anderen. Wenn alle in meiner Umgebung arm sind und ich fange jetzt an,
mein eigenes Unternehmen aufzubauen und mir Wohlstand aufzubauen, kann es auch mal passieren, dass ich ein paar blöde Sprüche um die Ohren kriege.
Damit muss ich umgehen. Und dieses tiefe Gefühl, was das triggert, ist halt, ich werde nicht geliebt.
Das ist ein ganz großes Ding. Und das Erstaunliche ist, dass wir als Menschen bereit sind für die übelsten Kompromisse, für die übelsten Dinge,
die wir tun, nur um dem Gefühl auszuweichen, nicht mehr geliebt zu werden. Also wir betteln ja förmlich um Anerkennung und Liebe.
Wir sind voll bedürftig als Menschen und wir sind bereit, jeden Unsinn zu tun, nur um dieses Gefühl nicht fühlen zu müssen,
ich werde nicht mehr geliebt. Was irgendwie stimmt, aber wir denken das halt. Das ist eine Fantasie über die Zukunft.
Angst. Das ist so. Wie meinst du dann, was überhaupt nicht stimmt? Ich glaube einfach,
diese Uridee, diese Urangst, also meine These ist ja, nehmen wir mal Eltern. Natürlich ist es so,
dass Eltern manchmal mit ihren Kindern unglücklich sind. Wenn Kinder einen Weg gehen, wo die Eltern sagen, oh, das habe ich mir
so viel mein Kind anders vorgestellt. also meine Mama zum Beispiel, erzählt immer wieder, ihre Mutter war sehr unglücklich darüber, dass sie einen Unternehmer geheiratet hat,
weil ihre Vorstellung war, aus der Erfahrung des Zweiten Weltkriegs, besser, du heiratest einen Beamten, der bei der Post arbeitet.
so. Du bist die Post heute auch nicht mehr, dass es war, aber damals war es so. Und ich glaube aber trotzdem,
ja, das fand sie dann ein bisschen doof, mal einen Moment, aber langfristig ist da, wo Liebe war,
wird immer Liebe sein. Also ich habe immer, also meine, auch meine Erfahrung, ich habe mal mit jemandem gesprochen,
der gezielt Menschen begleitet für Outings, also wenn sie irgendwie sexuell ihre Orientierung outen oder was auch immer man so outet heutzutage.
und der sagt, das Irre ist, die Fantasie, wie Menschen reagieren vor dem Outing,
ist tausend Prozent dramatischer als das, was wirklich ist. Ja, es kann manchmal sein,
dass Leute vielleicht ein bisschen irritiert sind, wenn du einen anderen Weg gehst, wenn du irgendwas Eigenes machst, wenn du was machst, mit dem sie nicht gerechnet haben,
wenn da ein Freund ist, der sagt, oh, du bist jetzt irgendwie auch ganz komisch geworden oder so.
Ja, das kann durchaus passieren, aber die Wahrscheinlichkeit ist sehr, sehr gering.
Was wir haben, ist eine unfassbare Fantasie darüber, was Menschen wohl sagen würden, wie sie reagieren würden und ich wäre dann ganz einsam,
weil keiner mehr mit mir spricht. Das ist Bullshit. So, und das passiert auch nicht. Also,
nach meiner Erfahrung nicht, wenn ich mit Leuten spreche, wie gesagt, gerade was ich gesagt habe, so mit Outing und so,
die Mehrheit der Leute sagen dann sowas wie, naja, meine Mama hat nur mit den Schultern gezuckt und hat gesagt,
ich habe mir schon gedacht, dass du schwul bist und das war alles. Also, weißt du,
so, muss nicht sein, aber ehrlich, wir machen ein riesen, ein riesen Universum auf
von nicht mehr geliebt werden, meine Kinder werden nie wieder mit mir sprechen, wenn ich jetzt meinen, den Vater,
den Vater verlasse, weil ich mit dem nicht mehr leben möchte. Völlig egal. Also, was es auch immer ist,
wir malen uns ja gigantische Horrorgemälde aus. Der Kern dieser Gemälde ist ganz klar, niemand wird uns mehr lieben. Und vielleicht letzter Gedanke für deine Zuhörer, ich liebe deswegen so die Idee von Byron Katie.
Byron hat ja mal, das amerikanische Therapeut, die ich sehr schätze, mit The Work, lohnt sich wirklich zu lesen,
das Buch. Byron hat ja mal so ganz schön gesagt, meine Idee von Welt ist, jeder liebt mich. Der eine oder andere hat es noch nicht ganz für sich selbst erkannt.
So, das mag ich, das ist eine Weltsicht, die mir durchaus sympathisch ist. Und ich glaube,
im Kern hat sie sogar recht, rein philosophisch betrachtet. Ja, man muss halt damit leben können, dass Menschen einen nicht mögen.
