Podcast-Folge
Warum dein Denken dich sabotiert: Stephan Landsiedel
Episode #35
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Lieber Stefan, willkommen. Schön, dass es funktioniert hat. Hallo Gabriel. Wenn Leute dich im Internet finden oder wenn sie dich fragen würden, was machst du? Wie würdest du das beantworten? Ja, ich antworte oft einfach damit, dass ich NLP-Trainer bin.
Und dann hängt es einfach davon ab, ob jemand weiß, was NLP ist oder nicht. Und wenn jemand sagt, was ist denn das? Dann sage ich, ja, es geht um Persönlichkeitsentwicklung und Kommunikation. Ich helfe Menschen dabei, ihr Potenzial zu entfalten, in ihre Kraft zu kommen. Einfach mehr aus ihrem Leben zu machen.
Und wenn jemand sagt, das gibt mir immer noch ein größeres Bild, dann sage ich, naja, ich bin Diplompsychologe und NLP ist sowas wie Psychologie für gesunde Menschen. Okay, denn NLP hatten wir schon mal eine Folge hier in diesem Podcast. Und vielleicht wäre es ganz sinnvoll, wenn du es mal aus deiner Sicht erklärst. Denn was bei uns jetzt, was wir jetzt so wissen, nehme ich mal an, ist neurolinguistisches Programmieren.
Das heißt, neuroisch und mein Gehirn, linguistisch ist dann die Sprache. Und das Programmieren ist wahrscheinlich, um eine Veränderung zu bezwecken. Oder zumindest, um ein Programm ein bisschen zu verändern. Was ist da deine Sicht auf NLP? Genau, das Programmieren ist so ein bisschen ein alter Begriff.
Man muss einfach wissen, NLP ist entstanden, als gerade so diese Computertechnologien so für jedermann brauchbar wurden. Also um 1970 herum. Und da dachte man, oh klasse, wie ein Computer. Man richtet das Programm einmal ein und dann funktioniert es immer automatisch. Aber es ist natürlich ein bisschen problematisch, mit Umgang mit Menschen so einen Begriff zu verwenden.
Es ist eher die Idee, eine systematische Veränderung herbeizuführen. Bewährte Strategien, bewährte Methoden zu verwenden. Und wenn man sich anschaut, wie NLP entstanden ist, dann kommt es auch genau daher. Was haben erfolgreiche Menschen für Erfolgsstrategien? Was machen die anders als andere?
Wieso sind die so erfolgreich? Die müssen doch irgendwas anderes mit ihrem Biocomputer, also mit ihrem Hirn hier oben, anfangen. Irgendwie anders denken oder anderes. Innere Bilder hervorrufen oder mit inneren Stimmen arbeiten. Und das ist ein ganz, ganz starkes Feld im NLP.
Man könnte also sagen, bei NLP geht es darum, wie kann ich sozusagen für mich selber gut sorgen? Wie kann ich Ängste überwinden? Wie kann ich mich motivieren? Wie kann ich besser kommunizieren? Wie kann ich mein Leben verändern?
Neue Gewohnheiten mir angewöhnen? Meine Ziele besser erreichen? Das ist ein sehr pragmatisches Feld. Und vielleicht kurz wie ich dazu gekommen bin. Ich war 17 und hatte die größte Krise meines Lebens.
Naja, warum wohl? Liebes Kummer, so unsterblich verliebt. Und dann plötzlich ist es vorbei und ich wollte nur noch sterben. Und in dieser Krise habe ich nach irgendetwas gesucht, was meinem Leben einen Sinn gibt. Um rauszukommen aus diesem Frust und so.
Und da ist mir NLP über den Weg gelaufen mit dieser Idee, wir Menschen können uns verändern. Wir können wachsen. Wir können uns entwickeln. Nicht alles geht über Nacht, aber im Laufe der Zeit, wenn wir an uns arbeiten ein Stückchen, wenn wir uns neue Denkgewohnheiten angewöhnen, neue Verhaltensmöglichkeiten.
Und NLP hat mir da einfach einen sehr pragmatischen Weg geliefert, wie ich genau das tun kann. Und so habe ich eben Schritt für Schritt gelernt, bestimmte Dinge zu meistern. Ich war zum Beispiel früher extrem schüchtern. Und heute spreche ich manchmal in so einer Halle vor ein paar tausend Menschen. Oder mache komische Dinge, wo andere sagen, wie du warst mal schüchtern.
Das glaube ich jetzt aber nicht. Und ich sage, doch, doch, wir können uns verändern. Das geht Schritt für Schritt. Genauso wie wir uns angewöhnen können, uns klein zu denken oder Angst zu haben oder so etwas, können wir genauso auch lernen zu wachsen und uns anders zu sehen, uns anders wahrzunehmen.
Aber da sind viele Punkte dabei, sehr viel Interessantes dabei. Anfangen würde ich dann damit, du machst das jetzt seit wie vielen Jahren machst du das als Beruf, sage ich mal, NLP? Naja, ich bin 1998 bin ich NLP-Trainer schon geworden, damals NLP-Ausbilder. Und ich habe so ungefähr 1992 angefangen damit. Also ist jetzt schon so, naja, 33, 34 Jahre her.
Wow, wow, wow. Und ich nehme an, da verändert sich dann sehr stark der Blick, was man damals gelernt hat und wie das heute ist. Absolut, ja. Und ja, was sind dann da zum Beispiel die Sachen? Denn das heißt, es geht dabei um Veränderungen hervorzurufen durch aktiv werden, nehme ich an.
Ja, also daran hat sich nicht viel geändert. Nach wie vor ist NLP eine Methode, die heutzutage, ich meine, damals gab es noch Coaching, gab es so als Begriff noch gar nicht. Es gab halt Therapie, Beratung, aber noch nicht die Idee, dass man eben auch als nicht psychologisch kranker Mensch irgendwie sich einen Coach holt, der einem hilft. Das fing dann ja auch erst einmal an mit Managern und im Sportbereich, wo man gesagt hat, ja, die brauchen topmentale Betreuung, um ganz fit zu werden. Aber das kam dann gerade erst.
Und heute ist es ja eigentlich so, dass im Grunde ganz, ganz viele Menschen sagen, ja, in meinem Leben, da lässt sich noch was verbessern. Ich habe so ein paar Ticks oder Gewohnheiten oder ich will einfach abnehmen oder so Klassiker auch, wo Menschen sagen, ich versuche es, aber irgendwie mein innerer Schweinehund, das funktioniert halt nicht so richtig. Also daran hat sich letztendlich eigentlich nur so der Rahmen geändert, dass es natürlich heute viel akzeptierter ist, diese ganze Selbsthilfe, Hilfebranche. Ich kann irgendwie auch ohne einen Therapeuten was bei mir verändern. Ich nehme es selber in die Hand.
Ich lese ein Buch, ich besuche ein Seminar oder ich höre einen Podcast, der mich inspiriert, der mich anregt oder so. Das ist natürlich jetzt viel, viel mehr geworden, auch dank Internet. Als ich angefangen habe, gab es das ja noch gar nicht. Da musste man ja überhaupt erst mal gucken, wo gibt es so einen Kurs oder so einen Anbieter, wie kann man das überhaupt lernen. Und inhaltlich hat sich in meinem Denken halt insofern viel verändert, dass NLP sehr strukturiert.
Das heißt, man lernt am Anfang sehr klare Techniken, wir nennen das Formate, in bestimmten Schritten. Und das ist auch toll, weil davor gab es eben positives Denken. So, ah, denk mal positiv und viele waren einfach überfordert. Ja, mir geht es nicht gut, wie soll ich jetzt gerade positiv denken? Ich tue alles, nur gerade nicht positiv denken.
Und dann kam NLP daher mit so einer Art Rezept, so mit vielen kleinen Schritten. Jetzt mach als erstes das, jetzt stell dir das vor, jetzt mach das, jetzt mach das. Und wie geht es dir jetzt? Äh, wie, mir geht es irgendwie anders, mir geht es besser. Es gibt sehr viele von diesen Rezepten.
Und gerade wenn man einsteigt, lernt man halt die. Nach 30 Jahren sieht es dann ein bisschen anders aus. Dann entwickelt man immer wieder auch neue Veränderungsmethoden und Strategien. Das ist so dann von Fortgeschrittenen. Ja, und insgesamt im Markt ist natürlich sehr viele Methoden dazugekommen.
Also eine unglaubliche Vielfalt, was wir heute haben. Sowohl von Techniken, die aus der therapeutischen Richtung rüberschappen, als auch aus der Pädagogik. Oder jetzt gerade natürlich die Coaching-Tools, die jetzt immer mehr entwickelt werden, von so vielen verschiedenen Coaches.
Die einen sind mehr mit dem Körper, körperlich orientiert, die anderen mehr kognitiv, also über den Verstand, über den Geist. Es gibt ja alle möglichen Arten von Ansätzen, die Menschen helfen. Manche müssen schreien, andere müssen tanzen, andere meditieren, andere gehen in Hypnose.
Also ein sehr breites Feld. Und NLP ist ja so ein Ansatz, der sagt, wir suchen uns das Beste raus. Also wir suchen uns das, was funktioniert. Ja, das ist eben dieses Modeling, was ich vorhin schon gestreift habe, zu gucken, wie machen das manche Veränderungsmagier?
Wie erzählen die solche Resultate? Wie geht das? Und wie kann man das beschreiben? Insofern ist NLP fast so eine Art Sprache der Veränderung. Also eine Art Grammatik und Vokabular.
Wie kann ich Veränderungsprozesse bei mir selber und bei anderen initiieren? Und wie geht man da am besten vor? Ich meine, vorhin hast du schon gesagt, man schaut sich da die erfolgreichen Leute, sage ich mal an. Ich meine, Erfolg kann jeder anders definieren, aber diejenigen, die eine Veränderung schaffen,
dann. Was sind dann da die Kernstücke davon? Naja, also wir haben jetzt, nehmen wir an, wir haben jetzt einen Menschen, der irgendwas Außergewöhnliches macht. Und Erfolg ist auch ganz breit.
Also das ist ja von einem selber, was möchte ich untersuchen? Möchte ich gucken, wie hat jemand eine tolle Partnerschaft? Wie ist jemand finanziell? Wie schafft er das? Hat er da den richtigen Riecher?
Wie entsteht das? Oder wie macht jemand was? Also ich habe jetzt einen erfolgreichen Menschen. Und jetzt gibt es verschiedene Ebenen und Bereiche, über die ich ihn fragen kann. Vorausgesetzt, er möchte mir auch Auskunft geben.
Wenn er das nicht tut, dann muss ich das natürlich ein bisschen im Verborgenen machen, indem ich seine Bücher lese, indem ich ihm aufmerksam zuhöre, indem ich ihn beobachte. Aber am einfachsten ist natürlich, wenn das Modell auch darüber spricht, was er so macht. Und dann kann ich ihn natürlich fragen, Mensch, was machst du da? Wie verhältst du dich?
