Podcast-Folge

Stoisch leben in einer chaotischen Welt – mit Constantino Mavridis

12. August 2025 · 01:14:52

Midst of Mind Podcast #19 mit Constantino Mavridis zu stoischem Leben und Resilienz in einer chaotischen Welt.

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Episode #19

In dieser Folge spreche ich mit Constantino Mavridis (Podcast „DER STOIKER IN DIR“) über eine der ältesten und zugleich zeitlos relevanten Lebensphilosophien: den Stoizismus.
Wir beleuchten, wie stoische Prinzipien helfen können, innere Ruhe zu bewahren, die eigene Resilienz zu stärken und ein authentisches, selbstbestimmtes Leben zu führen – gerade in einer Welt voller Ablenkungen und Unsicherheiten.
Themen dieser Episode:
- Emotionen verstehen und bewusst steuern
- Selbstbild, Selbstkritik und Selbstkontrolle im Alltag
- Resilienz entwickeln in herausfordernden Situationen
- Akzeptanz und Handlungsfähigkeit in Einklang bringen
- Authentizität als Grundlage für innere Stärke

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Hallo und herzlich willkommen zu einer weiteren Folge von Mitzloff Mind. Unser heutiger Gast ist Konstantin. Er ist der Host von dem Dein Slowiker in Dir Podcast, den ihr vielleicht kennt und gemeinsam reden wir über seine Insights, die er gelernt hat, über seine Erfolge, die er schon rausgebracht hat, was man daraus lernen kann über das slowische Mindset an sich und noch viele persönliche Geschichten, aus denen ich glaube man sehr sehr viel ziehen kann und ich wünsche euch viel Spaß bei der Folge. Genau, vergesst nicht zu liken, zu subscriben, dies, das, Support ist immer willkommen und danke für alles. In dem Sinne viel Spaß.

Also darf ich da auch direkt fragen, ich weiß nicht, ob du das schon erzählt hast beim letzten Mal, wo wir gesprochen haben, aber das war dann einfach so eine komplette Detox, so einfach mit dem Gedanken, mit sich selber sein und was kam dann auf? Genau, das war im Jahr 2020, wo ich einmal im Juli und einmal im November war das glaub, wo ich mich willentlich in so einer situativen Gefangenschaft gebracht habe. Was meine ich mit situativen Gefangenschaft? Ich habe mich jeweils eine Woche willentlich hier in meine Wohnung eingesperrt, nur ich und meine Gedanken, ich und meine Dämonen, kann man auch sagen, wirklich ohne jegliche Ablenkung, also weder Fernseher noch Musik im Hintergrund oder Bücher lesen oder Videocalls mit Familie, Freunde, also alles, was der Mensch so im Alltag manchmal macht, um sich abzulenken. Und warum habe ich das gemacht?

Weil an erster Stelle wollte ich herausfinden, also beobachten, was beschäftigt mich aktuell und was arbeitet gerade in mir drin und was für Emotionen und Gefühle kommen dabei raus und vielleicht noch wichtiger, wie nehme ich diese Gefühle und Emotionen wahr, also wie fühle ich mich dabei? Und ich muss sagen, ich war immer ein unruhiger Geist. Ich hatte immer verschiedene Baustellen parallel offen, ich hatte immer viele Projekte am Laufend, gleichzeitig manchmal sogar fünf Projekte parallel. Und irgendwann mal habe ich mir die Frage gestellt, warum tust du überhaupt so viel? Entspann dich mal ein bisschen, also warum tust du das?

Ist es wirklich, weil du ein zielstrebiger und ambitionierter, ehrgeiziger Mensch bist oder rennst du vor irgendwas weg? Und deswegen habe ich mir die Frage irgendwann mal gestellt und ich bin dann quasi in diese zwei Wochen in diese situative Gefangenschaft reingegangen. Und das waren zwei sehr transformative Wochen und es gab wirklich sehr, sehr viele Aha-Momente. Ich finde das immer interessant, wenn man sich selber beobachtet und dann bemerkt, wie sich die Textur von dieser inneren Stimme irgendwie anfühlt. Und sehr, sehr wenige haben daher das Gefühl, dass es eine nette Stimme ist und ich finde es immer sehr, sehr schwierig, sich mit sich selber anzufreunden oder was.

Ich glaube, damit haben viele Leute Schwierigkeiten und ich weiß, da war von dir ja mal eine Folge von wegen der ehrliche Dialoge mit sich selber. Die Session, die steht übrigens diesen Sonntag wieder an. Das ist ja so ein Ritual, was in dreimonatigen Rhythmus immer wieder kommt. Und du glaubst, das war dann so ein bisschen so eine Erfahrung, die du da gemacht hast? Diese gnadenlose oder diese gnadenlosen ehrliche Dialoge mit mir selber, die sind nicht in diesen zwei Wochen entstanden.

Das ist so ein Ritual. Das habe ich irgendwann mal 2016, 2017 nach meinem ersten Burnout in meinem Leben integriert. Und nichtsdestotrotz wusste ich auch, dass ich während diesen zwei Wochen auch wieder in diesem inneren, unverfälschten Dialog mit mir gehen wollte. Und ich kann mich noch gut erinnern, wie viele Ängste so aufkamen und auch ein bisschen Panik natürlich, was später zu einer Panikattacke oder Panikattacken wurden. Und jeder, der weiß eigentlich, wie so eine Panikattacke sich anfühlt, wie anstrengend das sein kann.

Und es war bemerkenswert, fast erschreckend, wie kritisch ich mit mir selber war. Einfach, weil bestimmte Emotionen aufkamen und weil jetzt auch Panik aufgekommen ist. Und mir ist aufgefallen, das ist der größte Aha-Moment, so wenig Empathie ich für mich empfinde, dementsprechend. Um ein bisschen konkreter zu werden. Ich kann mich noch erinnern, als mich die erste Anspannung gefühlt hat und die erste Panik kam, wo ich direkt dachte, also wo die Wut aufkam, so nach dem Motto, hey, hast du wieder, also haben wieder deine Gedanken und deine Emotionen die Kontrolle übernommen.

Guck mal, zu was das geführt hat. Wieder eine Panikattacke. Wann wirst du das endlich verstehen, dass du entspannt sein musst, dass du gelassen sein musst, dass du dich nicht stressen sollst, als ob das irgendwie auf Knopfdrück passiert. Und ich dachte, aha, guck mal, wie kritisch du mit dir selber bist und guck mal, wie du viele Emotionen als nicht gut labels oder als falsch labels. Und dann habe ich mir die Frage gestellt, wie oft passiert das denn in dem hektischen Alltag und ich nehme das überhaupt nicht wahr.

Und deswegen, das waren viele solche Momente und viele Erkenntnisse, die ich dementsprechend aus diesen zwei Wochen gewonnen habe. Also wie gesagt, zwei sehr transformative Wochen overall. Wie hast du das dann über die Zeit geschafft? Ich kann mir vorstellen, da kommt dann auch ein bisschen wie so Resistence von einem selber, dass man sagt, wenn ich jetzt fair mit mir umgehe, dann verzeihe ich mir vielleicht, dass ich mal dem Tag nicht so viel gebe oder das und das nicht mache, weil es okay sein kann. Und genau das ist der Punkt, Gabriel.

Es ist okay. Warum soll es denn nicht okay sein? Also wann wurde das zur Norm geworden? Weil ich finde, das hört man heutzutage immer wieder. Wann ist denn zur Norm geworden, dass bestimmte Emotionen oder Gefühle nicht okay sind?

Man hört so ein bisschen links und rechts, der ist sehr richtig anstrengend, sie ist richtig anstrengend, sie fühlt einfach zu viel. Und was heißt, ich fühle zu viel? Was heißt, ich bin zu viel? Was zu viel? Mensch, meine Emotionen, meine Gefühle, meine Wahrnehmung machen mich ja zu dem, was ich bin.

Zu einem Menschen. Die Tatsache, dass ich meine Emotionen identifizieren kann, benennen kann und dementsprechend verarbeiten kann. Weil eine Emotion an sich ist ja weder gut noch schlecht. Gut oder schlecht wird sie dann erst, wenn wir sie als gut oder schlecht labeln. Und ich finde, das ist auch ein gesellschaftliches Thema, dass viele Emotionen einfach als ganz, ganz böse dargestellt werden.

Ich denke mir das auch sehr oft. Ich muss mich da auch daran erinnern. Man kann sich aus einem Fühlen-Problem oder wenn man etwas fühlt, nicht rausdenken. Aber genauso auch aus einem Denk-Problem vielleicht auch nicht rausfühlen. Aber man kann versuchen, zumindest mal die Balance zu finden zwischen diesen beiden.

