Podcast-Folge
Warum Kontrolle dich unglücklich macht: Jonas Salzgeber
Episode #36
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Lieber Jonas, willkommen zu unserem Podcast. Freut mich, dass du da bist. Freut mich auch. Danke, Gabriel. Erst einmal, du bist sehr eingelesen bzw. man kennt dich für den Stoizismus. Wie kamst du darauf? Durchs Lesen. Es gab so eine Phase im Leben, da habe ich extrem viel gelesen. Einfach übers Leben und eigentlich mit dem Ziel war es damals, mehr zu lernen und mich weiterzuentwickeln, zu wachsen.
Und so kam das auch, dass ich da mit meinem Bruder angefangen habe, Artikel zu schreiben. Und da war der Stoizismus schon früh ein wichtiges Thema für mich. Das hat mich fasziniert und ich habe da mehr und mehr gelesen. Also durch Bücher kam das. Und wieso hat dich das so fasziniert?
Irgendwie hatte ich dann schon früh so ein Bild vom Fels in der Brandung. Irgendwie mit dieser Philosophie, du hast eine innere Ruhe, einen inneren Frieden, egal was draussen passiert. Und du kannst dort jederzeit hingehen. Du kannst immer bei dir sein und von dir aus, aus deinem Frieden, aus deiner Ruhe aus handeln. Ohne, dass dich alles zu fest mitnimmt.
Ich denke, das faszinierte mich. Ich hatte dieses Bild. Okay, und wann hast du damit angefangen? Wie alt bist du jetzt? Jetzt werde ich im Sommer 35 und angefangen wirklich mit dem Blog im Jahr 2015. Und ja, gelesen habe ich schon vorher ein bisschen.
Aber ich muss sagen, zu Schulzeiten, ja, da habe ich höchst selten die Bücher gelesen, die da Pflichtlektüre waren. Ich hatte irgendwie das Bild im Kopf, das sind Streber und ich muss das nicht lesen. Und erst als ich es selber zu den Büchern fand, ja, dass ich das lesen konnte, was mich interessierte, habe ich plötzlich angefangen zu lesen. Und welche Bücher haben dich am meisten geprägt?
Ich glaube, es gibt da sehr viele verschiedene Strömungen. Ich weiss, es gibt da diesen Epikur. Ich glaube, der gehört auch. Gehört Epikur dazu? Das weiss ich nicht. Nein, das war eigentlich so, mehr Hedonisten oder ging in die andere Richtung als die Stoiker.
Epikurismus eigentlich, gegenüber dem Stoizismus. Ach, das sind zwei Gegenteile. Ja, das schlussendliche Ziel, so wie ich verstehe, ist das Gleiche, ja, aber eigentlich schon anders, ja. Epikur, mehr Genuss im Moment, ja. Und die Stoiker, ein bisschen mehr Verzicht, würde ich sagen, und Fokus auf die Handlung.
Vielmehr auf Handlung, wer bin ich im Jetzt und der Epikur eher. Ja, auch geniessen von dem, was kommt und was ist. Aber Epikur kenne ich wirklich nicht allzu gut, ja. Weil das wäre jetzt auch meine Frage gewesen, weil ich glaube, da bin ich jetzt auch selber in die Falle getappt. Was verstehen denn die meisten Leute falsch über Stoizismus?
Was denkst du? Ich denke, so ein Bild, das die Leute haben, ist, dass die Stoiker gefühlskalt seien, ja, oder so ein Herz aus Stein haben. Ich denke, das ist eines der grössten Missverständnisse, da, wenn es um den Stoizismus geht. Die Stoiker waren sich sehr wohl bewusst, dass Emotionen, Gefühle sehr natürlich sind, ja. Die beschäftigten sich tagtäglich mit sich selbst, ja.
Die wussten das auch, die kommen einfach, die Gefühle. Die sagten einfach, ja, wir wollen die regulieren, ja. Wir wollen nicht aus der Emotion heraus immer handeln, also zu fest impulsiv, sondern wir wollen uns selber führen, ja. Eine Art Selbstführung im Moment, trotz den Gefühlen, ja. Also da heisst nicht, tu das unterdrücken oder sag, die Gefühle gibt es gar nicht oder sei einfach gefühlskalt.
