Podcast-Folge
Resilienz, Stress und das Nervensystem mit Sebastian Purps-Pardigol
Episode #38
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Lieber Sebastian, willkommen bei unserem Podcast. Was glaubst du, verstehen die meisten Leute falsch von Resilienz? Oh, ich glaube, die meisten Menschen glauben, dass Resilienz etwas ist, was im Kopf stattfindet. Das ist ein Teil von Resilienz. Aber ganz oft wird unter Resilienz verstanden, wie gut bin ich in der Lage, mental mit Stress umzugehen.
Das ist so ein großes Verständnis von Resilienz. Und das ist auch richtig, das ist auch ein Teil von Resilienz. Und zugleich, es gibt einen anderen Teil von Resilienz. Und das ist so die Ebene des Nervensystems und die Ebene des Körpers. Und die kommt in den letzten Jahren immer mehr dazu und in den Fokus.
Okay, das heißt, weil ich kenne das jetzt auch, dass Menschen eher Resilienz unter Stress verstehen. Wie kann man gut mit Stress klarkommen? Und was ist da jetzt die Sache? Du meinst ja eben, der Körper kam damit. Du hast ja auch ein Buch dazu geschrieben.
Ja, also du hast recht. Also wenn du sagst, Resilienz ist die Fähigkeit, mit Stress umzugehen. Ja, genau, das stimmt. In der Vergangenheit war es oftmals so, dass man dachte, okay, und die Art und Weise, wie man damit umgeht, ist eine reine mentale Art. Also ich brauche bestimmte mentale Methoden, bestimmte Tricks, mit Stress anders umzugehen und dann geht es mir besser.
Und das stimmt bis zu einem gewissen Maß auch. Und zugleich, wir sind ja mehr als unser Geist. Wir sind halt auch noch unser Körper. Und das sehen wir in den letzten Jahren, dass Menschen immer früher krank werden. Es gibt von der WHO so eine schöne Studie, die zeigt, unser Lifespan, also wie alt wir werden, der wächst ständig.
Aber unser Healthspan, der sinkt, der schrumpft. Also wir werden immer früher krank. Und die Frage, wie bleiben wir lang gesund, das ist etwas, was viele Menschen immer mehr beschäftigen. Ich sehe das in meiner Arbeit, weil ich seit über 15 Jahren mit unglaublich vielen Menschen pro Jahr arbeite. Also entweder gehe ich in ein Unternehmen und arbeite dort mit den Führungskräften oder die Menschen kommen zu mir in meinen Trainings.
Und was ich erlebe seit einigen Jahren ist, dass viele Menschen immer früher krank werden. Und deswegen habe ich mich aufgemacht, mehr damit zu beschäftigen, was kann man denn noch tun, um langfristig gesund zu bleiben. Das heißt, nicht nur körperlich krank werden, sondern auch mental dann höchstwahrscheinlich. Ja, und das ist das Interessante, Gabriel, dass dieses ganze Thema Mental Health immer bedeutsamer wird. Also in vielen Unternehmen wird das hoch priorisiert, dass die Menschen mental gesund bleiben.
Und das Interessante ist, dass die mentale Gesundheit unglaublich viel mit der körperlichen Gesundheit zu tun hat. Denn wenn bestimmte körperliche Prozesse aus der Balance geraten, kann das letztlich einen Einfluss haben, wie unser Gehirn funktioniert und wie wir uns dann letztlich fühlen, wie viel Zugriff wir auf unsere mentalen Ressourcen haben. Oder ob wir vielleicht schnell erschöpft sind, ob wir sowas wie Brain Fog haben. Manche Menschen haben Angststörung, Depression. Ganz so oft sind körperliche Gründe die, die darunter liegen.
Und was ich oft erlebe, ist, dass diese beiden Dinge immer noch getrennt werden. Das Mental Health, das wird hoch priorisiert. Damit beschäftigt man sich viel. Und dieser Aspekt von körperlicher Gesundheit, der wird oftmals vergessen, auch in Unternehmen. Und da bin ich in den letzten Jahren dabei, dass mit vielen Unternehmen, mit denen ich zusammenarbeite, dass das immer wieder bewusst zu machen, dass Mental Health gar nicht so viel damit zu tun hat, dass Menschen vielleicht auf irgendeine Art und Weise mental nicht so stark sind.
Sondern das hat ganz oft damit zu tun, dass der Körper aus der Balance gerät. Und man sieht es bei manchen Menschen, die kriegen dann Herzinfarkt. Manche Menschen kriegen hohen Blutdruck. Manche Menschen kriegen eine Autoimmunerkrankung. Und manche Menschen, bei denen drückt sich das über Mental Health aus.
Aber darunter liegen, das ist ganz oft der Körper. Das wird oftmals vergessen. Das klingt sehr nach Psychosomatik dann in die Richtung, oder? Nee, Psychosomatik ist nochmal was anderes. Bei Psychosomatik ist es ganz, ganz oft, dass die Psyche einen Einfluss auf den Körper haben kann.
Ach so. Das heißt, und das Interessante ist, das geht in alle Richtungen. Du kannst das Ganze gar nicht trennen. Also wir haben auf der einen Seite, haben wir Menschen mit, sagen wir mal, mit starken psychischen Belastungen. Und das psychische Belastung, das kann aber auch sowas sein wie einfach unglaublich viel Stress.
Das kann sowas sein wie ein Konflikt in der Familie. Das kann sowas sein wie unglaublich viel Arbeit. Das sind alles Dinge, die die Menschen auf einer psychischen Ebene belasten können. Und das wiederum wirkt sich auf den Körper aus. Also wenn du unglaublich viel Stress erlebst, dann sorgt das dafür, dass dein Gehirn beispielsweise die sogenannte Hypophysen, Hypothalamus, Nebennierenachse aktiviert.
Und die sorgt am Ende dafür, dass dein Körper eine Menge Cortisol ausschüttet. Das ist ein Stresshormon. Also deine Psyche sorgt dafür, dass dein Körper ein Stresshormon ausschüttet. Und wenn du zu viel dieses Stresshormons ausschüttest, dann kann das auf der anderen Seite aber wiederum dein Gehirn beschädigen. Also es kann die Struktur in deinem Gehirn verändern.
Und das wiederum hat wieder einen Einfluss. Also es ist ein Kreislauf. Es ist nicht das eine beeinflusst das andere oder das andere das eine, sondern es ist alles miteinander verbunden. Und das versuche ich immer mehr Unternehmen und Menschen, die mit mir arbeiten, ihnen zu vermitteln. Es macht keinen Sinn, nur auf der psychischen Ebene zu arbeiten.
Oder es macht keinen Sinn, jetzt nur auf der körperlichen Ebene zu arbeiten. Sondern diese beiden Ebenen gehören zusammen. Und es gibt sogar noch etwas, was das beides miteinander verbindet. Also ich sage immer, es sind drei Ebenen. Wir haben einmal den Geist, dann haben wir das Gehirn und das Nervensystem und dann haben wir den Körper.
Und wir können mit dem Geist, mit dem Gehirn und dem Nervensystem und mit dem Körper, das sind drei verschiedene Ebenen, die sich gegenseitig beeinflussen. Und man kann ganz gezielt auf diese drei Ebenen auch einwirken. Also es gibt Dinge, die kannst du körperlich machen. Es gibt Dinge, die kannst du mit deinem Gehirn und deinem Nervensystem machen. Es gibt Dinge, die kannst du mit deinem Geist machen, um diese jeweiligen Ebenen zu stabilisieren.
Und da sie miteinander verbunden sind. Also nehmen wir ein Beispiel. Du kannst auf einer rein geistigen Ebene kannst du mit bestimmten Meditationsformen arbeiten. Und diese Meditationsmethoden, wenn du sie regelmäßig anwendest, verändern die Struktur deines Gehirns nachweislich. Man sieht, dass bestimmte neuronale Netzwerke sich komplett umbauen innerhalb weniger Wochen.
Und das wiederum kann einen Einfluss haben, wie dein Körper agiert. Es kann zum Beispiel sein, dass dein Gehirn sich auf eine Art und Weise verändert, sodass es weniger Cortisol ausschüttet am Ende des Tages. Und weniger Cortisol bedeutet, weniger Belastung für den Körper. Und das meine ich damit. Das sind die drei Ebenen.
