Episode #22
Audio
Zeige Transkript
Automatisch generiertes Transkript – kann vereinzelt Fehler enthalten.
Wie würdest du deine Arbeit als Coach beschreiben? Wie würde ich meine Arbeit als Coach beschreiben? Der erste Satz, der mir in den Sinn kommt, das war, ich helfe Menschen dabei, sich selbst zu erkennen. Also, ja, ich glaube, das bringt es eigentlich perfekt auf den Punkt. Das ist eine Menge Fragestellung.
Es ist immer so ein bisschen wie so eine Entdeckungsreise, finde ich. Ich stelle mir das immer so ein bisschen vor wie zwei verschiedene Welten. Ich lebe so in meiner Welt und die Coachies leben in ihrer Welt, in ihren eigenen Planeten mit ihren eigenen Regeln, Glaubenssätzen, Perspektiven, Erfahrungen. Und ja, meine Aufgabe ist es ein Stück weit, auf der einen Seite natürlich zu verstehen, okay, wie funktioniert eigentlich überhaupt deren Welt? Und auf der anderen Seite natürlich auch aus meiner Perspektive gewisse Ansätze, Überzeugungen zu challengen und zu schauen, okay, wo stehen sie sich vielleicht selbst im Weg oder wo stehen ihre eigenen Perspektiven, Überzeugungen dem im Weg, was sie eigentlich erreichen wollen, was sie an Zielen verwirklichen wollen, wie sie sich fühlen wollen, welches Leben sie führen wollen.
Und sie im besten Fall dann dahin zu guiden, dass sie selbst erkennen, was vielleicht hilfreichere Perspektiven und Überzeugungen werden. Ja, das ist immer gut zu wissen, dass man die eigenen Limits irgendwie doch überschreiten kann. Und ich habe mir nämlich dein Buch angehört. Und da ist mir sofort ein Satz im Kopf geblieben. Erfolg beginnt und endet im Kopf.
Wie zeigt sich das bei dir in der Praxis von Coaching? Ja, ich glaube, es sind immer zwei ganz signifikante Punkte, die auf jeden Fall herausstechen. Also auf der einen Seite letztendlich, es gibt diesen schönen Slogan, dieses schöne Statement im Englischen, we create our own reality, ist so einer meiner Lieblingssprüche. Und letztendlich alles, was wir erfahren und wie wir das Leben erfahren, die Welt erfahren, hängt davon ab, wie wir es sehen, welche Möglichkeiten wir uns selbst geben, wie wir mit uns selbst reden, wie wir bestimmte Erfahrungen einordnen, interpretieren, wie wir auch in bestimmte Situationen reagieren. Das heißt, da fängt erstmal alles einfach in unserem Kopf an, weil alles, was von außen auf uns einwirkt, im wahrsten Sinne des Wortes ja auch wirklich erstmal so durch unseren mentalen Filter läuft.
Und letztendlich sind wir mittlerweile an einem Punkt, wo wir tatsächlich wissen, dass eigentlich sozusagen die Außenwelt, wenn wir es ganz genau nehmen, für jeden von uns ein Stück weit anders wahrgenommen wird, weil letztendlich die Welt sich per se gesehen sozusagen eigentlich gar nicht wirklich da draußen abspielt, sondern eigentlich das, was wir sehen von unseren Augen, beziehungsweise von unserem Gehirn besser gesagt, die Augen sind ja nur ein verlängerte Part des Gehirns, eigentlich in unserem Kopf erzeugt wird und das alles dann sozusagen auf Basis unserer bisherigen Erfahrungen, wie wir aufgewachsen sind, Prägungen. Und dementsprechend fängt alles erstmal im Kopf an. Und auch der ganze Prozess der Weiterentwicklung und auch der ganze Prozess im Coaching basiert auf der einen Seite natürlich darauf, dass wir diese Muster letztendlich haben, die alles prägen, wir bestimmte Situationen wahrnehmen und interpretieren. Und auf der anderen Seite natürlich auch einfach unsere eigene Überzeugung und der eigene Glaube an unsere eigene Weiterentwicklung oder auch die Methodiken, mit denen wir arbeiten. Also ich kann, banal gesagt, könnte der beste Coach der Welt sein mit den besten Tools, die du überhaupt nur bekommen könntest.
Aber wenn du auf der anderen Seite sitzt und denkst so, hey, ich glaube, das, was Patrick da erzählt, ist Bullshit, das funktioniert für mich nicht, dann können die Tools noch so gut sein, dann wird es für dich wahrscheinlich nicht funktionieren, weil du einfach in dir diese Blockade hast. Und deswegen ist das so Anfang und Ende unseres eigenen Erfolgs letztendlich, je nachdem, wie wir Erfolg auch interpretieren. Ist dann an diesem Sprichwort, wenn wir fake it, tell you, make it sagen, weil daran musste ich gerade denken, nämlich, dass bevor man vielleicht auch etwas kann, dass man es selber erstmal glauben muss. Ist es dann irgendwie Selbsttäuschung oder ist es dann hilfreich, das zu denken, deiner Meinung nach? Kommt drauf an, würde ich sagen.
Also letztendlich, ja, auf der einen Seite, wenn wir uns super viele erfolgreiche Menschen anschauen, dann sehen wir, dass die in der Reto-Perspektive irgendwann einen Punkt hatten an ihrem Leben, wo sie angefangen haben, im Hier und Jetzt schon als die Version zu leben, die sie irgendwann mal sein wollten. Also es gibt super viele erfolgreiche Sportler, Unternehmer, die darüber berichten oder immer wieder davon gesprochen haben, dass sie einfach schon sehr früh ihre Selbstgespräche, wie sie aufgetreten sind, wie sie sich verhalten haben, immer angepasst haben an dieses zukünftige Ich, nachdem sie gestrebt haben und immer geschaut haben, okay, wer kann ich jetzt sozusagen sein und wer will ich jetzt sein, wer muss ich vielleicht jetzt auch sein, um überhaupt meine Ziele erreichen zu können. Und wir haben häufig ja in dem eigenen Streben nach unserer Weiterentwicklung, unseren Zielen, haben wir häufig so diesen Ablauf, dass wir glauben, wir müssen erstmal was tun, damit wir dann was haben können und dann können wir jemand sein. Also so der Klassiker von, okay, ich muss jetzt erstmal ganz viel arbeiten, damit ich unglaublich viel Geld verdiene und dann kann ich endlich glücklich sein und frei sein. Die wirklich erfolgreichen, freien, glücklichen Menschen haben verstanden, dass kein Umweg über dieses Tun und Haben uns dahin bringen wird, sondern es einfach lediglich darum geht, dass wir erkennen, okay, ich will glücklich sein.
Wenn ich glücklich wäre, wie würde ich mich denn jetzt verhalten? Okay, ich will frei sein. Wenn ich frei wäre, wie würde ich mich jetzt in dieser Situation verhalten? Und natürlich stoßen wir damit trotzdem in unserer aktuellen Realität an Limits, weil letztendlich sind wir ja trotzdem noch nicht in der Situation, dass wir beispielsweise komplett finanziell frei sind, wenn wir das als Beispiel mal nehmen. Und trotzdem dürfen wir uns überlegen, okay, die Version von mir, die finanziell frei wäre, wie würde die sich denn verhalten?
In einem Moment, wo ich vielleicht noch nicht die finanziellen Ressourcen habe, die ich mir wünsche, würde dann die Version, die finanziell frei ist, würde die in Panik geraten oder würde die über Möglichkeiten nachdenken, wie ich meinen finanziellen Spielraum erweitern kann, wo ich vielleicht irgendwie Ressourcen auftreiben kann, an die ich bisher noch nicht gedacht habe. Das heißt, wenn wir immer wieder zurückkommen zu diesem Punkt von, wer will ich sein, dann finden wir im Hier und Jetzt immer wieder Anknüpfungspunkte, dass wir jetzt schon uns so verhalten können, wie die Version, die wir gerne sein wollen. Und dadurch sammeln wir natürlich auch Beweise und so wachsen wir Step by Step immer mehr da rein. Das heißt, es ist schon ein Stück weit natürlich dieser Prozess von Fake it until you make it. Das ist definitiv was Wahres dran, was wir super gut für uns nutzen können.
Aber es hat natürlich seine Begrenzung in dem Moment, wo wir beispielsweise, um jetzt bei dem Punkt zu bleiben, den ich gerade genannt habe, aus dieser Version, die finanziell frei ist, heraus glauben, okay, ich bin ja schon finanziell frei, also ich kann einfach mein Geld zum Fenster rausschmeißen. Spielt gar keine Rolle, dass ich auf meine Ressourcen achte. Ich tue einfach so, als wäre ich schon Millionär, obwohl ich vielleicht irgendwie 5000 Euro auf meinem Konto habe. Und plötzlich schaue ich mich um, zwei Monate später oder eine Woche später und von meinem Geld ist nichts mehr da, weil ich halt einfach sozusagen da über diese Grenzen hinausgegangen bin und mich einfach in diesem materiellen Aspekt in dem Fall sozusagen verloren habe und ich geschaut habe, okay, es geht eigentlich vielmehr darum, dass ich mich verhalte wie die Person, die finanziell frei ist und nicht, dass ich so viel Geld ausgebe wie die Person, die finanziell frei ist. Also es geht vermehrt um das Mindset.
Und was ist dir denn als Coach aufgefallen, wo happen die meisten, wenn es um Mindset oder auch, was mir da sofort einfällt, Limiting Self-Beliefs, dass wir selber uns Grenzen setzen, die vielleicht auch gar nicht da sind und wir ja von vornherein sagen, oh, das geht doch gar nicht. Wie tacklest du das an? Was sind da die größten Schwierigkeiten? Du meinst, was so die größten Glaubenssätze sind, an denen die Menschen scheitern? Was dir aufgefallen ist als Coach, ja?
Also ich arbeite ja vorwiegend vor allem mit Menschen zusammen, die per se unglaublich große Ziele haben oder große Ansprüche an sich selbst haben, sei es irgendwie Topsportler, sei es Unternehmer, CEOs und die haben natürlich alle irgendwo so dieses Streben nach mehr in sich. Die haben alle irgendwie unglaublich große Ziele. Die wollen gerne einen Impact haben. Die wollen wirklich was verändern oder einfach wirklich so, wie man so schön sagt, eine Delle im Universum hinterlassen, im besten Fall. Und viele von denen sind innerlich, und das war ich auch lange Zeit und an sich lebt das auch immer noch in mir, getrieben von dieser Angst, nicht gut genug zu sein.