Und ich denke, ich falle da sehr oft in die Kategorie, dass man sich aus einem Fühlen-Problem rausdenken möchte. Wenn man doch das Gefühl hat, dann muss man das irgendwie einkategorisieren und irgendwie das und das dagegen tun. Und Hauptsache, das irgendwie runterreden. So war immer meine Devise. Aber ich glaube, das geht so lange, bis man dann irgendwann mit 40 aufwacht und sich denkt, was habe ich eigentlich gemacht.

Ja, meiner Meinung nach und das ist auch vielleicht eine umstrittene Meinung. Ich glaube, ein Mensch muss nicht sofort von allen Problemen oder unangenehmen Situationen super schnell raus. Manchmal müssen wir so lange in unangenehmen Situationen bleiben oder in Problemen drin bleiben, bis die zu einer Leere werden. Und das ist vielleicht auch mal eine harte Seite von meiner militärischen Zeit damals. Weil ich bin fest überzeugt und das ist jetzt vielleicht ein kosmischer Ansatz, aber ich glaube, dass das Universum oder das Gott oder jeder soll es nennen, wie er möchte, bringt uns gewisse Situationen oder Menschen in unserem Leben, damit wir etwas daraus lernen.

Und bis wir da was gelernt haben oder solange wir davon nichts lernen, werden die Situationen oder Personen immer wieder entsprechend in unserem Leben kommen. Ein klassisches Beispiel ist die unglückliche Frau zum Beispiel oder der unglückliche Mann, die sagen, warum bringt mir das Leben denn immer Ahnlöcher in meinem Leben? Warum kann ich keinen gescheiten Mann finden? Interessante Frage. Hast du dir vielleicht schon Gedanken gemacht, dass vielleicht das Leben dir immer wieder Situationen und Menschen bringen wird, bis da draußen eine Leere wird, bis du vielleicht verstehst, dass das Gras ist auch irgendwo anders grüner und vielleicht solltest du ein bisschen weg von diesem perfekten Ideal, dementsprechend dieses perfekte Bild und einfach die Standards ein bisschen runtersetzen, ein bisschen realistischer setzen und vielleicht versteht dieses große Ganze dann mal, aha, Message angekommen, also daher, bitteschön, as ordered.

Definitiv, da gibt es ja das Sprichwort, the obstacle becomes the way oder ist der Weg, besser gesagt. Das ist ein Spruch, den ich viel zu spät entdeckt habe und viel später verstanden habe. Ich könnte dafür E-Gitarre aus der Wand runterhängen. Als ich meine E-Gitarre vor ein paar Jahren gekauft habe, ich kann mich noch erinnern, das erste Mal, wo ich versucht habe, Gitarre zu spielen. Ich dachte, auf gar keinen Fall, das kann nicht der Weg sein, wie man zu einem Gitarristen wird.

Diese ganzen Seitenbendings, diese ganzen Major, Minor Noten, die Positionierungen, alles, also sehr, sehr, sehr, sehr schwer. Wenn ich aber jetzt, hier und jetzt, heute rückblicke und mir wirklich die Frage stelle, okay, was macht denn mein tägliches, meine tägliche Übung, Gitarrenübung, jetzt gerade, was besteht diese tägliche Übung? Dann sind es eigentlich all diese einzelnen Stolpersteine, Schwierigkeiten, Obstacles, die ich hatte, wo ich dachte, never, ever, ever, ist das der Weg, wie man zu einem Gitarristen wird? Ja, das ist auch immer das, was man sich, glaube ich, denkt, bei diesem Punkt. Man sieht das Ergebnis, aber nicht die vielen Wiederholungen, die man täglich machen muss, um an diesen Punkt von Erfolg zu kommen.

Man sieht nur das Ergebnis und nicht wirklich den Weg, aber der Weg ist genau das, was es eigentlich ausmacht. Der Weg ist dann auch das Ziel, mehr oder weniger, weil auf dem Weg siehst du dann die Fehler, die dich weiterbringen und ich bin auch bei dem Punkt, es gibt keine Fehler, es gibt nur Sachen, aus denen du lernen kannst und Sachen, aus denen du lernen möchtest. Da gebe ich dir recht, natürlich. Das habe ich in der Folge 15, glaube ich, in meinem Podcast auch thematisiert. Das war die Folge, glaube ich, du bist endlich angekommen und jetzt, Fragezeichen, wo ich quasi die Frage gestellt habe, ist das Ziel wirklich das Ziel oder ist alles, was vor der Erreichung dieser Ziellinie das Ziel?

Also was prägt uns wirklich im Leben? Ein gutes Beispiel da ist derjenige oder diejenige, die ihr ganzes Leben, sein ganzes Leben trainiert und zum Schluss an einem Fußballturnier teilzunehmen oder in einem Ballettwettbewerb und wirklich diese ganzen Übungen tut und das Training und, und, und, um zum Schluss an diesem Turnier teilzunehmen und sobald der Tag da ist, ganz am Schluss, ob man jetzt gewonnen hat oder ob man nicht gewonnen hat, wenn man sich da die Frage stellt, was hat dich denn geprägt, dieser Tag oder alles davor? Dann ist eigentlich die Antwort, alles davor. Glaubst du, es gibt da sowas wie einen Plan, also deine ganz persönliche Meinung? Einen Plan?

Ob es einen Plan gibt? Wenn, wieso schicksalmäßig? Ja, auf jeden Fall. Ich kann doch nicht sagen warum, aber ich bin fest überzeugt, dass es einen Plan gibt, natürlich. Weil ist denn das, ist denn das Leben nicht zu chaotisch und zu perfekt abgestimmt alles, dass es ein Zufall ist?

Das denke ich mir immer wieder und ich glaube, es gibt einen Plan und es ist kein Zufall und es gibt auch keine Zufälle, wenn du ganz gut überlegst. Also ich meine, wir hören öfters Geschichten von, ein Mensch fährt 20 Jahre lang von demselben Weg Richtung Arbeit, dementsprechend, okay. Und irgendwie entscheidet er sich jetzt, heute einen anderen Weg zu nehmen und wie es das Schicksal der Gott oder wer auch immer das wollte, ist eigentlich aus diesem Weg, den er normalerweise fahren würde, den er auch seit 20 Jahren fährt, ist da jetzt ein Unfall passiert. Also du willst mir doch nicht sagen, dass es ein Zufall ist, oder? Ich habe Schwierigkeiten, das zu glauben.

Also auf jeden Fall gibt es einen Plan und nochmal on top von mir die These, ich glaube, es gibt auch keine Zufälle. Ich bin tatsächlich auch eher in der Meinung. Aber ich kann das auch irgendwie so teilweise in meinem Kopf begründen, dass ich mir denke, Gene spielen eine Rolle, aber auch in dem Sinne, dass es quasi nicht predetermined ist, aber predisposed. Also dass du eine Disposition hast, dass du in diese Richtung gehst und mit den richtigen Faktoren, sagen wir auch dann Selbststeuerung und Umwelt, kann es dann genau zu dem kommen, was du eigentlich werden solltest. Und es gibt da vielleicht ganz am Anfang noch viele Möglichkeiten, aber je mehr Zeit voranschreitet, desto weniger Möglichkeiten gibt es.

Und dann wird das rauskommen, was wahrscheinlich auch hätte sein sollen, wenn man denn nach oben zählt und vielleicht auch die richtigen oder die optimalen Entscheidungen trifft. Interessant. So sehe ich das zumindest, weil auch bei diesem Punkt, jetzt habe ich nur vergessen, was davor das war. Ich musste da an das Zitat denken, was dich an anderen Menschen stört, kann dir sehr viel Aufschluss über dich selber geben. Jetzt mit dieser Partner-Wahl-Geschichte zum Beispiel.

Das ist ein Zitat von Carl Gustav Jung. Und dass das Unbewusste so lange projiziert wird, bis es bewusst ist. Und was der größte Punkt von Wachstum ist, wenn man wirklich sagt, die Welt zeigt sich mir nicht so, wie ich es gerne hätte, oder ich komme an jedes Problem. Genauso wie du meintest, das Universum gibt dir immer diese Situation vor, dass du endlich daraus wächst. Und erst dann kommt wie eine neue Etappe heraus, und allein schon das bringt mich auch bei diesem Punkt, wenn man das einmal glaubt oder bare Münze nimmt, oder sich einfach nur vorstellt, ob das wirklich so sein kann.