Und das ist auch für mich so ein Antrieb. Ich glaube, das ist eine der Hauptdinge, Menschen auch in so langfristigen Coachings und Mentorings, wie soll ich sagen,
so ein bisschen auf Spur zu halten. Sehr häufig habe ich in meinen Mentoringsphasen, da wird es ein bisschen turbulenter, wo Mitarbeiter plötzlich sagen, Moment,
was geht denn jetzt hier ab, das war doch früher anders, wieso machen wir das jetzt so und so. Und da Menschen wirklich zu ermutigen und sagen, geh weiter,
bleib nicht stehen, mach, geh deinen Weg, geh die Dinge, es wird sich neu ordnen,
ich schwöre es dir. Und deswegen gibt es zum Beispiel auch, ich mache ja nicht ganz viel, aber ich schicke einmal, jetzt heute Morgen wieder,
weil wir sind hier gerade an einem Freitag, wo wir unser Gespräch führen, immer morgens um neun gibt es von mir einen Freitagsbrief. Der Zweck, weil Leute haben mich gefragt,
warum schickst du jeden Freitag um neun Brief? Ich sage, ganz klar, die Woche hast du genug Zeit gehabt, dir komische Gedanken zu machen. Der Zweck von meinem Freitagbrief ist ganz simpel,
da sind immer drei Impulse drin, die dich auf andere Gedanken bringen, nach vorne bringen. Also die einzige Idee von diesem Freitagbrief ist, Leuten immer wieder zu sagen,
passt schon, geh weiter, hier sind drei inspirierende Links, die es da gibt. Kann man unter Friday.jetzt auch abonnieren,
kostenlos. Aber wie gesagt, die Idee ist einfach, Leute auf Kurs zu halten. Und mein Job als Coach
ist sehr häufig am Anfang, sehr viel Analyse, dann gucken wir, wohin es gehen soll, dann gucken wir,
wo die Sehnsüchte sind, dann gucken wir, wo der Traum ist. Das Hauptproblem ist aber dann, A zu starten
und B auf Kurs zu bleiben. Das sind eigentlich die Hauptdinge, auf die ich immer achte, weil die Angst da immer reinrutscht. Nämlich diese Angst,
nicht geliebt zu werden oder was auch immer. Oh, meine Kinder fanden das überhaupt nicht gut, dass ich mich jetzt selbstständig mache
als Coach. So. Und dann muss ich auch immer sagen, verstehe ich total. Schick deinen Kindern ganz viel Liebe,
die kriegen das schon hin, dass Mama oder Papa oder wer auch immer jetzt auf einem neuen Weg ist und ein bisschen anders
mal auf die Dinge guckt. Alles okay, es wird sich neu ordnen, sei einfach da, mach keinen Terror,
mach keinen Drama, geh weiter. So. Und das ist der ganze Zweck, warum es diesen Freitagsbrief gibt
und warum es all die anderen Dinge gibt in meinem Universum, Menschen daran zu erinnern, was ihr Weg ist und ihnen zu sagen,
geh weiter. Mhm. Das ist, das finde ich, ist wahrscheinlich
eine sehr bedeutsame Arbeit, weil man ja Menschen dazu hilft, das zu werden, was sie sein können. Ja.
Dann wäre meine Frage jetzt, gibt es irgendwie einen Tipp oder eine Praxis, die du Leuten empfiehlst, bis auf das,
dass sie mal wirklich versuchen, darauf einzugehen, von wegen, was sagt denn dir das Gefühl von, was dich,
diese 30 Prozent, die dich zurückhalten. Gibt es eine Möglichkeit, das irgendwie zu trainieren? Auf Dauer vielleicht.
Ja. Also es gibt, es gibt eine Möglichkeit, sagen wir mal so, sich darauf zu trainieren
und darauf zu fokussieren, am Ende ist eine Fokusfrage, wirklich immer den nächsten Schritt zu gehen, auch wenn er sich ungemütlich anfühlt. Dafür müssen wir zwei Dinge,
mal eben, bevor ich auf die eigentliche Antwort komme, anschauen. Es gibt so etwas wie psychologische Dissonanz.
Psychologische Dissonanz ist nichts weiter, wie wenn unsere eigene Identität im Außen etwas tun soll oder im Außen auch etwas trifft,
was dann nicht zupasst. Beispiel, du bist überzeugter Veganer und wirst hier bei mir vor Ort in Bremerfürde
in ein Barbecue eingeladen, in eine Grillparty eingeladen. Kann ich jetzt schon sagen, ja, es gibt ein veganes Produkt,
das ist meistens Tomatensalat, also maximal. So, es gibt eine gewisse psychologische Dissonanz,
wo dein Innerstes sagt, das fühlt sich jetzt aber ein bisschen komisch an. Anderes Beispiel, du hast dein Leben lang gedacht,
hier, ich bin hier, ich bin hier Sofasitzer, ich esse gerne Chips und gucke gerne Netflix abends,
aber das mit dem Sport habe ich nicht so und jetzt denkst du, scheiße, ich muss mal laufen.
Psychologische Dissonanz fühlt sich scheiße an. Alle Wachstumsprozesse, alle Wachstumsprozesse gehen durch
psychologische Dissonanzen. Eigentlich ist Dissonanz nur ein Faktor von, oh, das habe ich so noch nicht
bei mir integriert, das ist neu, lass mich weitergehen. Das Problem ist, und jetzt komme ich zur Antwort
auf deine Frage, dass es manchmal für Menschen sehr neu ist, dieses Gefühl. Meine These ist,
und das macht manchmal die Kraft von, ich sag mal, alten Unternehmern, erfahrenen Unternehmern aus,
die sind durch so viel Dissonanzen durch, dass sie bei der nächsten Krise, die immer kommt,
einfach sagen, ja, gehen wir mal weiter, mal gucken, was passiert,
und nicht in Panik verfallen. Wir haben das sehr schön gesehen in der Corona-Zeit. Hauptbetroffen, wenn man das überhaupt
so sagen mag, im Nachhinein von diesem Corona-Dingens, waren vor allen Dingen Senioren gesundheitlich.
Dort war aber die Schwelle der Angst extrem niedrig. Ich hab's bei meiner Mama gesehen, die hat sich nie was
aus Corona gemacht, für die war das irgendwie so, oh, kommt und geht. Die war trainiert darauf, dass solche Dissonanzen,
was eine Krise immer ist, passieren in dem Leben. Die ist ein Nachkriegskind, die hat alles Mögliche erlebt, ihr Papa ist an der Westfront gefallen,
also, die hat schon ganz andere Dinge überlebt als Corona, das war für sie so wie, okay,
eine weitere Herausforderung im Leben. Die größten Angstlevel hatten wir irgendwie um 20 oder bei Teenagern,
weil die sagten, oh, was geht denn hier ab, die Welt geht unten, die Welt.
Dabei waren die überhaupt nicht betroffen gesundheitlich, also, es gab überhaupt kein Drama. So,
und diese Dissonanzen und ich glaube, deine Frage nach dem Training, sag ich jetzt mal so, ist zum einen natürlich,
und das kann ich niemandem abnehmen, Lebenserfahrung. Also, viele gescheiterte Beziehungen, Dinge,
wo man denkt, alter, alter, nächstes Mal mach ich's lieber besser. Also,
all dieser ganze Kram, das dazugehört zum Leben, das schult. Das hindert nicht, dass Krisen passieren,
das können wir nicht verhindern, aber das liegt auch nicht in unserem freien Willen. Aber was wir tun können, uns zu trainieren,
damit umzugehen, dass manchmal Dinge sich scheiße anfühlen, Dissonanzen auszuhalten. Und das beste Trainingsprogramm,
was ich kenne, klingt jetzt total bescheuert, aber das ist meine persönliche Erfahrung seit vielen Jahrzehnten, ist,
man legt sich ein Ritual zurecht. Möglichst ein tägliches Ritual. Bei mir ist es das Morgenritual. Es kann auch ein Abendritual sein. Und hier ist jetzt ein ganz wichtiger Punkt
für deine Hörer. Es gibt einen riesen Hype darum zu sagen, was ist das perfekte Ritual, um in den Tag zu starten, oder was auch immer so,
Morgenritual, da gibt's so 5am und 4am, Morgenclubs, und ich hab keine Ahnung. Es ist,
ich sag jetzt mal, meine persönliche Erfahrung, das ist nur meine persönliche Erfahrung mit vielen, vielen Mentorings, es ist scheißegal.