Also das ist so die Verhaltensebene. Oder ich kann fragen, was denkst du in dem Moment? Was hast du für Glaubenssätze? Neudeutsch-Mindset über dich selbst. Also glaubst du, dass du ein wertvoller Mensch bist?
Glaubst du, dass du das schaffen wirst oder nicht? Da ist ja eine große Komponente drin, in dem, was Menschen denken. Also wenn jemand dauernd denkt, Mathe, das werde ich nie lernen, das kann ich nicht, dann ist natürlich das schon mal eine Blockade, die einen wirklich daran hindert, auch dann mit offenen Sinnen das aufzunehmen und das zu lernen.
Also ich habe mir das sehr, sehr oft gehört, genau bei solchen Blockaden eben. Ich bin auch, ich glaube, jeder hat irgendwie Kontakt gemacht mit gewissen Self-Improving- oder Selbstoptimierungsleuten, die bestimmte Sachen sagen und eine Sache ist mir immer im Kopf geblieben und zwar, dass wir uns konstant so verhalten, wie wir uns eigentlich innerlich sehen. Aber diese Art von Sicht oder diese Meinung über uns, die muss nicht unbedingt stimmen,
sondern es ist wichtig, was wir glauben. Bloß dann denke ich mir, gibt es dann da eine Grenze von Täuschung oder was ist da deine Meinung? Naja, also in dem Moment, wo ich wirklich von etwas überzeugt bin, dass ich so und so bin, dass ich das kann, strahle ich natürlich was ganz anderes aus und kann natürlich in mir auch eine andere Sicherheit entwickeln.
Jetzt ist es nur so, dass die meisten das nicht einfach so glauben können. Also ich kann mir auch nicht selber was in die Tasche lügen, das funktioniert halt auch nicht so wirklich. Als Beispiel, ich habe sehr früh eben so eine Methode gelernt, Affirmationen, sehr bekannt. Man stellt sich vor den Spiegel und sagt, ich bin so großartig und so weiter.
Und eine innere Stimme sagt mir andauernd, was ein Quatsch. Stefan, du bist das gar nicht. Was ist denn das für ein Unsinn? In dem Moment wirkt das natürlich auch nicht, weil ich dann ja nicht so wirklich glauben kann. Wenn ich natürlich jetzt, wie jetzt in meinem Fall zum Beispiel, sehr oft Seminare gehalten habe, ich glaube, ich habe schon jetzt über 4000 Seminartage hinter mir.
Das heißt, das ist im Grunde was ganz Normales für mich. Jetzt, ah, Seminar geht los, okay, jetzt bin ich im Mittelpunkt, jetzt erzähle ich meine Sachen, meine Inhalte oder so. Wenn ich jetzt heute sage, ja, ich bin ein Trainer und ich bin selbstbewusst, sage ich, ja klar, dann sagt alles in mir, es kann gar nicht anders sein,
weil ich habe die Referenzerfahrung. Ich habe selber erlebt, wie ich das tun kann. Jemand, der das noch nicht gemacht hat, hat es ein bisschen schwieriger zu sagen, ich bin ein großartiger Redner, aber ich war noch nie da vorne. Aber er kann natürlich trotzdem schon anfangen, mental das zu erleben.
Das heißt, er kann sich immer wieder vorstellen, wie er das gemacht hat und in der Vorstellung erleben, ja, ich kann das, ich gewinne eine gewisse Sicherheit, ich mache das. Vielleicht hat er auch entsprechende Vorbilder und sieht, ja, die können das auch. Die anderen haben das auch hingekriegt.
Man kann das also lernen, das ist also möglich. Also warum soll das mir nicht auch möglich sein? In dem Moment, wo ich anfange, halt solche Überzeugungen aufzubauen und das dann in der Praxis auch zu bestätigen, in dem Moment kann ich dann auch irgendwann daran glauben.
Und das ist natürlich der springende Punkt, damit all diese Sachen funktionieren. Einfach nur laut zu sagen, ich bin gesund, ich bin gesund oder so und ich fühle mich aber hundeelend und total krank, das funktioniert halt nicht. Das heißt, ich müsste da, und da hilft natürlich auch NLP, Strategien, wie ich halt auch mir diese Dinge verinnerlichen kann.
Also eine Strategie ist zum Beispiel, die wird von den meisten Menschen unterschätzt, ist über den Körper zu gehen. Mit dem Prinzip, tu so als ob. Also wenn du Angst hast zum Beispiel oder schüchtern bist, dann reagiert dein Körper auf eine bestimmte Art und Weise.
Zieht sich zusammen, wir haben vielleicht Schweißausbrüche, wir bleiben mit der Stimme hängen oder wie auch immer. Aber wenn ich sage, ich tue mal so, als ob ich selbstbewusst wäre, was würde ich dann verändern? Ich würde mich aufrichten.
Ich würde anfangen, anders zu atmen. Ich würde mich anders bewegen. Und das wiederum in der Rückkopplung signalisiert meinem Körper, hey, du bist selbstbewusst. Das heißt, Selbstbewusstsein geht nicht nur von innen nach außen,
sondern auch von außen nach innen. Sobald ich anfange, meinen Körper anders zu benutzen, fange ich an, mich anders zu fühlen. Das wissen Menschen zum Beispiel, die anfangen, Sport zu treiben oder so, die tanzen oder sich bewegen.
Das ist fast nicht möglich, ekstatisch zu tanzen und sich dabei schlecht zu fühlen, weil einfach der Körper anders atmet, sich anders bewegt. Da ist einfach Energie in unserem System drin. Und wenn ich das natürlich weiß, dann kann ich zumindest kurzzeitig für mich dafür sorgen, dass ich mich jetzt in diesem Moment sehr, sehr gut fühle.
Oder auch sehr mutig, sehr stark oder was immer ich gerade brauche. Und dann mache ich eine Erfahrung mit diesem Mut. Und diese Erfahrung bewirkt wieder, dass ich merke, hey, ich kann es ja doch. Ja, super. Warum soll ich beim nächsten Mal es nicht wieder können? Ich konnte es doch gestern auch schon.
Und so verstärkt sich das dann. Ich glaube, da spricht man dann immer von Selbstwirksamkeitserfahrungen, oder? Richtig. Selbstwirksamkeit ist ein ganz, ganz wichtiger Begriff, eben in der Psychologie auch. Nämlich die Idee, ich selber kann was bewirken.
Ich kann was verändern in meinem Leben. Im Gegensatz zur gelernten Hilflosigkeit. Also eben, egal was ich mache, ich kann ja doch nichts verändern. Und das ist tatsächlich, oder war auch für mich eines der markantesten Dinge, diese Idee, ich selbst kann was in meinem Leben verändern.
Und auch wie sehr ich gerade in der Krise bin, wie sehr ich gerade am Boden bin, ich kann anfangen zu wachsen und mich zu verändern. Und ich brauche dafür eigentlich erstmal nur mich selbst, ja, und vielleicht ein bisschen Strategie oder ein bisschen Techniken. So wie ich damals ja auch gesucht habe, ja, was kann ich machen?
Und dann eben auf NLP gestoßen bin, brauchst du natürlich irgendwie dann die Idee, ah, da gibt es etwas und das probiere ich dann, habe ich dann ausprobiert, das mache ich dann. Weil das ist eine Message, die versuche ich auch immer wieder beizubringen
oder auch in jeder Folge auch, dass zwar jeder einen Schritt vorwärts machen kann, egal wie kleiner er ist. Und das, finde ich, ist doch wirklich super, wenn man das auch so da mitbekommt und weiß,
man kann doch was machen. Heißt das dann in dem Aspekt, dass Fake it till you make it funktioniert? Ein Stück weit ja. Ein Stück weit?
Naja, ich würde schon sagen, ich meine, wenn man das so macht, wie ich das gerade gesagt habe, wenn du das machst mit Körper, Herz, Geist und Seele sozusagen, wenn du anfängst, an dem zu glauben,
dich so zu verhalten, so zu denken als ob, dann kommst du damit richtig, richtig weit. Es gibt manchmal so ein bisschen so einen Widerspruch. Manche formulieren ja so, dass sie sagen,
ja, tu so oder sag dir selbst, du hättest es schon. Das gilt bei manchen Dingen, also wie Zuständen, aber nicht unbedingt bei materiellen Dingen. Also wenn ich zum Beispiel sage, ich bin Millionär und ich bin es jetzt aber nicht zum Beispiel,
dann kann ich das natürlich nicht so ganz glaubwürdig aufrechterhalten, weil dann ist ja manchmal die Frage, okay, warum kaufst du dir das dann jetzt nicht? Warum gibst du jetzt nicht jemand anderem das Geld? Du hast doch genug.
Weil man merkt, ja, nee, kann ich gerade nicht. Da bröckelt natürlich dann dieses Fake-It, wenn es dann um sowas geht. Aber wenn es jetzt darum geht zu sagen, ich bin ein wertvoller Mensch
und du fängst an, so zu denken, so zu fühlen, dich so zu verhalten, dann hast du tatsächlich den Effekt einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung, wenn du es am Anfang noch nicht geglaubt hast in dem Moment,
weil du wirst immer mehr zu dieser Person. Ich kann mir vorstellen, dass da der allererste Schritt der schwierigste ist, mal so zu wagen. Wenn ich jetzt wertvoll wäre oder wenn ich wertvoll bin,
was würde ich jetzt machen? Wie würde sich jemand verhalten? Ich glaube, das ist dann so ungefähr die Technik, die man dann machen kann. Wie schafft man dann am besten den ersten Schritt?
Naja, also dafür gibt es tatsächlich viele Möglichkeiten. Eine Möglichkeit ist zum Beispiel, sich vorzustellen, was man in der Zukunft gerne tun möchte und sich zu erlauben,
sich vorzustellen, dass es in der Zukunft möglich sein wird. Auch wenn ich jetzt gerade noch nicht genau weiß, wie. Also ich habe mir damals als junger Mann vorgestellt, wie ich in der Zukunft beispielsweise Seminare halte,
Menschen inspiriere und begeistere. Zu einem Zeitpunkt, wo ich noch kein Selbstvertrauen hatte, wo ich Rhetorik noch gar nichts wusste, wo ich keine Inhalte kannte oder so.
Aber ich habe mir einfach das vorgestellt, wie das sein wird. Und diese Erfahrung in der Zukunft war so stark, so beflügelnd, dass ich vieles davon mitnehmen konnte
in die jetzige Gegenwart. Zumindest die Motivation und den Fleiß daran zu üben. Und damit auch die Idee, naja, viele Dinge muss ich halt auch üben. Die fallen ja nicht vom Himmel.