Es ergibt im Nachhinein so viel Sinn, und man kann damit so viel freier leben, als die Alternative. Ja, ich merke das auch bei mir. Die Art und Weise, wie wir die Welt da draußen wahrnehmen, die steht, finde ich persönlich, in absoluter Korrelation, wie wir unsere innere Welt wahrnehmen. Also wie wir uns auch innerlich fühlen. Und das merke ich auch bei mir.

Es gibt Phasen, wo ich wirklich 3, 4, 5, 6 Wochen lang mich sehr über meine historischen Haltungen freue. Wie gelassen ich durchs Leben gehe, und wie entspannt, wirklich. Und die Welt ist ein schöner Ort. Und alles schön, alles gut und alles schön. Und dann passiert irgendwas, oder es passieren viele kleinere Dinge über einen längeren Zeitraum.

Und es ist verrückt, wie dieser Blickwinkel sich dann switcht, wechselt. Und wie man die Welt einfach komplett anders wahrnimmt. Wie man die so grauer wahrnimmt. Das finde ich immer sehr crazy. Am besten sieht man das in Streitigkeiten, finde ich, mit Menschen.

Oder auch, wenn dich Emotionen überfallen. Das assoziiere ich immer mit dem Stoica von wegen, dass man wie so centered ist. Dass man ein Zentrum hat, oder eine Mitte. Und man bewegt sich immer vielleicht nur ganz leicht nach links, nach rechts, nach oben oder unten. Aber man ist immer in dieser Mitte eigentlich.

Aber sehr schnell kann sich das ändern, sobald Emotionen ins Spiel kommen. Und dann siehst du ja die Emotionen, die Welt durch die Emotionen. Und da kann man sich auch fragen, was ist dann der Standard, durch das du die Welt siehst? Ist das dann wirklich die Mitte? Oder sollte man versuchen, immer die Mitte zu sehen?

Ist vielleicht auch das, was du nicht weißt, eher das, was dich zu dem bringt, dass du mehr weißt? Das war jetzt sehr gespinnend, aber sowas denke ich mir dann sehr oft. Legitime Frage. What is the right way to see things? Ich glaube, hier gibt es auch nicht richtig oder falsch.

Ich glaube, jeder nimmt so die Weltwahl. Jeder hat ja so seine goldene Mitte gefunden. Und sieht die Welt ja durch seine eigene Brille. Ich glaube, die Frage kann man gar nicht so pauschal beantworten. Wenn du zum Beispiel einen Pessimisten fragst, jemanden, der sehr pessimistisch ist oder sehr negativ immer.

Hey, what is the right way to see things? Der wird ja höchstwahrscheinlich sagen, Hey, alles immer mit Vorsicht zu genießen. Am liebsten immer mit einem Auge offen schlafen, weil die Welt ist ein gefährlicher Ort und, und, und. Und dann kannst du natürlich einen sehr entspannten und optimistischen Menschen fragen. So, what is the right way to see things?

Und da wird er einfach nur sagen, hey, relax. Take it easy. Und von dem Blickpunkt, aus dem man es sieht. Wie kamst du denn zu dieser Frage? Wie kamst du denn zu diesem ganzen Stoica?

Zum generellen Thema? Philosophie nochmal. Ich weiß nicht, wie man es Philosophie nennt, aber zu dem stoischen Mindset, sage ich mal. Man kann es tatsächlich als Philosophie bezeichnen. Das ist hier eine andere Form der Philosophie.

Das sind einfach andere philosophischen Lehren, als die Philosophie als übergeordnet, sagen wir mal. Philosophie bezeichnet man auch als angewandter Ethik oder angewandter Philosophie dementsprechend. Und wie bin ich dazu gekommen? Um die Frage zu beantworten, muss ich jetzt mal einen kleinen Throwback machen. Als ich 2016 und 2017 meinen ersten Burnout hatte, da hat sich ein Begriff aus dem Nichts einfach ...

Es erschien ein Begriff aus dem Nichts in meinem Leben. Meditation. Der Begriff kam überall. Ich habe angefangen damals zu recherchieren. Was ist das denn überhaupt?

Wie kann man sowas praktizieren? Was gibt es da alles? Und was sind die Benefits überhaupt von der Meditation? Meditation hat in dieser Form von Zeichen oder was auch immer, ich weiß nicht wie ich das bezeichnen soll, was ich am meisten nötig hätte. Und genau dasselbe war dann mit Stoizismus.

Das war eine Lebensphase, die von sehr großer Unsicherheit geprägt war. Von großer Unzufriedenheit. Weil ich habe damals sehr stark mit meiner Impulsivität, mit meiner Reaktivität gekämpft. Mit so einer inneren Wut, die ich gespürt hatte. Und auch da kam dann dieser Begriff Stoizismus.

Und ich dachte, aha, interessant, vielleicht ist das ja auch nochmal so ein Zeichen wie damals. Have a look, recherchiere mal ein bisschen. Das tat ich auch tatsächlich. Und ich habe das Buch der täglichen Stoiker entdeckt. Das Buch von Ryan Holiday.

Ein sehr interessantes Buch, finde ich. Das ist ein Buch, das ich jedem empfehlen würde, der ganz smooth in den Stoizismus reinkommen möchte. Ich fand das Buch so faszinierend. So faszinierend damals. Weil es ist ja sehr einfach aufgebaut.

Und es war ja damals eine sehr busy Zeit in meinem Leben. Und das Buch war ja super, ich konnte wirklich jeden Tag nur eine Seite lesen. Weil das ist ja dementsprechend durchnummeriert von 1. Januar, 2. Januar, 3.

Januar bis 31. Dezember. Und ich fand das sehr, sehr interessant. Und es war wirklich so mein erster Touchpoint mit der Stoischen Philosophie oder mit Stoischen Lehren dementsprechend. Und seitdem habe ich natürlich meine Buch-Collection erweitert, wo die Hälfte von diesen Büchern hier hinten philosophische Bücher sind.

Okay. Ich kenne das Buch auch. Ich habe das Buch selber gelesen. Über ein Jahr verteilt tatsächlich. Das ist ja die Aufgabe mehr oder weniger des Buches.

Und was mir da im Kopf geblieben ist, das ist immer noch so. Wahrscheinlich, weil ich einfach im sozialen Beruf arbeite. Vor allem mit Kindern. Vielleicht haben wir, also das war ein Zitat, vielleicht haben wir zwei Ohren und einen Mund, damit wir eher zuhören als zu reden. Und da denke ich jeden Tag daran, tatsächlich, seitdem ich das Buch gelesen habe, weil es einfach zeigt, wie interessant doch der Gegenüber sein kann.

Und das Zuhören, das ist eine Kunst, finde ich. Denn man kann auch nur zuhören, um antworten zu wollen. Man kann zuhören, um einen Punkt beweisen zu wollen. Um Momente zu finden für die Position. Man kann zuhören für sich.

Aber was ich herausgefunden habe, diese Reflexion, über die das Zitat war, quasi das Beste in mir dient dem Besten in dir. Und wir besuchen ein Gespräch in Wahrheit. Was mir in den Kopf kommt, sage ich. Das war für mich die Essenz davon. Und was war für dich der Moment, wenn es einen gab, für dieses Buch?

Ich glaube, für mich war das die Geschichte von dem 16. Januar. Wo quasi uns Mussonius Rufus auffordert, Dinge nicht aus Gewohnheit zu tun. Also zu hinterfragen immer, warum tust du das eigentlich, was du tust. Und das Spiel war für mich eine sehr interessante Geschichte.

Darunter steht ja immer auch die moderne Geschichte von Ryan Holiday. Das heißt, oben ist ja immer so dieses Zitat von irgendeinem Stoiker oder Philosophen oder whatever. Und darunter ist immer die moderne Geschichte. Und Ryan Holiday schrieb dann darunter die Geschichte. Stell dir vor, du bist ein Manager und du fragst jetzt dein Team, warum tun wir das denn so?

Und die Antwort, die dementsprechend kommt, ist, weil wir das immer so gemacht haben. Heißt das denn nicht irgendwo, dass das Team aufgehört hat, weiterzudenken und mitzudenken dementsprechend? Und ich fand diese Geschichte so faszinierend und bei mir, für mich, habe ich da einen Satz mitgenommen. Der steht nicht so drin, den habe ich formuliert für mich. Und zwar, why do you do what you do?

Dieser Satz, der mich bis heute jeden Tag begleitet. Dieser Satz, why do you do what you do, war ein absoluter Game Changer. Bei mir hier drinnen hängen manchmal so random Post-its mit meinen Lieblingsmantras, nenne ich die jetzt mal, wo ich die dann immer so gedanklich mitnehme, bevor ich die Wohnung verlasse. Und dieses why do you do what you do hat mich so dermaßen dazu gebracht, um meine Prozesse, meine Handlungen zu hinterfragen. Und dann habe ich mir überlegt, bring das doch einfach auf dem nächsten Level und fang doch an auch zu hinterfragen, was fühlst du und warum fühlst du das, was du fühlst?