Du kannst auf dem Trambolin springen wie Tony Robbins 10 Minuten. Du kannst, ich hab bei mir ein Eisbad, bei mir auf der Terrasse stehen,
ich geh jeden Morgen Eisbahnen. Ich hab eine Halleluja-Sauna hier stehen, eine der geilsten Saunen, die man in Deutschland für sehr viel Geld kaufen kann.
Das machen wir echt geil. Ich habe hier so ein Rotlichtding und keine Ahnung. Also ich hab ein Morgenprogramm, das dauert bei mir so 45 bis 50 Minuten.
Das muss ich morgens einplanen. Das zieh ich immer durch. Das Eisbad steht bei mir auf der Terrasse und wir hatten in diesem Jahr echt viel Winter und kalte Tage.
Wenn du bei minus 6, 7 Grad in Norddeutschland auf der Terrasse stehst, deine Füße im Schnee, du öffnest den Deckel von deinem Eisbad,
ist es nicht gerade die Freude, die in mir ist, die sagt, endlich kann ich Eisbaden. Also wer das behauptet,
lügt. Da gab es nicht einen Morgen, der das gesagt hat. Und hier kommt jetzt das entscheidende Training
für das, was du meinst. Ich glaube, dass Rituale uns fokussieren. Also für mich ist es eine Phase der Meditation.
Ich möchte gerne vollständig, zu 100% fokussiert sein auf den Tag, der vor mir liegt,
mit voller Energie und nicht irgendwie den Tag stolpern, auf dem Weg noch einen Kaffee trinken und irgendwie gucken,
was geht. Das funktioniert nicht. So, das ist der eine Punkt. Der andere Punkt ist, permanentes Training,
strukturell, habe ich Bock habe oder nicht, etwas zu tun. Und da gibt es inzwischen auch Studien zu,
sehr, sehr spannende Hirnscan-Studien, kann man mal googeln, wenn wir sehr häufig Dinge tun,
obwohl wir keinen Bock haben. Wenn wir Dinge tun müssen, weil eine Krise da ist. Wenn wir ein Ritual haben, wie ein Eisbad,
und wir denken, Alter, heute Morgen bitte nicht ins Eisbad, minus sechs Grad,
bist du bekloppt. Also, je häufiger wir so etwas tun, desto eher trainieren wir auch Hirnregionen,
die werden größer, die die Macht haben, uns durchzutragen und zum Handeln zu bringen, auch wenn in uns etwas ist,
wo man sagt, kannst du auch nächste Woche machen, heute ist gerade schlecht, heute spielt Deutschland
und ich möchte gerne das Fußballspiel gucken und Chips essen und so. Morgen,
morgen ist auch noch ein Tag, heute fühle ich mich nicht danach. Und das steht deiner Handlungsaktivität im Weg, deswegen die kognitiven Dissonanzen, die psychologischen Dissonanzen
müssen wir lernen auszuhalten und das beste Training ist, uns immer wieder in Situationen, in denen wir eigentlich keinen Bock haben, es trotzdem zu tun.
Also, wenn ich mich verpflichte, cool ist zum Beispiel sowas wie, ich suche mir einen Trainingspartner, wenn ich es selbst nicht hinkriege
und ich vereinbare mit dem einen Terminplan für die nächsten Wochen, wann der mich abholt zum Training, sodass ich keine Chance habe, auch nur einen Hauch zu sagen,
ich habe heute keinen Bock auf Training. Oder es gibt zum Beispiel, ich habe mal einen Coach kennengelernt, einen Personal Trainer für Fitness, der hat das so gemacht,
die Leute mussten immer zehn Termine mit ihm fix buchen im Kalender und mussten die komplett bezahlen vor Kasse.
Und er sagt, ab du kommst oder nicht, ist mir scheißegal, das kannst du machen, wie du willst,
du kannst auch zehnmal schwänzen, das kannst du gerne machen, aber dein Geld gibt es nicht zurück. So, nochmal, das ist kognitive Dissonanzen überwinden.
Weil was sagst du, du kommst nach Hause und denkst, ach scheiß, heute zum Training, ich habe null Bock,
ganz Tag nur Nerv gehabt, lass den Quatsch sein. Und dann denkt die andere Seite, ja, habe ich ja schon bezahlt,
ne? Ah nee, das willst du jetzt ja auch nicht, oder so. Ja, ja, so.
Aus dem willst du dir nicht die Blödsinn geben, bei den Typen abzusagen, weil du bist ja kein Schwächling, machst du ja auch nicht.
Also, wir brauchen Tipps und Tricks und Training für diese kognitiven Dissonanzen, so dass wir nicht immer in diese Falle laufen.
Es trainiert, letzter Satz dazu, uns übrigens auch in der heutigen Situation Bubbles,
Blasen zu überwinden. Die Schwierigkeit, die wir erleben momentan, ist, unfassbare Blasenbildung,
speziell auf dem linken und auf dem rechten Spektrum, extreme Blasenbildung. Da wird genau geregelt, wer mit wem noch reden darf
und wer nicht und so weiter, kann ich an jemandem an der Klatsche. Aber das sind im Prinzip
nichts weiter wie Dissonanzen, weil natürlich, wenn ich Veganer bin und ich muss mit jemandem sprechen, der sich nur von Fleisch ernährt,
was es ja auch gibt, es gibt ja auch Diäten, die sich nur von Fleisch ernähren, dann löst das bei mir schon eine gewisse Dissonanz aus.