Und das wirkt sich natürlich auf unglaublich viele Bereiche des Lebens aus. Also wenn ich das allein bei mir reflektiere über die Jahre hinweg, das hat irgendwann angefangen, als ich damals noch versucht habe, Profisportler zu werden und dann gescheitert bin an dem Versuch, als ich sozusagen angefangen habe, auch meine Fähigkeiten sportlich zu hinterfragen. Das hat sich dann natürlich auch immer weiterentwickelt, irgendwie in ersten Beziehungen das Gefühl, nicht gut genug zu sein als Partner. Dann wurde ich irgendwie auch noch in der ersten Beziehung relativ unerwartet verlassen und ausgetauscht gegen jemand anderen sozusagen. Das hat dieses Gefühl per se ja natürlich nochmal gestärkt, was rückblickend für mich auch vollkommen Sinn macht, weil innerlich war ich die ganze Zeit getrieben von dieser Angst, nicht gut genug zu sein.
Also war die Konsequenz logischerweise, dass ich irgendwann verlassen werden musste für jemanden, der per se scheinbar besser ist. Und das hat sich dann sozusagen auch natürlich weiter immer wieder gezeigt in den Anfangszeiten, als ich mein Business gegründet habe, mich selbstständig gemacht habe, als ich Vater geworden bin, war es auch nochmal ein krasser Trigger jetzt vor zwei Jahren oder die letzten zwei Jahre, dieses Gefühl, nicht gut genug zu sein als Vater, weil ich auch da natürlich einfach gewisse Ansprüche an mich habe. Also per se haben die Menschen einfach meistens eine sehr, sehr hohe Zielvorstellung von sich selbst, wie sie sich selbst sehen, wie sie sich verhalten wollen, was sie erreichen wollen. Und das kollidiert im Hier und Jetzt immer wieder mit dieser Angst, nicht gut genug zu sein. Und bei vielen führt es halt dazu, dass sie einfach konstant von dieser Angst getrieben sind.
Und im besten Fall schaffen wir es im Coaching-Prozess natürlich, diese Angst mit auf die Reise zu nehmen, so diese Blockade aufzulösen, die dahinter steckt und ihnen aufzuzeigen, wie sie auch mit der Angst am Ende leben können. Also ich nehme an, da gibt es nicht eine One-Size-Fits-All-Antwort. Und ich habe das auch sehr oft gesagt bekommen, sei es jetzt auf Social Media oder sonst irgendwas, dass wenn Leute, CEOs oder Spitzensportler, dass man sie nicht unbedingt mit Neid anschauen sollte an der Spitze, sondern mit, oh, da kann jemand nicht aufhören. Er ist so krass getrieben, dass es einfach immer weitergehen muss. Gibt es dann Leute, die da von diesen Gedanken auch loslassen können, dass du dabei helfen kannst?
Definitiv. Aber wobei letztendlich, deswegen habe ich gerade gesagt, so ein bisschen die Angst mit auf die Reise nehmen, es gar nicht sozusagen darum geht, sich komplett davon zu verabschieden. Also vielleicht mag es sein, dass es einen Punkt gibt an unserem Leben, wo wir uns komplett davon verabschieden können. Und ich glaube wahrscheinlich auch, wenn wir uns wie für die nächsten zehn Jahre in irgendeiner Höhle im Gebirge einschließen und die ganze Zeit meditieren, kommen wir mit Sicherheit an den Punkt, wo wir diese Angst, nicht gut genug zu sein, komplett irgendwann, loslassen können und hinter uns lassen. Für mich und meine Erfahrung wird es immer da bleiben.
Aber die Frage ist, wie gehen wir damit um? Und was ich für mich und die Menschen, mit denen ich arbeite, gefunden habe, ist einfach letztendlich der Weg, nicht mehr vor dieser Angst wegzulaufen und auch nicht mehr so zu tun, als wäre diese Angst nicht da. Weil gerade auch viele Menschen auf dem Level, wo wir arbeiten, die glauben, sie müssen nach außen hin immer stark sein. Sie müssen immer diese Stärke repräsentieren, diese Souveränität und sie dürfen keine Schwäche zeigen. Und Ängste einzugestehen, sei es nur auch sich selbst gegenüber, bedeutet für die automatisch immer Schwäche.
War es auch für mich in der Vergangenheit immer. Wenn ich darüber nachgedacht habe, habe ich immer gewusst, dass diese Angst da ist, nicht gut genug zu sein. Aber ich habe es nie ausgesprochen, bis ich genau das irgendwann mal gemacht habe. Und was ich ganz häufig jetzt einfach mit meinen Coaches im Prozess mache, um überhaupt mal einen Zugang zu finden, ist, dass wir uns wirklich einfach mal hinsetzen, sagen, okay, ich spreche das einfach mal aus. Ich habe Angst, nicht gut genug zu sein.
Und dann aber auch im zweiten Schritt zu erkennen, Ängste zu haben per se erstmal, ist was komplett Normales. Jeder Mensch hat Angst. Ich habe noch keinen getroffen, der keine Ängste hat, nur Menschen, die nicht darüber reden, dass sie welche haben. Und dementsprechend ist das vollkommen normal, wenn wir Ängste haben. Und es ist auch, wenn wir uns auf einem Level bewegen, wo wir so viel Verantwortung tragen, wie ein CEO, ein Unternehmer, wo wir so viel Pressure von außen haben, wie bei einem Weltmeister-Olympiasieger oder jemandem, der nach diesen Erfolgen strebt, völlig normal, dass wir diese Angst haben, nicht gut genug zu sein.
Auf diesem Level völlig normal und auch bei fast jedem ausgeprägt auf dem Level. Und dementsprechend können wir sozusagen erstmal erkennen, okay, ich bin nicht irgendwie abnormal, weil ich diese Angst habe, sondern es ist völlig normal, dass ich diese Angst habe. Und dann, das ist, glaube ich, der wichtigste Schritt, können wir erkennen, dass wir auch mit der Angst erfolgreich sein können. Weil letztendlich für all die Menschen, mit denen ich arbeiten durfte, die waren meistens ja schon an einem Punkt, wo sie in der Vergangenheit richtig große Erfolge hatten. Und die haben sie alle schon auch mit dieser Angst erreicht.
So, sie waren vielleicht mehr von dieser Angst getrieben und jetzt geht es darum, sozusagen aus einer anderen Energie heraus, das Ganze zu tun. Aber die Angst war die ganze Zeit schon da und sie haben trotzdem diese Ziele erreicht. Sie sind trotzdem erfolgreich geworden. Sie haben trotzdem in entscheidenden Momenten ihre Leistung gezeigt, beispielsweise. Und wenn wir an den Punkt kommen, wo wir erkennen, okay, ich kann auch mit der Angst gemeinsam glücklich sein, frei sein, zufrieden sein, große Ziele erreichen und alles haben, was ich mir jemals gewünscht habe, dann ist die Angst plötzlich nicht mehr so eine Blockade, die vor uns steht, sondern einfach so ein Wegbegleiter, der mit im Bus sitzt, wo wir wissen, okay, die Person ist halt immer da, ist jetzt vielleicht auch nicht meine favorite person, aber die werde ich für den Moment auch nicht los.
Und es ist auch okay, wenn die da ist, weil auch mit der Person im Bus kann ich an jedes Ziel kommen, was mir wichtig ist. Also es ist ein ganz großer Punkt davon, einfach die Akzeptanz und zu sagen, wenn ich es jetzt richtig verstanden habe, vielleicht sagt die Stimme dir nicht, dass du, vielleicht sagt sie dir jetzt, du bist nicht gut genug, aber sie kann dir auch sagen, oh, daran kannst du doch arbeiten. So oder daran, daraus kannst du Motivation herausnehmen. Absolut. Also natürlich kann sich die Stimme auch per se, sag ich mal, verändern.
Vielmehr geht es aber einfach wirklich darum, dass wir, wie du gerade schon gesagt hast, an diesen Akzeptanzpunkt kommen, weil dann bauen wir diesen Widerstand ab. Weil ansonsten sind wir halt die ganze Zeit in so einem State, wo wir gegen diese Angst ankämpfen oder vor ihr weglaufen. Und beides wird nicht dazu führen, dass die Angst weniger wird, sondern die Angst wird sozusagen einfach nur noch dadurch größer, weil unser ganzer Fokus, unsere Aufmerksamkeit liegt ganz oft dann auf dieser Angst. Und je größer unsere Aufmerksamkeit auf diese Angst ist, je mehr Zeit wir diese Angst schenken, desto größer wird sie. Sie ernährt sich im wahrsten Sinne des Wortes davon.
Und wenn wir aber anfangen, sie einfach mal zu akzeptieren, sagen, hey, ja, cool, dass du da bist, dann kommen wir an den Punkt, wo wir nicht mehr die ganze Zeit dagegen ankämpfen und sie noch größer machen, sondern dann ist sie halt da. Und dann können wir auch unseren Fokus wieder auf das richten, was wirklich wichtig ist für uns und machen auch unglaublich viel Energie einfach frei. Wie Akzeptanz spielt auch in dem Buch, mit dem das man, ich glaube, da hast du gesagt, das Leben ist eine konstante Veränderung. Ich glaube, das war irgendwie so. Wie, was für Hürden gibt es dann von Akzeptanz?
Wie macht man das richtig? Was für Widerstände gibt es da? Ich glaube, einer der größten Punkte ist natürlich einfach, dass wir unsere eigene Vorstellung haben, wie die Welt sein sollte oder sein darf, wie wir auch sein sollten und sein dürfen. Und das kollidiert dann halt mit der Tatsache, wie es tatsächlich ist und wie wir tatsächlich gerade sind. Und solange wir natürlich in dieser alten Weltvorstellung und unserer eigenen Identität hängenbleiben und glauben, dass das genau die Version ist, die sich da draußen abspielen muss und wie wir uns verhalten dürfen, dann kommen wir nicht an den Punkt der Akzeptanz.
Wenn wir aber einfach erkennen, dass wie wir uns die Welt vorstellen und wie wir uns vielleicht auch uns selbst vorstellen ein Ideal ist, nach dem wir streben dürfen, wo wir uns hin entwickeln dürfen und die Welt aber jetzt gerade so ist, wie sie ist, dann kommen wir an den Punkt, wo wir immer mehr Akzeptanz aufbauen können. Und das braucht natürlich auch ein Stück weit Arbeit. Ich sage nicht, dass das was ist, was wir von heute auf morgen einfach so umschalten können. Leute suchen ja immer gerne so nach einem Quick Fix, aber es gibt leider nicht diesen einen Schalter, den wir im Kopf umlegen können und plötzlich ist alles gut. Aber wenn wir uns selbst mal ein bisschen so aus unserer eigenen Perspektive rausentwickeln, dann sehen wir am Ende auch immer mehr, zum Beispiel alleine auch in unserer eigenen Lebensgeschichte, dass ganz viele Dinge in der Vergangenheit, die wir vielleicht selbst als irgendwie Enttäuschungen, als Fehler, als Rückschläge, als Niederlagen einordnen würden, als Dinge, die wir uns gerne gespart hätten, als Erfahrungen, dass die einfach da sein mussten, um uns zu der Person zu machen, die wir jetzt gerade sind.