Das verstehe ich überhaupt nicht so, sondern vielmehr, das Gefühl kann da sein, ja. Es ist da und ich kann dann trotzdem so handeln, wie ich das gerne möchte. Das kann sein, natürlich mit dem Gefühl in eine Richtung gehen, aber es kann auch sein, auf etwas, ja, sich da zu verzichten oder einen anderen Weg zu gehen oder eben nicht impulsiv zu handeln, ja. Nicht aus der Wut heraus handeln, ja, nicht aus der Wut Kinder anschein, ja. Du arbeitest ja mit Kindern, hast du gesagt, und je nachdem, also ich habe auch schon mit Kindern gearbeitet.
Ich bin da kein Profi, aber je nachdem ist es sehr herausfordernd, ja, außer du bist, ja, vielleicht bist du ja extrem gut in dem, aber je nachdem kann das auch schon nerven und sehr herausfordernd sein. Und dann, ja, machst du ja das nicht, dass du dann ein Kind schlägst oder anschreist oder so, sondern du regulierst diese Gefühle irgendwie, eben besser als die Kinder zum Beispiel. Ich verstehe, weil genau da macht auch die Metapher von diesem Fels in der Brandung, macht auch wirklich Sinn. Also zumindest, was mein Credo immer ist, was ich mir innerlich sage, wenn ich in der pädagogischen Arbeit bin, ist, so komisch, das klingt immer aus der Mitte heraus. Also ob es wie so ein Zentrum gibt, was für Frieden und für Vernunft steht und daraus agiere ich dann irgendwie.
Ist das denn auch schon ein bisschen historisch angeteasert? Für mich schon, ja. Also das ist eben dieses Zentrum, sagst du, oder aus der Mitte. Für mich ist es auch hier, ja, Herzgegend oder eben der Fels in der Brandung. Ja, da geht es nicht darum, beim Fels in der Brandung steinhart zu sein und nichts zuzulassen, sondern es ist mehr dieser Punkt der Sicherheit, eben diese Mitte, zurück in die Mitte zu kommen, ja.
Eigentlich ist es viel mehr mit Wasser auch mitgehen, aber trotzdem bei sich bleiben, ja. Und je nachdem, wie du dann handelst, ist das schon sehr steuisch angehaucht, ja. Okay, und jetzt nochmal zurück zu der Frage, weil ich als Laie jetzt so, ich habe ein paar Bücher gelesen, ich glaube, kennst du Ryan Holiday? Ja. Genau, der ist ja auch so einer, der sich viel damit befasst und viele Bücher damit schreibt.
Ich habe Ego ist der Enemy gelesen, bloß was mir jetzt gerade im Gespräch auffällt, ist, ich glaube, da besteht ein bisschen Verwechslungsgefahr, dass man sich denkt, oh, Sokrates, und genauso wie ich es vorhin schon gemacht habe mit Epikur. Was sind denn so Namen von den Stoikern? Also die bekanntesten vier sind alles römische Stoiker, also der Stoizismus hat seinen Ursprung im antiken Griechenland, ja. Und ja, fand dann den Weg ins römische Reich nach Rom, dank politischen Verhandlungen von der Athener Regierung. Die sandten da Philosophen für diese Verhandlungen und unter anderem sandten die auch stoische Philosophen.
Und die hielten dann im Rom, im römischen Reich, gut besuchte Vorträge, ja. Und so fand der Stoizismus den Weg ins römische Reich und der breitete sich aus, oder die Philosophie breitete sich aus, weil das wirklich gut funktionierte im Leben, ja. Und dann sind eigentlich die bekanntesten Stoiker heute Seneca, der Jüngere. Musonius Rufus, den kennt man zwar nicht so. Epiktet, vielleicht hast du dich auch verwechselt.
Epiktet, das kann sein, ja, das kann sein. Genau, der war einmal Sklave und dann wurde der freigelassen und wurde zum Philosophen und hatte dann eine eigene Schule, Epiktet. Und dann Marc Aurel oder Markus Aurelius, der ist der bekannteste von allen. Der war römischer Kaiser, ja. Das sind so die bekanntesten.
Was konntest du von denen lernen? Wie hat es dir weitergeholfen? Ja, von denen oder einfach von der Philosophie. Also im Kern geht es darum, also das ist eine sehr praktische Philosophie, ja. Für mich früher war das Wort Philosophie ein bisschen so abstossen irgendwie, weil ich dachte, das sind so graue alte Männer, die über etwas philosophieren und sehr in der Theorie sind.