So, und die sind wir scheinbar nicht mehr bereit auszuhalten. Aber wenn wir noch nicht mal das aushalten,
wie wollen wir dann eine Firma gründen, unsere Vision leben, die Dinge in die Welt bringen, wenn wir es noch nicht mal
aushalten, aushalten, mit jemandem zu reden, der eine andere Meinung hat. So,
oder der uns falsch anredet mit irgendeinem Pronomen, den wir uns selber ausklären. Was für ein Unsinn. So,
ich muss mit dieser Welt klarkommen und die Welt ist total bescheuert und da sind ganz viele bescheuerte Leute drin. Das ist schon mal
eine gute Grundannahme. Wenn ich es aushalte mit diesen Dissonanzen, kriege ich meine Sache gut über die Bühne,
kann mit anderen Menschen besser klarkommen und habe ich diesen Dauerstress, dass ich irgendwie eine psychologische Betreuung brauche,
weil mich jemanden nicht mit den Pronomen anredet, die ich mir jetzt gerade ausgedacht habe, was wissenschaftlich nur ins Unglück führen kann.
Aber gut, Menschen sind frei in ihrer Entscheidung mit Unsinn zu tun. Aber das geht darum.
Wir müssen lernen, Dissonanzen auszuhalten. Das ist das einzige Trainingsprogramm. Und nochmal zurück zur Corona-Krise.
Für meine Mama war das die x-Krise ihres Lebens. So, die hat drei Kinder
auf die Welt gebracht. Ihr Vater ist, wie gesagt, im Krieg gefallen. Ihre Mutter
musste zwei Töchter alleine irgendwie durchbringen, ist geflohen aus Emden, das zerbombt war.
So, sorry, für die war Corona sowas wie, ja,
aber es war nicht das Ende der Welt. Weil ihre Lebensverfahren war, es wird manchmal ungemütlich, es fühlt sich scheiße an.
So what? So, und wenn es dann mal keine Hefe gibt, weil sie backt immer gerne
und plötzlich gab es keine Hefe mehr. Ich glaube, das war ihr größte Problem in der Corona-Zeit.
war, ich musste immer los und gucken, dass ich irgendwo Hefe auftreibe
und es gab irgendwie, weiß ich auch nicht warum, ich habe es besonders nicht verstanden, es gab in Deutschland keine Hefe mehr.
So, dann hat sie halt gesagt, okay, dann packe ich halt kein Brot. Das war so das maximale Reaktion,
die sie eigentlich hatte auf den ganzen Kram, dass man den Masken hat sie nicht verstanden, dass man den Abschleunen
hat sie nicht verstanden. Sie hat, komm, das wird auch alles wieder und so.
Und da merkt man eben ganz deutlich das Training von Dissonanzen. Das ist eigentlich alles,
worum es geht. Sehr, sehr interessant. Und Dissonanz habe ich jetzt dann
auch so verstanden, das ist bei mir jetzt im Kopf so geläutet, das ist, dass man damit klarkommt,
außerhalb der Komfortzone zu sein. Ja, genau. Ich würde es so formulieren,
die größte Kraft, die wir haben als Menschen, ist, dafür zu sorgen, dass unser Umfeld,
die Menschen, unsere Familie, unser Leben in Einklang ist mit dem,
wie wir uns selbst definieren. Das setzt unheimliche Kräfte frei, weil es macht das Ganze schön
einheitlich. Sieht man eben, wie gesagt, gerade bei linken und rechten Spektren
sieht man das sehr deutlich, dass Leute sich nur noch mit Leuten umgeben, die dasselbe sagen.
Also, man verlässt dann Berlin Mitte am besten nicht mehr. So, das Problem dabei ist aber,
dass jedes Mal, wenn ich aus dieser, wie du gesagt hast, Komfortzone gehe, ich würde sagen,
du tust etwas, was nicht in deiner Identität ist, wo du eigentlich sagst, bin ich wirklich so sportlich? Bin ich wirklich ein Läufer?
Bin ich wirklich ein Unternehmensgründer? Kann ich hier überhaupt mit Risiken klarkommen, dass ich vielleicht nicht weiß, wie ich nächsten Monat
meine Mitarbeiter zahle? Ist das überhaupt was für mich? Deswegen ist das, was wir als Komfortzone bezeichnen, nichts weiter wie die Grenze
unserer eigenen gedachten Identität. Das ist unsere Identität. Jeder Wachstumsprozess, alles, das Leben unserer Träume,
findet jenseits dieser Grenzen statt. Und was da passiert, ist wie so ein elektrischer Zaun, weißt du, das ist wie so eine Art,
das macht so Bzzz, Bzzz. Und wir kennen das doch alle, seien wir ehrlich,
jeder von uns kann x Beispiele aufziehen, wo das so Bzzz macht am Zaun. Bzzz, Bzzz, Bzzz, Bzzz, Bzzz.
Weil, das ist eben so eine Dissonanz, wo man denkt, oh, das fühlt sich jetzt immer komisch an,
oh nein, uh, und so. Und dann, wie gesagt,
Veganer auf einer, auf dem Barbecue, wo man fülle, viel Spaß dabei. Da hast du viel kognitive Dissonanz.
Und wenn du dann noch am Grill stehst und sagst, äh, gibt's hier auch irgendwie Gemüse, musst du mit Hohn und Spott leben.
So, das ist eine Dissonanz. Ähm, ab das gut oder schlecht, dann machst du keine Wertung,
sondern es ist einfach nur, es ist anders wie das, wie ich mich selbst definiere. Und, ähm, es hat natürlich seine Kraft.
Deswegen verändern, sagen wir so, Veränderungsprozesse, das wäre nochmal ein spannender Aspekt dazu, weil diese Komfortszene,
die du sagst, ein Veränderungsprozess funktioniert nur und ausschließlich, und jeder,
der mal so Atomic Habit, die Ein-Prozent-Methode gelesen hat, kennt das Spiel, ähm, beginnt ausschließlich
mit der Veränderung der Identität. Erst wenn die Identität mit meinem neuen Verhalten da draußen im Einklang ist,
mit meinen Zielen im Einklang ist, wird das Ganze konsistent, wird das Ganze
tragfähig für die Zukunft. in dem Augenblick, wo meine Identität nicht angepasst wird,
wird das zur Jujo-Diät. Ne, da nimmst du halt ab und nimmst wieder zu
und nimmst wieder ab und das ist einfach ein Identitätsproblem. So, die Frage ist natürlich
rein wissenschaftlich und es gibt ja viele, viele coole Bücher, Psychologie des Gelingens
kann ich definitiv deinen Hörern hier empfehlen. Ein dünnes, tolles Buch einer ganz,
ganz tollen Psychologin, die sich über Jahre mit Veränderungsprozessen beschäftigt hat, wissenschaftlich,
mit Studien, kein Motivationsbuch und das Ergebnis der Studien ist sehr,
sehr eindeutig. Das Ergebnis der Studien ist, tausend kleine Schritte verändern deine Identität.