Du kannst auf jeder quasi Einfluss nehmen und kannst die anderen damit positiv unterstützen. Und so wie ich es verstanden habe, dein Fokus war in den letzten Jahren dann genau, dass man versucht, mit dem Körper zu arbeiten, um das Ziel zu haben, den Geist und die anderen zwei Ebenen damit dann ein bisschen umzupolen oder ein bisschen damit zu spielen. Also ich habe vier Bücher veröffentlicht. Das vorletzte Buch heißt Leben mit Hirn. Und Leben mit Hirn ist ein Buch, da geht es hauptsächlich um die Arbeit mit dem Geist und auch die Arbeit ein bisschen mit dem Nervensystem.
Und das neueste Buch, die drei Säulen der Gesundheit, da geht es um die Arbeit mit dem Nervensystem und um die Arbeit mit dem Körper. Das heißt, mit diesen beiden Büchern sind im Grunde genommen alle drei Ebenen abgedeckt. Das ist das, was ich quasi in meinen Büchern vermittle und in den Trainings. Wenn die Menschen zu mir kommen, gehen wir dann in die Tiefe, sodass sie ganz konkrete Methoden an die Hand bekommen für unglaublich viel zusätzliches Wissen, um auf diesen drei Ebenen arbeiten zu können. Cool, das ist ein ganz neuer Ansatz, vor allem, der dann diese drei Ebenen eben ganz schön verbindet, weil sonst kennt man das ja eher nur als getrennte Sachen.
Und ich habe das jetzt gar nicht so oft gehört, dass Leute das dann wirklich gestaffelt in einem System sehen. Was hat dich dann da am meisten überrascht, was du herausgefunden hast? Oh, es gibt viele Sachen, Gabriel. Also ich habe das letzte Buch zusammen mit Dr. Stefan Bordfeld geschrieben. Das ist ein ganz wunderbarer Arzt hier aus Hannover und Gründungsmitglied der Europäischen Gesellschaft für funktionelle Medizin.
Und funktionelle Medizin, das sind klassisch ausgebildete Ärzte, die sich in einem bestimmten Bereich weiterentwickeln, nämlich die sogenannte funktionelle Medizin. Und da landen ganz oft Menschen, die bei klassischen Ärzten irgendwie keine Antworten oder keine Lösung für ihre Probleme gefunden haben. Und mit Stefan kann man wunderbar über den Tellerrand hinausschauen. Und wir haben ja unglaublich viel in diesem Buch, was wir recherchiert haben. Eine der interessantesten Sachen, die wir herausgefunden haben, ist eine ganz bestimmte Atemtechnik.
Also du musst dir das so vorstellen. Es gibt in unserem Körper einen ganz bestimmten Rhythmus, wie sich, man nennt das die sogenannten Meyerwellen. Und diese Meyerwellen sind im Grunde genommen kleine Veränderungen deines Blutdrucks. Jeder von uns hat das. Also du kannst davon ausgehen, dass ungefähr alle zehn Sekunden verändert sich dein Blutdruck kurz.
Also es ist wie so eine, deswegen Wellen, das ist so ein wellenförmiges Auf und Ab. Ist jetzt nicht wahnsinnig stark, aber so ganz leicht. Und wenn man anfängt, in einem Atemrhythmus zu atmen, der quasi die gleiche Frequenz hat wie diese Meyerwellen, also quasi ungefähr mit einem Atemzyklus von zehn Sekunden. Das heißt, das Einatmen und das Ausatmen sind so bei zehn Sekunden. Dann bist du ja quasi in Resonanz mit diesen Blutdruckschwankungen.
Und dann passiert was ganz Außergewöhnliches in deinem Körper. Es entsteht ein sogenanntes Resonanzeffekt, der dazu führt, dass die Art und Weise, wie dein Gehirn durchblutet wird, sich unmittelbar verändert, schon nach wenigen Minuten. Und das Spannende ist, das weiß man seit Jahrtausenden. Es gibt eine ganz alte Atemtechnik in Tibet, wo man ein ganz bestimmtes Mantra singt. Und wenn man das singt, ist das immer so ungefähr zehn Sekunden lang, dieses Mantra.
Also ich kann jetzt den ganzen Text nicht, aber es ist zehn Sekunden lang, wenn du es quasi singst. Und dann ist folgendes geschehen. Irgendwann kamen die Araber nach Tibet, haben das gesehen und haben quasi dieses Mantra mitgenommen in die arabischen Länder, haben es inhaltlich verändert. Also es waren jetzt nicht mehr diese tibetischen Mantrengesänge, es war ein anderer Inhalt. Aber der Rhythmus war der gleiche.
Und dann kamen irgendwann die Kreuzritter und haben das quasi aus den arabischen Ländern nach Europa gebracht. Und heutzutage, wenn man so Rosenkranzgebräte rezitiert, hat man auch so einen Atemrhythmus von zehn Sekunden. Und es gibt tatsächlich einen italienischen Wissenschaftler, der das genau untersucht hat. Der hat, also das ist das Spannende, weil er natürlich als Katholik und Rosenkranzgebet, also er kannte die aus seiner Kindheit. Und der hat eine Studie durchgeführt.
Also erstmal hat er herausgefunden, diese Verbindung von Tibet, Arabischländer und Rosenkranzgebete. Und dann hat er folgendes gemacht. Er hat eine Gruppe von Menschen genommen, die hat er dieses Mantra singen lassen. Dann hat er eine zweite Gruppe. Diese zweite Gruppe hat diese Rosenkranzgebete gesprochen.
Dann hat er eine dritte Gruppe genommen. Und diese dritte Gruppe hat nichts anderes gemacht, als einfach nur zu atmen in einem Atemzyklus von zehn Sekunden. Und wenn er diese Menschen untersuchte, konnte er bei allen drei Gruppen die gleichen Veränderungen feststellen. Also er konnte bei allen sehen, dass nach einigen Minuten, wenn man das tat, sich plötzlich die Durchblutung des Gehirns veränderte. Man kann auch feststellen, dass die Frequenzen im Gehirn sich auf eine gewisse Art und Weise verändern.
Also deine entspannten Alpha-Wellen steigen und deine Stressfrequenzen im Gehirn sinken. Und das war total spannend zu sehen, wie quasi sowas halb um die Welt gereist ist. Und heutzutage musst du nichts anderes machen, als dir quasi einen Timer nehmen. Also ich nehme meist so eine App auf meinem Handy, so eine Atem-App. Gebe da dann quasi zehn Sekunden ein, nehme das Ding in die Hand, mache den Ton aus, mache das Bild aus.
Und ich nutze nur quasi die Vibration meines Handys alle fünf Sekunden, um mein Atem von Einatmen zum Ausatmen zu verändern. So, und das ist schon mal unglaublich spannend gewesen, was, also erstmal diese Geschichte, wie das um die Welt gereist ist. Und das Zweite, was es für signifikante Veränderungen in dir stattfinden lassen kann. Und man hat langfristige Untersuchungen gemacht und man konnte sehen, dass, wenn Menschen für 20 Minuten pro Tag diese zehn Sekunden Atmung machen, kann man nach acht bis zehn Wochen signifikante Veränderungen in der Struktur des Gehirns feststellen.
Das sind Veränderungen, die dazu führen, dass du mehr in der Lage bist, deine Emotionen und Impulse zu kontrollieren. Also Menschen mit Angststörung oder mit Depressionen haben nach zwei Monaten, wenn sie diese Atmung regelmäßig durchgeführt haben, signifikante Verbesserung ihrer Symptomatik erleben können. Wow. Ja, das war für uns eine der spannendsten, also wir haben weitere Atemtechniken noch in dem Buch erklärt,
aber das ist so eine, die ich einfach, das ist so ein super einfaches Takeaway. Wirklich nur, also zwischen zehn und elf Sekunden. Guck, was für dich passt. Also es kann 10,5, es kann zehn, es kann auch elf sein. Es gibt sogar eine ganz persönliche Atemfrequenz, die kann man messen.