Aber der Stoizismus ist extrem praktisch. Es geht da ums Leben, ja. Wie gehe ich damit um? Das ist eine Kernfrage da, ja. Für die Stoiker, die unterscheiden zwischen den Dingen, die unserer Kontrolle liegen und den Dingen, die nicht in unserer Kontrolle liegen.
Und das ist fast alles. Das ist im Aussen. Also da passieren immer Dinge. Du bist dann in Situationen und die Frage ist, ja, wie gehe ich jetzt damit um? Und dort ist unsere Macht, ja.
Ich kann nicht kontrollieren, was alles passiert. Natürlich haben meine vergangenen Handlungen auch dazu geführt vielleicht, ja, wo ich jetzt bin. Aber gerade jetzt im Moment ist es so, wie es ist. Was ich tun kann, ist Verantwortung übernehmen für die Stoiker. Und bewusst handeln.
Also wie antworte ich jetzt auf diese Situation? Das ist so eine Unterscheidung eigentlich. Vielleicht hast du schon gehört zwischen Reiz und Reaktion, ja. Etwas passiert und wir reagieren automatisch. Und dort ist so eine Lücke, ein Moment dazwischen, ein kleiner Raum.
Und in diesen Raum wollen wir gehen und dann nicht reagieren, also automatisch reagieren, sondern bewusst handeln. Und das ist alltäglich, ja. In jedem Moment sind wir in Situationen, wo wir bewusst antworten können auf diese Lebenssituation, auf diesen Moment. Und so half mir der Stoizismus zum Beispiel viel bewusster zu werden. Es gab mir viel Orientierung.
Ja, was will ich eigentlich? Wer will ich sein? Wie handle ich? Ja, viel Selbstreflexion. Wo bin ich denn?
Wo will ich hin? Oder wer bin ich jetzt? Wer möchte ich sein? Also, ich denke, das ist schon sehr viel, ja. Dieses bewusste Handeln, bei dem uns der Stoizismus hilft.
Und dann klar in der Intention sein, klar in dem Gedanken, was möchte ich? Und ich denke, man kann da auf gewisse Schwierigkeiten stoßen, weil sobald man eine Frage stellt, können ja alle möglichen Antworten kommen. Gibt es da wie so eine Art Leitlinien oder Leitgedanken, die dir bei Entscheidungen geholfen haben, wenn du jetzt sagst, ich habe jetzt genau diesen Raum zwischen Reiz und Reaktion und wonach richte ich mich? Ich glaube, da gibt es dann auch noch ein paar Sachen, die da wie so eine Art Leitgedanken machen können, oder? Ja, also, die Stoiker, die hatten so vier Kardinaltugenden.
Und das hört sich jetzt vielleicht so universitär an oder so, aber eine Tugend ist eigentlich ein Wert in der Praxis. Also, ich habe einen Wert, Ehrlichkeit. Ehrlichkeit ist mir wichtig, das ist der Wert. Die Tugendehrlichkeit wäre dann, ich sage die Wahrheit, auch wenn es gerade schwierig ist. Das ist die Tugend, ich lebe das.
Und die hatten vier Kardinaltugenden. Und das kommt aus dem lateinischen Carto. Carto war die Türangel. Und die Türangel ist der Dreh- und Angelpunkt, ja, da von der Tür. Und wenn die irgendwie schief stehen, ist die ganze Tür schief.
Also, diese Tugenden sind, an denen wollen wir uns orientieren. Und da ist zuoberst die Weisheit. Und da kannst du dir die Frage stellen, was ist richtig in diesem Moment? Und ich komme gleich zu den anderen Tugenden. Und was ist richtig?
Da gibt es nicht einfach richtig falsch in den meisten Situationen. Sondern da bist dann du das bewusste Wesen, das jetzt in diesem Moment entscheidet für dich, was ist richtig für mich hier jetzt? Und was will ich jetzt tun? Ich kann das nicht für dich sagen.
Und es gibt auch keine Regeln. Das sind nicht starre Regeln, weil in einem Moment ist vielleicht das richtig und im anderen Moment ist genau das Gegenteil richtig. Das können wir nur in der jeweiligen Situation wissen. Also die Weisheit, die Tugend der Weisheit, was ist richtig, ist eigentlich zuoberst.
Die Mutter aller Tugenden. Und dann gibt es noch drei. Gerechtigkeit. Was ist richtig im Umgang mit anderen? Fairness.