Und diese Frage, die hat wirklich so viele Antworten mit sich gebracht, war verrückt. Und fun fact, mein zweites Buch, was ich jetzt aktuell schreibe und 2026 erscheint, ist eigentlich inspiriert aus diesem Satz. Why do you do what you do? Mein Buch Question the axioms during your path of action. Kannst du da ein bisschen mehr erzählen?

Ich finde das richtig interessant, weil ich habe das noch nie so betrachtet. Das Einzige, was ich mal gefunden habe, ist, das ist jetzt ein sehr religiöser Approach, aber von wegen, dass es wie so fundamentale Sachen gibt, die hinter jedem warum nochmal mehr hinauskommen. Warum etwas machen, warum leben, warum das, das, das und dann bewegt man sich wie in so einem Wertekosmos-Bereich. Das war jetzt für mich dann das, was ich gefunden habe. Wo man dann auch an bestimmte existenzielle Probleme kommt und auch an Grundfragen.

Aber was war das Verrückteste, also was aufkam? Dieses ständige Hinterfragen der Gefühle, der Emotionen. Weil diese Fragen, die ich mir gestellt habe, haben auch richtig tiefe und ehrliche Antworten geliefert. Das Verrückteste war, dass ich eine Antwort gefunden habe, was diese Wut in mir war all diese Jahre und diese Trauer, die ich immer in mir mitgeschleppt habe. Eigentlich seitdem ich ein Kind war.

Und es hat sich herauskristallisiert nach mehreren gnadenlosen, ehrlichen Dialogen und nach sehr vielen ehrlichen Fragen und noch ehrlicheren Antworten, mal weggelöst vom Ego und was angenehm ist oder was unangenehm zu hören ist. Das hat wirklich mir die Antwort gegeben, woher diese Wut und diese Trauer immer kamen. Und es hat sich herauskristallisiert, dass es einfach durch diese fehlende Beziehung Vater-Sohn war. Weil ich quasi ohne einen Vater bin, weil ich bin ja ein Kind von geschiedenen Eltern. Und das war natürlich der größte Game Changer für mich, weil das hat auch ein bisschen dazu geführt, dass ich weitere Fragen gestellt habe, so nach dem Motto, wie gehe ich jetzt aber damit um?

Oder wie bist du bis jetzt damit umgegangen? Und was hat es dich denn überhaupt gebracht? Das war der erste Aspekt, was komplett aus meinem Leben gefehlt hat, aus meiner charakteristischen Eigenschaft gefehlt hat. Diese Selbst-Empathie, Empathie für mich selbst und Akzeptanz. Es sind gewisse Dinge passiert in der Vergangenheit und es ist ja okay.

Auch dass es Spuren hinterlassen hat, ist es okay. Gerade bei mir gibt es diese Wut oder diese Trauer. Und die einzige Frage, die jetzt zählt, ist, was mache ich jetzt draus? Und was für eine Bedeutung war dementsprechend? Und das kam tatsächlich aus diesen Fragen, why do you do what you do?

What do you feel? Oder why do you feel what you feel? Wie findet man dann den Ausgleich? Denn ich weiß, das kommt auch, glaube ich, ganz am Anfang, wenn ich mich richtig erinnere, im Buch Daily Stoic, dass es sehr krass an Nihilismus grenzen kann. Von wegen, nichts hat eine Bedeutung, wenn man doch alles hinterfragt.

Warum überhaupt irgendwas? Warum? Warum? Wie hast du es dann da geschafft, nicht hinzukommen? Gabriel, sorry, meine Verbindung ist, glaube ich, ein bisschen schlecht.

Könntest du die Frage nochmal bitte wiederholen? Wenn man immer hinterfragt alles, kommt man doch zwangsläufig an den Punkt, warum ist das alles hier nicht irgendwie sinnlos? Ich glaube, deswegen an dem Punkt kommt das auch beim Daily Stoic eben vor. Ganz am Anfang, glaube ich, war das, dass es an Nihilismus grenzen kann. Von wegen, wir sind doch nur, ich finde diese Metapher ganz passend, wir sind doch nur ein Punkt im Universum, auf einem Planeten, in einer Stadt und so weiter.

Was war dann dein Trick, da rauszukommen? Ich muss sagen, das habe ich persönlich gar nicht so wahrgenommen. Also ich verstehe, was du meinst, dass quasi dieses ständige Warum und Warum das und Warum das eine und das andere, das ist halt ein bisschen die Freude aus dem Leben wegnehmen kann. Ich habe das aber überhaupt nicht so empfunden für mich, die existenziellen Ängsten, die ich früher hatte, weil dieses ständige Hinterfragen hat mir immer so ein Gefühl von Sicherheit gegeben. Ein Gefühl von Sicherheit, da ich ja eigentlich meine Entscheidungen sorgfältiger getroffen hatte, dass es alles immer ein Stückchen besser überlegt war, bevor ich gehandelt habe und immer wusste, was vielleicht durch dieses Warum tust du das und was könnte dabei herauskommen, dass ich da immer einen erwarteten Output oder Outcome hätte.

Ich glaube, das hat mir ein bisschen das Gefühl von Sicherheit gegeben, weil auch ich in meinem Leben, wie auch viele andere Menschen, wurden mit vielen bösen Überraschungen konfrontiert. Ich glaube, dass es deswegen mir nichts ausgemacht hat, dieses ständige Hinterfragen. Es hat mir dieses kleine Gefühl von Sicherheit gegeben, obwohl ich eigentlich weiß, dass dieses Gefühl von Sicherheit eine pure Illusion ist. Aber ja, das hat meine Ängste ein bisschen gedient. Ich glaube, wo ich jetzt mir die Frage stelle, ist das viel eher, fragt man, damit man sich noch eine Frage stellen kann, oder fragt man, um eine Antwort zu finden?

Ich glaube, dass man genauso aussortieren kann, dass man aus diesem Loch herauskommt. Aber trotzdem stelle ich mir die Frage, was würdest du jemandem sagen, der vielleicht kein Warum hat? Wo kann man da anfangen? Also um quasi sein großes Why zu finden? Genau.

Schwierige Frage, natürlich. Es ist so, als ob ich jetzt eine Antwort suche zu den Fragen, wie finde ich mein Higher Purpose im Leben? Schwierige Frage. Ich kann nur von mir sprechen. Jetzt mit 34, immer noch hier mit allen Ups und Downs, ist Lebens Gott sei Dank überstanden und stolz auch irgendwo für all das, was ich erreicht habe und was aus mir geworden ist.

Nachdem ich verschiedene Extrempunkte in meinem Leben erleben durfte. Ich glaube, es ist wichtig im Leben zu wissen, was man möchte, also was man vom Leben möchte. Man hört ja den einen oder anderen, der sagt, weißt du, was du denn vom Leben willst? Und ich persönlich, wenn ich jemanden in meinem engen Freundeskreis habe, der mir ehrlich eine Antwort geben kann und sagt, ja, das will ich vom Leben. Ich weiß auch nicht, was ich will.

Aber ich glaube, genau das, die Tatsache, dass ich nicht weiß, was ich möchte, gibt mir ja eigentlich so viele Antworten, das ist ein bisschen reverse perspective, weil indem ich weiß, was ich nicht möchte, weiß ich auch, wo ich klare Grenzen setzen kann, wo meine Go-Zonen, meine To-Go-Zonen, wo meine No-Go-Zonen sind. Und das heißt, wenn ich jetzt ein bisschen die Mathematik, die Kalkulation da mache, quasi, was möchte ich nicht und schaue, was dann übrig bleibt, das ist ja auch irgendwo der Purpose oder mein Why. Ja, verstehe ich. Das ist ein super Punkt, um genau da anzufragen, wo man auch anfangen kann, immer. Was möchte man nicht und anstatt darauf zu achten, dass man vielleicht immer irgendwie richtig liegt, vielleicht weniger falsch liegen oder weniger oft falsch liegen?

Ja, ist vielleicht auch eine umstrittene Meinung. Das ist meine persönliche Meinung. Aber ich meine, wie viele Menschen kennst du, die wirklich wissen, was sie im Leben wollen? I don't know. Das ist eine schwierige Frage und ich finde, einfach zu identifizieren, was du nicht möchtest, ich finde es für mich einfach einfacher.

Ja, damit kann man was anfangen. Aber cool. Wie lange beschäftigst du dich jetzt damit? Wie viele Jahre jetzt? Mit Stoizismus overall oder Transformation?