Da sind die Effekte noch stärker, aber dafür müsste man, das erklären wir auch in unserem Buch, da müsste man aber zu jemandem gehen, der diese Messung machen kann. Also das geht jetzt leider nicht von zu Hause aus, aber dann sind die Auswirkungen auf das Gehirn noch mal deutlich stärker. Aber wenn du sagst, hey, ich will das im Moment nicht investieren, jetzt irgendwo hinzugehen und Geld auszugeben, das durchmessen zu lassen, das ist eine der besten Techniken, die du anwenden kannst,
um zu mehr emotionaler Gelassenheit zu kommen, um mehr in den Zustand zu kommen, wo du deine Impulse kontrollieren kannst und dein Gehirn auf eine positive Art und Weise umstrukturieren zu lassen. 5 Sekunden einatmen, 5 Sekunden ausatmen, 20 Minuten pro Tag und mach das mal 8 Wochen. Also das ist so. Und das ist eine, ich hatte ja über Geist, Gehirn, Nervensystem und Körper gesprochen.
Was hier passiert ist, es ist eine unmittelbare Beeinflussung des Gehirns und des Nervensystems, weil das Gehirn verändert sich in der Struktur. Das Nervensystem, während du diese Atmung anwendest, das Nervensystem fährt runter. Also wir haben quasi ein sogenanntes sympathisches und parasympathisches Nervensystem, sind beide Teile unseres autonomen Nervensystems.
Und das Sympathische, das pusht uns immer und das Parasympathische, das beruhigt uns. Und diese 10 Sekunden Atmung sorgt dafür, dass das beruhigende Nervensystem aktiviert wird. Das heißt, unmittelbar, wenn du 20 Minuten lang diese Atmung gemacht hast, fährt dein Körper runter. Und dann passieren langfristig noch andere Sachen auf der körperlichen Ebene. Diese Art von Atmung sorgt dafür, dass in deinem Körper entzündungshemmende Bodenstoffe ausgeschüttet werden.
Das ist total irre. Also durch eine reine Atemtechnik kannst du anti-entzündliche Bodenstoffe ausschütten, die Entzündungsprozesse in deinem Körper runter regulieren. Und das ist es, Gabriel. Das sind so diese Interventionen, von denen ich sprach.
Du kannst unglaublich viel Einfluss nehmen auf quasi alle drei Bereiche, wenn du ganz gezielt in einem Bereich etwas veränderst. Und Atmung ist für mich eine der wichtigsten Methoden, die wir alle heutzutage lernen sollten. Die uns helfen, unser so hoch reguliertes Nervensystem ein bisschen wieder zur Ruhe zu bekommen. In einer Zeit, wo wir ständig auf irgendwelche Bildschirme schauen und die ganze Zeit on sind.
Und die Welt so unsicher ist, wie sie gerade ist. Genau das wäre jetzt meine Frage gewesen. Nämlich, was dir aufgefallen ist. Denn vorhin meintest du ja, Menschen werden schneller und früher krank. Dieser Healthspang geht runter.
Was ist dir da aufgefallen? Und jetzt hast du schon angeschnitten hier, die heutige Zeit ist eine andere. Ja. Ja. Du, äh, ja.
Also was ist dir aufgefallen in diesen zwei Hinsichten? Was meinst du, also wo das herkommt? Oder, oder? Vielleicht eher, was für Auswirkungen das macht? Und vor allem, was fällt dir einfach auf in deiner Praxis, wo du gesehen hast, Menschen werden früher krank?
Ach so, was ich sehe ist, äh, na, ich, Beispiel, ich habe Leute, ähm, die sind doppelt so oft, haben die Erkältung, als es, als es früher der Fall war. Ich sehe Menschen, ähm, die, die darüber klagen, dass sie plötzlich acht Wochen eine Erkältung mit rumtragen. Ich sehe Menschen in einem Alter, ich denke jetzt ganz konkret an eine, ähm, das war die, äh, Assistentin einer Personalchefin, die hat über anderthalb Jahre, hatte, und die war Mitte, Ende 20, hat die ständig schlimmste Entzündung, ähm, gehabt. Der, der mussten sie quasi dann irgendwann die, die, ähm, Lymphknoten entfernen und so, also nicht die, also die Mandeln. Und, ähm, das, sowas sehe ich viel, viel öfter als früher.
Das, ähm, war früher nicht so. Und was ich auch merke, wenn ich anfange in meinen Trainings ab und zu über gesundheitliche Themen zu sprechen, sehe ich, dass nahezu bei der Hälfte der Teilnehmenden plötzlich die Ohren ganz groß werden, ähm, und ganz viele Nachfragen kommen, weil einfach jeder hat irgendwas, ob es Verdauungsstörungen oder Schlafstörungen oder Stimmungsschwankungen, oder, äh, man ist zu früh erschöpft, äh, äh, im Laufe des Tages, ähm, man kann nicht mehr so konzentriert, so lange so leistungsfähig abgehen. Und, ähm, arbeiten, wie man gerne, äh, wollen würde. Ähm, viele Menschen haben irgendwas davon und sagen, das kann doch so nicht sein. Das ist doch, das ist doch nicht die Art und Weise, wie das Leben gedacht ist, dass man quasi mit, ständig mit solchen Symptomen durch die Welt rennt.
Ja. Und das ist, das, das ist das, was ich, was ich beobachte. Äh, und das war auch einer der, der Impulse, warum ich angefangen habe, mich in, in dieses, dieses Thema reinzuknien und zusammen mit, mit Stefan Bordfeld dieses Buch zu schreiben. Mhm, mhm, mhm. Und jetzt die zweite Frage ist dann, was macht diese heutige Zeit so aus?
Was macht sie so schwierig? Naja, ähm, ich glaube, eine der wesentlichsten, also im Grunde genommen sind zwei Sachen. Wir haben natürlich, da muss man ja nur mal nach außen schauen, wir sind, was die Außenwelt angeht, sind wir schon in einer der herausforderndsten Zeiten. Wir haben, auf der einen Seite sehen wir, was geopolitisch passiert, wo diese, diese ganze Sicherheit, die wir früher aus den USA quasi gefühlt hatten als Europäer, die bricht weg. Ähm, wir sehen, ähm, wir sehen, ähm, dass, dass, wenn du dir anschaust, ich, also während wir sprechen, ist Kier Starmer noch Premierminister von, von, von, von Großbritannien.
Man weiß aber nicht mehr, wie lang. Und wenn du überlegst, wie oft die quasi ihren Premierminister schon ausgetauscht haben. Ähm, wir sehen, ähm, diese immer größer werdende Unzufriedenheit mit der, mit den etablierten Parteien in Deutschland, die dazu führen, dass, ähm, viele Menschen wahrscheinlich aus Protest, die die AfD wählen, weil sie sagen, irgendwie SPD, CDU, alle kriegen's nicht hin. Ähm, wir haben, und das ist es quasi nur, quasi die Unsicherheit in der Außenwelt. Ähm, dann haben wir eine, eine wirtschaftliche Situation, die immer herausfordernder wird in Deutschland im Moment für viele Menschen.
Und dann haben wir etwas, was tatsächlich unser Gehirn zerlegt. Das ist dieses, ständig vor irgendwelchen Bildschirmen zu sitzen. Also ständig ein Handy, ein iPad oder, oder ein anderer Bildschirm und es kommen Nachrichten, es kommen WhatsApp, es kommen irgendwelche, oder ich gucke mir YouTube Shorts an oder so. Und das verändert etwas in unserem Gehirn. Diese ständigen Impulse, die auf uns einströmen, sorgen jeweils dazu, dafür, dass in unserem Gehirn Dopamin ausgeschüttet wird.
Und Dopamin ist eigentlich ein Neurotransmitter, der, der sollte selten ausgeschüttet werden. Wenn du, Gabriel, du machst dich auf und sagst, Mensch, ich will heute mal den Garten umgraben. Oder ich will heute mal meine, meine, meine Wohnung umbauen. Oder ich habe irgendein anderes Projekt. Ne, dann hast du, wenn du dich so auf den Weg machst, schüttet dein Hirn so ein bisschen Dopamin aus.
Das hilft dir, in Bewegung zu kommen. Und wenn du dann dein jeweiliges Ziel erreicht hast, wird noch mehr davon ausgeschüttet. Glückshormone, alles ist in Ordnung. Also die eigentliche Idee von Dopamin ist, das ist ein Belohnungsbotenstoff, den wir ausschütten, wenn wir etwas in unserem Leben wirklich bewegen.
Heutzutage ist es so, du nimmst dein Handy und kannst bei YouTube Shorts wischen und hast irgendwie alle 20 Sekunden so einen Dopaminkick. Oder bei den Jugendlichen, bei TikTok. Und diese unglaublich hohe Menge von Dopamin, die dort ausgeschüttet wird, dafür ist unser Gehirn nicht gemacht.