Wenn du anfangen willst zu laufen, fängst du am besten an, erstmal 100 Meter zu laufen, dann 500 Meter,
dann 1 Kilometer, dann 2 Kilometer, was auch immer, graduell gesteigert, bis irgendwann
deine Identität denkt, vielleicht bin ich ja doch ein Läufer. Ein bisschen Spaß macht es jetzt ja schon.
So, also, wir müssen uns über viele, viele kleine Schritte angewöhnen,
unsere Identität zu erweitern, weil dann das, was wir tun wollen, Teil unserer Identität ist.
Deswegen siehst du auch bei meiner Mama nochmal zur Corona-Zeit, ihre Identität war, ich überlebe jede Krise.
Ich bin mit meiner Mama alleine da durchgekommen durch die Nachkriegszeit. So, wenn das Teil
deiner Identität ist, oder zum Beispiel, ich war jetzt als Unternehmer, ich war zwei, dreimal vor dem Konkurs,
musste schwierige Sachen, auch emotionell sehr schwierige Sachen machen, Corona war nochmal eine Herausforderung
für unser Unternehmen, war komplett geschlossen mit Kurzarbeit. Je öfter du das mitgemacht hast,
wird ein Teil meiner Identität ist zum Beispiel immer, ach, irgendwie finden wir
eine Lösung, mal gucken, wie es morgens aus, morgens früh aussieht. So,
das ist ein Teil meiner Identität. Wenn das ein Teil deiner Identität ist, stürzt dich nicht,
wenn es mal ein bisschen rumpelig wird. Und deine Identität änderst du, indem du immer
und immer und immer und immer wieder die Situationen aussetzt, die nicht in
deiner Identität sind, solange bis deine Identität sagt, hm, vielleicht eine coole Idee,
ich glaube, die integriere ich mal, das wird jetzt mein neues Ich. So,
das ist, ich meine, jetzt philosophisch betrachtet müssen wir natürlich fast die Frage stellen,
was ist Identität? So weit will ich hier nicht gehen, da habe ich auch ein paar Antworten zu, aber die würden hier
weit über hinausgehen. Es reicht auf der praktischen Ebene sich vorzustellen, die Identität ist eine Ansammlung von Dingen,
die wir oft getan haben, sehr oft Geschichten, die wir sehr oft erzählt haben, denn die Geschichten, die wir uns selber erzählen,
sind ungleich machtvoller die Geschichten, wie die Geschichten, die andere uns erzählen. Die haben keine Macht.
Ich kann einer Person, die eh glaubt, dass sie scheiße ist, tausendmal erzählen, wie toll sie ist,
sie wird es nicht glauben, weil die Macht ihrer eigenen Geschichte stärker ist, die Macht ihrer Identität. Und Identitäten
werden nicht verändert, auch wenn wir das heutzutage in der Gesellschaft uns immer wieder gegenseitig erzählen,
dass es so wäre, das funktioniert nicht, nicht darüber, dass ich Leuten sage, wie ihre Identität ist.
Hey, du bist mutig, du bist toll, du bist stark. Bullshit.
Funktioniert wissenschaftlich null. Ist auch von der Autorin da von Psychologie des Gelingens x-mal nachgewiesen worden,
funktioniert gar nicht, funktioniert nicht. Dieses, ich glaube an dich und so,
alles nett, aber funktioniert nicht. Das Einzige, was funktioniert, ist die nackte Tat
ganz, ganz häufig als Ritual möglichst verstetigt, sodass irgendwann unser,
unsere, unser Innerstes sagt, hat sich am Anfang scheiße angefühlt, aber ich glaube,
jetzt passt es. So, das ist alles. Das ist dann die Agency, ich verstehe.
Da gibt es nämlich ein Sprichwort, was ich gehört habe. Ich kann es jetzt gerade nur nicht ins Deutsch
übersetzen. Your comfort zone is where you are least comfortable. Ja.
Was sagst du dazu? Naja, sagen wir mal so, aus der Betrachtung des Wachstums
und deiner Potenzialentfaltung, ja. Aus der Sicht des Lebens auch ja, weil das Leben
dazu aufgefordert, uns immer wieder auffordert, Neues zu lernen und diese Komfortzone zu verlassen.
Wenn wir es nicht tun, werden wir scheitern, speziell als Unternehmer. Also die Aufforderung, immer wieder neu
aus unserer Komfortzone zu gehen mit unserem Unternehmen, ist gigantisch, weil was sich nicht
verändert, stirbt. So, das ist einfach so. Einer der ganz großen Probleme sozialistischer
Strukturen ist ja, abgesehen davon, dass sie alle kein Geld verdienen, ist ja,
oder irgendwann auch an Mangel an Geld sterben, ist ja immer das zweite ungelöste Problem, ist der Tod von Dingen,
die man nicht mehr braucht, von Veränderungsproblemen. Das Problem der DDR war ja, die hätten ja noch bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag
Schwarz-Weiß-Fernseher produziert, weil irgendwann hätte jemand mal sagen müssen, äh,
wir lassen jetzt mal die Fabrik Schwarz-Weiß-Fernseher sterben und eröffnen eine neue Fabrik für
Farbfernseher. Das ist ein ganz klares Verlassen der Komfortzone, von daher gebe ich dem
Spruch insofern recht, dass unsere Komfortzone und sehr häufig bei den mutigen Ansätzen im Weg rumsteht,
unser Leben zu leben. Das ist absolut richtig. Natürlich ist es die Zone, in der wir uns so sauwohl fühlen, ne, weil es eben so nett ist
und unsere Freunde alle da sind und wir uns alle lieb haben. Und ich erlebe das gerade bei mir im Unternehmen mit Lattoflex.