Mit diesen philosophischen Themen, sag ich mal, mit dir selber? Mit den philosophischen Themen seit, ich glaube, eineinhalb Jahren. Mit mir selber seit 2016, 2017, also nach meinem ersten Burnout quasi. Also sind das jetzt ungefähr acht Jahre? Ja, acht, neun Jahre.

Obwohl, ich muss sagen, die ersten drei Jahre waren ein bisschen, will ich jetzt nicht sagen, weggeschmissene Jahre, aber ich, sagen wir mal, die ersten drei Jahre nach meinem Burnout waren sehr, sehr, sehr, also es waren Jahre, die mich sehr, sehr eingeschränkt haben, weil der Safe Space ist kleiner geworden durch die Ängste, die halt exponentiell aufgenommen haben, Panik, panische Störungen und, und, und, und, die damals ein bisschen aufgekommen sind und alles ist ja kleiner und kleiner und kleiner geworden, das heißt, drei Jahre lang die Stadt nicht verlassen, mein Zimmer nicht verlassen, das Haus nicht verlassen, ja, jeder, der das erlebt hat, weiß, wovon ich spreche natürlich, aber Fakt ist, nach diesen drei Jahren kam ein Punkt wirklich, wo ich gesagt habe, so, basta, hopp, hopp, aufstehen und jetzt legen wir los. Und seitdem gibt es wirklich keinen einzigen Tag, wo ich mich nicht in eine Situation willentlich reinbringe, wo meine Beine zittern, wirklich. Das ist meine Daily Mission, weil, also, wenn du jetzt einen Psychologen fragst, sagt er wahrscheinlich, hey, eigentlich partiell alles richtig gemacht, weil das ist ja nichts anderes als Exposure Therapy quasi, also, ich glaube auf Deutsch Expositionstherapie oder sowas und ja, seitdem habe ich halt geschaut, dass ich für mich so die beste Version werde von mir und ja, ich bin jetzt ein bisschen off topic gegangen natürlich, aber ich bin auf jeden Fall stolz und wirklich happy, jetzt hier zu sein als ein entspannter Mensch ohne medikamentösen Hilfen, ohne Psychotherapeuten und, und, und. Also, alles Hilfe zur Selbsthilfe. Also, da erstmal mein Respekt, ich glaube, das schaffen die wenigsten wirklich ohne konkrete Hilfe.

Dankeschön. Was konntest du aus diesen drei Jahren dann lernen? Gab es da eine gewisse Erkenntnis? Wenn du, also die Angst lügt dich an, wenn ich das jetzt in einem Zitat packen könnte, deine Angst lügt dich an. Fakt ist, wenn du deine Angst konfrontierst, dann verliert sie wirklich sehr, sehr, sehr, sehr schnell ihre Macht.

Vielleicht nicht komplett, aber um einiges. Die zweite größte Erkenntnis war, wie stark wir uns selber limitieren. Ich will jetzt hier nicht mit 0H15 Sprüchen anfangen wie es gibt keine Grenzen und sky is the limit und to the moon and beyond oder whatever, aber es ist erschreckend, was für Limits wir uns selber setzen und wie sehr diese Limits uns klein halten und unser Wachstum dementsprechend. Ich glaube, der Mensch hat so ein riesen Potenzial, aber dieses Potenzial kann der Mensch einfach nicht entfalten oder hat große Schwierigkeiten, dieses Potenzial zu entfalten, einfach weil unsere Gedankenwelt mit all diesen falschen eigenen Glaubenssätzen überflutet ist. Das ist erschreckend, wirklich.

Man hört mittlerweile Menschen, die wunderschön sind, innerlich schön, äußerlich wunderschön, die sich am Spiegel anschauen und sagen, ich bin hässlich. Es gibt Menschen, die eigentlich in Top Shape sind und die immer noch von morgens bis abends trainieren und sich quälen und die verfehlen komplett, das reale Bild wahrzunehmen. Ich finde, das ist wirklich ein großes, großes Thema und das ist ein Thema, das sowieso mit Social Media extrem zugenommen hat. Aber das waren wirklich die zwei größten Erkenntnisse, die Angst lügt dich an und diese Limits, die wir uns wirklich setzen. Ich will mich jetzt hier wirklich nicht als einen Menschen präsentieren, der hier alle seine Ängste, der jetzt von allen seinen Ängsten gelöst ist und Angst frei lebt.

Natürlich nicht, das ist überhaupt nicht der Fall. Ich habe Ängste, die ich bis heute immer noch mitschleppe. Ich habe Ängste, ich muss große Rituale bei mir innerlich, mental hier durchführen, bevor ich zum Beispiel irgendwo fliege oder wenn ich sehr, sehr weit fahren muss. Diese Phasen hinterlassen mir Spuren. Ich stelle mir oft die Frage, warum ich diese Überreste im Hier und Jetzt immer noch mitschleppe.

Ich habe ja schon größere Ängste überwunden, warum kann ich auch nicht die überwinden? Ich glaube, und das ist die Hypothese, dass ich einfach deswegen das mache, um mich immer wieder daran zu erinnern, wie stark ich sein kann und wie unvorhersehbar das Leben sein kann. So das Gegenteil von Selbstsabotage. So ein Kleidertipp, sich immer neu selber entwickeln zu können. Ja, kann man auch so verstehen.

Da würde ich sagen, das kann gut sein und vor allem, wenn das eine Einstellung ist, die einfach sehr viel bringt, dann sollte man sie nicht ändern. Denn ich habe da sehr oft das Zitat im Kopf genau da, wo du gerade darüber gesprochen hast. Bevor du Angst hast, ziehst du an und wohin du schaust, das verschwindet. Sehr schöner Spruch. Und bei mir läuft das dann immer so, wenn es irgendwie Angst gibt, ist das erstmal dieses körperliche Gefühl, diese Sensation von Anxiety und sowas.

Und dann kann man schon diesen ersten Konfrontationsmodus anhaben und sagen, okay, aber was genau soll denn passieren? Was genau? Und dann ist es wie etwas verschwindet. Exactly. Ja, kann ich natürlich nur bestätigen.

Also nochmal, ich will jetzt nicht über alle Ängste sprechen, die ich hatte, weil es würde wirklich den Rahmen sprengen. Und eigentlich mache ich das ja gerne, weil ich glaube, dass Menschen davon wirklich was mitnehmen können. Weil auch so wie ich damals nach ein bisschen Halt und Input gesucht habe, hier in anderen Podcasts oder YouTube-Videos oder whatever. Ich glaube schon, dass das auch der Mehrwert ist. Aber nochmal, ich kann wirklich bestätigen, dass wenn man diese Angst konfrontiert, dass die Angst wirklich seine Macht verliert.

Und wenn man das auch kontinuierlich immer wieder und immer wieder macht, ich bin fest überzeugt, dass die Angst dann irgendwann mal, ich will jetzt nicht sagen komplett verschwindet, weil ich glaube, so Ängste und Traumata und alles, das ist eine bittere Wahrheit, das weiß ich. Die verschwinden nie, die begleiten uns immer wieder, aber wir werden einfach nur besser damit umzugehen. Okay, das ist wie früher, wo man Hausaufgaben hatte. Man hat sich am Anfang sehr, sehr stark beschwert. Boah, sehr viele Hausaufgaben und wie mache ich das?

Aber irgendwann mal gehst du einfach besser damit um. Das heißt, die Umstände ändern sich nicht. Die Sichtweise, das Mindset, und ich hasse eigentlich das Wort Mindset, aber das Mindset ändert sich halt ein bisschen. Aber ja, es gibt auch zahlreiche Zitate von Künstlern, die über Ängste gesprochen haben, wie Jim Morrison von The Doors, der gesagt hat, ich kann das Zitat nur auf Englisch, expose yourself to your biggest fear, and after that your fear loses all its power or has little power oder irgendwie ähnlich. Oder Will Smith mit Danger is real, aber fear is...

Bist du der Meinung, dass es auch Ängste gibt, die... nicht okay zu haben, aber die notwendig sind? Das frage ich mich gerade. Auf jeden Fall. Also wenn wir uns die Emotion Angst anschauen, so ganz neutral betrachtet, das ist ja die älteste Emotion der Menschheit.

Ich meine, aus der Steinzeit sogar. Der Mensch war wahrscheinlich viel, viel kleiner als andere Tiere und Wesen etc., also irgendwie ist es ja auch ein instinktives Emotionsgefühl, was wir haben. Genau dasselbe wie... besser gesagt, überleg mal eine Welt ohne Ängste, Menschen ohne Ängste. Dann könntest du mir theoretisch jetzt sagen, hey Costa, mach mal einen Jump, spring mal kurz aus dem Fenster und ich würde das ja problemlos machen.