Ich kann ja auch mir vorstellen, ich bin jetzt hier ein starker Mann, ein Bodybuilder oder so. Aber wenn ich nicht anfange, irgendwie auch meine Muskeln zu trainieren,
dann passiert natürlich nicht so viel. Das heißt, ich stelle mir das vor und fange dann an. Das heißt, ich habe mir auch von meinem zukünftigen Ich die Ressourcen schicken lassen,
die es dann tatsächlich braucht, um in dem Moment auch anzufangen. Aber ich stimme dir in dem Punkt zu, ich sage oft in meinen Seminaren, was es braucht, ist einmal dieser Moment des Erwachens.
Der Moment, wo wir begreifen, hey, das ist mein Leben und ich kann hier was verändern und was gestalten. Das ist mein Geschenk.
Und da draußen sind ganz viele Techniken und Methoden. Viele davon sind hervorragend. Also NLP ist ja auch so ein Multi-Ansatz, wo ich viele verschiedene Techniken quasi mir untergebracht habe.
Ich wäre der Letzte, der sagen würde, hey, es gibt nur eine Technik oder so und es gibt nur NLP oder so. Also da draußen gibt es viele hervorragende Methoden und ich finde halt heraus,
welche passen am besten zu mir, mit welchen kann ich was anfangen. Da gibt es manche, da wird man merken, ah nee, die Methode hilft mir jetzt irgendwie nicht so. Aber da gibt es eine andere Methode,
wo ich denke, wow, da habe ich richtig was gespürt, da passiert was, das möchte ich weitermachen und dann gibt es eine Veränderung. Also dieser Moment des Erwachens,
den braucht es meiner Ansicht nach. Ich erlebe, dass viele Menschen so ein bisschen wie in so einer Trance sind und so das Leben, was sich so von selbst auf ihrem Weg bietet.
Ich vergleiche das gerne mit, man springt in einen Fluss und lässt sich einfach treiben vom Fluss. Hey, jetzt ist Schule. Hey, jetzt habe ich halt die Kumpels.
Das sind die Einzigen, die mich mögen. Dann verbringe ich mit denen meine Zeit. Dann mache ich das, das, das, das, das. Anstatt mal zu überlegen, wo geht denn der Fluss,
in dem ich gerade bin, hin? Und wo möchte ich denn gerne hin? Wer möchte ich denn gerne sein als Mensch? Selbstbewusst, mutig, hilfsbereit. Also je nachdem.
Und dann zu sagen, okay, wie kann ich diese Eigenschaften entwickeln? Wo müsste ich dann hingehen? In welches Umfeld müsste ich mich begeben? Ja, vielleicht wäre es gut,
bestimmte Menschen etwas mehr zu meiden und mir neue Freunde zu suchen, die auch in diese Richtung gehen, die mich inspirieren, anstatt mich ronte zu ziehen.
Ja, was müsste ich, wie müsste ich mit mir selber umgehen? Ja, was müsste ich da machen? Und so weiter. Also.
Und das ist sehr optimistisch, das gefällt mir wirklich sehr. Ich erinnere mich da sofort an ein Zitat. War das ein Zitat? Ich glaube, das hat,
das kommt von meinem älteren Bruder. Der hatte in der Berufsschule, hatte einen Religionslehrer. Und der hat gesagt, eine Frage an die Klasse gestellt,
und zwar, was sind die zwei wichtigsten Daten? Also, was sind die zwei wichtigsten Tage eines Menschen im Leben? Die meisten haben gesagt,
ja, Tod und Geburt. Sagt er, ja, Geburt. und der Tag, an dem du verstehst, dass du nur ein Leben hast. Ja, das stimmt.
Genau. Und das ist doch das Tolle, dass man zumindest dann realisieren kann und weiterkommen kann. Immer.
Immer weiterkommen kann. Das finde ich super. Gibt es denn Sachen, die dir dann, wie du schon gesagt hast,
dass Menschen in einem Trance leben? Ich glaube, das kann jeder nachvollziehen und vielleicht auch befindet sich gerade auch jemand darin.
Das weiß ich ja nicht. Was mich interessiert ist, sind dir bestimmte Muster aufgesucht, aufgesucht. Typische Muster in diesen 30 Jahren Coaching,
sage ich mal, oder auch in diesen Seminaren, die dir vielleicht wirklich im Kopf geblieben sind, das passiert öfters.
Wie meinst du das, das passiert öfters? Bestimmte Sachen wiederholen sich, dass jemand zum Beispiel glaubt, er kann nicht vor Leuten reden
oder er kann nicht aufgrund von Angst das und das tun oder was sind Sachen, die sich häufen, die du oft erlebst?
Ja, ganz oft diese Dinge. Was ich sagen würde, was am häufigsten passiert im Coaching oder was so die Ursache von ganz vielem ist,
ist mangelndes Selbstwertgefühl. Also diese Idee, ich bin nicht gut genug, so wie ich bin. Um da draußen anerkannt,
geliebt zu werden und so weiter, muss ich das, das, das, das, das sein oder tun, also lieb sein, angepasst sein, brav sein oder dieses und jenes machen.
Also das ist ein ganz, ganz häufiges Muster, was in vielen Bereichen, wenn man tiefer geht, immer wieder kommt. Ja, also Neid, Missgunst,
Eifersucht oder so, kommt meistens ja daher, dass wir glauben, ups, jetzt finden die jemand anderen besser, ich bin nicht gut genug,
was kann ich tun? Und, aber klar, viele bringen natürlich auch ihre Wunden mit aus ihrer Kindheit, aus ihren Familien,
die Art und Weise, wie mit ihnen umgegangen wurde, die war nicht für alle so optimal fördernd oder zumindest wird sie so interpretiert,
weil manchmal kann man den Eltern ja auch gar nichts unterstellen, die haben auch ihr Bestes getan, so wie sie vielleicht erzogen wurden oder wie sie glauben,
dass man erzogen werden soll. Also ich denke, dass mehr oder weniger jeder Mensch früher oder später vor Herausforderungen steht.
Also entweder hatte sie schon sehr früh und sehr hart, weil da sagt, meine Eltern wollten mich nicht, meine Mama hat mich weggegeben
oder da ist dies und jenes passiert, ich war immer der, der Kleinste oder der Älteste, der alles machen musste oder so. Oder bei denen,
wo das alles super läuft, die super behütet werden, die erleben es dann halt später, dass die Welt nicht nur ein Ponyhof ist,
sondern dass das dann halt kommt. Also jeder wird früh oder später konfrontiert mit ernsthaften Herausforderungen und Fragen, die er hat
und die Frage ist, wie geht er dann damit um? Was hat er für Werkzeug? Und es wird sich auch nie ändern. Also auch jemand,
der ein NLP-Meister ist, so sage ich jetzt mal, das Leben stellt uns immer wieder vor neue Aufgaben. Das Einzige, was sich verändert,
ist die Art und Weise, wie wir gelernt haben, damit umzugehen. Also wir können sie mit einem anderen Style angehen.
Wir können später vielleicht, wenn man sehr viel NLP gemacht hat oder andere Disziplinen, dann sagt man irgendwann, wow, toller Lehrplan,
den ich mir da ausgesucht habe. Jetzt kommen gerade die harten Lektionen. Spannend. Aber ich werde zeigen,
dass ich diesem Programm würdig bin oder so, dass ich da durchgehe, dass ich das schaffe. Nach Trennung, Krankheit, Tod,
was auch immer so das Leben für uns da bereithält. Und das verändert aber alles. Allein dieser Blickwinkel, zu sagen, hey, das ist halt
der Gang des Lebens, anstatt sich als Opfer zu sehen. Hilflosigkeit hatten wir vorhin, sondern Selbstwirksamkeit zu sagen, okay, was immer das Leben mir bietet
und wenn es irgendwie saure Zitronen sind, dann mache ich halt Limonade daraus. Oder dieser Satz, auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden,
kann man irgendwas bauen. Und wenn ich das nicht nur so daher sage, sondern wirklich so in mir habe und das glaube, ach, interessant,
was das Leben jetzt gerade wieder von mir will, aber es ist ja immer noch mein Leben. Ich kann jetzt eine Entscheidung treffen, was ich daraus mache. Ich kann sagen,
Kopf in den Sand oder, wie heißt das so schön, aufstehen, Krone richten,
weitermachen. Das kennt man. Und ist das dann ein Skill, dass man dann versucht, alles positiv zu sehen?
Das ist eine Fähigkeit. Ja, also ich denke, das ist eine Fähigkeit, die man lernen kann. Also es beginnt am Anfang,
also bei mir war es auch so, ich habe am Anfang, wie gesagt, mit diesen Affirmationen, ich habe es selber nicht geglaubt.
Ich habe sogar noch geglaubt, ich bin sogar zu blöd, um so eine einfache Technik anzuwenden und selbst das funktioniert bei mir nicht. Und ich habe aber nicht aufgegeben.
Ich habe wirklich immer wieder neue Sachen ausprobiert und vieles im NLP kann man ja auch gut mit sich selber machen, in seinem Kopf eine Übung zu visualisieren,
sich Dinge vorzustellen und auch das war am Anfang furchtbar. Ich habe die Augen zugemacht und gedacht, das ist alles schwarz,
ich sehe gar nichts, was wollen die mit mentalem Training und so. Und heute, wenn ich die Augen zumache, dann tun sich fantastische Welten auf,
so wie in Avatar, wenn da diese Felsen herunterhängen und ich denke, wow, was ist das für eine wundervolle Welt,
die da entsteht, die in uns ist. Also ja, ich bin absolut davon überzeugt, dass wir das lernen können,
dass wir total lernfähig sind und das ist auch total wichtig, diesen Glaubenssatz, das ist ja auch ein Glaubenssatz, ich kann lernen
und ich bin lernfähig. Wenn mir irgendwas wichtig genug ist, dann kann ich es lernen. Bei manchen kommt noch dazu eben dieses Thema,
dass sie auch motiviert sind, was zu machen. Ich kenne Eltern, die über ihre Kinder geklagt haben, weil die halt die Schule schwänzen,
keinen Bock haben und ihr Leben verdümmeln und schon zum zweiten Mal von der Schule geflogen sind. Bis diese Jugendliche
dann irgendwann das Ding finden, was sie wirklich machen wollen. Auf einmal haben die Eltern ihre eigenen Kinder nicht mehr wieder erkannt,
wie die plötzlich doch noch diszipliniert eine Ausbildung zu Ende bringen und einen Beruf erlernen, der sie halt irgendwie erfüllt,
weil plötzlich diese Motivation da ist, die das verändert. Ist dann deiner Meinung nach Motivation eine Lüge oder braucht man das
immer bei Veränderungen? Also ich denke, dass für Veränderungen Motivation sehr, sehr wichtig ist.