Wir sind sehr abhängig, weil wir eigentlich den teuersten Lattenrost auf dem Markt anbieten. Wir sind sehr abhängig von, von dem kleinen,
mittelständischen, familiengeführten Fachhandel in Hintertupfingen. Also in kleinen Orten, kleiner Fachhändler,
so die sterben alle, wie die fliegen gerade, weil Miete geht nach oben, Frequenzen gehen nach unten, die Innenstädte werden immer leerer.
Das kann jeder beobachten bei sich vor Ort. So, also sind wir jetzt aufgefordert, als Lattoflex unsere Komfortzone. Wir lieben unsere Händler
und die lieben uns und das ist alles Lattoflex Family und wir feiern uns und so weiter. Wir sind gerade aufgefordert, diese Komfortzone zu verlassen,
weil wenn wir in der Komfortzone bleiben, werden wir sterben. Definitiv. Oder wir werden uns halbieren und werden dann sterben.
Aber früher oder später sterben wir, weil wir sind jetzt aufgerufen, unsere Komfortzone zu verändern und neue Dinge anzugehen, neue Produkte zu entwickeln,
neue Ideen für den Vertrieb zu entwickeln. Das ist extrem wichtig. So, und von daher ist das Zitat, was du da sagst, war für Wachstum.
Gefühlt würde ich aber immer sagen, ist der Punkt, wo wir uns am meisten wohlfühlen, ist unsere Identität, unsere Wohlfühlzüge.
Verstehe. Und allein schon jetzt auch bei dem Thema, das wäre jetzt die weitere Frage. Starten ist wichtig und das Zweite,
was du gesagt hast, war weitergehen. Genauso auch, wie ihr es jetzt in dem Unternehmen machen müsst. Was ist da die größte Schwierigkeit?
Auch wahrscheinlich dann genau diese Glaubenssätze, die sagen, oh, wenn ich weitermache, werde ich ja das verlieren, was ich schon kenne wahrscheinlich.
Genau. Also es kommt natürlich dann zunehmend mit jedem weiteren Schritt, diese Verlustangst, von der du sprichst, hinzu.
Weil wir als Menschen immer diese Idee haben, wir würden was verlieren. Und meine These ist ja, wenn du auf deinem Weg weitergehst, kannst du viel mehr gewinnen,
als dass du verlierst. Also das ist so. Nur Glaubenswahn. Beispiel. Hier wieder Beziehung.
Ich liebe ja Beziehung so als Beispiel, weil das eben so schön praktisch ist. Jemand hat die große Liebe seines Lebens verloren. Warum auch immer. Die Person hat sie verlassen oder ihn verlassen
oder was auch immer. Aber jedenfalls ist die Beziehung nicht mehr da. Und jetzt kann man hergehen und wirklich über Jahre dieser alten Beziehung nachtrauern.
Und man sagt, ach, das war so schön, das werde ich nie wieder haben. Und so weiter. Wenn man dann sagt,
okay, dann versuchst du mal mit einer neuen Beziehung. Geh mal einen Schritt nach vorne. Nein, oh, ich hänge da noch total dran. Und so weiter.
Also man hat so dieses zerrissene, man hat so das Gefühl, man verrät die alte Beziehung, man verliert endgültig die alte Beziehung, wenn man sich auf etwas Neues einlässt.
Das Gleiche haben wir in den Unternehmen. Da gibt es mal alte Projekte, die ein bisschen überholt sind, die nicht mehr funktionieren. Ich habe gerade erzählt,
Fachhandel wird immer schwieriger, funktioniert zwar noch, aber wird immer schwieriger. Und dann hast du manchmal natürlich das Phänomen, wo Leute sagen,
ja, aber die sind ja da und wir lieben uns einander und das ist ganz schön und so und so. Ja, ja, aber da ist was Neues. Ja, oh nee, weiß ich auch nicht.
Und so. Also man ist so hin und her gerissen. Also man sitzt quasi mit einem Bein auf der einen Seite vom Zaun und mit dem anderen Bein
auf der anderen Seite vom Zaun und geht nicht einen Schritt voran. Kleiner Tipp an dieser Stelle, die menschliche Anatomie ist nicht dafür geeignet,
auf einem Zaun zu sitzen, mit einem Bein rechts, einem Bein links. Das tut weh. Nichtsdestotrotz tun es Menschen,
leidenschaftlich. Wir Menschen tun das und gucken immer in die eine Richtung und sagen, ich will es aber nicht verlieren.
Und gucken in die andere Richtung und sagen, ja, das wäre schon schön, aber ich will es nicht verlieren. Also wir sind so,
ich nenne sowas immer ein Split Mind. Wir wollen und wollen nicht. Wir wollen weitergehen und wollen nicht weitergehen. Und hierbei setzt natürlich
Coaching und Mentoring an, wenn ich es selber nicht für mich lösen kann und dass ein Coach, und das habe ich jetzt gerade wieder in den letzten Tagen
mit einem Jahresmentoring oder mit zwei Jahresmentorings haben, dass ich denen hintertreten muss. Du musst sagen,
okay, ich habe das jetzt verstanden. Du trauerst dem Alten hinterher. Jetzt gehen wir weiter. Man muss das ein guter Coach tun. Du musst auch als Coach
sehr ungemütlich sein, nicht umsonst. Da habe ich mich immer so inspirieren lassen. Ich bin ja sehr zen-geprägt, auch wenn ich Christ bin,
tief und durch Jesus. Ich bin getauft und so weiter und bis zum heutigen Tag in der evangelischen Kirche. Aber ich liebe Zen.
Zen-Buddhismus liebe ich in seiner Klarheit. Und im Zen muss man ja sagen, wir haben manchmal so die naive Vorstellung,
dass alte Zen-Meister so, wie soll ich sagen, so spirituell nette Menschen waren, die den ganzen Tag rumlaufen und Weisheiten von sich geben
und voller Liebe für die Menschen zurückhalten. Nein. Wer sich mit Zen beschäftigt und sich die alten Zen-Meister
von vor tausend Jahren in Japan anguckt, das waren brutale, rüpelige Leute. Die waren sehr ungnädig
mit ihren Schülern. Die hatten immer einen Bambusstab mit, nicht um sich darauf zu stützen, sondern um den Schüler,
wenn er zum Beispiel bei der Meditation einschläft, richtig einen auf den Rücken zu schlagen und die Aufgabe des Schülers war,
hochzuschrecken, zu feststellen, scheiße, ich bin eingepennt, ich war nicht wach
und sich beim Meister dafür zu bedanken. Das ist mein Sinnbild für mein Coaching. Ich sage immer so schön
zu meinen Mentees, stelle bitte nur Fragen, für die du auch bereit bist, die Antwort zu vertragen. Sonst frag lieber nicht.