Was passiert ist Folgendes. Diese hohe Menge von Dopamin verändert bestimmte Strukturen in unserem Gehirn. Unter anderem verändert es eine Struktur, die dafür verantwortlich ist, quasi Impulse runterzuregulieren, der sogenannte präfrontale Kortex. Und es gibt einen anderen Teil in unserem Gehirn, der Gefahrenriecher,
die sogenannte Amygdala, und die wird immer sensibler. Und wenn der Gefahrenriecher immer sensibler wird und der Teil, der diesen Gefahrenriecher runterregulieren könnte, aber immer schwächer wird, dann ist dein Gehirn in so einem Grundzustand,
wo alles irgendwie wie so eine leichte Gefahr wahrgenommen wird. Und diese Übererregungen, dem unser Gehirn ist, sorgt dafür, da erinnerst dich, Hypophysen, Hypothalamus neben ihren Achseln. Was passiert ist, wir schütten mehr Cortisol aus.
Das heißt, wir haben grundsätzlich mehr Stresshormone im System. Und das wiederum verändert die Struktur unseres Gehirns und macht es quasi noch anfälliger. Also runtergebrochen bedeutet das, dieses ganze Social Media,
diese ganze WhatsApp, YouTube Shorts, always on TikTok-Konsum, schwächt die Struktur unseres Gehirns, macht uns sensitiver. Und jetzt nicht sensitiver im Sinne von,
ach, man fühlt mehr, sondern sensitiver von, man ist irgendwie anfälliger für Stress. Und infolgedessen schwächt es unseren Körper. Und das ist der große Unterschied,
wenn du schaust, wie Menschen heutzutage mit ihrem Gehirn umgehen und wie sie vor 10 oder 15 oder 20 Jahren damit umgegangen sind. Und ist es dann auch so, dass je länger diese Entwicklung gleich bleibt,
desto schlimmer wird es auch? Ich weiß nicht, ob es, also ich kenne keine Langzeitstudien. Ich glaube, es gibt auch keine Langzeitstudien, die jetzt angucken,
was passiert jetzt nach zwei oder fünf oder sieben Jahren. Aber grundsätzlich hast du ein geschwächtes System, du hast ein labiles, geschwächtes System. Und je nachdem, wie dieser Mensch gebaut ist, also je nachdem, wie deine Gene sind,
was für eine genetische Disposition hast, gibt es halt Menschen, die können da vielleicht einigermaßen gut noch mit umgehen, die sind einfach nur gestresster. Und dann gibt es aber Menschen,
bei denen entsteht dann tatsächlich so ein Teufelskreis und die werden immer, ich meine, wir sehen es in den USA, wir haben in den USA eine massive Krise von Mental Health bei Jugendlichen.
Und es gibt inzwischen mehrere Studien, die zeigen, es gibt einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen dem Konsum von Social Media und Mental Health Issues.
Also, dass dann Zusammenhang besteht, der ist unbestritten. Ich habe dir gerade die Neurobiologie dahinter erklärt, wie das funktioniert. Wir haben quasi die großen Studien aus den USA,
die zeigen, das ist ein Thema. Ich weiß nicht, ob es schlimmer wird, aber ich finde es schlimm genug, dass es überhaupt da ist. Also, wir wissen, was passiert.
Und wir wissen, ne? Und, also, wie gesagt, es gibt jetzt, es gibt aus meiner Kenntnis, es gibt keine Studie, die zeigt ein Jahr Social Media,
drei Jahre oder fünf Jahre Social Media. Es geht, das Problem, Gabriel, ist, ich sage so gerne, Social Media ist das neue Rauchen. Der Unterschied ist,
es fällt dir nicht so auf. Weißt du, wenn dir jemand eine Zigarette anmacht, du siehst, der macht sich eine Zigarette an, der tut seinem Körper nichts Gutes und dann weißt du,
der erhöht sein Risiko, in fünf, zehn, zwanzig Jahren daran zu erkranken. Bei Social Media siehst du gar nicht, dass da jemand gerade süchtig ist. Du siehst es einfach nur,
wenn jemand die ganze Zeit auf sein Handy starrt. Und das Schlimme ist, der Schaden entsteht viel, viel schneller. Du musst da gar nicht Jahre warten, sondern das kann dich innerhalb von,
also je nachdem, wie viel Social Media du pro Tag konsumierst, das kann dich in Wochen oder Monaten, kann dich das schon massiv schwächen. Wow.
Ja. Das ist also, das ist unglaublich, wenn man sich denkt, dass doch so ein Gerät, wirklich so einen Einfluss unmittelbar
auf den Körper haben kann und dann einfach das System einfach komplett zerrütteln kann. Ja, das ist, ja. Aber das ist doch,
Gabriel, das ist so, als hat dein Auto irgendwie plötzlich einen Softwarefehler, dann fährt das ganze Auto auch nicht mehr. Ja.
Da hilft dir, da hilft dir, da hilft dir, das coolste Auto mit dem besten Felgen, dem besten Motor,
alles nichts, wenn die Software nicht mehr funktioniert. Ein bisschen so ist das bei uns auch. Und bei uns ist es so, dass die Software halt ganz schnell
die Hardware kaputt macht. Und was ist dann deine Meinung zum, weil ich habe das gesehen, vor ein paar Jahren war das, glaube ich,
ungefähr nach Corona kam das irgendwann. Ja. Dopamin, Fasten, war das, ich glaube,
das war ein Trend, oder? Ja. Ja, das kam vorher schon. Ich hatte das das allererste Mal,
oh Gott, ich weiß gar nicht, wann das war, aber dieses, Dopamin, Fasten ist ein Begriff,
es gibt, glaube ich, ähnliche, aber im Grunde genommen geht es immer um das Gleiche, dieses,
leg dein blödes Handy weg. So. Und ich empfehle immer, es gibt so ganz viele Dinge, die du machen kannst.
Also, erstens, ich würde, habe ich selbst gemacht, viele Apps einfach vom Handy runterlöschen.
Also, ich habe so Facebook, LinkedIn, sowas, gibt es gar nicht mehr auf meinem Handy.
sich am besten, also, am allerbesten, lösch einfach Accounts. Also,
Twitter habe ich gelöscht, schon lange. Dann gucken, welche Sachen müssen wirklich auf dem Handy sein. Bitte alles löschen,
was nicht wirklich, wirklich, wirklich, wirklich sein muss. Und,
bei den anderen Sachen am besten nur online und sich dann aber auch wirklich manuell immer wieder ausloggen, sodass, wenn man auf die Seite draufhüllt, dass man sich einloggen muss.
Und am besten das Passwort auch nicht im Passwort Manager, speichern. Zweitens, auf dem Handy die allererste Seite. Wenn du es aufmachst,
leer. Nur ein Bild. Sodass du im Grunde genommen die Apps, die dich so wegziehen können, auf keinen Fall auf der ersten Seite.
Am besten packst du die alle in einen Ordner. Also, die, die so ein bisschen Suchtpotenzial haben, packst du in einen Ordner,
schiebst den Ordner nach ganz hinten. Auf deinem Handy, dass du wirklich ein paar Mal wischen musst, um da hinzukommen. Drittens,
die Benachrichtigungen abschalten. Also, wenn ich irgendwie eine WhatsApp, Nachricht bekomme oder so, dass es nicht bing macht,
oder dass es mir auch nicht irgendwie angezeigt wird, sondern ich muss ganz bewusst zu dem Ordner gehen, mache ihn auf, mache WhatsApp auf und gucke dann rein.
Also, ich habe es bei mir so tatsächlich, WhatsApp, iMessage, all diese Sachen,
nichts davon wird mir angezeigt. Es gibt nur eine einzige App, die mir das anzeigt. Das ist Signal. Warum?
Weil da kommuniziere ich wirklich nur mit Menschen, wenn die mir schreiben, ist es wichtig, dass ich es zeitnah lese. Die Mutter von meinem Sohn beispielsweise,
wenn sie mir schreibt, sehe ich das über Signal, dann poppt das auf. Aber bei allen anderen Apps habe ich das deaktiviert.