Und wenn wir das sehen und quasi so diesen Perfektionismus in unserer eigenen Geschichte sehen und erkennen, dass alles, wie es passiert, genau perfekt so ist, um dich an den Punkt zu bringen, wo du jetzt gerade bist, weil es genau das ist, was du lernen musstest, was du verstehen durftest, um jetzt den nächsten Schritt machen zu können, dann kommen wir an den Punkt, wo wir plötzlich Akzeptanz aufbauen können für das, was jetzt gerade passiert, unabhängig davon, ob es uns gerade gefällt oder nicht gefällt. Also für mich klingt das so, als ob deine Arbeit als Coach dann wirklich gut persönlich am Menschen nah dran ist. Glaubst du, dass jeder diese bestimmten, ich sage jetzt mal, Entwicklungsaufgaben hat irgendwo von wegen, dass man akzeptiert, wie es ist, dass man lernt, mit Angst umzugehen, dass das vielleicht jeder irgendwo muss, aber die, deine Klienten, da einfach extrem sind? Ich glaube, dass es sich auf einem gewissen Level einfach mehr zeigt. Also gewisse Challenges, gewisse Herausforderungen sind, glaube ich, wahrscheinlich universell und die dürfen wir alle an einem gewissen Punkt in unserem Leben lernen.
Und die Frage ist nur sozusagen, wie sehr werden diese Herausforderungen stückweit quasi auch ins Scheinwerferlicht gerückt? Und es macht natürlich einen Unterschied, ohne das zu bewerten, sondern einfach von der Aufmerksamkeit, die da drauf liegt, ob ich jetzt ein Leben führe, das in Anführungsstrichen komplett unbemerkt abläuft, wo ich vielleicht irgendwie, ich bin nicht bei Social Media unterwegs, ich habe irgendwie jetzt nicht eine große Führungsverantwortung in einem Unternehmen, sondern ich lebe einfach mein Leben auf einem ganz normalen Level. Auch da habe ich natürlich meine Challenges, aber die Challenges werden vielleicht auf einem gewissen Level langsamer und weniger intensiv immer wieder ins Scheinwerferlicht gerückt, als bei jemandem, der diese hohe Führungsverantwortung hat, der immer wieder vielleicht jeden Tag mit gewissen Challenges konfrontiert wird, jemanden, der jeden Tag irgendwie als Top-Sportler der Kritik der ganzen Welt ausgesetzt ist oder irgendwie als jemand, der in der Öffentlichkeit steht, die ganze Zeit irgendwie Kritik und Feedback aus der Öffentlichkeit über Social Media, Medien etc. ertragen muss, wo wir einfach ein ganz anderes Level haben an Außenfokus nochmal auf uns selbst und dementsprechend so die Herausforderungen einfach nochmal mehr ins Zentrum gerückt werden, als das vielleicht bei anderen ist. Ich glaube, dass der Prozess häufig sozusagen ein Stück weit schneller geht vielleicht oder auch intensiver ist, weil einfach so viel Druck auf einer gewissen Ebene sozusagen auf den Menschen auch liegt, als jetzt bei jemandem, der nicht in dieser Position ist.
Ich finde es echt interessant, dass dann sozusagen jeder diese bestimmten Aufgaben irgendwie lösen muss und dass sich ein erfolgreiches Leben dann am besten abspielen kann, wenn man diese Stufen irgendwie erreicht hat. Und was kann dann jemand davon mitnehmen, der vielleicht keine Spitzenleistung oder CEO werden möchte oder Topathlet, so Ronaldo 2.0 werden will? Was kann dann jemand, ein Normaler im Alltag davon mitnehmen, von diesen Prinzipien? Wir dürfen, du hast genau das richtige Stichwort angesprochen, die Prinzipien dahinter mitnehmen. Nicht die Art und Weise, wie das ausgelebt wird und in welcher Intensität das ausgelebt wird, sondern die Prinzipien dahinter.
Und genau darin liegt der Wert letztendlich. Also natürlich jemand, der jetzt vielleicht einen normalen Job hat, der muss jetzt nicht wie Cristiano Ronaldo wahrscheinlich irgendwie acht Coaches einstellen, von denen sich jeder um einen anderen Lebensbereich kümmert. Oder der muss auch nicht polyphasig schlafen unbedingt. Der muss auch nicht jedes Milligramm seiner Ernährung wahrscheinlich tracken. Also da gibt es einfach Dinge, die sind nicht relevant.
Was ist aber ein Stück weit das Prinzip dahinter? Das Prinzip dahinter ist zum Beispiel Eigenverantwortung. Jeden Lebensbereich sich wirklich genau anzuschauen, zu schauen, okay, lebe ich hier wirklich den Standard, den ich leben will? Was sind denn eigentlich meine, was toleriere ich in meinem Leben, was vielleicht gar nicht mehr toleriert werden sollte? Oder auch, um bei Cristiano Ronaldo kurz zu bleiben, der hat zum Beispiel auch dieses Prinzip, über das wir am Anfang gesprochen haben, dass er schon früh einfach sich reinversetzt hat in die Version von sich, die so erfolgreich ist, wie er das heute ist, genutzt.
Er hat immer wieder über sich gesprochen, schon in ganz, ganz frühen Interviews, als er damals noch in Portugal gespielt hat und außer ein paar Scouts noch keiner ihn wirklich kannte, hat er immer wieder in Interviews gesagt, in meinem Kopf bin ich immer der Beste, egal was die anderen da draußen sagen, in meinem Kopf bin ich immer der Beste. Aber was ist das Prinzip dahinter? ist einfach genau dieses Self-Affirming, sagt man im Englischen so schön, also wirklich die Version immer wieder in den Vordergrund zu rücken, die ich wirklich sein will, so zu sprechen, als wäre ich jetzt schon die Version, mich so zu verhalten, als wäre ich jetzt schon die Version. Das heißt, das sind Prinzipien, die kann ich auch leben, egal in welcher Lebenssituation ich bin, egal wo ich gerade stehe, egal was meine Ziele sind, aber da kann ich sozusagen von den Prinzipien lernen und das ist ein Stück weit das, was glaube ich viele, auch wenn sie sich erfolgreiche Unternehmer, erfolgreiche Sportler anschauen, noch missverstehen und ich habe das früher auch gemacht, ich habe ganz am Anfang, als ich vor mittlerweile fast 15 Jahren so in dieser ganzen Persönlichkeitsentwicklungsjourney gestartet bin, habe ich jedes Buch irgendwie über Routinen und alles Mögliche gelesen und Biografien und dann gibt es ja tausende Bücher auch über die Morgenroutine von Person X und Unternehmer Y und Sportler Z und ich habe die alle gelesen und ich dachte mir, oh geil, jetzt habe ich es endlich gefunden, so wenn die Person die Morgenroutine macht, so dann sollte ich das jetzt auch machen und dann habe ich die ganzen Morgenroutinen getestet über Jahre hinweg und irgendwann immer wieder gemerkt, das ist nicht 100% meins, so und dann wieder verworfen, bis ich irgendwann festgestellt habe, hey, das Prinzip dahinter ist einfach nur own your morning im Prinzip, so starte halt nicht einfach komplett unbewusst mit dem Handy in der Hand und direkt der Tasse Kaffee in dem Morgen und begib dich irgendwie in die digitale Welt und kling dich direkt komplett aus für den Rest des Tages, sondern schau halt, okay, wie kannst du den Morgen für dich so gestalten, dass du bestmöglich in den Tag startest mit einer coolen Energie und finde dann den Weg, der für dich funktioniert und das kann für den einen oder anderen eine Routine sein, die vielleicht sehr ähnlich ist zu Routinen, die irgendwie erfolgreiche Unternehmer oder Sportler leben, das kann aber auch komplett konträr sein, das Wichtigste ist halt, dass es für dich funktioniert und dich in einen State, in eine Energie bringt, die dir dann hilft, einfach den Tag bestmöglich zu durchleben und das ist letztendlich der Schlüssel, so diese Prinzipien dahinter. Gibt es da, also wie viele Klienten hattest du bisher?
Darf ich fragen? Also ich habe im Sport über verschiedene Formate, das heißt von 1 zu 1 Coachings, über Workshops, Gruppencoachings etc. jetzt mit knapp über 2000 Athleten gearbeitet im Business-Bereich, wenn wir da auch alle Workshops mit reinnehmen, sind es wahrscheinlich roundabout 500. Welche Frage bei mir jetzt aufkam, gibt es bestimmte Sachen, die von wegen, wie Säulen sind, von der, sagen wir, jemand möchte sich selber optimieren und schaut auf den Morgen, wie jetzt gerade eben das Thema war. Gibt es bestimmte Sachen, die du jedem Mal empfiehlst und die auch den meisten einfach helfen, dabei zu funktionieren oder sich irgendwie zu verbessern, auch nur 1% am Tag vielleicht, zum Beispiel kein Handy oder Haferflocken am Morgen, keine Ahnung, komplett random irgendwie, aber Sachen, die einfach Wirkung zeigen, die klein sind, aber den großen Compound haben.
Gibt es da Sachen, die dir auffallen? Blut, also sowohl natürlich in Bezug auf einzelne Techniken, als auch da wieder, sag ich mal, das Prinzip dahinter, wo ich mit jedem natürlich auch hingehe, egal ob es jetzt Morgenroutine ist oder auch andere Situationen, ist einfach ja zu schauen, erstmal grundsätzlich, wie willst du dich denn fühlen? Und damit darf es grundsätzlich mal anfangen, so nicht mit, okay, was sollte ich machen, sondern erstmal, wie will ich mich eigentlich fühlen? Wenn ich morgens in den Tag starte oder sagen wir mal, wenn ich morgens das Haus verlasse vielleicht, um zur Arbeit zu gehen oder wenn ich mich morgens an den Schreibtisch sitze, um meine Arbeit zu starten, wie will ich mich in dem Moment fühlen, wenn so dann mein Arbeitstag in dem Sinne vielleicht beginnt? Und dann so ein bisschen zurückschauen, okay, was muss denn passieren zwischen Aufstehen und genau diesem Moment, damit ich mich so fühlen kann?
Und natürlich gibt es ein paar Dinge, die grundsätzlich, glaubten, super universell sind, was die Wirksamkeit angeht. Ich bin ein Riesenfan von Brevwork, über die letzten Jahre geworden, das heißt, wirklich mit unserem eigenen Atem zu arbeiten, so alleine und da müssen wir gar nicht in irgendwie, sag ich mal so, wirklich Brevwork-Reisen reingehen, die irgendwie 60, 90 Minuten gehen, was ich auch mit vielen meiner Klienten mache, sondern wirklich erstmal ein gutes Atemmuster aufzubauen und zu lernen, wieder richtig zu atmen, durch die Nase zu atmen, mal morgens in den Tag zu starten und überhaupt erstmal sich auch wieder sozusagen über die Atmung mit dem eigenen Körper zu connecten, mal fünf Minuten einfach zu nehmen und mal wirklich entspannt zu atmen, nicht tief unbedingt zu atmen, sondern wirklich erstmal entspannt zu atmen, ein gutes Atemmuster aufzubauen. Natürlich kann ich auch so Techniken nutzen, so Wim Hof Atmung ist, was uns in den letzten Jahren natürlich super populär irgendwie in zumindest so der Bubble ist, in der wir uns wahrscheinlich bewegen, was für viele Menschen unglaublich gut am Morgen funktioniert. Und es gibt so ein paar Klassiker, die ich aus meiner Perspektive immer wieder teile, wo ich sage, hey, das hat für mich in der Vergangenheit gut funktioniert, teste das einfach mal. Das fängt an mit so Basic-Sachen, wie das Erste, was ich morgens mache, ist einfach erstmal so ein Glas Wasser mit Zitronensaft und eine Prise Salz zu trinken, um dem Körper zu helfen, zu entgiften, super wertvoll.