So, und das ist meine Idee von Coaching, weil am Ende ist ein guter Coach jemand, der hingebungsvoll ist, der den anderen liebt,
der nichts mehr möchte als das Glück, aber eben auch weiß, dafür reicht es nicht aus, den ganzen Tag
ein Bälleband zu schmücken. Sondern da muss ich aber mal sagen, so, jetzt habe ich mir
das ganze Drama angeguckt, jetzt gehen wir mal bitte weiter. So, jetzt ist gut. Und ich glaube, sehr häufig fehlt es
bei Menschen, um jemanden, der einfach sich hinstellt und sagt, jetzt ist gut.
So, jetzt hast du genug getrauert, die alte Beziehung ist nicht mehr, jetzt melde dich mal bei Tinder an. Also, so, jetzt werden wir mal praktisch.
So, und ich glaube, das ist der wahre Wert von Coaching, von Führung in Unternehmen genauso. Potenzial in Menschen sehen,
das sie oft gar nicht selber sehen und zu sagen, ich bringe dich dahin, dieses Potenzial zur Erfüllung zu bringen.
Lass mich dein Wegbegleiter sein. Es ist deine Wahl, es ist deine freie Wahl. Aber wenn du mich wählst, werde ich dafür sorgen,
egal was dafür zu tun ist, dich dahin zu bringen. Das hat dann sehr, sehr viel auch mit Mindset zu tun. Da fällt mir ein,
ich glaube, das ist ein Gleichnis von Jesus, wo er gesagt hat, den Spreu vom Weizen trennen. Passend dazu eben,
dass man das, das Beste in mir dient, dem Besten in dir. Ohne Frage. Also der Punkt ist,
also ich glaube, dass ja dem Besten dieser Erde gedient ist, wenn wir nur eins tun, unsere Stärken zur vollen Blüte zu bringen. Ich weiß,
es gibt so Theorien auch in der Schule, man müsste Schwächen ausgleichen. Und ich glaube nicht an Schwächen ausgleichen, ich glaube an Stärken, Stärken.
Ich kenne ganz viele Unternehmer, sehr erfolgreiche Unternehmer, auch sehr reiche Menschen, die sehr reich geworden sind, mit dem Unternehmertum,
tolle Unternehmen aufgebaut haben. Und da kann ich wirklich sagen, die sind teilweise auf bestimmten Gebieten, haben die keine Ahnung. Und das stört die nicht.
Also es ist nicht so, dass sie jetzt rumrennen. Zum Beispiel, ich habe früher in der Schule immer Mathe, Physik, Chemie geliebt.
Den Rest konnte ich nicht. Also Englisch 5, Französisch 6, Spanisch, bin ich nach einem halben Jahr rausgegangen,
konnte ich überhaupt nicht. Ich kann das nicht. So, heute kriege ich es hin, weil ich internationale Geschäfte machen muss,
ein bisschen Englisch kriege ich dann schon hin. Aber, ich habe mich jetzt nie hingesetzt und gesagt, um Gottes willen, Boris,
du musst jetzt Französisch lernen. So viel Zeit habe ich in meinem Leben nicht, mich um so einen Quatsch zu kümmern. Alles, was ich tue,
ist das, was ich wirklich gut kann, auf der Bühne zu performen, Vorträge zu halten, Menschen zu coachen,
das zur Perfektion zu machen. Alles andere, ich habe bis zum Ende meiner Tage nicht Französisch können. Ist so.
Musik mit Leben, bring mich nicht um. Und wenn ich das brauche, ich finde schon jemanden, der Französisch spricht.
Es gibt ja genug Leute, die Stärke das ist, Sprachen zu sprechen. Und ich glaube, dass wir,
wenn wir auf unseren Weg kommen, und vielleicht ist das nochmal so eine Abrundung von unserem Gespräch hier, ist ja nur, sich zu erinnern,
wofür wir gekommen sind und was unsere Stärken sind. Wenn uns gelingt, das in diese Welt zu bringen, mutig,
nach vorne, dann werden wir unfassbar erfolgreich sein, weil ich glaube, Erfolg
und Wohlstand, um es deutlich zu sagen. Und das meine ich jetzt nicht nur monetär. Bedeutet vor allen Dingen eins, du lieferst für Menschen
in deiner Umgebung einen echten Nutzen. Und dieser echte Nutzen basiert auf deinen Stärken, weil dann kannst du sie natürlich geben,
du musst sie nicht anstrengen, alles ist gut, alles geht gut voran. Wenn du dich anstrengst und versuchst,
irgendeinen Mischmasch zu machen mit Schwächen und Stärken, das wird nichts. Das sind deine Stärken, bring sie gut in die Welt
und sei nützlich für die Menschheit. Und du kannst Erfolg nicht verhindern. Das ist ganz sicher, ganz, ganz sicher. Auch ob es glauben oder nicht,
aber das ist so. Dann noch eine Abschlussfrage, wenn die Zeit noch reicht. Ja, ja, klar. Coaching machst du jetzt
seit wie vielen Jahren? Um genauer zu sein. 20 Jahre oder so? Irgend so was. In diesen 20 Jahren.
In diesen 20 Jahren. In diesen 20 Jahren. Was ist eine Sache, die dich jedes Mal überrascht? Beziehungsweise,
was hast du von diesen 20 Jahren das Wichtigste gelernt an Coaching mit Menschen? Was du weitergeben möchtest? Also ich glaube,
wenn ich meine Zeit betrachte, habe ich früher viel zu viel Zeit verschwendet. Beginnen wir mal so mit meinen Coaches.