Die meisten Veränderungen, jetzt so richtig in der Persönlichkeit, erlebe ich allerdings, wenn Menschen Krisen haben. Also wenn man irgendwie merkt,
boah, so geht es jetzt nicht weiter, ich will mich einsam verlassen oder ich habe meinen Job verloren oder ich bin jetzt krank geworden oder dies und jenes,
das wird oft unterschätzt als Antrieb daraus. In einem NLP reden wir von einer Weg-von-Motivation, also weg vom Schmerz,
weg von dem, was ich nicht will, weg vom Frust, also insofern ist manchmal auch Frust
gar nicht so schlecht, weil er, aber dann, wenn wir ihn umwandeln können, halt in Antrieb,
wenn er halt zu, ich bin frustriert und deswegen, dass ich mich ganz hängen, dann natürlich nicht,
aber sobald ich, wenn ich hingefallen bin in den Dreck, mich wieder aufrapple und sage,
okay, das Leben geht weiter, mal gucken, was jetzt kommt und es kommt einiges,
das kann ich sagen, also total faszinierend, was manchmal das Leben um die nächste Ecke herum für uns bereithält.
Also was ist dann deiner Meinung nach das Wichtige im Umgang mit Krisen? Ist es das Interpretieren davon
oder ist es das Agieren damit? Also beides finde ich gut. Also erst einmal zu reflektieren, zu schauen, was ist da passiert,
was hat es mit mir zu tun? Ist das meins? Ja, habe ich das verursacht? Ja,
ich bin inzwischen so weit, dass ich nicht immer alles interpretieren muss. Ja, also wenn mir jetzt
auf der Autobahn einer reinfährt, dann frage ich mich jetzt nicht mehr, ist das Karma oder sowas?
Und wenn der dann einen Alkoholspiegel hat, wo du denkst, okay, da hätte ich auch
jemand anderes gerammt, dann denke ich, naja, das ist halt einfach, das ist halt einfach
Shit Happens, so manchmal. Aber viele Dinge haben natürlich auch was mit uns zu tun.
Das muss man sich natürlich auch realistischerweise vor Augen führen, insbesondere wenn es immer wieder und wieder passiert,
dass ich zum Beispiel an die falschen Menschen gerate oder mich ausgenutzt fühle oder ähnliches, dann ist es natürlich
total sinnvoll, mal auch dieses Muster zu hinterfragen und offen und kritisch mit sich umzugehen.
Und ich persönlich finde aber dann natürlich auch wichtig, nicht nur im Grübeln zu verharren,
sondern auch irgendwann ins Handeln zu kommen und zu sagen, okay, was ist jetzt
mein Aktionsplan, was will ich jetzt tun, will ich jetzt, brauche ich jetzt eine neue Gewohnheit,
brauche ich ein neues Umfeld, muss ich irgendwelche Schritte einleiten, wie kann ich das jetzt verändern für mich?
Und die Erfahrung ist dann, zumindest nehme ich das an, dass wenn man auch versucht, positiv zu schauen und dann zu sehen,
was kann ich tun, dann werden auch Antworten kommen. Absolut, vielleicht am Anfang
noch nicht so, also das ist oft so, wenn man sich neue Fragen stellt, zum Beispiel die Frage, was an mir ist gut
oder wundervoll, dann haben manche erstmal nicht so viele Ideen, aber wenn man das häufiger wiederholt
und auch diese Frage im Fokus, in der Aufmerksamkeit behält und damit durch die Welt läuft, dann fallen einem plötzlich
Dinge auf, oh, das war jetzt aber gut, das habe ich jetzt gerade aber toll gemacht und plötzlich erinnere ich mich dran
und dann wird es zu einem Muster und das habe ich dann tiefer. Das heißt, manchmal muss ich ein bisschen
am Anfang erstmal mit kleineren Dingen anfangen. Also wenn man Leute sagt, hier schreibt mal 20 Dinge auf, die an dir großartig sind,
dann ist es normal, dass oft nicht so viele Sachen den Menschen einfallen, aber wenn man das nach einiger Zeit wiederholt,
wird man merken, oh, es wird immer mehr, es wird immer mehr, es wird immer mehr. Das ist wirklich sehr optimistisch,
das ist cool. Also das finde ich wirklich super und ich finde es auch echt cool, dass du dann so eine Arbeit machst mit Menschen,
weil das ist sehr, sehr wichtig, denn ich komme selber mal aus einer Therapierichtung und mich würde dann interessieren,
weil was ist dann deine Idee zum persönlichen Kritiker, wie geht man damit am besten um, wenn man sich selber sehr kritisiert oder was siehst du da für Möglichkeiten,
das umzuformen? Ja, also die erste Sache ist mal zu gucken, okay, was sagt ihr mir jetzt? Ist das irgendwie sinnvoll? Kann ich damit was anfangen?
Ist das eine konstruktive Kritik? Soll ich was daraus lernen? Wenn ja, okay, dann kann ich es mir ja speichern und kann sagen,
okay Kritiker, alles klar, ich habe verstanden, beim nächsten Mal in so einer Situation erst dreimal gucken, also einfaches Beispiel,
ich gebe die Straße, ich gucke links und rechts, okay, alles klar, habe ich jetzt verstanden, jetzt kannst du auch die Klappe halten,
weil ich habe es mir jetzt abgespeichert. Danke, dass du mich daran erinnert hast. So, wenn der jetzt aber nicht aufhört zu quatschen und einen immer wieder sagt, ja, du kannst das nicht,
das geht auch nicht, das funktioniert nicht, dann wäre es natürlich gut, irgendwann auch wieder die Oberhand zu gewinnen und sich nicht nur davon kontrollieren zu lassen.
Und da helfen pragmatische NLP-Tools, zum Beispiel, speziell für den inneren Kritiker, die sogenannte Mickey-Maus-Technik. Das bedeutet,
dass man einfach, die Stimme von Mickey-Maus, die spricht ja so hoch, nasal, im Seminar sage ich immer,
halt euch mal die Ohren zu. Und dann sagt man diesen Satz, ich kann das nicht, ich bin inkompetent, immer werde ich scheinbar,
ich werde nie eine Frau finden. Ja, oder was auch immer, das halt so kommt. Und in dem Moment,
wo man das macht und diesen Satz dann auch gerne laut sagt, halt mit Nasen zuhalten oder halt auf so eine piepsige, hohe Stimme,
wie Mickey-Maus eben, dann fängt man an, diese Stimme nicht mehr ganz so ernst zu nehmen. Und man kann dann anfangen, sie zu entmachten.
Und wenn man jetzt noch einen Schritt weiter gehen möchte, und das ist auch das, was ich meine, was NLP mir gegeben hat, nämlich,
ich sage immer, der Regisseur im Home-Kino zu sein. All die Stimmen, all die Bilder, die hier oben abgespielt werden,
die kommen letztendlich von mir als Regisseur. Und vielen Menschen ist das gar nicht klar. Die denken, sie werden dem hilflos ausgeliefert. Das kann zu ernsthaften Störungen führen,
zu Angst, zu Panikreaktionen usw. Wenn ich mein Gehirn erlaube, mir einfach das abzuspielen, was jetzt da,
aus welchen Tiefen auch immer, irgendwie aufsteigt. Anstatt zu lernen, zu sagen, Moment mal,
ich bin der Regisseur. Ich kann sagen, Stopp, Film an, wo ist die Pause-Taste?
Hier, Standbild. Und hier in diesem Fall jetzt kann ich sagen, naja, diese Stimme,
du kannst das nicht, lass es bleiben, die gefällt mir nicht. Ich brauche hier eine andere Stimme. Wohl bemerkt,
ich habe gesagt, erst mal anhören, vielleicht ist ja eine wertvolle Botschaft dabei, also unser Unbewusstes schickt uns auch viel Gutes. Und deswegen ist es immer erst mal gut zu prüfen,
ist das was Sinnvolles oder macht es gerade mein Leben zur Hölle, zieht mich nur runter, weil ich noch mehr Angst habe, noch mehr Panik
und überhaupt nicht mehr handlungsfähig bin. Und dann wird es Zeit, die Stimme auszutauschen. Und ich habe damals, wie gesagt,
ich war sehr schüchtern, hatte ich eben das auch, dass immer diese Stimme kam, wenn ich jemanden ansprechen wollte, sagt die Stimme,
du hast keine Chance bei dir, guck mal, was für eine Tolle, die kann jeden anderen haben und du bist ja hier durchschnittlich groß,
du bist einfach so Durchschnitt und da hinten, guck mal, der ist total hübscher, du hast überhaupt keine Chance.
Aber irgendwann das kam, dann habe ich halt Mickey Mouse Technik gemacht und dann habe ich diese Stimme ausgetauscht. Ich bin ja der Regisseur
und habe mir vorgestellt, dass Tina Turner für mich singt. Und Tina Turner singt für mich, you're simply the best. gib ihr eine Chance.
Finde heraus, ob sie einen guten Geschmack hat. Ich meine, das finde ich sehr schön, diesen Satz,
weil es lässt natürlich dem anderen offen und der kann ja auch Nein sagen, hey, du bist nicht mein Typ
oder ich habe einen Freund oder was auch immer. Aber ich will zuerst mal herausfinden, ob wir überhaupt passen könnten, bevor ich das schon
in meinem Kopf voraussetze und annehme. Und Tina Turner hat dann noch einen Chor dabei von 100 Sängerinnen und Sänger,
die mich anfeuern und die mich motivieren. Und wenn du dir das vorstellst, dass ein ganzes Orchester für dich singt
und dich anfeuert, es entsteht eine ganz andere Motivation und Energie als so eine Stimme, die sagt,
lass es bleiben, du wirst dich blamieren. Ja, ja, boah, das ist doch cool,
das ist cool. Das finde ich wirklich super. Was gibt es da noch für Techniken? Das finde ich sehr interessant.
Also das ist jetzt so eine Technik, die sich halt mit dem Auditiven, also mit dem Hörkanal beschäftigt, der innere Kritiker. Das war ja dein Ausgangspunkt auch.
Manchmal ist es so, dass Menschen einfach Bilder haben, wie zum Beispiel, ich bin Jogger und vor einiger Zeit
habe ich mal wirklich zwei Hunde einen Kilometer lang gejagt und mich dann auch gebissen, sodass ich dann
ins Krankenhaus musste. Und neulich habe ich die wiedergesehen. Also zumindest zwei Hunde, die so ähnlich aussahen.
Und da gab es natürlich sofort die Erinnerung in meinem Kopf, weißt du doch, beim letzten Mal,
die haben dich hier übers Feld gejagt, weit entfernt von jeglichen anderen Menschen. Und ich dachte sofort,
nein, ich habe jetzt keinen Bock auf diesen Film, auf dieses innere Bild. Ich mache das jetzt mal klein
und stelle das mal in die Ecke. Und dadurch verlieren unsere inneren Bilder ihre Wirkung. Wenn wir sie uns klein vorstellen,
ganz klein und dunkel vielleicht sogar, während wir uns die Bilder, die uns wirklich anziehen, uns groß und die Farbe vorstellen.