Auf dem Computer ganz bewusst Messaging-Apps, auch E-Mail ausmachen. Warum ist das allererste, was du morgens machen musst,
E-Mails zu lesen? Das Beste, was du morgens machen kannst, wenn du an deinen Computer gehst, ist erstmal etwas,
wo du wirklich, wo du wirklich so Zugriff hast auf deine höheren kognitiven Fähigkeiten. Vielleicht einen wichtigen Text verfassen, vielleicht eine PowerPoint erarbeiten,
vielleicht am besten gar nicht an den Computer eröffnen für die ersten paar Stunden des Tages. Aber das, also vom Ressourcenmanagement
ist das Blödeste, was du machen kannst, E-Mails zu lesen. Warum? Da musst du nicht besonders schlau für sein,
aber die ersten Stunden des Tages sind meistens die, wo du einfach viel Zugriff hast auf deine höheren kognitiven Fähigkeiten. Also in dieser Zeit
würde ich eher das machen, was mich fordert und nicht stumpf Nachrichten beantworten. Nachrichten beantworten stresst dich im Zweifel,
weil da auch blöde Nachrichten dabei sind. Das würde ich eher versuchen, auf einen späteren Vormittag zu schieben. Ich verstehe. Das ergibt ein sehr stimmiges Bild davon,
dass dann genau diese Kaskaden gleich am Morgen dann losgehen können, und dann ist man schon in diesem Alarmzustand. Genau.
Aha. Und wie lange hast du das jetzt bei dir, also ich sage jetzt mal dumm, gefastet? Wie lange hast du das umgestellt?
Oh, ich habe das das allererste Mal umgestellt vor vielen Jahren. Da habe ich ein Buch gelesen. Wie hieß das?
Ich glaube, das hieß Make Time. Und das ist ein Buch von einem ehemaligen Google und einem ehemaligen YouTube-Mitarbeitenden. und die haben das so wunderbar beschrieben.
In dieser Welt spricht man, die nennen das Infinity Pools. Infinity Pools heißt, du scrollst und scrollst und scrollst und scrollst. Das hört nie auf.
Das ist unendlich. Und als ich das Buch damals gelesen habe, das ist bestimmt schon fünf, sechs Jahre her, da habe ich angefangen,
das so zu managen. Ich muss zugeben, ich rutsche immer mal wieder aus Versehen rein. Also das ist mein neues,
ich hatte zum Beispiel lange kein Insta-Account, hatte ich gelöscht. Und jetzt kam ein neues Buch raus und dann war klar,
mein Verlag sagte, Mensch, du musst ein bisschen was auch bei Insta machen. Da habe ich mir wieder ein Insta-Account eröffnet.
Das saugt dich so schnell. Ich war wirklich überrascht, also ich war wirklich positiv überrascht, wie hochwertig teilweise der Content ist. Also ich weiß nicht,
ob du viel bei LinkedIn unterwegs bist. Ich finde, LinkedIn ist echt, das ist gruselig inzwischen. Das ist nur noch so, die Leute beweihräuchern sich selbst
und zeigen, wie toll sie sind. Und das macht keinen Spaß. Insta hingegen, da sind viele wirklich hochwertig gemachte
kleine Videos. Also gefällt mir. Ja. Und dann, da merkte ich irgendwann,
irgendwann merkte ich, dass ich so, oh, das zieht dich da ganz schön rein. Also, ich merke,
dass ich da auch mal wieder reinrutsche. Oder ich merke das bei meinem Sohn, der ist jetzt elf Jahre alt. Der darf ganz limitiert, darf der,
hat der Online-Zeit. Und ja, ich erlebe das. Aber wenn er dann bei mir mal am Computer oder am Handy ist,
zack, wie schnell der dann irgendwie bei, eigentlich wollte er nur ein YouTube-Video zu Harry Potter
oder sowas angucken. Und irgendwie ist er dann ganz schnell, wenn ich dann mich drauf achte, ist er dann in den Shorts und guckt.
Und guckt. Und ich sage immer, ich sage immer, ich sage, ey, du darfst,
ich sage, pass auf, du darfst Videos gucken, in Ordnung, aber du darfst keine Shorts gucken.
Ich erkläre ihm das auch immer. Ich sage, das ist nicht gut für dein Gehirn. So, also,
es ist schon, es ist schon echt immer wieder herausfordernd, sich da zu reglementieren. Ja.
Weil ich habe bei mir auch immer die Regel, also zu einer festen Verhaltensweise gemacht, dass ich nur auf einen Shorts klicke und dann nicht weiter swipe. Das ist für mich die Regel
und ich schaffe das, ich schaffe das immer noch. Sehr cool. Und Longform-Content schaue ich mir immer an, aber ich bin jetzt nicht so sehr.
Ja, ja, und was waren für dich die Effekte, die du hast spüren können? Sag mal.
Ich, also ich persönlich für mich, ich merke es, ich merke es, wenn ich sie mir anschaue.
Ich merke, also ich merke, wenn ich sie mir anschaue, die ersten zehn Stück oder so,
merke ich noch so, es ist so ein wohliges Gefühl. Ich merke bei mir aber auch ganz schnell, wie das so ein bisschen kippt, wo ich so merke,
du machst es jetzt nur noch, weil es sich so zieht, aber es macht keinen Spaß mehr. Also ich beobachte mein eigenes Gefühl. Sehr stark dabei.
Und ich mache es eigentlich hauptsächlich in den Momenten, also es gibt manchmal so, weißt du, du hast den ganzen Tag gearbeitet, bist so ein bisschen brain dead
und dann belohnst du dich ein bisschen mit Shorts. Dumme Idee. Dumme, dumme, dumme Idee.
Und das ist, ja, und ich merke, das Schlimmste ist, wenn ich sowas morgens aus Versehen mal mache,
ganz schrecklich, das nimmt mir ganz, das saugt mir, das ist so wie, ich habe neulich mit meinem Sohn Harry Potter gesehen,
da gibt es doch diese, wie heißen die, die irgendwas immer so aus dir raussaugen. Kennst du Harry Potter? Weiß ich nicht.
Ich habe es nicht geschaut tatsächlich. Also es gibt so, es gibt so schwarze Wesen, ich, oh,
jetzt, er wäre jetzt stinkig, dass ich, dass ich, ich habe das allererste Mal in Harry Potter Filmen gesehen,
Dementoren, genau, Dementoren heißen die. Also das ist so wie, also es fühlt sich so ein bisschen an,
wie YouTube Shorts sind, ist so wie so ein Dementor, der quasi alles so aus mir, aus mir raussaugt. So fühlt sich das an.
Ja. Ja. Ich finde, das ist ein schöner Vergleich. Ich habe da mal einen Neurowissenschaftler,
Huberman, Andrew Huberman war das, von Huberman Lab. Ja, ja,
ja, der vergleicht das ja mit Social Media und dem Handy immer wieder mit, dass es eine Zwang, dass es keine Sucht ist, aber ein Zwang,
weil irgendwie muss man das machen und irgendwie, und ich verstehe, was er meint, weil aus irgendeinem Grund, wenn man dann sich auch Content anschaut,
man denkt nicht darüber nach, man distanziert sich irgendwie von sich selber und denkt dann, was mache ich dann irgendwie, aber man hört irgendwie nicht auf. Ja.
Ja. Das ist auch ein ganz komischer Prozess irgendwie. Ja, alles ganz schrecklich. Also ich finde Social Media,
ich finde es wirklich, also wenn es so ein paar Dinge geben könnte, die ich ändern könnte, TikTok weg, LinkedIn,
eine nicht ganz weg, aber es gibt ganz, ganz viel, was ich da verändere. Shorts,
Shorts dürften gar nicht mehr gemacht werden, ganz schrecklich. Es fühlt sich gut, aber es ist einfach verdammt ungesund. Es ist wirklich nicht gut für uns
und auch nicht für unsere Kinder. Und dann sparen wir mal den Bogen jetzt nochmal zurück darauf. Ja. Das heißt dann, das bringt dann genau das,
dich zu dem Ziel, warum du das Buch auch geschrieben hast. Wie können wir dann einmal weg davon und vor allem dann wieder das Nervensystem herunterfahren lassen? Das war die Idee.
Oh, du, Social Media habe ich gar nicht erwähnt in den Büchern. Okay. Oder vielleicht,
vielleicht habe ich es so ein bisschen mal erwähnt. Nee, die Bücher sind tatsächlich mal weg von Social Media, egal was dein Stressor ist. Ob es Social Media ist,
ob es ein anstrengendes, ein anstrengender Job ist, ob es vielleicht eine schwierige private Situation ist, ob es einfach, und vor allem,
Stress muss ja nicht immer negativ sein. Viele Leute lieben ja ihren Job und geben Vollgas jahrelang und gehen quasi über ihre Grenzen hinaus, weil es Spaß macht.