Klar, natürlich, es gibt bestimmte Emotionen, die wir haben, die einfach eine beschützende Funktion haben. In vielen Fällen ist jetzt Angst eine ganz normale, evolutionär verankerte Emotion, bis zu einem gewissen Punkt. So sehe ich das. Mir fällt auch gerade ein, das kommt aus der Bibelvorlesung von Ben. Er sagt, wenn man sich gerade Szenarien, also was ja Menschen machen können, dass sie sich Avatare ausdenken und dann Szenarien im Kopf abspielen.

Was könnte passieren, wenn? Das könnte ich ja tun. Und dass da eine Sache ist, wir denken, damit unsere Ideen sterben und nicht wir. Ich dachte da jetzt sofort an, die Angst vor einer Klippe zum Beispiel, das sollte man haben. Ich denke nicht, dass man nicht bis zu dem Punkt gehen kann, wo man nicht fällt.

Und da wird man auch sehen, da passiert, das ist ein bisschen befreiend, wenn man sich gerade diesen Dingen stellt und sagt, trotz der Angst gehe ich dahin. Das ist die ängstlichste Geschichte mit dem Drachen und dem Golddamm. Ja, definitiv, definitiv. Ich meine, ich habe ja eine Angst, die bis heute immer noch sehr, sehr präsent ist und zwar Klaustrophobie, also Angst vor geschlossenen Räumen. Und es gibt wirklich Tage, wo ich mit dem Aufzug runterfahre und es gibt halt andere Tage, wo ich nicht mit dem Aufzug runterfahre.

Also mit der Treppe. Ehrlich, sei ehrlich. Warum gehst du heute mit der Treppe? 26 Kalorien, ein bisschen fitter zu werden. Sei ehrlich.

Das ist immer dieses Ehrliche. Es ist bemerkenswert, wie schnell wir Ausreden finden, die uns da ganz schön darstellen. Eigentlich die ehrliche Antwort ist, heute bin ich aufgestanden und ich fühle mich ein bisschen schwach. Heute bin ich aufgestanden und meine Ängste fühlen sich halt größer als gestern. Es ist okay.

Schau einfach, dass es nicht zur Gewohnheit wird. Der Kosta jetzt natürlich von vor 6-7 Jahren, der Macher, würde sagen, nein, nein, nein, no days off. Jetzt im Aufzug und drunter. Auch ein bisschen Hardcore unchristliche Expositionstherapie, könnte man natürlich auch so sehen. Aber ich bin schon happy, dass ich diese Empathie für mich entdeckt habe.

Wo ich heutzutage immer noch sagen kann, es ist okay, geh mal so, geh mal so. Schau mal nicht, dass die Waage zu stark in eine Richtung geht. Es ist fine. Alles in Maß. Wenn ich mir jetzt eins von diesem Gespräch merken werde, I do what you do.

Sehr gut. Und jetzt kommt Kosta nochmal und fragt, aber warum? Weil das viele Antworten geben kann, die ich jetzt noch nicht weiß. Und das bringt Potenzial, um noch mehr zu wachsen. So würde ich sagen.

Das ist eine Informationsquelle. Und das kann nie schaden. Zumindest denke ich mir immer am Sonntag, nehme ich mir eine halbe Stunde Zeit und reflektiere über die vergangene Woche. Und ich denke mir jedes Mal am Ende von diesen 30 Minuten, ich habe die letzten sieben Tage echt nichts gewusst, aber jetzt bin ich ein bisschen schlauer. Sehr gut.

Das sind also diese Selbstreflektionsphasen, ob das jetzt in dieser Form ist oder Journaling jetzt zum Beispiel. Ich finde das ist wunderschön, wenn einer sich da Zeit nimmt und wirklich da ein bisschen zurückblickend schaut, was ist denn passiert? War ich ein guter Mensch eigentlich? So moralisch guter Mensch? Was ist gut gelaufen?

Was ist weniger gut gelaufen? Warum habe ich da so reagiert? Warum habe ich da ein bisschen impulsiver reagiert? Ich finde es immer super. Also Journaling war für mich wirklich nichts.

Ich habe das mal probiert, aber ich denke so schnell, dass ich es nicht aufschreiben kann. Und irgendwie ist es für mich angenehmer, in ein Gespräch mit mir selber zu kommen und nicht, dass ich die Gedanken zuerst sortieren und bündeln muss und dann aufschreibe. Weil dann hat es sofort so einen Filter weniger, finde ich. Und dann ist es nicht so roh. Also ich muss sagen, ich kenne Menschen, für die das Journaling wirklich ein absoluter Game Changer war.

Für mich persönlich, wie gesagt, ich habe hier ein elegantes Notizbuch. Das hat meine Freundin mir letztes Jahr geholt. Seitdem habe ich nur eine Seite geschrieben und nicht mehr. Aber ja, ich weiß nicht. Für mich nimmt es so ein bisschen die Magie weg.

Dieses ganze Schreiben und, wie gesagt, ganz analytisch nochmal zurückschauen. Was war da und, und, und. Ja, ich glaube, wenn ich jetzt auch ehrlich mit mir selber bin, ich bin ein bisschen faul auch, um das Ganze zu machen. I don't know. Nochmal zu diesem Angstthema.

Ich finde es immer interessant, wie jeder seine Art von Resilienz doch irgendwie persönlich findet. Jeder hat da irgendwie seine anderen Methoden. Was macht für dich resiliente Menschen aus? Ich finde Resilienz als Überbegriff oder emotionale Resilienz. Ich finde, das ist eine hammercharakteristische Eigenschaft.

Ich finde das eine hammer Eigenschaft, wirklich. Was macht resiliente Menschen aus für mich? Menschen, die trotz der Angst, die trotz aller Stimmen in ihrem Kopf und aller Selbstzweifel, die eigentlich schreien, das ist zu schwierig, das wird super schwer, du kannst das nicht, du bist nicht gut genug. Dass du trotz dieser Angst und all dieser Stimmen einfach weitermachst und weitergehst. Ich finde aber auch, dass ein resilienter Mensch sollte auch ein weiser Mensch sein und auch irgendwo ein cleverer Mensch.

Warum? Weil diese Resilienz und dieses ständig Pushen und Pushen und weiter Pushen, das ist ja schön, alles gut, aber irgendwo muss der Mensch verstehen, wo es jetzt zu viel wird und wann man aus dieser Welle aussteigen muss, ganz kurz. Warum spreche ich jetzt von Weisheit hier? Weil ich finde, diesen kurzen Ausstieg, der würde das nicht als Versagen sehen, auch nicht als Aufgeben, sondern für das, was es wirklich ist. Ein kurzer Break, mal Energie tanken, neue Ideen, frische Ideen tanken und irgendwann mal, sobald ich bereit bin, ein Jumping on the Wave, nochmal die Welle, reiten, sagen wir mal und dann geht es wieder weiter.

Weil ich finde, es gibt dieses Segment da draußen in der Online-Welt heutzutage mit diesen ganzen Hustlers und Doers und Grinders, get in the grind und push weiter und push weiter und push weiter. Ja, ich push weiter, kein Problem, aber irgendwo muss ich ja wissen, wo auch ein Stop kommen muss. Was bringt es, wenn ich weiter pushe, bis ich zu einem Burnout komme? Das ist dieses ganze Grind und Hustle-Segment, was ich da immer mit Vorsicht genieße, sagen wir mal. Deswegen ein resilienter Mensch, ein Mensch, der trotzdem durchgeht und weitermacht, aber irgendwo auch weiß, wo er aussteigen soll.

Ich habe mal den Tipp gehört, das war vor mehreren Jahren, das war noch zu Anfangszeiten von YouTube, da meinte mal einer, ich habe wirklich vergessen, wer das war. Wenn du sehr erfolgreiche Menschen anschaust, solltest du viel eher Mitleid haben mit denen, anstatt Neid. Weil sie etwas haben und sie einfach nicht diesen Stop-Knopf haben. Sie können einfach nicht aufhören. Bestimmt nicht alle, ein paar.

Und dass man da, wenn man sich jetzt z.B. Elon Musk vorstellt, der irgendwie ein Phänomen unserer Zeit ist, und gut, auch irgendwie kontrovers, aber was gibt es denn für einen echten Hustler, wenn man sich den vorstellt. Man kann nicht sagen, das möchte ich, aber den 90% seines Lebens möchte ich nicht, wo er gerade nur zu Hause hockt, wahrscheinlich keine sozialen Kontakte hat, 6 Stunden die Nacht schläft, 5 Stunden vielleicht, und das wäre man dann gern für. Warum würde man das denn tun? Das habe ich mal gehört.