Also zum Beispiel, wenn du ein schönes Ziel erreichen möchtest und du stellst dir das vor wie im Kino.
Du sitzt da und siehst auf der Leinwand dich selber, wie du deinen Traum verwirklicht. Sei es ein sportliches Ziel
oder sei es ein Ziel, was vielleicht eine Note angeht, jetzt in der Schule oder sei es, dass du ein berufliches Ziel
erledigen möchtest oder so. Dann stell dir vor, wie du das Ziel erreichst und zwar richtig groß. Und dann kann man noch wechseln.
Sehe ich das nur von außen? Also sehe ich mich wie in einem Film, als hätte jemand das aufgezeichnet? Oder bin ich mittendrin? Das ist so eine Perspektive.
Geh mal dann in dich selbst hinein und stell das dir so lebendig vor wie möglich, dass das um dich herum gerade passiert. Und es gibt Menschen,
für die ist die Vorstellung intensiver, als das tatsächliche Erleben danach. Das heißt, da kann sehr viel Motivation
und Energie freigesetzt werden und auch für unseren Geist, weil wenn du das ein paar Mal dir vorgestellt hast und du bist dann wirklich
in der Situation, fällt es dir viel leichter, das zu tun. Also in meinem Fall zum Beispiel als Redner,
ich hatte einen Auftritt in so einem Eishockey-Stadion vor 6000 Teilnehmern und ich bin extra bei der gleichen Veranstaltung
ein Jahr vorher dahin gegangen als Teilnehmer und zwischendrin in der Pause bin ich mal auf die Bühne. Ich habe denen gesagt,
ja, nächstes Jahr stehe ich hier selber auf der Bühne. Ich möchte einmal kurz sehen, wie es hier so ist auf der Bühne. Und dann stand ich auch kurz dort
und habe wirklich das aufgesogen, dieses Bild, wie sieht das aus, wo sind die Kameras, die Videos,
die Lichter und so weiter und habe dann im Verlauf dieses einen Jahres immer mal wieder
auch an meinen Vortrag gedacht und habe mir vorgestellt, wie ich da auf dieser Bühne stehe, wie ich das Publikum sehe, wie ich meine Rede halte
und wie ich das mache. Und als ich dann ein Jahr später auf dieser Bühne stand, das kam mir so vertraut vor.
Ich wusste genau, was hier ist und was hier passiert und wie das abläuft und es war mega,
es war der Vortrag meines Lebens, könnte man sagen. Ja, wow. Und insofern hilft das, einfach Dinge im Kopf
schon mal durchzugehen und zu sagen, so tun, als könnte man das, als hätte man das gemeistert.
Und wir können jetzt eine ganze Stunde darüber reden, über Beispiele, wo das erfolgreich war. Ich will nur ein ganz anderes
vielleicht nochmal nennen und zwar, da war ich im Urlaub in so einem Club und da gab es einen
Tennisspieler, der halt seine Ferien da verbracht hat, um Urlaubsgästen Tennis beizubringen.
Und irgendwie habe ich gedacht, Mensch, ja, ich bin zwar hier als Persönlichkeitstrainer, aber der hat bestimmt
auch mal eine Stunde am Nachmittag, wenn ich frei habe. Und dann habe ich halt mal fünf Stunden
Tennis gebucht bei so einem Profi und gedacht, ja, mal gucken. Und die erste Stunde war,
ich habe mich so schlecht angestellt, das erste Mal mit so einem Tennisschläger in der Hand, das war grauenvoll.
Und nach der Stunde habe ich gesagt, Stefan, das bist doch nicht du, du bist doch ein NLP-Meister. Hallo,
jetzt verändere mal deine Einstellung und deine Haltung und was könntest du tun? Das erste,
was mir einfiel, war, in meiner Kindheit, so alt bin ich schon, hat Boris Becker
Wimbledon gewonnen mit 17 Jahren. Deine Generation kennt Boris wahrscheinlich nur anders,
aber für uns war er der Held, der mit 17 Jahren Wimbledon gewinnt. Und ich habe mir vorgestellt, hey, ich bin Boris Becker
und ich kann das. Und davor bin ich, in der ersten Stunde bin ich jedes Mal an den Ball hingegangen
und wusste nicht, treffe ich den jetzt? Wie schlage ich den? Mache ich alles richtig? Na, wie das ein Anfänger
halt normalerweise so tut, von einem Zweifel. Aber jetzt, in der zweiten Sitzung, habe ich mir vorgestellt,
ich bin ein absoluter Tennis-Profi. Ich weiß genau, wie das geht. Ich lasse einfach
meinen Körper das machen. Ich habe natürlich Tennis vorher auch schon gesehen, wie Spieler das spielen. Und ich habe sensationell
gut gespielt in der zweiten Stunde. Der Trainer hat nachher gesagt, ich hätte ihn doch in der ersten Stunde
nur verarscht. Das kann doch gar nicht wahr sein, dass ich immer noch der Gleiche bin. Und ich habe ihm das nur kurz erklärt
und gesagt, das hat man gemerkt, du hattest eine Entschlossenheit, als wüsstest du genau, was du zu tun hast
und was du tun musst. Das ist doch unglaublich. Das ist halt diese mentale Haltung. Und wenn ich irgendwie reingehe in eine Situation
und ich bin voller Unsicherheit, naja, dann reagiere ich halt ganz anders. Ich denke anders, ich handle anders, wie wenn ich reingehe
und bin voller Überzeugung. Problem ist jetzt natürlich, wenn es jetzt jemand hört, wenn man in eine Prüfung reingeht, man hat so gar nichts gelernt.
Ich meine, dann ist es immer noch gut, besser selbstbewusst reinzugehen als verzweifelt. Immer noch besser,
aber trotzdem wäre es natürlich gut, vorher sich vorzubereiten. Und wenn einem dann nämlich was nicht einfällt, dann ist es auch okay,
dann weiß man genau, naja, ich muss jetzt auch nicht fünf Minuten lang rumeiern, als in der mündlichen Prüfung zum Beispiel. Wir können auch schnell
zu einem neuen Thema kommen, weil ich habe genug gelernt. Die müssen einfach nur was anderes fragen, da werde ich die Antwort auch wissen.
Das macht auf jeden Fall einen Unterschied, wenn ich dieses Selbstvertrauen, diese Sicherheit habe. Aha, okay, okay. Interessant.
Also ich glaube, das werde ich dann mal selber probieren und dann werde ich mal mein Ergebnis selber sehen. Jetzt meintest du,
es gibt visuell und das andere auditiv. Das heißt, es gibt dann auch noch andere Kanäle,
nehme ich an, die dann so eine gewisse die Methoden haben. Genau, es gibt natürlich auch
den körperlichen Kanal, wenn das kinästhetisch, das Gefühl, das ich habe. Mhm.
Und beim Fühlen gibt es zum Beispiel, wobei man das durchaus, also manche Methoden kann man in mehreren Kanälen anwenden, die sind nicht nur auf einen bezogen. Das Mickey-Maus-Technik ist natürlich sehr auf die Stimme bezogen,
ganz klar. Also im kinästhetischen Kanal haben wir im NLP zum Beispiel die Ankertechnik, die sehr stark ist. Das bedeutet,
dass man, wenn man ein gutes Gefühl erlebt, dieses gute Gefühl auch festhalten kann. Zum Beispiel, jetzt hatten wir gerade Boris Becker,
mit dem Ball in der Faust. Das könnte aber auch irgendeine andere Form von Berührung sein oder eine bestimmte Bewegung. Ich habe zum Beispiel sehr jung mein erstes Feuerlauf-Seminar gemacht
bei Tony Robbins. Tony ist ja ein sehr, sehr bekannter Tony Robbins. Oh, Tony Robbins, echt? Und ich war auch damals ja bei ihm in der Crew, in der Mannschaft
und habe eben mitgeholfen bei diesen Events und so. Und da lernt man eben sehr schnell eben so die Wirkung von solchen powervollen Ankern. Man sagt auch Power-Move dazu, also Move-Bewegung,
eine kraftvolle, energievolle Bewegung mit dem ganzen Körper, die einfach gespeichert ist mit einem bestimmten Zustand.
Das heißt, wenn du sehr, sehr gut drauf bist, voller Energie, voller Kraft und du machst dann immer wieder diese Bewegung,
dann wird diese Bewegung verknüpft mit diesem inneren Zustand. Das nennt man einen Anker. Das kennt die klassische Psychologie auch, nämlich Ivan Pavlov,
der russische Neurophysiologe, hat ja die Experimente mit den Hunden gemacht und hat ja immer, wenn die Hunde gespeichelt haben, die Glocke vorher geläutet
und hat die darauf konditioniert, dass sie dann später irgendwann nur noch die Glocke hören, ohne dass sie jetzt fressen bekommen und die Hunde fingen an zu speicheln,
sodass diese beiden Dinge miteinander verknüpft worden sind durch häufige Wiederholung und die starke Emotionalität. Und genau das Gleiche
kann ich eben auch beim Ankern tun. Das heißt, wenn ich mich zum Beispiel vorbereiten möchte auf eine Situation, wo ich alle meine Kräfte,
meine Energie brauche oder mein Mut, mein Selbstvertrauen, dann kann ich mir im stillen Kämmerlein zu Hause
mal Gedanken machen, in welchen Situationen meines Lebens hatte ich denn schon mal so einen starken Mut? Und dann rufe ich mir das ab,
innerlich. Dann erinnere ich mich, Mensch, damals, wow, das hätte ich mir selber gar nicht zugedrückt,
aber ich habe es gemacht, ich habe es getan. Wie habe ich mich da gefühlt? Und dieses Gefühl rufe ich in dem Moment
nochmal in mir wach und dann verankere ich das. Dann speichere ich das in der Bewegung, auch natürlich mit einem
inneren Film, mit inneren Bildern, die ich dann in dem Moment wieder abrufen kann. Und das kann ich natürlich
auch machen, zum Beispiel für sehr schöne Momente. Der Moment, als ich mich das erste Mal
verliebt habe oder der Moment, wo ich vielleicht einen wunderschönen Ausblick hatte in der Natur
von dem Berg heraus, ich habe es geschafft, ich bin nach oben geklettert, ich sehe die Weite, die Natur oder so
und diesen Moment, das Einssein, diesen Moment kann ich mir dann wieder hervorrufen über meinen Anker.