Alles in Ordnung. Und zugleich, irgendwann kommt halt der ein oder andere so an den Punkt, wo er merkt, oh,
jetzt kippt es gerade. Von daher, Social Media ist einer von vielen Stressoren und ist vielleicht der, der uns am meisten mitschwächt.
Nee, die Frage war tatsächlich, oder die Intention war tatsächlich, wie bleibe ich stabil und leistungsfähig langfristig? Wie bleibe ich gesund und leistungsfähig?
Das war so die Intention. Und dann haben wir halt angefangen, oder habe ich damals mit dem vorletzten Buch mit Leben mit Hirn angefangen, so in die ganzen mentalen Methoden reinzuschauen.
Habe beispielsweise mit dem eng Vertrauten des Dalai Lamas, mit Mathieu Ricard, ganz toller tibetischer Mönch, also französisch-stämmiger tibetischer Mönch. Ich weiß nicht,
ob ich ihn jetzt tibetischen Mönchen nennen kann. Nee, also ein französisch-stämmiger Mönch, der in, äh,
viele Zeit in, mit dem Dalai Lama, äh, verbracht hat und,
äh, in, in, ähm, Dharamsala,
ich glaube, er lebt in Dharamsala, im, im Exil, da,
wo der Dalai Lama auch lebt. Wie auch immer, ähm, ähm, ganz toller Typ und der war, äh,
mitentscheidend für, äh, eine der bedeutendsten Studien, die gezeigt hat, dass bestimmte Meditationsformen
unser Gehirn innerhalb von wenigen Wochen verändern können. ähm, also du kannst, äh, äh, also Atemmethoden ist eine Möglichkeit,
äh, die Struktur des Gehirns und quasi auch die Aktivität deines Nervensystems zu verändern. Es gibt bestimmte Meditationsformen,
wenn du die regelmäßig praktizierst, machen die, quasi dein Geist und dein Nervensystem deutlich resilienter. Du bist viel mehr in der Lage,
mit, mit Stressoren gut umzugehen, ähm, sie sorgen dafür, dass du dich deutlich glücklicher fühlst,
dass du, ähm, in der Lage bist, ähm, mit, ähm,
auf stressige Situationen gelassener zu reagieren, als einmal die, die Achtsamkeitsmeditation und die Metta-Meditation, die ich, ähm,
also die Metta-Meditation ist die, die Mathieu Ricard praktiziert hat. Mhm. Die erkläre ich sehr detailliert in beiden Büchern, weil sie einfach unglaublich stark ist.
Also, wenn du sagst, ich möchte glücklicher sein, ist eins der wirksamsten Tools, dass du lernst,
ähm, die sogenannte Metta-Meditation, ähm, regelmäßig zu praktizieren, und,
damit kultivierst du in dir das Gefühl von Glück, von Zugewandtheit. ne, du kultivierst in dir das Gefühl, dich verbunden zu fühlen mit anderen,
und Verbundenheit, also, wir haben ein neurobiologisches Grundbedürfnis in uns, und das ist das Bedürfnis, uns verbunden zu fühlen.
Und natürlich kannst du das Gefühl, dich verbunden zu sein mit anderen, kannst du beeinflussen, dadurch, wie du quasi mit den Menschen,
mit deinem Umfeld interagierst, wie viel Zeit du Menschen in deinem Umfeld einräumst, wie viel Zeit du mit Menschen verbrichst, die dir wichtig sind, wie gut du in der Lage bist,
Konflikte zu lösen, die du vielleicht mit manchen Menschen hast. Und zugleich kann man mit einer bestimmten Meditationsform, der sogenannten Achtsam, Entschuldigung,
der sogenannten Metta-Meditation, Loving Kindness, also Metta ist halt der, quasi der asiatische Begriff, im Englischen nennt man das Loving Kindness,
damit kultivierst, also entwickelst du Netzwerke in deinem Kopf, die dazu führen, dass du dich verbundener fühlst mit den Menschen in deinem Umfeld, ohne dass du die Beziehung verändern musst,
es ist einfach nur, wie fühlst du dich mit diesen Menschen. Und das machst du dadurch, dass du dich hinsetzt und täglich diese Meditationsform praktizierst.
Und die Studien dazu sind wahnsinnig beeindruckend, weil sie zeigen, die Struktur deines Gehirns verändert sich, die Frequenz, in der dein Gehirn arbeitet,
verändert sich. Du kannst sehen, dass das Nervensystem, dieses parasympathische Nervensystem, von dem ich vorhin sprach,
wo ich sagte, es gibt einen Teil, der fährt dich runter, dieser Teil wird gestärkt. Solche Sachen,
mega. Und was für eine Meditation ist das dann? Das heißt, Meta verstehe ich jetzt, das ein bisschen mehr kognitiv ist,
oder ist es einfach nur ein Begriff dafür? Nein, der Begriff heißt nicht Meta, sondern Meta. Und Meta,
Meta ist die liebende Güte. Du entwickelst in dir das Gefühl von Zugewandtheit anderen Menschen gegenüber. So ein mehrschrittiger Prozess.
Ich kann dir nachher auch gerne, ich biete das für die Lesenden meines Buchs an, gibt es einen Download, da mache ich, da zeige ich,
wie das geht. Wenn du willst, gebe ich dir den Link, dann können wir den quasi unter dieses Video oder unter das Audio packen,
dann können die Zuhörenden oder Zuschauer sich das runterladen und die Meta-Meditation selbst zu Hause praktizieren. Es ist im Grunde genommen, es ist ein mehrschrittiger Prozess,
indem du in dir das Gefühl von Wohlwollen, Wärme, Zugewandtheit, Liebe kultivierst.
So im Grunde genommen, das was im Christentum, nennt man das ja immer Nächstenliebe, aber das ist so ein abstrakter Begriff und die Buddhisten haben eine richtige Technik dafür.
Und das Geile ist, du fühlst dich besser danach. Also es ist mit die wirksamste Form von innerer Arbeit, um das Gefühl von Glück in dir zu kultivieren.
Und dann hat man davon eine Gelassenheit, die sich in andere Bereiche übertragen lässt. Naja, was passiert, ist folgendes, Gabriel. Wenn du das in dir kultivierst,
stärkst du damit dein Nervensystem, insbesondere den Teil deines Nervensystems, der dich runterfährt und beruhigt. Du bist viel mehr in der Lage, mit psychoemotionalem Stress,
also mit Konflikten, kannst du viel, viel gelassener umgehen. Und wenn das geschieht, also wenn dein Nervensystem ruhiger ist, wirkt sich das wiederum auf deinen Körper aus.
Ein beruhigendes Nervensystem. Also das Hauptproblem, was die meisten Menschen heutzutage haben, ist ein Nervensystem, was eher hochgefahren ist.
Ein hochgefahrenes Nervensystem schüttet zu viel Cortisol aus und dieses hohe Maß an Cortisol beginnt dann irgendwann, deinen Körper zu schädigen.
Da entstehen stille Entzündungsprozesse. Und all das findet weniger statt, wenn du ein ruhigeres Nervensystem hast. Also insbesondere dieses
parasympathische Nervensystem, wenn das beruhigt ist. Das ist das Schöne daran. Und dann kann man, das gehört dann auch wahrscheinlich dann dazu,
wie man dann auch längerfristig leistungsfähig bleibt. Genau, weil die Sache, also wir haben im Grunde genommen das neue Buch von uns,
die drei Säulen der Gesundheit, beschäftigt sich mit drei Sachen. Haben wir die Mitochondrien, das sind die Energiekraftwerke. Zweitens den sogenannten stillen Entzündung
und drittens dem oxidativen Stress. Und eine der, perfidesten und für Jahre oftmals nicht bemerkten Formen
der körperlichen Schädigung sind die sogenannten stillen Entzündungen. Wenn du viel unter Stress bist, viel Cortisol ausschüttest, sorgt dieses Cortisol dafür,
dass in deinem Körper unbemerkte Entzündungsprozesse angeschoben werden. Und diese unbemerkten Entzündungsprozesse
sorgen langfristig dafür, dass dein Körper geschädigt wird. Das kann dein Herz schädigen, es kann zu Schlaganfall führen, es kann zu Autoimmunerkrankungen führen,
es kann zu Bluthochdruck führen, es kann zu Blutzucker, es kann ganz viele Dinge nach sich ziehen, bis hin zur Angststörung und Depression. Das ist die Folge
von einem zu hohen Maß stiller Entzündung über einen zu langen Zeitraum. Und das perfide ist, Gabriel, du merkst die nicht. Du kannst stille Entzündungen dir haben,
jahrelang, du spürst die nicht. Deswegen nennt man sie auch stille Entzündungen. Du spürst quasi erst die Folgen davon. Wie reduziert man stille Entzündungen?