Bewegung ist natürlich ein Riesenfaktor. Das kann sein, dass du ins Gym gehst, kann sein, dass du eine Runde spazieren gehst, kann sein, dass du einfach zu Hause irgendwie zehn Minuten ein bisschen Yoga machst, dich bewegst, ein kleines Workout machst. Das heißt, einfach Dinge, die dir helfen, in den Tag reinzukommen und natürlich auch im besten Fall wirklich mal vielleicht für wenigstens die erste Stunde des Tages dein Handy einfach mal im Flugload-Modus zu lassen und nicht direkt irgendwie Social Media zu checken, E-Mails zu checken, WhatsApp zu checken, sondern einfach mal offline zu sein und wirklich die erste Stunde des Tages mit dir zu verbringen und alleine das so als wirkliche Techniken sozusagen ist was, was glaube ich grundsätzlich jedem erstmal zeigen wird, okay, ich kann auch ganz anders in den Tag starten und ich kann es vor allem auch in dem Maße machen, wie es für mich funktioniert, weil auch da gibt es kein richtig und kein falsch und die Morgenroutine kann zwei Stunden dauern, die kann aber auch 20 Minuten dauern. Wenn du halt nicht mehr hast, dann nimm halt die 20 Minuten und verwandel die in eine kleine Routine für dich, die dich trotzdem gut in den Tag starten lässt und die hilft, dich einfach gut zu fühlen. Ich habe da das Gefühl, dass die meisten Leute echt unterschätzen, wie wichtig oder wie was für einen Effekt Morgenroutine eigentlich haben können, nicht nur eine Morgenroutine, aber auch allgemeine Routine einfach.
Ich bin ein sehr routinierter Mensch und ich dachte mir, dass man eines Tages wo es hieß, ja eigentlich sind Routinen 60% des Lebens irgendwie, weil 8 Stunden Arbeit, sagen wir mal, die 8 Stunden Schlaf und dann hat man dazwischen ja Zeit, die diese ganzen Transitionen in den nächsten Zustand bringen. Wenn man das optimiert, ist doch super und ich glaube, das verstehen viele nicht, aber schade eigentlich. Der Punkt dahinter ist ja einfach, letztendlich wir sind alle in dem Sinne Routinen Menschen, weil unser Kopf ja einfach darauf gepolt ist, Automatismen aufzubauen. Unser Kopf liebt es, Routinen und Gewohnheiten aufzubauen, weil er dadurch Energie spart und dementsprechend eigentlich ist insofern unser ganzes Leben aus Routinen aufgebaut, außer wir brechen wirklich mal bewusst ein paar Muster auf, aber die meisten Menschen, wenn sie sich wirklich mal bewusst ihr Tag und ihre Woche anschauen, werden wahrscheinlich feststellen, dass sie ganz oft immer wieder genau dasselbe tun, dass sie ganz oft auch immer wieder genau dieselben Gedanken haben. Es gibt Studien, kann man darüber streiten, wie relevant die sind, die gezeigt haben, dass wir 80 bis 90 Prozent des Tages dieselben Gedanken haben, die wir gestern auch schon hatten.
Das heißt, dass sich selbst auf dieser mentalen Ebene vieles wiederholt. Dann sind auch natürlich Gedanken und Gefühle sehr eng miteinander verknüpft. Das heißt, wenn wir immer wieder genau dasselbe denken, dann fühlen wir uns auch immer wieder genauso gleich und Gefühle und Gedanken prägen am Ende letztendlich auch unsere Handlungen. Das heißt, wenn wir immer wieder genau gleich denken, immer wieder dasselbe fühlen, dann werden wir auch immer wieder dasselbe tun, immer wieder dieselben Entscheidungen treffen, egal ob sie gut oder schlecht sind für uns, aber wir bleiben einfach in dieser Routine sozusagen drin stecken und da ist vielleicht auch ganz wichtig, dass so mal für viele ein kleiner Wake-up-Call, wenn ich das sage, am Ende geht es unserem Kopf und wir inkludieren mal unser Nervensystem, weil es spielt da auch eine riesengroße Rolle, geht es nicht darum, dass es uns gut geht, sondern dass wir sicher sind und dementsprechend, auch wenn all das, was wir jeden Tag tun, komplett schädigend für unsere Gesundheit, unser Umfeld, unsere Ziele ist, werden wir, wenn wir es nicht bewusst verändern, trotzdem in diesen Mechanismen drinstecken, weil es das ist, was wir gewohnt sind, weil es das ist, was unser System kennt und was unser System als sicher abgespeichert hat und unser System evolutionär gesehen priorisiert Sicherheit über Wohlbefinden und wenn wir das verstanden haben, dann merken wir, wie wichtig es ist, dass wir diese Routinen wirklich bewusst in die Hand nehmen und uns einfach mal auch anschauen, was mache ich denn eigentlich jeden Tag und gibt es da vielleicht auch die eine oder andere Routine, die ich verändern kann. Ich habe das Gefühl, das ist doch ähnlich bei Glaubenssätzen so, dass da Sarah halt auch vor Nutzen geht oder vor, was eigentlich wirklich Tatsache ist, dass je älter man einen Glaubenssatz von sich hat, desto eher schwieriger ist, er auch abzulegen.
Hast du einen optimalen Weg gefunden oder einen Weg, den man mal probieren kann, um diese Routinen aufzubrechen oder jetzt in dem Fall vielleicht auch Glaubenssätze mal zu hinterfragen? Also im ersten Schritt ist definitiv das, was ich gerade gesagt habe, der Ausgangspunkt, dass wir uns wirklich erstmal bewusst werden, okay, was tue ich jeden Tag beziehungsweise auch anhand dessen, was wir jeden Tag tun und vielleicht auch der Gedanken, die wir jeden Tag haben, dann auch mal zu reflektieren, was muss ich denn glauben, damit ich jeden Tag diese Gedanken habe, damit ich jeden Tag diese Routinen mache. Also das heißt, über diese Gedanken, Gefühle und Handlungen, die wir jeden Tag haben, kommen wir Step by Step ja immer mehr an diese Glaubenssätze ran und sehen dann, okay, was muss ich denn glauben, damit ich jeden Tag immer wieder in diese Gedanken reinkomme. und wenn ich dann diese Gedanken oder diese Glaubenssätze wirklich mal offengelegt habe und auch die Routinen dahinter sehe, dann kann ich natürlich bewusst daran gehen und das verändern, wobei es natürlich in beiden Bereichen ein bisschen unterschiedlich ist. Also bei den Routinen, ich bin ein Riesenfan davon, das in kleinen Schritten zu verändern.
Also das war vorhin mein Buch angesprochen, eine Sache, die ich da auch gefühlt wahrscheinlich in fast jedem Kapitel geteilt habe, ist diese Philosophie der Microhabits. Das heißt einfach kleine Gewohnheiten, die wir über den Tag verteilt immer wieder integrieren, die uns helfen, wirklich auch das aufzubrechen, was wir bisher gemacht haben. Und da geht es sozusagen viel weniger darum, dass wir jetzt einfach nur einmal am Morgen was anderes machen, sondern dass wir uns immer wieder verändern. Der Kompass ist dafür ein gutes Beispiel. Also wenn ich jetzt sage, okay, lauf mal einfach von Köln nach München und du hast kein Navi, sondern das einzige Orientierung, die du hast, ist eine Landkarte und ein Kompass, dann machst du einmal in Köln, das ist sozusagen dein symbolischer Morgen, den Start, du richtest deinen Kompass aus auf München und dann läufst du los.
Und wenn du aber jetzt nicht zwischendrin mal wieder die Landkarte in die Hand nimmst und den Kompass in die Hand nimmst, ist die Wahrscheinlichkeit, dass du am Ende in München landest, verhältnismäßig gering, weil du wahrscheinlich irgendwo vom Weg abkommen wirst und dann findest du dich irgendwie im schlimmsten Fall hunderte Kilometer entfernt von München wieder. Wenn du aber immer wieder alle zehn Kilometer mal kurz die Landkarte rausholst, den Kompass justierst und schaust, okay, wo muss ich vielleicht ein kleines bisschen wieder links oder rechts anpassen, ist die Wahrscheinlichkeit, dass du in München rauskommst, relativ hoch. Und das ist genau diese Philosophie der Microhabits. Das heißt, wir haben ein klares Ziel, wo wir sagen, so will ich mich jeden Tag fühlen im besten Fall und das soll mein Tag sein und über den Tag verteilen, darf ich mit kleinen Routinen immer wieder gegensteuern, darf mich immer wieder zum Beispiel mal in ein Gefühl von Gelassenheit, Entspannung zurückbringen, wenn ich irgendwie mehr Leichtigkeit ins Leben bringen will. Und bei Glaubenssätzen können wir vor allem diese Veränderungen erzeugen, indem wir auf der einen Seite natürlich mal bewusst nach Beweisen für neue Glaubenssätze suchen beziehungsweise die aktuellen Glaubenssätze hinterfragen.
Also, wenn wir jetzt einen Glaubenssatz haben, nehmen wir mal ein ganz simples Beispiel. Ich habe super oft Sportler vor mir sitzen, die mir sagen, ich kann meine Trainingsleistung im Wettkampf nicht abrufen. Ist einfach natürlich auf Erfahrung basiert, aber es ist ein Glaubenssatz, der sich eingeprägt hat. Und das Erste, was wir machen können, ist einfach den Glaubenssatz mal zu challengen und zu gucken, okay, du glaubst, du kannst deine Trainingsleistung im Wettkampf nicht abrufen, ist das denn wirklich wahr? Zu 100 Prozent.
Und dann knickt bisher jeder immer ein schon mal und sagt, naja, also da gab es schon mal so diesen einen Wettkampf, da konnte ich genau das zeigen, was in mir steckt und was ich im Training kann. Vielleicht sogar ein bisschen mehr. Okay, haben wir schon mal Evidenz dafür, dass dieser Glaubenssatz nicht zu 100 Prozent wahr ist. Jetzt die andere Frage, was ist denn das, was du wirklich glauben willst? Und okay, ich wäre gern zu 100 Prozent davon überzeugt, dass ich im Wettkampf das zeigen kann, was ich im Training auch zeigen kann.