Das denke ich mir auch ab und zu. Dass man doch irgendwo dann immer die Balance finden sollte. Und das, womit man am besten klarkommt. Balance ist Stichwort. Die goldene Mitte ist hier ein Stichwort, finde ich.

Die Frage, die ich mir stelle ist, kann man ab einem gewissen Punkt, wo diese Leidenschaft und dieses kleine Projekt von damals wirklich zu einem Gigantenprojekt ist, und wirklich zu einer profitablen Business quasi, wo jetzt die Business frei fliegen kann dementsprechend, und das solche Dimensionen genommen hat, kann man da wirklich dann einen Stopp machen? Ich weiß nicht. Ich glaube, das stimmt, dass an all diesen Overnight-Successes und diesen erfolgreichen CEOs viele sehen natürlich diese Show, die vor der Bühne passiert. Social Media ist ja voll von all diesen Sachen. Aber ich glaube, keiner stellt sich dann wirklich die Frage, was passiert, wenn ich da oben bin?

Also wenn ich das wirklich schaffe? Ich weiß nicht, aus meiner Sicht, wenn ich da oben bin, in diesen Top 1%, 2, 3, 5% oder keine Ahnung wie viele Prozent es sind, das ist nur eine Vermutung jetzt, aber bis ich da oben bin, bin ich ja maximal erschöpft, denke ich mal. Und es ist nicht so, dass ich dann da oben bin und ich lehne mich dann zurück und sage, okay, jetzt läuft das Ganze von alleine. Aber ich glaube, dass wenn wir da oben sind, erst dann geht es ja richtig ab. Erst dann geht es ja richtig los.

Das heißt, ich komme an mit Batterien auf knapp 0% Reserve quasi und dann bin ich an den Big Players. Dann muss ich ja nochmal 120, 200% wahrscheinlich geben. Das ist ja crazy, wenn du überlegst. Aber ich weiß nicht. Ich bin ja kein erfolgreiches CEO.

Es gibt ja bestimmt Story-CEOs, die sind jetzt groß. Ich glaube, Jeff Bezos zum Beispiel. Ich glaube, der ist nicht bekannt, dass er ständig an diesem Grind ist, wie gesagt. Aber ich glaube, bei den meisten ist es so. Ich glaube, da oben sind dann schon mal die Anforderungen komplett anders.

Ja, genau passend zu dem. Man sieht vielleicht den Erfolg an dem Tag X von 10 Jahren, die davor wirklich tagtäglich Arbeit bedeutet haben. Und man sieht nicht die einzigen Repetitions, die er jeden Tag machen musste, um da hinzukommen und was man dafür aufgibt. Also das sieht man auch jetzt in den ganz, ganz einfachen Sachen. Also Unreal zum Beispiel.

Also Unreal quasi. Ich habe ja letztens auf meinem Instagram 2 Reels gepostet. Das sind insgesamt 120 Sekunden. Und es gibt Menschen da draußen, die glauben wirklich, ich habe mich jetzt einfach hingesetzt und habe in einem Take dementsprechend alles aufgenommen. Und ich habe mich gar nicht vorbereitet.

Alles lief super smooth. Das ist ja irgendwo ein Trugschluss. Und wenn die Menschen wussten einfach, dass für diese 120 Sekunden ich 13, 14 Takes machen müsste. Das ist vielleicht das Wichtigste aufgrund der sprachlichen Barrieren. Weil keiner weiß ja, dass ich eigentlich auch kein deutscher Native Speaker bin.

Deswegen sind auch ein paar Sätze holprig. Aber ja, am Ende des Tages ist es ja ein Stück da draußen. Und keiner fragt sich wirklich so, was steckt denn dahinter? Wie viel Arbeit steckt dahinter? Also wirklich von den einfachsten Dingen bis ...

Genau. Und die haben dann vielleicht auch ein ganzes Team hinter sich, die dann ein bisschen Arbeit abnehmen können. Aber bis dahin, das ist viel Arbeit. Gar keine Frage. Natürlich gibt es ja ein Team dahinter.

Was sind wir denn, Gabriel? Wir sind ja Creators da draußen. Digital Creators oder wahrscheinlich Wannabe Creators da draußen. Aber ist jetzt mal egal. Und das heißt, jeder von uns hat ja seine acht, im besten Fall, wenn ich von mir sprechen darf, die acht Stunden in dem normalen beruflichen Alltag.

Und irgendwie versucht man dann, auch rauszuholen aus diesen 20% Energie, die noch übrig bleibt, irgendwie 120% rauszumachen. Ja. Und das bringt mich auch passend zu diesen ... Ich hätte noch zwei Zitate. Und dann, glaube ich, können wir das langsam zu Ende bringen.

Du hast es entschieden, also trag es auch. Da muss ich jetzt genau daran denken. Man hat sich dafür entschieden, das zu machen. Und man soll es auch durchziehen. Ja, also das kann man auch so sehen.

Soll ich mir Input zu dieser Folge geben? Oder war das die Frage? Sorry. Ich wollte eher, dass du elaborierst, was du damit meinst. Du hast entschieden, also trag es auch.

Das ist eine Folge aus meinem Buch. Das ist eine Folge aus meinem Podcast. Aus der ersten Staffel. Und die These, die ich da aufgreife, ist, du, ich, die Nathalie, die Nachbarin, oder wer auch immer, wir sind hier alle die Entscheidungsträger oder Trägerinnen in unserem Leben, unseres Lebens. Das heißt, wir treffen alle Entscheidungen.

Wir entscheiden über alles, was passiert. Alles, was wir sagen, wie wir reagieren. Und als Entscheidungsträger, wir sollen wirklich all den Lob und all die Credits annehmen für die schlauen Entscheidungen, die wir treffen. Alle, wirklich alle. Wir sollen die sogar zelebrieren.

Ich bin der Meinung, die Erfolge, für die weniger klugen Entscheidungen, da müssen wir Verantwortung übernehmen. Egal, was wir tun, egal, was wir entscheiden, egal, was wir machen, das sind alles unsere Entscheidungen. Und der Mensch hat es immer besonders einfach, in diese Opferrolle reinzukommen. Und immer daraus eine schöne, nette, kleine Geschichte zu kreieren, die er dann an erster Stelle an anderen Menschen oder nach außen besser gesagt, erzählt und an zweiter Stelle sich selber erzählt, damit er kein schlechtes Gewissen hat für seine schlechten Entscheidungen. Aber, ein Entscheidungsträger nimmt Verantwortung für seine schlechten Entscheidungen und die Credits für seine guten Entscheidungen.

Deswegen, das war auch ein bisschen so ein Aufruf, egal, was du tust, egal, was du machst, alles, was du entscheidest, beginnt mit dir und endet wieder bei dir. Also, versuch bitte nicht, die Schuld an irgendjemand anderes zu schieben, sondern sei da und übernimm selber die Verantwortung für deine eigenen Handlungen. Also, ich glaube, in einem Satz wäre das so ein bisschen own your actions. Ja, ich weiß nicht, ob du den Alex Hormozy kennst, das ist auch so ein etwas... Ah, kennst du.

Er sagt ja immer, da, wo der Zeigefinger hinzeigt, da liegt die Macht. Dass, sobald man auf etwas anderes zeigt, hat man selber gar nicht mehr die Möglichkeit, etwas zu ändern. Weil, wie denn auch? Ja, auf jeden Fall. Ich glaube, dieses Guilt, dieses Blaming overall, ich glaube, das ist einfach ein gesellschaftliches Thema, ein gesellschaftliches Issue da draußen.

Einfach, weil ich glaube, weil einfach viele Menschen Schwierigkeiten haben, mal ehrlich mit sich selber zu sein. Um irgendwo zu verstehen, dass nicht immer die anderen schuld sind, dass manchmal bin ich das Problem. Das müssen wir verstehen und wir müssen das akzeptieren und respektieren, so wie das ist. Und wenn es uns stört, dann müssen wir das ändern. Wenn es uns nicht stört, ist ja alles gut, alles fein.

Alles geht eigentlich im Einklang mit der Natur aller Dinge, wie die Stoiker sagen würden. Aber es ist halt schwierig, dementsprechend diese Ehrlichkeit ins Spiel zu bringen, weil damit ich überhaupt zu dieser Erkenntnis komme, dass ich manchmal das Problem bin, das erfordert ja von einem einen sehr hohen Maß an Ehrlichkeit, an gnadenloser Ehrlichkeit. Verstehst du? Und ich glaube, das ist heutzutage einfach zu viel verlangt. Viel zu viel sogar.