Es gibt viele Dinge, wie man intervenieren kann, aber das Erste, was hilfreich ist, ist,
dass du einfach weniger Stress in deinem Leben erlebst. Das heißt, du kannst zwar gerne Stress haben, aber du musst auch immer wieder runterfahren können.
Das ist das Problem. Also Stress zu haben, ist vollkommen in Ordnung, Gabriel. Das Problem bei vielen Menschen ist heutzutage, wir fahren nicht mehr runter,
wir wachen auf, zack, gucken aufs Handy, haben irgendwie den ersten Stressor, sind den ganzen Tag
always on, always on, always on, kommen abends nach Hause, gucken noch irgendwie eine Stunde YouTube,
fallen ins Bett und schlafen. Und wir haben gar keine Phasen, wo unser Körper wirklich richtig runterfahren kann. Und dieses always on,
die ganze Zeit in so einer Übererregung zu sein, das ist etwas, was auf einer rein körperlichen Ebene stresst und was im Laufe der Zeit dann zu diesen stillen Entzündungen führen kann.
Und was wir lernen müssen, ist, wieder runterzufahren. Und dazu gehört, das Handy mal wegzulegen,
dazu gehört, spazieren zu gehen, dazu gehört, regelmäßig auch mal Sport zu machen. Hier ist aber nicht der Sport,
wo wir uns wieder total ausbauen, sondern Sport, der einfach auch ein Ausgleich ist für das stressige Leben, was wir sonst teilweise so erleben.
Und regelmäßige Meditation ist ein, oder kann ein großer Anteil sein, der uns hilft, wieder runterzufahren,
zusammen mit, mit, mit, mit Atemmethoden, die ich vorhin erzählt habe.
So, also, wenn es so zwei, wenn es jetzt nur zwei Sachen gibt, die man mitnehmen kann,
würde ich sagen, am besten, also natürlich die Frage, kriegt man das so in den Tag rein, aber mindestens zehn Minuten pro Tag,
diese zehn Sekunden Atmung, am besten zwanzig Minuten und wenn man es dann noch schafft, vielleicht noch zehn Minuten, diese Loving-Kindness-Meditation.
Ich gebe dir den Link daher, nachher mit, wie gesagt, ich habe die neulich mal wieder neu aufgesprochen, die geht zehn Minuten,
diese Meditation. Das kriegst du immer unter. Also, ich werde auch definitiv deine Bücher verlinken und definitiv auch zu deiner Arbeit dann zurückweisen,
aber dazu dann, glaube ich, mehr am Ende. Jetzt, was mir jetzt aufgefallen ist,
für eine weitere Frage, vielleicht ist das auch nicht ein Teil der Expertise, aber es kann ja sein, dass etwas passiert. Schön,
du fragst mich, ich stelle dir eine Frage, ich weiß nicht, ob du es weißt. Mal gucken,
ich hoffe es. Vielleicht verstehst du es gleich, weil für mich, hier ist immer die Frage, ist es ein Stressor
oder erleben wir es als Stressor, psychisch? Glaubst du, gibt es da eine Unterscheidung? Da,
daher frage ich, vielleicht ist das auch nicht, du kannst natürlich persönlich antworten, aber ja.
Also, ist beides. Du, es gibt, also es gibt einfach Stressoren,
die sind Stressoren und dann gibt es Stressoren, da macht es den Unterschied, welche Bewertung gibst du ihnen. Beispiel.
Es ist, es ist sogar, pass mal auf, es ist sogar umgekehrt, es gibt Dinge,
die findest du angenehm, aber die sind ein Stressor für dich. Social Media fühlt sich angenehm an, abends Fernsehen fühlt sich angenehm an. Wenn man aber währenddessen
über eine sogenannte Herzfrequenzvariabilitätsmessung schaut, wie geht es dem Nervensystem, dann sieht man, das ist ein Stressor.
Also erstens, es gibt Dinge, die fühlen sich gut an, die sind aber Stressoren. Dazu gehört ständig auf den Bildschirm schauen,
dazu gehört natürlich auch Alkohol und solche Dinge, fühlt sich gut an, sind ein Stressor. Dann gibt es Stressoren,
die sind jetzt nicht ganz so fies, die zerlegen dich nicht so sehr, aber sagen wir mal, du arbeitest einfach unglaublich viel. Du sagst,
ich bin hier an dem Projekt und es macht so viel Spaß und ich arbeite jetzt 14 Stunden pro Tag daran für die nächsten drei Monate. Ist echt anstrengend,
aber es macht so viel Bock. Fühlt sich angenehm an, ist aber ein Stressor. Und dann gibt es andere Dinge, wie beispielsweise
eine blöde Mail von einem Kollegen. Und je nachdem, wie du so drauf bist, kannst du die Mail so oder so verstehen. Das heißt,
es gibt manche Dinge und das sind ganz, ganz oft die zwischenmenschlichen Dinge. Die können als Stressor erlebt werden, müssen aber nicht unbedingt ein Stressor sein.
Und am Ende gibt es Dinge, bei denen wir wissen, okay, Social Media, Alkohol, unglaublich viel Arbeiten sind Stressoren.
Die kannst du positiv bewerten, so sehr du willst, aber trotzdem nimmt dein Körper sie als Stressor wahr. Und dann gibt es manche Dinge,
da ist es tatsächlich so, und da gehe ich viel in meinem ersten Buch Leben mit Hirn drauf ein. Es gibt viele Dinge,
bei denen die Art und Weise, wie du sie kognitiv verarbeitest, einen riesen Unterschied machen kann. Ich erkläre zum Beispiel bestimmte Methoden,
wie Effect Labeling oder Neubewertung oder Normalisieren. sind alles verschiedene mentale Methoden, die dir helfen,
mit Situationen, die du als Stressor wahrnimmst. Meistens sind es zwischenmenschliche Situationen oder Dinge,
die geschehen, dass du beginnen kannst, mit bestimmten Metallmethoden, sie innerlich anders einzuordnen,
sodass sie nicht mehr als Stressor wahrgenommen werden. Oder weniger als Stressor wahrgenommen werden. Was ist dann eine Technik
oder vielleicht ein Mantra oder ähnliches, was du dir unmittelbar, sagen wir, du hast jetzt eine Mail bekommen
von einem Kollegen und das ist jetzt auch, egal ob es jetzt so erlebt wird oder auch so bewertet wird, was hilft dir sofort,
dann kurz runterzukommen? Kurze Denkpause möglich. Ja. Ich überlege gerade, es gibt so viele,
also es ist, glaube ich, von Tag zu Tag unterschiedlich. Also was ich ganz schön finde, ist so dieses Refokussieren auf die eigenen Werte.
Also eine ganz schöne Frage ist dieses, was ist mir eigentlich wirklich, wirklich wichtig? Und da kommen,
also egal was für ein Stressor kommt, wo ich mir denke, okay, was ist mir eigentlich wirklich, wirklich wichtig? Und da gibt es so zwei, drei Sachen,
wo ich denke, okay, mir ist es wichtig, gute Zeit mit meinem Sohn zu verbringen und nur weil dieser eine Mensch mir jetzt hier eine Nachricht schreibt,
ja, finde ich doof, aber macht es wirklich einen Unterschied? So what? Nee. Das ist dann ja auch ein bisschen
dieses Distanzieren und ein bisschen in die Meta-Ebene zu gehen und zu sagen, was passiert hier eigentlich? Genau, es ist eine,
also ich nenne es Refokussieren, ist diese Frage. Genau. Genau.
Und in die Meta-Ebene gehen ist, das ist eine andere Form von Technik, die heißt Inneres Distanzieren. die funktioniert ein bisschen anders. Ein Inneres Distanzieren
ist sowas wie, du machst diesen Schritt zurück und sagst, okay, heute in einem Jahr,
wie wichtig ist mir das? Und damit gehst du in so eine zeitliche Distanz. Heute in einem Jahr, wie wichtig ist diese Mail dann noch?