Das sind immer mit anderen Menschen. Also in diesem Raum nehme ich auch Rücksicht auf die anderen. Es muss auch gerecht sein. Dann Mut. Kann ich die Weisheit oder was ist richtig auch anwenden, wenn es sehr schwierig ist für mich im Moment?
Genau diese Ehrlichkeit zum Beispiel. Hey, manchmal ist es schwierig, Dinge anzusprechen. Es ist nicht einfach. Aber habe ich den Mut, hier weise zu sein und das zu sagen, was ich für richtig halte? Und dann das dritte noch ist Mäßigung oder Selbstdisziplin.
Kann ich das Richtige tun, auch wenn ich mich anders fühle zum Beispiel? Ich habe jetzt keine Lust, das zu machen. Aber wenn ich mich frage, wenn ich in diesem Raum bin, was ist richtig? Mit der Selbstdisziplin mache ich dann trotzdem, was richtig ist, obwohl ich keine Lust habe. Oder ich verzichte auf etwas, obwohl ich Lust dazu hätte, weil ich mir sage, für mich ist jetzt das richtig.
Und da finde ich sehr wichtig mit der Disziplin. Sport zum Beispiel. Wir können schon diszipliniert sein, aber es muss dann auch weise sein. Je nachdem ist einmal eine Pause wichtiger, als einfach weiterzufahren. Also immer in Kombination mit einer gewissen Weisheit handeln.
Und das kann nur jeder für sich wissen, aber wenn wir bewusst im Moment sind, haben wir die Kapazität, das zu wissen, was jetzt für uns richtig ist. Ich verstehe. Ich glaube, das kann wirklich dabei helfen, genauso wie du schon gesagt hast, das kann wirklich sehr dabei helfen, einfach konkret im Alltag zu werden,
es praktisch umzusetzen, das glaube ich schon. Gibt es dann auch ein bisschen Platz für Genuss, sage ich mal? Gibt es das in der Philosophie? Das weisst du jetzt für dich selbst, weil das Richtige ist ja genau für dich richtig. Also für mich gibt es sehr viel Genuss im Leben,
weil ich kann ja nur für mich selbst wissen, was jetzt richtig und falsch ist. Also das bewusste Handeln, das schliesst nicht irgendetwas aus, außer es ist nicht gerecht vielleicht. Oder ich bin jemandem, wenn man jemandem schaden möchte oder sowas. Das ist natürlich etwas ganz anderes so.
Ja, aber willst du das wirklich? Also beim bewussten Handeln willst du wahrscheinlich niemandem schaden. Ja, also ich kam auf die Frage, weil ich mir dachte, okay, das klingt ja alles sehr, dass man nach Vernunft lebt und dass man nach Zielen strebt. Aber manchmal kann es auch sein, dass man zum Beispiel Lust hat,
man ist jetzt gerade irgendwie auf einer Diät, sage ich mal, und man hat doch Bock auf ein Stück Käse zum Beispiel. Und dann wäre ja das Richtige in der Philosophie zu sagen, nee, für mein zukünftiges Ich mache ich das nicht, oder? So wie ich es jetzt verstanden habe.
Nein. Das ist genau, was ich sagte. Du willst nicht stur sein. Es ist nicht stur Regeln befolgen oder irgendwas. Stur durchziehen, das sind keine Regeln.
Du weisst für dich selbst, ob du jetzt Käse isst oder nicht. Du kannst das nicht verallgemeinern. Es gibt wahrscheinlich einige wenige Dinge, die man generell sagt, das kann man nicht tun, sobald man das Leben anderer in Kauf nimmt oder so. Aber wenn es dich betrifft, weisst du selber, wie du dich ernähren möchtest,
was jetzt richtig ist. Ich würde da auch gar nicht zu fest immer an das Richtige denken, sondern viel praktischer ist einfach in diesem Moment, was würde mein bestes Selbst jetzt tun. Und für das beste Selbst gibt es auch Platz für Eiscreme und Käse.
Also Käse ohnehin wichtig für mich als Schweizer. Glas Wein. Der Genuss, das ist ja auch schön. Das kannst du für dich selber entscheiden. Ich sage doch niemandem, oder die Philosophie schreibt niemandem irgendwas vor.
Das ist nur Orientierung und eine Möglichkeit, irgendwie so zu leben, dass wir, du hast von Optimismus vorgänglich gesprochen, er wollte Optimismus verbreiten. Und ich finde, da hilft diese Philosophie schon auch, weil es gibt uns extrem viel Macht zurück.