Und dann geht es im tagtäglichen Business und Training sozusagen darum zu gucken, okay, was spricht denn dafür, dass ich im Wettkampf das zeigen kann, was ich im Training zeigen kann. Und das heißt, dass wir dann sozusagen zum Beispiel nach einem Wettkampf detailliert den Wettkampf ein Stück auseinandernehmen und nicht nur einfach auf das reine Ergebnis schauen, sondern mal gucken, hey, wo hast du denn das gezeigt, was du im Training auch zeigen kannst? Wo hast du dich vielleicht richtig gut gefühlt? Wo hast du in einzelnen Situationen genau das gemacht, was du im Training auch machst? Und somit sehen wir plötzlich immer mehr, dass dieser neue Glaubenssatz schon wahr ist in bestimmten Momenten, noch nicht in allen, aber wir sammeln Beweise.
Und je mehr Beweise wir haben, desto mehr festigen wir diesen neuen Glaubenssatz, desto mehr bröckelt auch dieser alte Glaubenssatz und mit der Zeit sozusagen lösen wir den alten dann einfach ab und bauen den neuen auf, weil wir einfach wirklich die Beweise im Hier und Jetzt sehen für den neuen. Und wie lange dauert dann so eine Arbeit? Wann kommt der erste Progress? Super unterschiedlich. Also es kann sein, dass du natürlich direkt im ersten Wettkampf irgendwie oder in der ersten nächsten Situation eine komplett andere Erfahrung machst.
Also ich habe Athleten, Athletinnen vor mir gesessen gehabt, die haben mit meinem Programm gearbeitet, die haben teilweise nicht mal one-on-one mit mir gearbeitet, sondern die Philosophie aus Programmen von meinem Unternehmen mitgenommen und direkt im nächsten Wettkampf neue persönliche Bestleistungen aufgestellt und sich einfach bewiesen, hey, das geht, das funktioniert. Heißt nicht, dass sie das dann schon vollständig verkörpert haben und dass es ab dann nur noch Top-Wettkämpfe gibt, aber das ist der erste relevante Beweis. Es gibt andere Situationen, ich saß heute Nachmittag gerade im Coaching mit einem CEO von einem Softwareunternehmen, den ich jetzt seit fast einem Jahr mittlerweile begleite und eine Verhaltensweise von ihm war, dass er sich in der Vergangenheit super viel Feedback, das vielleicht eher negativ war, einfach super zu Herzen genommen hat. Er hat das sehr persönlich genommen aus dem Unternehmen, wenn da irgendwie von Mitarbeitern Kritik, Feedback kam, vielleicht auch über Umwege, das zu ihm gelangt ist und heute war gefühlt das erste Mal, dass wir wirklich da saßen und er von einer Situation erzählt hat, die schon viel Tragweite hatte, was das Feedback anging, auch in eine negative Richtung und er für sich das erste Mal gemerkt hatte, dass er es nicht an sich herangelassen hat, dass er es einfach sehr neutral betrachten konnte und dann einfach nach vorn schauen konnte. Es hat gefühlt sozusagen fast ein Jahr für ihn gedauert, wirklich diesen Shift zu machen, was natürlich auch immer damit zusammenhängt, wie oft werde ich mit diesen Situationen konfrontiert und wie intensiv, sage ich mal, oder wie diszipliniert arbeite ich letztendlich auch an mir auf dieser Ebene oder trainiere das Ganze.
Arbeit klingt immer so anstrengend, Training ist, glaube ich, der bessere Kontext. Ist dann Motivation für dich jetzt ein bisschen ein anderes Thema? Ist es dann eine Sache, die passiert im Kopf oder ist es dann wirklich eine Sache des Körpers? Also es gibt Menschen, die glauben zum Beispiel nicht daran, dass man motiviert sein muss, um etwas zu tun. Dass Motivation irgendwie nur gegeben sein kann, aber nicht sein muss, um etwas zu tun.
Was ist da deine Meinung dazu? Dass Motivation überbewertet wird. Und zwar im Sinne dessen, dass wir glauben, wir müssen immer motiviert sein, um das zu tun, was uns wichtig ist. Und letztendlich ist Motivation was sehr Flüchtiges. Motivation kommt und geht in Wellen.
Und gerade in einem längeren Prozess, wo wir uns verändern oder wo wir nach einem großen Ziel streben, wirst du nicht jeden einzelnen Tag motiviert sein. Wenn ich mit einem Athleten zusammensitze, der sich vier Jahre lang auf die Olympischen Spiele vorbereitet und das Ziel hat, irgendwie eine Olympische Medaille zu gewinnen, dann steht der auch nicht jeden einzelnen Tag auf und denkt sich, boah, geil, heute schon wieder, heute schon wieder zwei Trainingseinheiten, ganze Regeneration, zwölf Stunden lang an mir arbeiten, super diszipliniert sein, mich auf allen Ebenen limitieren, nicht meine Freunde treffen, um es, sag ich mal, ein bisschen ins Extrem zu treiben. Aber letztendlich, die Motivation ist in Phasen da und in manchen Phasen ist sie nicht da. Aber was letztendlich bleibt, sind halt die Systeme, die wir uns geschaffen haben und auch die Routinen, die wir etabliert haben. Und wenn wir uns darauf konzentrieren, haben wir schon mal eine andere Ausgangssituation.
Und vor allem, glaube ich, das, worauf wir uns viel mehr konzentrieren dürfen, ist der eigentliche Purpose dahinter. Also es gibt dieses schöne Buch von Simon Sinek, Start with Why, das eigentlich so in der Unternehmensphilosophie viel verwendet wird, aber gerade für uns persönlich in diesem Motivationsprozess super viel Relevanz hat, weil wir uns immer erst mal wieder fragen dürfen, warum will ich mich denn eigentlich verändern? Warum will ich ein bestimmtes Ziel erreichen? Und die meisten machen das halt aus Gründen heraus, die sie entweder nie hinterfragt haben, die sie gar nicht kennen oder die irgendwie von extern auf diktiert sind. So, das heißt, einfach quasi Ziele, von denen wir glauben, dass wir sie erreichen müssen oder Prozesse, die wir durchlaufen müssen, weil es halt jeder macht.
So, der Klassiker irgendwie dann auch nach der Schule, so dieses, okay, jetzt muss ich irgendwie ein Studium machen oder jetzt muss ich einen Job machen und dann gehe ich ins Angestelltenverhältnis. Ich habe dieses ganze Game ja auch durchgespielt, weil ich nach dem Abi hatte ich keine Ahnung, was ich machen sollte und dachte mir dann halt damals mit so irgendwie der begrenzten Perspektive, die ich damals hatte, okay, das, was alle machen, dann muss ich halt jetzt einen Job machen. Das ist halt das, was bleibt. Und der Grund, warum ich das mache, ist, weil es alle anderen machen. Ich habe was gemacht, was mir nicht wirklich Spaß gemacht hat.
Das war jetzt nicht die Erfüllung meines Lebens, sonst würde ich ja auch nicht hier sitzen, sondern vielleicht das noch machen. Und dementsprechend, wenn wir anfangen, einen Beweggrund zu finden, der wirklich was in uns bewegt, also Motivation kommt ja ursprünglich aus dem Griechischen, glaube ich, von Motivare und bedeutet sozusagen einfach etwas bewegen, etwas in uns bewegen. Und genau das dürfen wir eigentlich finden und das ist vielmehr dieses Warum in uns. Warum will ich etwas verändern? Warum will ich ein Ziel erreichen?
Und wirklich ein Warum zu finden, das uns persönlich etwas bedeutet und nicht ein Warum, das irgendwie bedeutet, hey, dann bekomme ich Anerkennung von außen, dann bekomme ich eine Summe Geld, dann bekomme ich Anerkennung, dann bekomme ich eine Medaille um den Hals gehangen. Das ist kein Warum, das dich über so einen langen Prozess tragen wird, sondern da muss es irgendwas in dir geben, was deutlich größer ist als das und was wirklich dir persönlich was bedeutet. Und wie, was würdest du da jetzt deinen Führern nicht sagen, wie man diesen Prozess nicht beschleunigen kann, wie man ihn angehen kann, das sein Warum zu finden? Wie war das bei dir? Ich habe ganz viel Zeit wirklich mit mir allein verbracht.
Also, ich bin dann nach meiner Ausbildung und vier Jahren Studium nur mit 25 aufgewacht, hatte noch eine Prüfung bis zu meinem Bachelor und das war dann der Punkt, wo ich damals erkannt habe, dass ich sieben Jahre meines Lebens für was investiert habe, auf das ich eigentlich gar keinen Bock habe. Und parallel kam dann die Geschichte dazu, dass meine erste wirklich ernsthafte Beziehung auseinandergebrochen war, sehr kurzfristig unerwartet und ich war dann so gerade über so diese klassische erste Mitleidsphase drüber und habe dann angefangen halt wirklich mal zu schauen, wie es weitergeht und habe dann damals für mich die Entscheidung getroffen, halt wirklich nochmal komplett neu anzufangen und mich rauszunehmen. Ich habe dann mein Studium geschmissen, ich habe meine Wohnung gekündigt, habe meinen ganzen Besitz verkauft, bin für ein Jahr nach Australien gegangen und habe da super viel Zeit allein verbracht, teilweise dreieinhalb Monate im Outback auf einer Farm gearbeitet, wo ich der einzige nicht Australier war, da super remote in einem Gästehaus von einer Family gewohnt und hatte im Umkreis von 20 Kilometern irgendwie fünf Häuser, die ich ab und zu mal irgendwie gesehen habe, ansonsten war da nichts und einfach unglaublich viel Zeit, um mit mir selbst zu sein und wirklich mal nachzudenken über mich, mein Leben, das, was mich antreibt, wo ich wirklich hin will. Die Möglichkeit hat natürlich nicht jeder. Das war einfach auch ein Stück weit natürlich so die privilegierte Situation, in der ich damals war, dass ich das machen konnte.
Die Situation hat nicht jeder. Trotzdem können wir sozusagen auch da wieder das Grundprinzip dahinter natürlich mitnehmen und das ist einfach Zeit mit dir allein und genau diesen Fragen, weil am Ende dieses Warum kann dir niemand beantworten. Die Antwort darauf musst du selbst finden. Du kannst natürlich dir einen Coach holen, einen Mentor, du kannst dir Leute in deinem Umfeld versammeln, die dich dabei unterstützen, die dich auf diesem Weg begleiten, die dir vielleicht auch ein bisschen Guidance geben an der einen oder anderen Stelle, aber am Ende musst du halt selbst die Frage für dich beantworten und wirklich sich mal hinzusetzen und anfangen, sich diese Fragen zu stellen, ist das Beste, was wir machen können. Das darf dann auch wirklich mal dauern.