Mir all die Geschichten und Begründungen anzuhören, warum sie jetzt ganz besonders anders sind, warum bisher nie was funktioniert hat,
warum ihr Markt anders ist, warum ihre Kunden anders sind. Diesen ganzen Kram, der stimmt alles nicht, alles Quatsch.
Heute unterbreche ich schneller und sage, okay, okay, können wir den Part überspringen,
können wir bis zum Punkt kommen, worum es hier wirklich geht. Also ich bin heute Direktor und ich merke,
meine Coachings sind dadurch besser geworden, weil ich, und das ist vielleicht die Kernerkenntnis,
da muss man aber so ein Stück reinwachsen auch, ist, ich glaube, das größte Momentum
der Befreiung ist die Wahrheit. Früher, in meiner Anfangszeit, war ich sehr schüchtern
und habe immer gedacht, das sehe ich zwar jetzt, aber ich glaube, das formuliere ich mal anders oder nicht so direkt
oder das, ah, naja, trete ich die mir auf die Füße oder so.
Heute weiß ich, da, wo wir Menschen dankbar sind, ist, wenn wir ehrlich
die Wahrheit aussprechen. Und das ist eigentlich meine größte Erkenntnis, the truth will set you free, sagt Tony Robbins
immer so schön, but that's the beginning and will piss you off. Die Wahrheit wird dich befreien, aber am Anfang
wird es die scheiße. Ja, natürlich, das wollen wir nicht hören, aber es ist der größte Akt der Befreiung,
jemanden zu sagen, sorry, das ist Bullshit, das ist Quatsch, lass den Unsinn sein.
So, das kannst du jetzt netter formulieren, aber es bleibt die Wahrheit. Und ich glaube, meine größte
Learning, nennt man sowas, Neudeutsch, also meine größte Lernerfahrung ist, dass wir
den Mut und die Bereitschaft mitbringen sollten, für dieses Leben in der Wahrhaftigkeit
zu leben und die Wahrheit anzunehmen als einen Akt der Befreiung.
Ich weiß, dass es manchmal, also manchmal waren auch Leute dann sauer auf mich, dann dauert das so zwei,
drei Tage und dann kommen meistens immer, naja, eigentlich hast du ja schon recht gehabt, das war so,
also, es dauert seine Zeit, man muss Nerven dafür haben, aber wie gesagt, ich werde mehr und mehr
bereit, die Wahrheit zu sprechen, sie auszusprechen, sie Menschen auch zuzumuten, weil ich glaube,
alles andere kostet Zeit und das ist das, was wir definitiv auf diesem Planeten gerade nicht haben,
Zeit. Also wir müssen schnell vorankommen, wir müssen unsere Dinge gut voneinander bringen und dann wird auch alles gut
und dann wird es auch in den Leben der Leute gut. Aber was nicht gut ist und jetzt vielleicht nochmal so eine Brücke
in die Gegenwart, was ich eben beobachte, ist, wenn ich aus der Perspektive der Wahrheit
auf die Welt schaue, ergötzen wir uns zur Zeit mit unviel Bullshit, der einfach nicht stimmt, ne,
der einfach nicht stimmt, wo du denkst, Quatsch, das macht Menschen nicht glücklich. Ich gucke ja aber,
wie werden Menschen frei und glücklich. Mein großer Ansatz war immer die Freiheit, die Glücklichkeit,
der Wohlstand, die Erfüllung, das war mein großes Ziel. Und Menschen erzählen sich heute Geschichten,
wo man denkt, Alter, das führt ja nicht zum Glück. Wenn es zum Glück führt, bin ich dabei,
aber ich sehe keine Zukunft in dem Glück. Also von daher bin ich dabei, lass uns wieder zur Wahrhaftigkeit zurückkehren
und diese ganzen Filterbrüllen und komischen Gedöns, die wir da so gesellschaftlich aufbauen, wegnehmen
und wir werden alle ein Stück glücklicher werden, das ist ganz sicher. Schöne Worte für das Ende.
Lieber Boris Thomas, vielen, vielen Dank für deine Zeit. Wenn es Leute interessiert, was du machst,
Websites, sonst irgendwas, wo können sie hingehen? Also ich habe natürlich eine Internetseite,
die pflege ich allerdings auch nicht so dolle, weil die meisten Leute kommen mal direkt zu mir irgendwie,
also boristomas.de. E-Mail-Adresse ist info at boristomas.de, ganz simpel. Ich telefoniere nicht,
also das ist zwar meine Telefonnummer, auf der Seite darauf nicht anrufen, ich telefoniere niemals,
außer mit meiner Mama, die darf anrufen, die ist hier auch freigeschaltet, ansonsten mein Telefon
immer aus, bin so ein Nicht-Telefonierer, also gerne schriftlich und, oder WhatsApp geht auch,
bin ich auch noch bereit zu, aber bitte nicht mehr, also nicht irgendwie auf Insta anfunken oder so. Ansonsten
sehr gerne meinen Freitagsbrief abonnieren, da ist auch immer alle Infos drin
zum Thema Termine, neue Workshops, alle möglichen Dinge, unter Friday, also wie Freitag auf Englisch,
Friday.jetzt, kann man sich kostenlos eintragen, gibt es Freitags immer, kann man auch jederzeit wieder
entfolgen, wenn man möchte und da gibt es Freitags von mir immer komplett werbefrei einen kurzen,
das ist ein sehr kurzes Ding, immer so mit drei Links, die ich jede Woche extra raussuche
für diesen Newsletter, werde ich jetzt gleich heute Nachmittag auch wieder machen, weil der ist heute Morgen
ja raus für Freitag, für den nächsten Freitag werde ich den jetzt vorbereiten mit den drei Links und
da gibt es immer so drei inspirierende Links über Podcast, über irgendwie alle neuen
Möglichkeiten, alles mögliche an Büchern und so, was mir gerade so auffällt, von dem ich denke,
dass es Menschen hilft, ein glückliches Leben zu führen und das gibt es immer freitags, Friday.jetzt, anmelden,
Spaß haben, das sind so die Hauptdinge. Das klingt super, das werde ich alles verlinken in der Beschreibung
und auf den Socials, genau, und vielen, vielen Dank für deine Zeit, hat mich sehr gefreut.
Vielen Dank, Gabriel, war mir eine große Freude, ich bedanke mich bei dir, vielen Dank. auch meine
auch meine