Und jetzt, damit assoziiere ich auch immer deinen Podcast. Bei diesem Zitat jetzt. Mein Selbstwert hängt an Applaus, den ich selbst nicht glaube. Möchtest du elaborieren? Genau.

Ich finde, das ist auf den Punkt gebracht. Auf den Punkt gebracht, weil ich mich da auch selber drin sehe. Soll ich noch wirklich mehr Input dazu geben? Nur, ob du erklären kannst, wie du darauf kamst und was genau du damit meinst. Ich versuche, die Story so kurz wie möglich zu halten.

Auch dafür machen wir ein kleines Throwback. Wie man es raushören könnte aus dieser Folge, ich bin ja ein Kind aus geschiedenen Eltern. Und das heißt, mein Leben war in vielen Momenten geprägt von Unsicherheit und Selbstzweifel. Einfach, weil mir persönlich dieses Vatermodell ein bisschen gefehlt hat. Oder so dachte ich zumindest.

Wo ich immer wieder mit meinen Fragen mich wenden konnte. Und einfach jemand, der einfach sagen konnte, hey, gut Job, gut gemacht. Ich bin stolz auf dich. Meine Mom hat das immer getan. So wie jede Mom ihr Kind.

Ich kann mich da nicht beschweren. Meine Mom ist wirklich mein Alles. Aber ich habe mir das auch ein bisschen vom Vatermodell gewünscht. Da es aber nicht da war, habe ich mir öfters die Frage gestellt, machen das jetzt Männer so? Oder machen das Männer anders?

Ist es richtig oder ist es nicht richtig? Mom sagt zwar, ja, ist richtig. Oder bei anderen Fällen, ich kann ja Mom jetzt nicht fragen. Ich schäme mich ein bisschen, weil es vielleicht ein Männertopic ist. Ich hatte immer sehr viele Situationen, die von diesem Selbstzweifel geprägt sind.

Von dieser Unsicherheit. Und irgendwann mal später diese Selbstzweifel. Bin ich ein guter Freund, bin ich ein guter Partner? Das war der eine Punkt, wo Selbstzweifel gekommen sind. Der andere Punkt, wo dieser Perfektionismus kam, war, da ich das von einem Vater erwartet habe.

Hey, gut Job, hast du gut gemacht. Und weil das von dem Vater nicht kam, dachte ich immer, dass diese Lust auf meinen Schultern fällt. Deswegen habe ich auch geschaut, dass ich mich stolz mache. Und habe auch immer geschaut, dass ich overperform. Und dieses overperforming, da hat sich ein Perfektionismus eingeschlichen.

Das heißt, es gab von einer Seite Menschen, die applaudiert haben, weil als ein guter Performer lieferst du auch sehr gut. Und von der anderen Seite war ich, wo ich diesen Applaus nicht glauben könnte. Ich dachte jetzt, meine eigene Maßstäbe setze ich gerade da, wo andere für mich applaudieren. Und das haben die Menschen gemacht. Und ich von der anderen Seite, ich kann das nicht glauben.

Ich denke, die sind nett. Die tun es einfach so, die haben Mitleid. Aber es ändert nicht die Tatsache, dass sie da sind. Und jetzt kannst du dir ein bisschen vorstellen, was für eine komische, skurrile, mentale Situation das ist. Und wie kommst du jetzt da raus?

Und das sind Sachen, wo ich bis heute immer noch damit kämpfe. Ich verarbeite diese Dinge bis heute immer noch. Und ich schaue, dass ich all diese Sachen manage. Dass ich meine goldene Mitte da finde. Und ich bin da wirklich endlos dankbar, dass meine Familie mich da sehr unterstützt.

Dass meine Freundin mich da sehr unterstützt. Dass mein Team mich da enorm unterstützt. Das ist ein wahres Blessing. Ich weiß nicht, wie das gelaufen wäre, wie ich das gemanagt hätte, besser gesagt, wenn ich diese Phase allein durchgehen müsste. Ich weiß, one way or another, ich würde das schaffen.

Aber ich weiß nicht. Vielleicht wäre das ja viel, viel schwieriger. Und das Gute an der ganzen Sache ist, dass ich mittlerweile sehr gut gelernt habe, wie ich meinen Perfektionismus im Griff kriege. Weil Perfektionismus, das kann sehr, sehr gefährlich werden. Wirklich.

Ich habe hier meine Freundin, die mich immer wieder erinnert. Und sagt, Schatz, 80-20. Wenn 80% passt, 20% ist okay, wir verfeinern das. Könnte man auch sagen, 80-20 Pareto ist auch okay. Aber das ist immer noch eine sehr komische Situation, wie sehr ich mich da auch limitiere.

Und selber mein Wachstum hindere. Durch diese Veränderung. Und das ist immer noch eine sehr komische Situation, wie sehr ich mich da auch limitiere. Durch dieses Perfekte. Es muss perfekt sein, es muss schön sein.

Aber dieses Perfekte gibt es halt nicht. Das muss man auch sagen, so wie das ist. Was heißt denn Perfekt? Und es ist mir alles bewusst. Es gibt nicht Perfekt.

Und Perfekt bist du, wenn du nicht perfekt bist. Und das verstehe ich alles. Aber gut, wir arbeiten hier dran. Und das ist jetzt ein bisschen die Mission für die nächsten Jahre. Oder bis ich da irgendwie die wahre goldene Mitte finde.

Aber ja, das war bei dieser Folge drin. Schönes Fazit. Es ist immer nicht so unterhaltsam, wenn man ein Feld von Support hat. Man kann es nicht unterschätzen. Dankbarkeit muss man lernen.

Absolut. Da bin ich wirklich sehr dankbar. Und ich bin auch wirklich super happy gerade, dass ich endlich nach all diesen Ups und Downs, was das Universum oder nochmal das Gott oder wie auch immer, so für mich bestimmt hatte, dass ich immer noch jetzt hier sitze und Gott sei Dank endlich ein entspannter Mensch wirklich bis da, wo es geht. Für meine Verhältnisse. Und endlich in einem Zustand, wo ich sagen kann, ich habe wirklich meinen inneren Frieden gefunden.

Und das war etwas, wovon ich vor sechs, sieben Jahren nur träumen könnte. Und jetzt ist es hier. Und wenn es jemand geschafft hat, bis hierher zuzuhören, was würdest du derjenigen Person mitgeben auf dem Weg? Was soll er von dieser Folge mitnehmen? Lass nicht die Kakophonie von Menschen, die wirklich nichts Bedeutsames in ihrem Leben erreicht haben, nichts Sinnvolles in ihrem Leben erreicht haben, deine eigenen Träume ins Sterben bringen.

Deine Angst lügt dich an. Das kann ich dir garantieren. Widme dich der Philosophie, wenn du ein bisschen Zeit hast. Ist erstmal egal, ob stoische Philosophie oder Philosophie als Überbegriff. Die Philosophie wird dir immer wie ein guter Freund für dich sein.

An turbulenten Zeiten, an Zeiten von Unsicherheit, an Zeiten, wo du nicht weißt, wie es weitergeht. Das kann ich dir wirklich nur empfehlen. Und zum Schluss, glaub nicht immer alles, was dein Kopf dir erzählt. Das ist sehr, sehr, sehr wichtig. Perfekt.

Schönes Fazit. Was steht für dich denn noch an? Der Podcast geht weiter, nehme ich an. Und dann mehr Reels? Reels weiß ich nicht.

Podcast geht natürlich weiter. Es läuft ja super gerade. Knapp 1000 Follower seit Februar. Und jetzt knapp 30.000 Streams. Das ist ja crazy mittlerweile.

Ich hätte das nie geglaubt. Aber auf jeden Fall, mein Podcast ist im Fokus gerade. Mein zweites Buch, was 2026 erscheinen soll. Question the axioms steering your path of action. A path chosen rather than enforced.

Hat auch sehr viel mit der Kunst der Hinterfragung zu tun. Um einfach gnadenlos ehrlich mit dir selber zu sein. Um ehrliche Fragen zu stellen. Um Antworten zu bekommen. Das alles in Kombination mit Empathie.

Mit Verständnis und Akzeptanz. Ansonsten schaue ich gerade, dass ich mein Podcast und die Podcast-Folgen audiovisuell auch in einer ähnlichen Form auf YouTube übertrage. Aktuell weiß ich das noch nicht, aber das steht an. Und natürlich weiterhin an meinem Selbstzweifel und meinem Selbstverständnis zu arbeiten. Und that's about it.

Kriegen wir auch hin. In dem Sinne, danke, dass du da warst. Danke, dass ich da sein durfte. Ciao, ciao.

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