Ich habe letztens einen Bekannten getroffen auf einem Festival, wo wir in Portugal waren und er hat mir erzählt, dass damals während der Corona-Zeit war er mit seiner Frau in Costa Rica und dann konnten sie nicht mehr ausreisen, dann waren sie für ein halbes Jahr lang in Anführungsstrichen in Costa Rica gefangen, gibt schlimmere Plätze, um irgendwo sein Leben zu gestalten und die haben dann in irgendeiner Villa da gewohnt, die sie für fast kein Geld bekommen haben, weil die ja keine andere mehr mieten konnte und dann haben sie sich in genau dieser Zeit einfach mal hingesetzt und haben quasi alle Tücher aus dem Haus zusammengeschoben, ein Riesenblatt Papier draufgeschmissen, haben gesagt, okay, jetzt nutzen wir einfach die Zeit, die wir hier haben, um uns mal wirklich damit zu beschäftigen, wie wollen wir eigentlich leben, was für ein Unternehmen wollen wir eigentlich aufbauen, wo wollen wir eigentlich leben, wie sieht unser Zuhause aus und haben quasi über die ganze Zeit, die sie da waren, so ihre komplette Life Vision erschaffen und sind dann aus Costa Rica raus, jetzt mittlerweile, heute leben sie genau das auf einer richtig coolen Retreat Location im portugiesischen Nationalpark, die sie gekauft haben und für sie hat es mehrere Monate gedauert, für den einen oder anderen dauert es vielleicht ein paar Jahre, der einen oder andere hat es vielleicht nach einer Woche raus, ich glaube, da dürfen wir so ein bisschen auch den Pressure rausnehmen, sodass wir glauben, ich muss das jetzt in einer bestimmten Zeitspanne schaffen, aber wir dürfen uns hinsetzen und die Frage stellen, anders werden wir da nicht hinkommen. Ich glaube, das ist immer sehr, sehr schwierig, weil man dann sehr viele Schichten von sich selber kennenlernen kann, die man vielleicht gar nicht kennt. jetzt, das klingt, ich hätte jetzt noch eine andere Frage, ein bisschen off-topic. Coacht du Menschen in Richtung Resilienz? Oder?
Im Grunde genommen ja schon, nicht vordergründig, aber es ist ein Teilprozess natürlich. Wie können Menschen das dann stärken? Wie kann man da besser werden? Durch mentale Kontrolle? Bringt dann irgendwie Mantras sich selber sagen etwas?
Oder das sind die gängigsten Methoden, die ich kenne? Es gibt ganz viele Möglichkeiten natürlich. Am Ende ist ja Resilienz einfach nur Widerstandsfähigkeit. Wie bauen wir Widerstandsfähigkeit auf, indem wir uns mit bestimmten Situationen, in denen wir stärker sein wollen, immer wieder konfrontieren und daran wachsen. Das ist so der klassische Gym-Vergleich.
Wenn wir stärkere Muskeln haben wollen, einen widerstandsfähigeren Körper, dann dürfen wir am besten Fall regelmäßig ins Gym gehen, die Muskeln trainieren, einen Trainingskreis setzen, der dann im Heilungsprozess sozusagen für Wachstum sorgt. Und dann dürfen wir parallel uns auch regelmäßig gut ernähren, wir dürfen gut schlafen, das heißt, ganz viele Faktoren, die auf Regelmäßigkeit und Konstanz basieren, die dann diese Widerstandsfähigkeit aufbauen. Und diese innere Resilienz funktioniert am Ende auch nicht anders. Wir dürfen uns sozusagen immer wieder mit bestimmten Situationen konfrontieren und einfach lernen, anders damit umzugehen. Also per se ist ja Veränderung nichts anderes, als dass wir denselben Trigger wieder erleben, aber wir verhalten uns anders.
Selber Trigger, anderes Verhalten, das ist echte Veränderung, die wir sehen in unserem Leben. Und Widerstandsfähigkeit entsteht am Ende genau daraus, dass wir uns halt immer wieder mit diesen Triggern aktiv auseinandersetzen, dass wir aktiv auch daran arbeiten, anders damit umzugehen. Und da gibt es natürlich verschiedenste Möglichkeiten. Das fängt meiner Meinung nach damit an, dass wir in ganz vielen Bereichen erstmal unsere Power wieder zurückholen, indem wir erkennen, was wir überhaupt kontrollieren können und was wir nicht kontrollieren können. Einer meiner Lieblings-Slogans, ich sage immer so schön, alle Menschen, mit denen ich in den letzten Jahren gearbeitet habe, die kannst du wahrscheinlich nachts um drei Uhr wecken und sie fragen, was ist der eine Satz, den du dir unbedingt merken solltest, um die Kontrolle zu behalten und ich bin mir sicher, jeder von denen würde aufspringen und sagen, control the controllable.
Und wenn wir das verinnerlicht haben, das zu kontrollieren, was wir wirklich kontrollieren können, haben wir überhaupt schon erstmal eine viel, viel größere Möglichkeit, auch resilient zu sein, weil dann erkennen wir, okay, es geht wirklich in bestimmten Situationen auch einfach nur um unsere eigene Reaktion. Wir können bestimmte Umstände nicht verändern, aber wir können natürlich verändern, wie wir damit umgehen. Also ein ganz simples Beispiel, das es, glaube ich, sehr greifbar macht für Leute. Wenn ich resilienter sein will gegenüber Kälte zum Beispiel, dann ist es wahrscheinlich nicht die beste Überlegung, jedes Mal, wenn es kälter wird, mit zehn Schichten bepackt, nach draußen zu gehen, damit es mir so warm ist, als wären draußen 25 Grad. Sondern dann darf ich mich vielleicht auch sozusagen in kleinen Abschnitten mit der Kälte konfrontieren und meinem Körper diese Erfahrung von Kälte geben und dann lernen, damit umzugehen.
Und auch da wieder sozusagen dann einfach diese Erfahrung zu machen. Und innere Resilienz ist am Ende genau dieser Punkt, dass wir diese Trigger, die wir jeden Tag sehen, die wir jeden Tag erleben, von denen es ja jeden Tag unzählige gibt, wenn wir wirklich mal da drauf schauen, einfach wirklich wahrnehmen, uns anschauen, wie reagiere ich denn aktuell darauf, wie gehe ich aktuell damit um, in welchen Situationen verhalte ich mich schon positiv, in welchen Situationen bin ich vielleicht auch resilient im Sinne dessen, dass ich gewisse Themen nicht an mich ranlasse, dass ich entspannter bleibe, dass ich ruhiger bin, dass ich daran wachsen kann und in welchen Situationen kann ich das nicht und dann zu gucken, wie will ich mich denn stattdessen verhalten und dann gehe ich mit einer klaren Intention in den nächsten Tagen, okay, wenn diese selbe Situation wieder mir helfen, in dem Moment dann wirklich mich auch anders zu verhalten, dass ich dann über beispielsweise eine kurze Atemtechnik mich zurückhole und wirklich auch mal wieder bewusst werde, wie will ich mich jetzt verhalten und dann ein neues Verhalten integriere, aber so bauen wir Step by Step einfach diese Resilienz auf und nutzen das, was wir jeden Tag an Triggern sozusagen in unserem Leben bekommen. Wo stößt dein Coaching an seine Grenzen? Es stößt spätestens dann vor allem natürlich an seine Grenzen, wenn Menschen vor mir sitzen mit wirklich psychologischen Krankheitsbildern, also sei es in Richtung Depression, sei es Perspektiven einfach und Krankheitsbilder, die einfach nicht ein Coaching gebrauchen können, sondern die eine Therapie brauchen, die eine psychologische Betreuung brauchen, die wirklich dann nochmal eine ganz andere Herangehensweise brauchen und für die Coaching vielleicht ein Thema in ein, zwei, drei Jahren ist oder für die es vielleicht auch begleitend ein Thema ist, aber nicht primär. Ich habe durchaus in der Vergangenheit auch schon ein, zwei Leute gecoacht, die parallel auch in Therapie waren und in sozusagen genau dieser Behandlung waren, die für sich aber einfach gesagt haben, hey, ich will parallel trotzdem diesen Coaching Impuls haben, weil ich glaube, das hilft mir einfach und dann ist es auch ein Stück weit natürlich eine konstante Absprache zwischen mir und der therapeutischen Seite und auch wirklich zu checken, ob wir uns einfach in eine gute Richtung entwickeln, aber wenn das nicht gegeben ist, dann stößt es auf jeden Fall da natürlich an seine Grenzen.
Kennst du die Self-Improvement Szene auf Social Media? Ja, definitiv. Was ist da deine persönliche Meinung dazu? Weil sehr viele Themen, die du jetzt angestellt hast, die kenne ich aus dieser Szene und dieser Bubble und mich würde einfach interessieren, was denkst du darüber? Ich war super lang, glaube ich, selbst ein Teil dieser Bubble und ich muss, glaube ich, heute immer noch aufpassen, dass ich nicht wieder in dieses konstante Selbstoptimierungsdenken abrutsche.
Ich habe tatsächlich gestern erst mit einem guten Freund darüber gesprochen und letztendlich, ja, die Intention dahinter ist eine super positive. Wir wollen uns selbst optimieren, wir wollen uns verbessern, wir wollen uns weiterentwickeln. Das Problem ist halt, dass die Selbstoptimierung für viele irgendwann quasi einfach fast schon so ein Stück weit wie so eine Sucht wird. Und wir glauben, wir müssen uns immer noch weiterentwickeln, wir müssen immer noch besser werden. Und der Punkt dahinter ist vor allem, was wir dabei machen, und wir checken das meistens natürlich nicht, ich habe es auch lange Zeit nicht gecheckt, wir senden halt auch da wieder die ganze Zeit an uns selbst das Signal, immer wieder glauben, wir müssen uns an der Stelle, an der Stelle, an der Stelle noch weiter optimieren, senden wir unterbewusst das Signal an uns selbst, dass so wie wir jetzt gerade sind, es nicht gut ist.