Und dann mit diesem Gefühl möglichst weiter agieren, zumindest dann mit einer anderen Intention und mit einem anderen Tonus,
sage ich mal. Ja, genau. Wenn ich das jetzt gespeichert habe, diesen Anker,
dann kann ich jetzt in einer Situation, zum Beispiel unter Prüfung oder so, könnte ich einfach
diesen Anker wieder abrufen, um dann in dem Moment mehr Selbstvertrauen oder mehr Mut zu haben. oder auch in einer
Flirtsituation zum Beispiel, wo ich jemanden gerne ansprechen möchte, zu sagen, okay,
ich erinnere mich mal an daran, wer ich wirklich bin, also meine guten Seiten sozusagen,
meine Stärken und die mache ich mir wieder bewusst und dann zu sagen, hey,
ist doch völlig lächerlich, jetzt hier jemanden nicht ansprechen zu wollen, wo ich doch ein Feuerläufer bin und schon mal
barfuß überglühende Kohlen gelaufen bin oder halt andere Erfolgserlebnisse hatte. Das finde ich wirklich cool,
das finde ich sehr cool. Glaubst du, es gibt dann Grenzen, wo diese Techniken vielleicht,
wo die vielleicht nichts bringen oder was sind einfach Grenzen? Ja, also es,
manchmal gibt es natürlich Situationen im Leben, die sind einfach sehr herausfordernd und da ist einfach
die Frage auch, bin ich Anfänger, mache ich jetzt, versuche ich jetzt in dieser Situation
zum ersten Mal eine neue Technik anzuwenden, von der ich noch gar nicht weiß, wie sie geht oder wie sie funktioniert
oder so und natürlich, da gibt es einfach Momente, die sind einfach schwierig, wobei ich inzwischen,
würde ich sagen, keine solchen Situationen mehr erlebt habe, wo mir nicht diese Methoden
tatsächlich auch helfen können. Ich meine, ich hatte schwierige Situationen im Krankenhaus mit OPs
oder neulich meinte auch ein Arzt, das war mir nachher immer ein Fehler, aber er meinte,
ja, ich wäre totkrank und so aufgrund der Auswertung und der Daten
oder so, aber da merke ich einfach, wie mir die Techniken sofort helfen können, mich sofort beruhigen,
mich sofort runterholen in ein anderes Realitätserleben in dem Moment. Aber allerdings natürlich,
bin ich jetzt sicherlich nicht das Paradebeispiel nach 30 Jahren NLP, kann ich das natürlich
im Schlaf die meisten Dinge für mich machen und das hilft wirklich sehr, sehr, sehr gut.
Ja, also es macht sicherlich Sinn, jetzt nicht gleich an den schwersten Lebensthemen
zu arbeiten damit, sondern erstmal die Methoden für sich auszuprobieren, zu lernen,
was funktioniert bei mir am besten. Ich erforsche mich, meine eigenen Gedanken, mein Gehirn,
was funktioniert da und dann das zu verwenden. Also beispielsweise, wenn jemand
gerade ganz frisch verlassen wurde oder so, das ist für manche einfach eine der
tiefsten Schmerzerfahrungen, die man haben kann. oder bei anderen Emotionen, wie zum Beispiel
bei Trauer, wenn wir einen geliebten Menschen verlieren, dann wollen wir
vielleicht auch gar nicht am nächsten Tag wieder frohgemut durch die Gegend
hopsen oder so, sondern das braucht vielleicht eine angemessene Zeit des Verarbeitens,
des Trauerns. Aber was mir immer geholfen hat, war die Vorstellung, ich könnte es
beenden, jederzeit, ich weiß, wie es geht und damit diese
Ohnmacht, diese Hilflosigkeit, die wir vorhin hatten, ist nicht mehr da. Und dann merkt man
irgendwann, dass auch sowas wie Trauer oder vielleicht auch Wut
wirklich auch zu unserem Menschsein dazugehört und auch sehr wertvolle Emotionen sind.
Aber du erlebst sie völlig anders, wenn du weißt, du bist nicht hilflos, du weißt,
ich könnte es beenden, aber ich bleibe jetzt noch einen Moment in diesem Gefühl, das ist gerade
eine Lernerfahrung, das ist gerade wichtig für mich, das auch mal so durchleben.
Und dann kommt wieder der Moment, wo es weitergeht. Also es gibt ja Menschen,
die trauern Monate und manche Jahre und sagen, ich darf nicht mehr froh sein
und so weiter und da helfen oft einfachste Interventionen bei diesen Menschen.
Also zum Beispiel die Frage, was denkst du würde dein verstorbener Partner jetzt vielleicht
bei Menschen, die viele Jahre zusammengelebt haben, was denkst du, was würde der
jetzt dazu sagen, dass du jetzt hier wegen ihm jahrelang trauerst, dein Leben nicht mehr
genießt und alles versauerst? Würde der das wollen? Ja, nee, der würde das nicht wollen.
Der würde wollen, dass ich wieder froh bin, dass ich ins Leben gehe. Vielleicht sogar, dass ich mir einen neuen
Partner suche oder Partnerin. Und plötzlich ist eine Frage, ein Perspektivwechsel.
Das ist etwas, hinter ganz vielen NLP-Methoden steckt, ein Perspektivwechsel. Ich wechsle die Perspektive.
Übrigens habe ich schon mehrere heute genannt. Zum Beispiel, ich gehe in die Zukunft. Ich schicke mir aus
meiner eigenen Zukunft eine positive Botschaft. Nach dem Motto, hey, guck mal, sieh mich an.
Du wirst es schafft. Warte noch ein paar Jahre, dann hast du die Skills. Oder ich gehe in die Vergangenheit. Wie war das damals,
als ich diesen Berg bestiegen habe? Oder als ich zum ersten Mal super glücklich war? Was war das für ein Gefühl? Das heißt,
ich habe überall, habe ich Möglichkeiten, meine Perspektive zu wechseln. Das ist wirklich sehr inspirierend. Das ist sehr cool.
Sehr cool. Wie ging dann deine Geschichte weiter? Du warst dann, also mich würde das noch interessieren, wie dann wirklich diese Veränderung
bei dir passiert ist. Die Trennung kam, dann war es Schüchternheit, das Überwinden. Und wie ging es dann weiter?
Wie war deine Geschichte? Naja, also nach der Trennung war ich völlig am Boden. Ich hatte noch keine Ahnung von diesen Tools
und dass ich der Regisseur in meinem Homekino bin und das, was ich jetzt erzählt habe. Und dementsprechend war ich extremst verzweifelt.
Und bis ich dann irgendwann in einer Nacht, du weißt es noch, weil es so dramatisch war, ich habe gedacht,
entweder bringe ich mich jetzt um oder ich schaue, dass ich wirklich was aus meinem Leben mache. Und damals hatte ich so die Idee,
naja, okay, umbringen, kannst du dich ja eigentlich später auch noch. Du kannst ja jetzt, du hast ja jetzt
einen Freifahrtschrank. Oh Mann. Weißt du, was ich meine? So eine zweite Chance. Und jetzt kannst du mal
befreit aufspielen. Jetzt musst du nicht mehr das tun, was deine Eltern von dir erwarten. Und du musst jetzt nicht immer nur hier.
Und ich hatte ein sehr strenges Gottesbild. Da oben ist einer, der immer genau beobachtet, was du machst und so.
Und plötzlich habe ich das auf Bord geworfen und habe gedacht, na gut, meinen Eltern, was Schlimmeres kann ich ihnen gar nicht antun,
als mich umzubringen. Ich bin ja inzwischen auch selber Vater. Das ist Horror, wenn du dir vorstellst,
dass deine Kinder sich aus Frust vom Leben umbringen würden oder so. Und damals war ich dann wirklich auf der Suche,
verzweifelt auf der Suche nach etwas, was mir helfen kann. Und heute bin ich super dankbar dafür.
Das ist auch ein schönes Beispiel für in den Krisen liegt die Chance. Weil ohne diese Krise glaube ich nicht,
dass ich mit 16, 17 Jahren mich schon so dafür interessiert hätte, wie wir unser Leben verändern können,
wie wir Sinn in unser Leben bekommen, wie wir Visionen verwirklichen oder erreichen
oder sowas. Und ich habe dann kurz darauf tatsächlich fiel mir das erste
Buch in die Hände. Das war von Tony Robbins eben. Also er war tatsächlich mein Mentor auch damals. Und es ging halt
in dem Buch um NLP. Und von daher war das so die erste wichtige Methode, die mir in die Hände kam.
Und ich habe einfach mich dran geklammert wie ein Strohhalm. Wie an den letzten Strohhalm, wie ein Verzweifelter.
Und habe angefangen, diese Methoden mit mir selber auszuprobieren. Wieder und wieder. Und ich habe dann ja noch
Abitur gemacht, habe dann Zivildienst noch machen dürfen, als eine der letzten Jahrgänge nochmal.
Und habe dort schwerbehinderte Kinder betreut und alte sterbende Menschen gepflegt.
Und das war für mich extrem heilsam, weil ich gesehen habe, es gibt ja Menschen, die haben wirkliche Probleme.
Also verglichen damit war mein Liebeskummer ja schon fast peinlich, sich deswegen umbringen zu wollen. Aber in dem Moment
sieht man das ja anders. Wer das mal wirklich erlebt hat, wie das ist, die erste große Liebe
auf eine blöde Art und Weise gehen lassen zu müssen, der weiß, was ich meine,
wie tief man da schon reinrutschen kann. aber das Gute war, danach habe ich so viel gelernt und mich hat dadurch
dann auch natürlich Psychologie sehr interessiert. Ich wollte einfach wissen, bei den behinderten Kindern, warum sind manche behinderte
Kinder glücklicher als gesunde Kinder? Ich fand das faszinierend. Warum sind bei den sterbenden alten Menschen,
warum sind manche glücklich und erfüllt und sagen, hey, es ist gut, wenn es vorbei ist,
bis dahin genieße ich aber noch jeden Tag? und andere sind gefrustert und versuchen irgendwie, haben halt ganz viel
bedauert in ihrem Leben, schreien ihre Angehörigen die ganze Zeit an und du merkst richtig, sie sind einfach so
unzufrieden mit ihrem eigenen Leben. Wie kommt das? Was ist da der Unterschied? Und was hast du gelernt?
Was hast du gelernt daraus? Wo ist der Unterschied? Der Unterschied ist tatsächlich in uns selber, wie wir mit uns umgehen,
wie wir mit uns umgehen, in unserem Kopf, was wir denken, was wir machen. Ob wir sagen,
ja, mein Gott, ich bin halt jetzt hier eingeschränkt und also behinderte Kinder, die nicht alle Funktionen haben, die sagen,
und trotzdem kann ich doch jeden Tag genießen und kann was daraus machen. Und ich kann auch jetzt im hier Moment sein
und jetzt im Moment, das ist total wunderbar und nicht alles dran denken, was ich vielleicht eines Tages
nicht können werde oder so. Und das ist ja auch, ich weiß nicht, ob du schon mal von dem Nick Vujcevic gehört hast,
das ist ein Motivationstrainer, der ohne Arm und ohne Beine auf die Welt gekommen ist. Und das ist natürlich super krass und er sagt selber auch natürlich,
dass es schwierig war als Kind und dass er irgendwann beschlossen hat, hey, bevor mir jetzt alle mein Leben lang erzählen, was ich alles nicht kann,
fange ich jetzt an, einfach die Dinge zu machen. Und für den ist natürlich Wasserrutschen lebensgefährlich und trotzdem macht er es einfach.