Oder heute in fünf Jahren? Oder es gibt andere räumliche Distanzen, die du so ein bisschen benannt hast. Gibt es ein, oh,
den Namen habe ich jetzt vergessen. Beim vorletzten Buch habe ich das beschrieben, das ist so ein Gedächtnisweltmeister. Der hat immer so eine Technik, wo er sich fragt
oder wo er so denkt, stell dir vor, ich bin auf einem Stern Lichtjahre entfernt und schaue auf diese Erde
und sehe, wie dieser eine Mensch für einen Bruchteil seines Lebens, jetzt für eine Stunde, etwas hat,
was ihn da total stresst. Und das ist so eine, so eine, Ed Cook heißt der, Ed Cook,
genau, Ed Cook, Gedächtnisweltmeister, das ist seine Technik, das ist eine ganz starke Form
des inneren Distanzierens. Was ich eher mache, ich mache dieses innere Distanzieren, mache ich für mich weniger, sondern bei mir ist es tatsächlich
das Refokussieren, was ist mir eigentlich wirklich, wirklich wichtig. Und dann jetzt noch eine letzte Frage zur Resilienz.
Gibt es da eine Sache, die du findest, das unterschätzt wird? Vielleicht eine tägliche Übung oder etwas,
was Leute machen können? Ah, es kommt immer darauf an, also was, Atmung,
Atmung auf jeden Fall, super wichtig. Was, es kommt immer darauf an, wie der Mensch so tickt,
weißt du, weil jeder hat andere Sollbruchstellen, jeder hat andere Schwachstellen. und je nachdem,
was du für eine, wie du so, was du für eine genetische Disposition hast, tickt dir das anders. Aber wenn es meinem,
also was ich meinem Sohn beispielsweise mit, jetzt schon mitgegeben habe, ist Meditation und Atemtechnik. Das sind,
das sind Basics, wo du, ich sage immer so, Atmung ist die Apotheke deines Körpers. Was man,
ich meine, wir wissen es alle, wie wichtig Sport ist, aber regelmäßiger Ausdauersport, so eine Dreiviertelstunde,
Stunde, zwei, dreimal pro Woche, ist unglaublich regulierend, um Entzündung runter zu regulieren.
Wir haben in unseren Muskeln sogenannte Myokine. Myokine sind kleine Botenstoffe, die die Muskeln ausschütten und die quasi dem Rest des Körpers helfen,
um gesünder zu werden. Da habe ich eine ganz tolle Wissenschaftlerin aus Dänemark interviewt, die heißt Bente Clarlone Patterson, die hat diese Myokine entdeckt
und eine der interessantesten Erkenntnisse ist beispielsweise, dass wir unglaublich viel entzündungsregulierende Botenstoffe ausschütten, wenn wir Sport machen,
regelmäßig. Plus die Energiekraftwerke unseres Körpers wachsen, werden größer, vermehren sich durch regelmäßigen Sport,
so in diesem Zone 2. Zone 2 Training ist so dieses, wo du gerade noch reden kannst, während du den Sport machst. Also jetzt nicht so Vollgas geben,
sondern eher so Ausdauertraining. Nicht so super easy peasy, aber so eine Herzfrequenz, die so je nachdem, wie alt man ist,
so bei 120, 130, 110 liegt. Also geht joggen und guckt, dass du so schnell läufst, dass du gerade noch atmen kannst. Wird total unterschätzt,
wie sehr das den Körper regulieren kann. Das sind so Dinge, die mir einfallen würden. Meditation, Atmung,
Sport. Und dann gibt es natürlich so ein paar, also was immer unterschätzt wird, ist die, es gibt
die sogenannten maritimen Omega-3 Säuren, Fettsäuren. Und es gibt Omega-3,
gibt es drei wichtige Formen, die, und nur eine Form davon kommt quasi in Landpflanzen vor, wie beispielsweise Walnüssen
oder Leinsam. Und zwei Formen, das DHA und das EPA, kriegst du nur aus dem Meer. Also entweder durch Fisch
oder durch Algen. Und das ist so unglaublich bedeutsam, dieses Omega-3 für die Stressregulation, für die Entzündungshemmung,
für die Entwicklung unseres Gehirns. Menschen mit ADHS haben ganz oft einen Omega-3-Mangel. Und es gibt
nicht viel Nahrungsergänzungsmittel, die ich irgendwie so empfehlen würde für jeden. Aber eine Sache, die immer dazugehört,
ist Omega-3. Kriegt mein Sohn auch. Du kriegst es nirgendwo anders her. Du kriegst,
egal was du hier auf diesem Planeten isst, du findest nirgendwo Omega-3, außer in bestimmten Fischformen.
Und so viel Fisch kannst du gar nicht essen. Also du musst es eigentlich supplementieren durch kleine Kapseln oder durch Öl. Also ich habe
Omega-3, mache ein Team ist Omega-3 immer im Kühlschrank und einmal pro Tag, wenn ich irgendwas mache,
wo Öl drauf passt, schüttel ich Omega-3-Öl drauf. Okay. Ich glaube, damit können viele zu was anfangen.
Ja, total easy. Und das Beste, also ich persönlich, lang recherchiert, das Beste findet man von
Norsan, N-O-R-S-A-N. Die machen aus meiner Sicht mit das beste Omega-3-Öl. Das wäre so was,
immer, jede schwangere Frau sollte das auch zu sich nehmen, weil es so unglaublich wichtig ist. Es ist so unglaublich wichtig
für die Gehirnentwicklung. Deswegen siehst du es bei ADR, Menschen mit ADR, oder Kinder mit ADR, haben halt ganz oft
einen Omega-3-Mangel. Da gibt es immer wieder diese Korrelation, das heißt, im Gehirn fehlen einfach
bestimmte Fette. Was macht das, ist, die Hirnzellen, oder quasi die,
die hüllende Hirnzellen, die brauchen Omega-3. Und, also insbesondere das DHA
aus dem Omega-3. Deswegen ist es so unglaublich wichtig, das zu sich zu nehmen. Mhm.
Mhm. Abschlussfrage. Wenn jemand bis jetzt zugehört hat, was würdest du ihm
mit auf den Weg geben? Wenn es zu diesen ganzen Themen geht, die wir heute besprochen haben. Ich würde ihm mit auf den Weg geben,
hol dir einen Atem-Timer, atme 10 bis 20 Minuten pro Tag in dieser 10-Sekunden-Atmung, mach das für zwei Monate und schau mal,
wie sehr sich dein Maß an Wohlbefinden, Entspannung, innerer Ruhe
verbessert hat. Und wenn du Bock hast, hol dir noch die Meta-Meditation, die kriegst du da drunter,
auch als Audio, geht 10 Minuten, mach die, mach die vielleicht erstmal nur für
zwei, drei Wochen und wenn du merkst, boah, fühlt sich wirklich gut an, mach sie gerne auch weiter. Das sind die einfachsten,
du hast, es kostet dich nichts, außer etwas Zeit. Aber es sind ja tausende alte Techniken,
die schon immer funktioniert haben und die auch heute noch funktionieren und den signifikanten
Einfluss darauf haben, wie sehr du das Gefühl von innerer Gelassenheit, Zufriedenheit,
Ruhe in dir trägst. Und das ist etwas, was glaube ich
nahezu jeder sich heute wünscht, dass er davon mehr in sich trägt
oder das vielleicht noch mehr in sich kultivieren kann, selbst wenn er es schon hat. Lieber Sebastian,
vielen, vielen Dank für deine Zeit. Wenn es Leuten interessiert, was du gemacht hast
für deine Arbeit, gibt es bestimmte Adressen, auf die sie hinkommen können? Meine Website SebastianPurbsPartyGoal,
also einfach googeln und dann kommt man auf meine Website und da kann man
die Bücher sehen, da kann man die Trainings sehen, da gibt es viele andere Sachen, die man sich angucken kann und da gibt es schon eine Menge.
Werde ich alles verlinken und ich bin gespannt, weil ich werde das bestimmt selber ausprobieren oder prozentig
werde ich alles selber ausprobieren. Dann vielen, vielen Dank für deine Zeit. Sehr gerne,
Gabriel. Vielen Dank.