Und das sorgt einfach dafür auch wieder, dass wir aus einer Energie heraus diese Selbstoptimierung machen, die langfristig uns wahrscheinlich nicht an den Punkt bringt, wo wir hin wollen, wo wir wirklich mal glücklich und ist es gut genug, so wie wir jetzt gerade sind, ist es in Anführungsstrichen perfekt, das bedeutet nicht, dass du dich nicht weiterentwickeln kannst, dass du Dinge lernen kannst, dass du anders mit Situationen umgehen kannst, dass du dich wirklich auch sozusagen in bestimmten Situationen und Bereichen deines Lebens einfach auf neue Level begeben kannst, aber diese konstante Selbstoptimierung aus so einer Sucht, aus so einem inneren Trieb heraus zu machen, weil wir glauben, wir müssen immer noch besser, schneller, höher, weiter gehen, um irgendwann im besten Fall an den Punkt zu kommen, wo wir das Gefühl haben, jetzt bin ich angekommen, wird dazu führen, dass wir einfach quasi wie so die sprichwörtliche Karotte vor uns baumeln haben, immer die ganze Zeit, der wir hinterher rennen und wir kommen nie an, weil wir einfach uns in so einem goldenen Hamsterrad befinden, aus dem wir irgendwann mal aussteigen dürfen und erkennen dürfen, jeder von uns gut genug und komplett vollkommen auf diese Welt gekommen ist und die Welt dann nur irgendwann angefangen hat uns zu erzählen, dass wir das nicht sind und genau das, was die Welt uns erzählt hat, dürfen wir wieder vergessen, verlernen und uns wieder daran erinnern, wer wir wirklich sind. Es ist trotzdem irgendwie sehr leicht dann zu glauben, dass man immer wieder diesen Punkt dann kann ich doch glücklich sein, wenn ich das und das erreicht habe, wenn ich das jetzt noch gemacht habe, irgendwie ist das der Charme von diesem Self-Improvement habe ich das Gefühl, dass man dann sagen kann, dann hat man es geschafft und dann ist man glücklich, aber im Endeffekt mit jedem Punkt, den man dann neu schafft, kommt ein neuerer Setpoint, der vielleicht dann noch höher ist und dann kommt man genau zu dem, was du dachtest. Passend dazu, hast du in deinem Buch ja Oh, sorry. Alles gut, ich wollte nur ganz kurz einhaken mit genau einer Frage noch sozusagen, weil du hast einen super Punkt noch angesprochen und jeder, der immer noch diesem Glauben sozusagen hinterherläuft, dass wir irgendwann glücklich sein werden, wenn wir Ziel XYZ erreicht haben, darfst du dich mal fragen, ist das denn jemals in deinem Leben schon mal passiert? Hast du schon mal ein Ziel erreicht, das dich nachhaltig wirklich glücklich gemacht hat?
Und dann wirst du wahrscheinlich erkennen, dass das meiste dafür gesorgt hat, dass du vielleicht mal einen kurzen Moment der Freude hattest, dass du mal kurz glücklich warst und es dann wieder verschwunden ist, weil dann schon wieder das nächste kam. Dann kam direkt danach wieder die Frage, okay, Ziel erreicht, what's next? Und dann bist du halt in diesem Selbstoptimierungswahn gefangen und wirst nie wirklich dieses Glück haben, was du dir wünschst, weil du immer glaubst, es liegt irgendwo in der Zukunft und wirklich finden können wir es aber, so klischeehaft es auch klingt, einfach nur im Akzeptanz ist ein Teil davon und der andere ist zu lernen auch einfach mal wirklich wieder präsent zu sein, wirklich auch im Hier und Jetzt zu leben, weil wir haben einfach unglaublich viele Impulse in unserem Leben und durch diese Impulse unglaublich viele mentale Mechanismen entwickelt, die uns konstant aus dem Hier und Jetzt rausziehen, die zwar dafür sorgen, dass wir körperlich anwesend sind, gerade in dem Moment, gedanklich aber immer woanders sind oder sehr, sehr oft woanders sind, weil wir abgelenkt sind, weil wir über irgendwelche Szenarien in der Zukunft nachdenken, weil wir uns den Kopf zerbrechen über irgendwas, was in der Vergangenheit passiert ist, das heißt, wir verbringen einfach unglaublich wenig Zeit wirklich im Hier und Jetzt und wenn wir mal wieder lernen, wirklich präsent zu sein, dann kommen fast schon von allein diese Dinge, die wir die ganze Zeit gesucht haben, weil dann merken wir plötzlich, dass dieses Glück, das wir immer haben wollten, nicht irgendwo in der Zukunft ist, sondern nur im Hier und Jetzt, dass dieses Gefühl von inneren Frieden nicht irgendwo in der Zukunft liegt, sondern nur in dem Moment hier erreicht werden kann. Nur in dem Moment können wir ein Gefühl von inneren Frieden haben. Und das funktioniert nur, indem wir wirklich lernen, einfach wieder präsent im Hier und Jetzt zu sein.
Meinst das dann auch eine Definition vom Flow-Zustand, den du damit meinst? Der Flow bringt uns in diese Präsenz auf jeden Fall. Also Flow, zumindest dieser Peak-Performance-Flow, den die meisten sozusagen kennen und den wir wissenschaftlich auch sehr gut kennen mittlerweile, der bringt uns einfach maximal ins Hier und Jetzt oder beziehungsweise eigentlich sogar andersrum. Die Fähigkeit, im Hier und Jetzt zu sein, ist eigentlich fast der Türöffner in den Flow. Also es ist eine ganz, ganz wichtige Komponente.
Es gibt mittlerweile wissenschaftlich belegt 22 Flow-Trigger, das heißt verschiedene Auslöser, die dafür sorgen, dass wir in den Flow kommen können. Und wirklich im Hier und Jetzt zu sein, ist ein ganz, ganz großer, warum ich zum Beispiel auch mit all meinen Athleten, für die Flow natürlich im Wettkampf das ist, woran sie immer streben, weil sie sich dann nicht nur am besten fühlen, sondern auch ihre beste Leistung zeigen. Wir unglaublich viel Achtsamkeitstraining machen, unglaublich viel an dieser Präsenz arbeiten, dieser Fähigkeit, wirklich im Hier und Jetzt zu sein, weil du damit diese Tür zum Flow einfach schon mal unglaublich weiter aufmachst. Und was sind da deine Lieblingstechniken für Achtsamkeit? Letztendlich können wir Achtsamkeit über ganz viele Mechanismen trainieren.
Wir machen das ganz oft über unsere Sinnesorgane natürlich. Ich bin letztendlich ein Fan davon, natürlich die Sachen zu nehmen, die wir gerade haben, nicht großartig mit externen Tools zu arbeiten, kann hier und da cool sein, aber letztendlich in den wirklich wichtigen Momenten sind wir auf uns allein gestellt oder ist ein Unternehmer auf sich allein gestellt und kann nicht auf irgendein Tool zurückgreifen und dann dürfen wir einfach schauen, können wir das über unsere Sinnesorgane machen? Das heißt, wenn wir uns wirklich mal auf ein Sinnesorgan konzentrieren, wirklich beispielsweise auf einen Punkt zu schauen für eine längere Zeit, für ein paar Sekunden lang wirklich mal auf nur das zu achten, was wir gerade hören können oder auf unsere Wahrnehmungen im Körper sozusagen, die letztendlich da sind oder Geschmack, Geruch funktioniert genauso, immer ein bisschen schwieriger, je nachdem, wo wir uns gerade befinden oder ob wir gerade was essen oder nicht. Atmung funktioniert extrem gut, weil wir können nur hier und jetzt atmen, wir können nicht in der Vergangenheit oder Zukunft atmen, sondern wenn wir wirklich bewusst atmen, dann tun wir das hier und jetzt so. Das sind die klassischen Trigger, die wir einfach ganz oft benutzen, um dann für die jeweilige Person einfach zu schauen, was funktioniert wirklich für dich, weil gerade zum Beispiel bei den Sinnesorganen, jeder von uns Menschen hat meistens zwei präferierte Sinnesorgane, die stärker ausgeprägt sind als die anderen drei und die zwei funktionieren dann auch am allerbesten, um wirklich dich in diese Achtsamkeit reinzubringen und die darfst du finden.
Das wusste ich gar nicht. Und das äußert sich dann auch dadurch, wie man die Welt dann wahrnimmt und wie man dann auch am besten lernt. Es gibt ja auch diese Lerntypen zum Beispiel. Ist ein Teil definitiv davon. Also jemand, der sehr auditiv ist, wird wahrscheinlich nicht unbedingt sozusagen sich am meisten darüber freuen, wenn er nur visuelle Impulse bekommt und nie irgendwas hört sozusagen.
Wenn du den die ganze Zeit vor ein Lehrbuch setzt und sagst, okay, jetzt lern mal, wird er das wahrscheinlich nicht lernen. Ich bin zum Beispiel super auditiv. Ich liebe es, Podcasts zu hören, Hörbücher zu hören, Sprachen einfach auditiv zu lernen. Aber wenn du mich hinsetzt und sagst, hier ist ein Lehrbuch über Spanisch lernen beispielsweise, dann bedanke ich mich wahrscheinlich dafür, aber schiebe es dann irgendwie auch weg, weil ich weiß, dass ich damit nichts anfangen kann, weil das einfach nicht mein präferierter Typ ist, sondern dass letztendlich auditiv für mich viel besser funktioniert und zum Beispiel auch für mich diese 18-Kreis-Impose auditiv mit am besten funktionieren. In deinem Buch hast du auch Alex Hormosi zitiert.
Gut, wir haben das vielleicht schon ein bisschen angeschnitten mit dem Self-Improvement Thema. Was ist deine Meinung zu ihm? Ich habe mich lange jetzt nicht mehr so intensiv mit ihm beschäftigt. Grundsätzlich, ich glaube, wie bei jedem, der was wirklich Außergewöhnliches erreicht hat und das hat er definitiv mit den ganzen unternehmerischen Erfolgen und zumindest so wie es nach außen wirkt, auch beziehungstechnisch, hat er auf jeden Fall absolut meinen Respekt verdient, super beeindruckend, was er auf die Beine gestellt hat in den letzten Jahren und er auch irgendwie mehr oder weniger so gefühlt aus dem Nichts plötzlich die ganze Business Bubble da für sich eingenommen hat und auch viel in der Self-Improvement Bubble und auf der anderen Seite glaube ich einfach natürlich, er kommt aus einem anderen Wertesystem, er ist in den USA aufgewachsen und dementsprechend gibt es ein paar Aspekte, wo ich nicht immer 100% seiner Meinung bin, also gerade so dieses amerikanische Klassiker von so no pain no gain beiß dich einfach durch und wenn es jetzt noch nicht funktioniert, dann musst du einfach noch mehr arbeiten und noch härter arbeiten und noch härter trainieren bis zu einem gewissen Level ist das absolut relevant, aber ab einem gewissen Level sorgt es für viele halt zumindest bei Menschen, mit denen ich in der Vergangenheit zusammenarbeiten durfte, dafür, dass sie gegen die Wand rennen und irgendwann vielleicht schlimmstenfalls in einem Burnout oder ähnlichen landen, weil sie einfach immer gedacht haben, hey, ich muss nur noch mehr trainieren, noch mehr arbeiten und dann wird es schon irgendwann funktionieren und ganz oft landen die Leute, die vielleicht genau das gemacht haben, dann irgendwie bei mir im Coaching, wo wir dann schauen dürfen, okay, wie kommen wir da wieder raus und was können wir jetzt schon dessen anders machen, um da eine bessere Herangehensweise zu finden, also ich glaube, da gibt es ein paar Dinge, die einfach so vom kulturellen Mindset her geprägt, sehr unterschiedlich sind oder generell so ein bisschen diese, in Anführungsstrichen, alte Performance-Welt, wie ich es gerne nenne, widerspiegeln, wo es immer nur um dieses mehr, mehr, mehr geht, ein bisschen diese Hustle-Mentality, gerade auch im Business-Bereich und wir lernen dürfen, meiner Meinung nach, einfach wieder aus einer anderen Energie heraus nach Leistung zu streben und nicht mehr Leistung über alles zu stellen und uns durch Leistung zu definieren, sondern letztendlich zu schauen, hey, eigentlich das, was wir haben wollen oder wo wir starten dürfen, ist Präsenz, ist innere Ruhe, ist ein ausgeglichenes, flexibles Nervensystem, ist ein Gefühl von Spaß, Freude, Erfüllung im Hier und Jetzt und wenn wir das haben, dann kommt Erfolg als ein Nebenprodukt, aber all das, was wir eigentlich wollen, so Glück, innere Frieden, Spaß, Freude, kommt sehr, sehr selten als ein Nebenprodukt von Erfolg, aber Erfolg kommt wahrscheinlich zu 100% immer als ein Nebenprodukt von Präsenz, Spaß, Freude, innerem Frieden und einem Gefühl von Erfüllung. Das ist ein sehr, sehr guter Balanced Approach.