Weil er sagt, ich kann jetzt mein Leben lang Angst haben davor oder ich kann es halt trotzdem einfach auch machen.
Und der ist tatsächlich ein inspirierendes Vorbild für viele Menschen geworden, gerade auch, weil er natürlich
in so einer Situation ist, wo jeder sagen muss, oh mein Gott, ich bin unzufrieden, ich kann die Dinge nicht
und der hat keine Arme und keine Beine und lacht und hat Spaß und Freude und ist reich geworden
und hat eine wundervolle Frau. Hallo? Ja, es ist so eine, manchmal diese Perspektive einzunehmen,
die sehr hilfreich sein kann im Leben, zu erkennen, Moment mal, Dramatik in meinem eigenen Leben,
ist das nicht ein bisschen übertrieben? Es wird nie wieder weitergehen, es wird nie wieder so sein wie vorher.
Ja gut, klar, vielleicht nicht, aber dann kommt was anderes, dann kommt was Neues und das ist halt,
sich ins Leben hineinzustürzen. Das Leben ist manchmal im Wellengang, manchmal geht es auf und manchmal geht es ab.
Ja, ja und ich denke auch, das zu wissen oder zumindest auch mal die Erfahrung machen zu dürfen,
es darf auch mal so sein, wie es gerade ist, aber es wird sich auch verändern. Das hilft mir zum Beispiel immer, das nicht zu akzeptieren
und sagen, hinnehmen, so wie es ist, sondern eher zu sagen, manchmal ist es halt so,
aber definitiv nicht immer. Genau, das was ich verändern kann, sollte ich tun. Ich bin kein Freund davon,
abzuwarten, dass sich alles von alleine ändert, aber manche, die kannte ich halt nicht, die liegen halt nicht
in meiner Macht. Zum Beispiel, als Corona kam, ich war wie wild am Expandieren, wir hatten 40 Standorte
in Deutschland, ich habe Österreich, Schweiz aufgemacht, wir wollten gerade in China und in Großbritannien
noch die Seminare starten und plötzlich kamen, fast zwei Jahre lang, mussten wir alle Kurse absagen. Ich habe Millionen verloren,
was wir an die Teilnehmer zurückbezahlt haben, weil wir mussten natürlich im Voraus die Kurse buchen, weil wir die Räume gebucht haben.
Ja, aber unsere Büroräume konnten wir natürlich nicht stornieren in den ganzen Großstädten. Wir hatten fünf Jahre Mietverträge,
die liefen halt weiter und du konntest einfach nichts tun. Auf einmal hast du plötzlich zwei Millionen weniger, Großteil davon plötzlich Schulden
und du sagst, ich habe so hart gearbeitet in dieser Zeit, aber du kannst halt nichts machen. Und dann zu sagen,
ja gut, das ist halt einfach so, da kann ich jetzt auch nichts machen, ich kann jetzt ewig mich beklagen und rumhadern
oder ich kann halt, ich habe dann angefangen, eine Online-Plattform aufzubauen und habe dann in einem Jahr ungefähr die Hälfte der Schulden
eine Million mit der Online-Plattform verdient. Also wäre das im normalen Jahr gewesen, wow! Aber es ist trotzdem ein Mega-Erfolg, auch wenn du natürlich am Ende immer noch sagst,
aber wir haben ja trotzdem natürlich so viel verloren wegen den ganzen Sachen und den Mieten, aber trotzdem, das Leben geht immer weiter
und das hat mich damals in dieser Situation, mit 17, was ich erzählt habe, für mich, ich war nie wieder so am Boden
oder so frustriert, ich habe immer gesehen, wir können was machen. Egal, was du verlierst
durch solche Umstände oder Schicksalsschläge, ob das Menschen sind oder Geld oder Projekte,
die plötzlich sich dann doch nicht verwirklichen oder so, es geht weiter und das Spannende ist,
diese innere Haltung zu sagen, hey, das Leben ist eine Wachstumsreise, wir sind hier,
um Dinge zu lernen, um auch immer mehr dadurch rauszufinden, wer wir wirklich sind und was wir hier wollen
und können und für mich ist das eine zentrale Botschaft auch, finde heraus, warum du da bist,
was ist sozusagen das, was du der Welt zu geben hast und das muss nicht immer, wie jetzt in meinem Fall vielleicht,
auf einer Bühne sein oder so, sondern es kann sein, dass jemand einfach einen schönen Garten hat,
eine tolle Kunst macht, Gedichte schreibt oder einfach in seinem Umfeld der beste Freund ist, den man irgendwie haben kann
oder die beste Mutter oder, also es geht nicht darum, wir müssen nicht alle irgendwie, du hast vorhin ja mal
über Erfolg gesprochen, Erfolg ist einfach für mich, nach seinen eigenen Vorstellungen zu leben, das zum Ausdruck zu bringen, was durch dich in diese Welt hinaus will
und dabei hilft uns, dieser Pfad, dieser Weg rauszukriegen, was liegt uns, was liegt uns nicht
und manchmal schubst du uns das Schicksal so ein bisschen mal in die eine Richtung, in die andere und manchmal prüft es uns auch und fragst,
willst du das wirklich? So ist zumindest meine Idee. Also kurz vorm ganz großen Durchbruch kommt oft nochmal die schwärzeste Nacht und dann ist die Frage,
schaffe ich es, mein Licht leuchten zu lassen? Ja auch und gerade, wenn die Dunkelheit ist, umso heller leuchtet mein Licht
und wenn es regnet, das habe ich mir, das war mein Lieblingszitat während Corona, warte nicht, bis der Regen aufhört,
sondern lerne, im Regen zu tanzen. Also auch diese Zeit, so hart wie sie war, jetzt geschäftlich, beruflich,
hatte ihre magischen Momente und hatte ihre Zeit und es wäre blöd, wenn man die versäumt, weil man so in der Krisenmodus
drin hängt die ganze Zeit im Kopf von morgens bis abends. Ja, da erinnere ich mich immer an das Zitat, was mir immer ein Lächeln zaubert
und zumindest mich hilft, in dieser Perspektive, wie wir schon vorhin hatten, diesen Wechsel zu haben, dass man doch alles
ein bisschen leichter sieht und zwar, da kommt von Adam Watts, ins Deutsche übersetzt, die Menschen leiden,
weil sie das ernst nehmen, was die Götter auch Spaß gemacht haben oder zum Spaß gemacht haben. Ja, wundervoll. Und das finde ich wirklich super,
weil ich glaube, jeder wird mal in der Erfahrung an die Grenzen kommen, aber es ist
immer wieder sinnvoll, weil das habe ich immer gelernt, zu sagen, was kann ich machen? Vielleicht habe ich
irgendwas dazu beigetragen, vielleicht habe ich irgendwo wissen hätte können, dass es das passiert oder nicht,
aber das ist ja das Gute, vielleicht tut es weh, in diesem Moment das zu erfahren, das heißt, oh,
ich war vielleicht teilweise schuld, aber das Gute ist, beim nächsten Mal kannst du es ja besser machen. Das ist ja das Tolle.
Ja. Und deswegen finde ich das sehr, sehr super inspirierend und vor allem
sehr schön erzählt, definitiv. Dann hat sich ja einiges getan seit den 17 Jahren. Wahnsinnig viel.
Ich hätte die spannendsten Sachen verpasst. Das kann ich mir vorstellen. Dann würde ich jetzt noch ein letztes Thema aufmachen
für die letzten 20, 30 Minuten, sowas. Emotionen. Was,
denkst du, machen die meisten Menschen falsch mit den Emotionen? Naja,
für mich ist es gar nicht so ein neues Thema, weil die Antwort ist, dass sie
oft nicht wissen, wie stark sie ihre eigenen Emotionen steuern können. Also, wie man positive Emotionen
verstärkt und intensiviert, um auch wirklich die tollen Höhepunkte,
die tollen Momente unseres Lebens zu genießen und wie man die unangenehmen Dinge,
wenn man sie denn beenden möchte, für sich abschwächen kann zumindest oder sie sogar
in was anderes verwandeln kann. Wie meinst du das? Naja,
also, in dem Moment, wo eine Emotion kommt und ich das
realisiere, kann ich ja anfangen, beispielsweise, hatten wir vorhin,
mir andere Bilder im Kopf zu machen oder meine Stimme anders einzusetzen, weil,
was ist eine Emotion? Es ist eigentlich etwas, was sich irgendwie zum Ausdruck bringt
in mir, in Form von, ich habe einen Gedanken im Kopf, ich habe ein Bild,
ich habe ein körperliches Gefühl und genau gegen diese drei Dinge haben wir schon
Strategien sozusagen besprochen. Also, zum Beispiel, wenn ich merke,
da ist Müdigkeit und ich kann mir jetzt aber aus irgendeinem Grund keine Müdigkeit
erlauben, weil ich noch was vorhatte oder was lernen möchte oder
wer auch immer, dann weiß ich, ich kann jetzt anfangen, meinen Körper
zu bewegen, ich kann Sport zu machen, ich kann ein paar Minuten zu hüpfen,
ich kann mir laute Musik machen und tanzen, wenn es die Nachbarn nicht
stört oder so, oder mit Kopfhörer halt, aber ich kann was tun, ich kann körperlich
aktiv werden, weil ich weiß, sobald ich körperlich aktiv werde, verändert sich das
Gefühl in meinem Körper, es geht gar nicht anders, es ist biochemisch
einfach, gut, manche probieren es dann halt mit Essen, das ist auch biochemisch,
es verändert auch was, aber es ist natürlich nicht so gesund auf die Dauer, oder Alkohol,
was ja auch andere als Ausweg dann halt sehen, weil sie nicht wissen, dass es auch andere
Möglichkeiten gibt, das zu machen, ja, und wenn ich ein Bild im Kopf habe
und ich bin mir aber bewusst, dass ich der Regisseur bin, dann kann ich sagen,
halt, stopp, ich will einen anderen filmen, ja,
also wenn ich abends im Bett liege und ich mache mir komische Gedanken, weil irgendwas nicht
so gut gelaufen ist tagsüber und dann läuft dauernd dieser Film, wenn ich nichts mache, dann läuft der im
Endlosloop, dann kann ich stundenlang wach liegen und mich total zermürben und habe dann am nächsten
Morgen noch viel weniger geschlafen und noch weniger Möglichkeiten, was Gutes zu tun,
aber wenn ich dann weiß, Moment mal, wo ist die Pause-Taste? Hier, da gibt es doch ein
anderes Video, das ist jetzt viel schöner, das Video von einem schönen Urlaub oder
von einem Erfolgserlebnis oder was auch immer, und dann feiere, dann nehme ich mir
dieses Video und kann mir dieses Video anschauen und wenn die Stimme mir reinquatscht,
dann haben wir Mickey Mouse-Technik zum Beispiel. Das heißt, das sind erstklassige
Methoden, um mit Emotionen anders umzugehen und diese Methoden im NLP,
die werden ja auch zum Teil therapeutisch eingesetzt bei Menschen,
die Phobien haben, die richtig starke Ängste haben, die Panikattacken haben und ähnliches
und selbst dort helfen sie diesen Menschen, dass sie die Kontrolle gewinnen
über diese inneren Bilder und diese inneren Filme und deswegen sagte ich vorhin in der NLP
was Psychologie für gesunde Menschen auch, weil wir alle von diesen Mechanismen, die man aus diesem
Kontext von Therapie gelernt hat, als gesunde Menschen erst recht einsetzen können.