Das ist auch schön gesagt. Ich habe nur das Gefühl, dass dir das mehr ist besser und wenn es nicht klappt, dann hast du nicht hart genug funktioniert. Warum glaubst du, hält sich das so hartnäckig irgendwie im Kopf von vielen? Weil es gut funktioniert und sich gut verkaufen lässt. wenn Menschen immer nach mehr streben, dann kannst du ihnen natürlich auch immer mehr verkaufen, was sie dahin bringt.
Ganz simpel gesagt, es gibt natürlich eine riesengroße Industrie, die nur davon profitiert, dass Menschen sich in diesem Selbstoptimierungswahn, Weiterentwicklungswahn immer schneller, höher, weiter komplett drin verlieren, weil in dem Moment, wo sie anfangen, das zu hinterfragen, halt plötzlich ganz viele Dinge gar nicht mehr wirklich relevant sind und plötzlich andere Dinge in den Vordergrund rücken und plötzlich ein anderes Bewusstsein da ist und dementsprechend halt gefühlt komplette Industrien zusammenbrechen würden, wenn das nicht funktionieren würde oder das nicht aufrechterhalten bleibt. Dementsprechend ist es halt was, was einfach sich gut vermarkten lässt und lange Zeit natürlich auch auf einer gewissen Ebene sehr gut funktioniert hat und das ist ja so ein bisschen, wir sehen das gesellschaftlich, wir sehen das aber auf individueller Ebene, weil am Ende es gibt so dieses schöne hermetische Gesetz wie im Innen, wie auch im Außen, wie im Kleinen, so auch im Großen und das ist ja genau dasselbe, also für uns zum Beispiel individuell, wenn wir jetzt anfangen, diese Hustle-Mentality und dieses höher, schneller, weiter zu leben wirklich und uns da rein zu begeben, für eine Zeit lang wird das auf jeden Fall funktionieren. Wir werden damit Erfolge haben, wir werden uns weiterentwickeln, werden Ziele erreichen, wir werden erfolgreich werden im materiellen Sinne, aber irgendwann wird es einen Punkt geben, wo unser System sagt, bis hierhin und nicht weiter und wo wir merken, dass die Energie nach unten geht, wo wir merken, dass die Motivation nachlässt, wo wir anfangen, irgendwie nicht mehr denselben Spaß zu haben, wo wir irgendwie spüren, dass wir innerlich so eine Leere haben und das ist derselbe Prozess bei jedem Einzelnen, der sich auf diesen Pfad begibt und ich glaube, wir müssen das einmal erlebt haben, damit wir dann merken, dass es vielleicht oder überhaupt hinterfragen, ob es vielleicht auch eine andere Lösung gibt und dasselbe sehen wir gerade einfach auf gesellschaftlicher Ebene ja auch. Wir haben jahrzehntelang nur dieses höher, schneller, weiter gelebt und jetzt merken wir plötzlich, dass wir damit einfach global an ganz viele Grenzen gestoßen sind, so wer im globalsten Sinne überhaupt, wir haben mit diesem höher, schneller, weiter, die gefährden wir die Ressource, die unser Leben überhaupt gewährleistet, unseren Planeten und wenn wir nicht anfangen, das mal zu hinterfragen, wirklich auch auf globaler Ebene und zu überlegen, wie könnte denn eine andere Version von Leistungsgesellschaft aussehen, die trotzdem Leistung generiert im Sinne von, wir geben was, wir erreichen was, wir entwickeln uns weiter, aber die nicht Leistung und dieses höher, schneller, weiter über alles andere priorisiert und eben nicht schaut, was ist denn eigentlich die Grundlage für unser Leben hier, dann ist es genau derselbe Prozess und wir entwickeln uns gesellschaftlich, global, immer mehr an diesen Turning Point hin, wo wir irgendwann gezwungen sein werden, das zu hinterfragen, in vielen Bereichen sind wir es heute schon, in vielen Ländern sind wir es heute schon und auf individueller Ebene ist das genau dasselbe und im besten Fall wachen wir irgendwann auf und stellen uns mal die richtigen Fragen und vergeben uns auf die Reise in eine andere Welt, die dann das in den Vordergrund stellt, was wir wirklich haben wollen. Ja, ich kann dir da nur zustimmen tatsächlich, ich habe Ähnliches in meinem Kopf gehabt, aber das macht nochmal ein anderes Gefühl, wenn man auch hört, dass mehrere da einem zustimmen, dass einfach immer dieses mehr, mehr einfach nicht genug sein kann und dass man auf sich schauen muss, auf das Hier und Jetzt vor allem.
Wie lange hast du das Coaching jetzt insgesamt gemacht? Jetzt gerade in meinem achtes Jahr. Achtes Jahr. So als Zusammenfassung. Was war dein Gedanke oder dein Bild im Kopf, als du gesagt hast, okay, ich fange das an und jetzt nach diesen acht Jahren, was ist der Unterschied zwischen dem Ich damals und dem Ich heute?
Von wegen, wie hat sich deine Idee gewandelt von dem, was braucht Menschen? Was ist dir aufgefallen am meisten? Gibt es bestimmte Muster, die sich durchziehen? Was würdest du jetzt deinem Ich sagen? Sowas in der Richtung.
Es ist auf jeden Fall so ein Stück weit die Essenz von all dem, was wir jetzt gerade besprochen haben, weil ich war am Anfang lange Zeit genau in dieser alten Denkweise. Ich habe immer mehr gearbeitet, ich habe immer mehr geleistet, dachte, ich muss einfach immer nur noch mehr geben und noch mehr opfern, damit ich irgendwann dahin komme, wo ich das will und heute bin ich an dem Punkt, wo ich erkenne, hey, eigentlich alles, was ich haben will, ist schon da und wichtiger Punkt natürlich auf der einen Seite, deswegen, ich will diese alte Philosophie auch gar nicht verteufeln, weil natürlich profitiere ich heute davon, dass ich das früher gemacht habe und deswegen sage ich auch immer, wir glaube, wir müssen durch diesen Prozess durchgehen, wir können nicht skippen, weil wenn wir von Anfang an komplett in dieser ganz entspannten Energie sind, dann fehlt uns wahrscheinlich, darf ich über die nächsten Jahre noch ein bisschen evaluieren, der Antrieb, um wirklich dann was Großes zu bewirken, das kann ich nicht zu 100% sagen, das muss ich in meiner eigenen Entwicklung gerade auch noch erstmal evaluieren, aber ich profitiere natürlich davon, dass ich früher in dieser Hass und Mentality war, ich habe dadurch natürlich durch super viel Geschwindigkeit, super viele Dinge, ich gemacht habe, unglaublich viel auch bewirkt und mir Möglichkeiten erarbeitet, von denen ich heute auch profitiere, trotzdem mache ich heute Dinge einfach quasi anders, ich arbeite smarter, ich arbeite viel weniger, ich arbeite lang, also ich bewege mich langsamer, ich lebe langsamer, ich lebe viel präsenter und ja, im Grunde genommen eigentlich, ich lebe wirklich, ich habe damals gearbeitet, um irgendwann mal leben zu können, heute lebe ich und tue das, worauf ich wirklich Bock habe und das ist im Grunde genommen der größte Unterschied und wenn ich irgendwas meinem 28-jährigen Ich sagen könnte, dann wäre es wahrscheinlich ich glaube tatsächlich, das klingt jetzt super konträr zu dem, was wir drüber gesagt haben, ich glaube, was ich tatsächlich sagen würde, ist einfach nur trust the process and surrender, weil und da kommen wir wieder zu dem zurück, was ich ganz am Anfang gesagt habe, ich weiß, dass der Prozess, mit dem ich gelaufen bin, genauso wie er war und ist, perfekt war, ich will gar nichts daran verändern, weil dann hätte ich all die Löhnings nicht gesammelt und ich würde gar nicht wollen, dass das 28-jährige Ich was anderes macht, weil ich weiß gar nicht, wo ich dann heute stehen würde, vielleicht wäre es besser, vielleicht wäre es aber auch viel schlechter und von daher geht es glaube ich einfach nur darum, wirklich dieses Vertrauen zu haben und ich glaube, das Einzige, was ich ihm mitgeben würde, wäre schon früher wirklich daran zu arbeiten, einfach präsent zu sein, wirklich zu lernen, im Hier und Jetzt zu sein, hier und jetzt zu leben wirklich und nicht alles auf später zu verschieben und ich glaube, da gibt es rückblickend schon durchaus ein paar Zeiten, Erlebnisse, Erfahrungen, wo ich es vielleicht ein Stück weit, sage ich mal, bereue, dass ich nicht so präsent war, wie ich es gern gewesen wäre. Ich denke, das kann man sehr, sehr viele Menschen raten, vor allem Holztage und ich erwische mich selber in Momenten, dass ich mir immer denke, wenn man sich irgendwie kurz nervt, der Schlange steht, sonst irgendwas, ist genauso ein Moment, der wird auch vorbeigehen und es wird keinen Moment geben, der genauso ist, wie der jetzt. Also, ist doch auch alles okay. Und in dem Sinne, Patrick Thiele war das, danke dir, dass du da warst und wenn das hier jemand anhört, wo soll er hingehen, falls er mehr von deiner Arbeit erfahren möchte?
Video am LinkedIn und Instagram sind meine Hauptkanäle, Patrick Thiele bei LinkedIn und Patrick Thiele unterstrich bei Instagram, da findet man dann auf jeden Fall auch alle Links zu Programmen, Kursen, Büchern, von daher sind das die besten Anlaufstellen und ansonsten für die Sportler-Phase, dass es da welche gibt, gibt es nochmal eine extra Anlaufstelle mit MindExt Sports, gibt es einen Instagram-Kanal, dazu gibt es auch eine Website mindext-sports.io und das sind im Grunde genommen die Ressourcen, wo jeder alles findet, was er braucht am Ende. Perfekt, vielen Dank. Sehr gerne, danke dir, dass ich da sein durfte.