Da ist es noch nicht so pathologisch, noch nicht so ganz so traumatisch oder so und da kann ich sagen,
okay, ich kann das anders gestalten, ich kann das anders verändern.
Und damit ich nicht in so eine Fantasiewelt abgeleite, so ist das, was wir jetzt aber auch
schon ein paar Mal wirklich auch herausgestellt haben, einfach wichtig, du hast es auch gesagt
und ich auch, dieses Reflektieren, dieses Schauen, was will mir das, dieser Gedanke,
dieses Bild, gibt es irgendwas daraus zu lernen, ist da irgendeine Botschaft drin,
irgendwas, was ich anders machen kann. Aber manchmal ist es das nicht,
manchmal haben wir Bilder im Kopf, weil wir einfach den falschen Film gesehen haben oder so.
Und jetzt verfolgt uns halt irgendeine Szene aus diesem Film und die ist jetzt halt da
und dann ist es auch aus meiner Sicht völlig legitim zu sagen, diese Szene werde ich jetzt löschen,
die werde ich jetzt vernichten. Gibt es auch tolle Techniken, wie man das machen kann.
Ja, ja, also ich bin echt geflasht von diesem Ganzen,
weil ich habe selber eine Therapie gemacht über Jahre hinweg und ich habe da sehr, sehr viel
erkannt an den Techniken, was ich mir auch durch Therapie angehängt habe
und ich finde das einfach echt super. Jetzt hätte ich eine Frage ein bisschen
off-topic und zwar, wie lange machst du schon Coaching? Schon auch seit
dem NLP oder bist du da? Da NLP ja immer auch so ausgebildet
und unterrichtet wird, dass man mit echten Menschen arbeitet und quasi in Zweier,
in Dreiergruppen arbeitet, kann man, also später haben wir genau das Coaching
genannt, also im Bunde jetzt seit 30 Jahren, ja. Was für eine
Entwicklung von einem Klienten, wenn du das erzählen darfst, hat dich wirklich
überrascht, dass bis jetzt noch im Kopf geblieben ist? Also wirklich viele,
total viele, ich meine natürlich viele, gerade aus der Anfangszeit sind
mir noch in Erinnerung geblieben, ja, also ich hatte, ich hatte in meinem
allerersten Kurs, den ich selber gegeben habe, hatte ich einen Teilnehmer,
es war ein junger Student, der sagte, er träumt davon, ein Stipendium an
einer der amerikanischen Elite-Universitäten zu bekommen. Da habe ich gesagt, ja komm nach vorne.
Und er sagt, ja das ist doch so, ein Hirngespinst, ein Traum. Ja sag ich,
willst du oder willst du nicht? Ja schon, okay und dann habe ich mit ihm
eben gearbeitet an diesem Ziel und ein Jahr später hat er mir eine Postkarte geschickt
und ich habe sofort gewusst mit dem Campus und ich habe sofort gewusst, von wem die kommt
und wer das ist und ich fand es so faszinierend einfach, weil er zu dem Zeitpunkt, als wir gearbeitet haben,
selber nicht so wirklich daran geglaubt hat und erst als wir dann wirklich konkret geworden sind, glaube ich,
danach hat es ihn dann echt gepackt, das zu machen. Ich hatte, ich hatte einen anderen
Fall, das war ein Pärchen, die, die waren tollig,
die beiden, aber man hätte irgendwie nicht gedacht, dass die so im Alltag
überleben können oder so, also so machten sie den Eindruck und die haben
tatsächlich bei mir die ganze NLP-Ausbildung gemacht, also es ging dann so über zweieinhalb Jahre
ungefähr, immer mit Pausen auch und dann der nächste Level, der nächste Level, also bis zum Trainer,
sind selber Trainer geworden und dann sind sie nach Kanada ausgewandert und irgendwie hätte
keiner aus der Gruppe den beiden, das am Anfang zugetraut, dass die den Mut haben, dass die das Vertrauen haben,
dass die die Kompetenz haben, genau das zu machen und dann haben sie das genau gemacht. Und natürlich gab es auch
Fälle von Menschen, die einfach sehr, sehr unglückliche Kindheitserlebnisse hatten,
also sehr schwierige Situationen, die sie hinterher einfach bravouros überwunden haben, wo du
gedacht hast, oh mein Gott, was ist da passiert und Therapie und Klinik
und Gefängnisaufenthalt unter Umständen sogar und auf einmal werden die sehr angesehene
Menschen in unserer Gesellschaft, weil sie einfach auf einem ganz anderen Weg gefunden haben
und da wirklich was aufbauen, was vielleicht sogar auch andere
unterstützt und weiterbringt. Das erinnert mich sehr stark an das
Buch von Viktor Frankl. Erinnert mich sehr, sehr stark daran. Das habe ich auch gelesen.
Und trotzdem Ja zum Leben sagen, aus dem Konzentrationslager. Genau, genau, genau, genau.
Dass es immer diesen Raum gibt, was tue ich und vor allem, wie interpretiere ich das und
es geht immer irgendwie bergauf. Das ist das Coole. Dann würde ich jetzt noch eine letzte Frage,
nämlich ich bin jemand, warum ich auch diesen Podcast gemacht habe, das sage ich öfters,
ist, um ein bisschen mehr Optimismus in die Welt zu bringen, mit interessanten Persönlichkeiten zu reden, die etwas dazu beitragen können,
dass man ein bisschen schlauer aus der Folge rausgeht. Was würdest du den Zuhörern an den Tag legen, um zu sagen,
schau mal hier, damit kannst du ein bisschen kleinen Freundschritt machen und ein bisschen
Selbstwirksamkeit kriegen? Also wichtig ist, meines Erachtens nach, zu lernen, an sich selbst zu glauben.
Das ist vielleicht am Anfang nicht so leicht, das kann man eben Schritt für Schritt für sich aufbauen,
sich wirklich auch Zeit zu nehmen, sich an die eigenen Erfolgserlebnisse zu erinnern, kleine Schritte,
kleine Erfolge auch schon zu feiern. Gibt es ja verschiedene Sachen, Journaling, Achtsamkeitstagebuch
oder auch sich die Morning Power Questions stellen, also sich morgens zu fragen, was in meinem Leben
begeistert mich gerade, was inspiriert mich, worin bin ich leidenschaftlich, was liebe ich, worauf freue ich mich?
Also so positive Fragen, weil unser Gehirn versucht, die zu beantworten. Wir lenken den Fokus
auf Dinge, die einfach gut sind, die positiv sind und genauso natürlich sich auch zu erinnern
an das, was habe ich schon alles getan in meinem Leben, was hat mir das gebracht?
Und wenn es in einem Moment mal gerade nicht so gut für mich möglich ist, dann nutz den Körper, fang an zu tanzen
oder was immer dir gut tut, nicht jeder ist ein Tänzer, bei mir hilft das halt sehr gut, aber nutz den Körper, geh in diese Stimmung,
tu so als ob, hatten wir ja auch vorhin, das zu machen. und ich habe gemerkt, dass wir unglaublich viel Kraft bekommen,
wenn wir anfangen, anderen Menschen zu helfen. Also wenn wir anderen Menschen helfen, obwohl wir vielleicht selber irgendwie meinen, wir hätten Probleme,
Herausforderungen, dann kann es passieren, dass wir so mit unserer Aufgabe wachsen, dass wir nachher gar nicht mehr unsere eigenen Herausforderungen wahrnehmen
oder sie einfach überwinden können durch das, was wir hierbei lernen. Ja, ja,
etwas für einen größeren Zweck vielleicht auch oder etwas für jemand anderen sowas, ja, ja, ja,
das stimmt. Das stimmt definitiv. Und was mich mit am meisten angetrieben hat, war natürlich auch immer, entwickle eine persönliche Vision für dich.
Für manche ist das auf einer materiellen Ebene, bei mir ist es eher auf dieser Persönlichkeitsebene, was für ein Mensch möchte ich gerne sein? Also wer will ich wirklich sein? Und fang an,
dich damit zu beschäftigen. Und je mehr du an diesen Menschen denkst und dir überlegst, wie ist der? Selbstbewusst,
großzügig, tolerant, hilfsbereit, offen, kreativ,
neugierig, was auch immer, mutig, umso mehr gelingt es uns, in kleinen Schritten uns darauf zu bewegen,
auf diesen Menschen. Das Weg zum eigenen Ideal, ja, ebenen. Und dann stets für Schritt daran arbeiten,
in kleinen Schritten. Ja. Perfekt. Dann Stefan Landsiedel. Vielen,
vielen Dank für die Zeit. Und wenn es Leute interessiert, was du machst, wohin sollen sie gehen? Wo können sie deine Website
oder Social Media Kanäle, was können sie suchen? Ja, ich bin sehr breit im Netz. Am besten natürlich über meine Webseite.
Das ist landsiedel-seminare.de und da gibt es so einen großen Button kostenlos. Da würde ich mal starten. Da kann man nämlich eine Menge Videos,
Audios sich anschauen. Es gibt dort eine Sieben-Tage-Challenge. Da kriegt man jeden Tag ein kleines Audio von mir. Da führe ich einen auch durch manche dieser Übungen. Mach zum Beispiel Zukunftsreisen,
Erinnerungen an magische Momente im eigenen Leben. Also eigentlich vieles von dem, was wir besprochen haben. Und da kann man einfach kostenlos mitmachen. Wenn man sich dort einträgt,
kriegt man dann sieben Tage, jeden Tag eine kleine Mail mit einem Audio-File, wo ich durch die Übung durchführe. Dauert immer so zehn Minuten ungefähr.
Also richtig gute Übung eigentlich so für den Alltag, um auf positive Gedanken und Ideen zu kommen. Ja, liebe Leute dann. Vielen Dank fürs Zuhören. Uns habe ich definitiv gefreut.
Gerne wieder und schön, dass es geklappt hat. Ich danke dir, Gabriel.