Obwohl es so viel gibt im Außen, dass wir nicht kontrollieren können. Im Stoizismus fokussieren wir uns auf das, was wir beeinflussen können. Und das ist immer auch etwas. Nämlich, wie gehe ich mit der Situation und was mache ich jetzt? Auch wenn es eine blöde Situation ist.
Ich habe immer eine Wahl. Meine Einstellung dazu und wie ich damit umgehe. Und da kann ich immer gerade stehen und sagen, ja, ich gehe jetzt da mit Würde durch, gebe mein Bestes. Und alles andere kann ich ja nicht kontrollieren.
Also es gibt uns sehr, sehr viel. Ich kann immer mein Bestes geben und das reicht. Mehr geht ja nicht. Und dann zu sagen, es kommt, wie es kommt. Ich akzeptiere das, was passiert.
So mit dem dann. Wenn ich entscheide, ich habe das Beste gemacht. Ja. Aha. Die sagen das gleichgültig.
Gleichgültig heisst ja eigentlich, es ist gleichgültig beides. Also Erfolg oder Misserfolg nimmt die störeische Philosophie an. Einfach beides auf eine ähnliche Art und Weise. Weil sie sagt, hey, du gibst dein Bestes, aber das Endergebnis kontrollierst du ja nicht. Ich glaube, manchmal kann es schwierig sein, das so hinzunehmen.
Ich glaube, die Gefahr ist immer, weil das habe ich schon ein paar Mal in diesem Podcast gesagt, dass man Sachen akzeptiert, wie sie sind, aber dass man trotzdem versucht, das Beste daraus zu machen, aber dann auch akzeptiert, wenn jedes Ergebnis kommt. Bei uns in der Aurestbildung hat man da gesagt, Ambiguitätstoleranz, dass man die ein bisschen stärken kann und stärken sollte. Vor allem in der Weltholztage. Wie hat es dir, hast du irgendwie eine Methode gefunden, wie du das gelernt hast, über die Zeit zu stärken, die Ambiguitätstoleranz? Ja, also annehmen, was ist, ja.
Genau, genau. Und stets mein Bestes zu geben. Ja, also durch die historische Philosophie, die haben da verschiedene Metaphern. Also das eine ist zum Beispiel Deo Volente. Deo, Gott, Volente, will, so Gott will, aber einfach, wir können heute sagen, ein bisschen moderner, wenn nichts dazwischen kommt, ja.
Und so wie ich gelesen habe, hatten die das früher so auf dem Brief, ja. Wenn die einen Brief geschrieben haben, macht nicht in den Stempel, mit der Signatur oder Familiensiegel, aber auch oft mit den Buchstaben De, V, Deo Volente. Also ich habe jetzt einen Brief geschrieben an dich, Gabriel, ja. Ich bringe den auf die Post.
Deo Volente, kommt der auch an, ja. Wenn nichts dazwischen kommt, kommt der an. Aber es ist nicht in meiner Hand, ja. Ich bringe den gar nicht persönlich vorbei. Also die Post ist so ein Beispiel, ja.
Wo wir das sehen können, ich mache meinen Teil, so gut ich kann. Aber es gibt immer einen Teil, ja. Nicht nur bei den Briefen, der nicht in meiner Kontrolle ist. Und dort wissen wir schon vorgängig, es ist gar nicht alles bei mir, ja. Und dieses Bewusstsein, dass ich weiss, ja, ich kontrolliere nicht alles.
Es kann auch anders kommen, ja. Ich mache das, ich wünsche mir das. Ich arbeite auf das hin. Aber es kann anders kommen. Das ist so etwas, das mir hilft.
Und dann diese Idee von Amor Fati. Hast du vielleicht auch schon gehört. Ist von Nietzsche, ja. Diese zwei Wörter, Amor Fati. Ist das Liebe zum Schicksal oder
Liebe zum Schicksal oder von dem, was ist, ja. Aber die Stoiker haben das gelebt, ja. Die hatten so eine Metapher mit zwei Hunden, ja. Und die sagten, ein weiser Mensch ist wie ein Hund, der an einem Wagen geleint ist und fröhlich mitläuft. Und ein törichter Mensch, ein Idiot ist wie ein Hund, der an einem Wagen geleint ist und immer dagegen ankämpft, ja.
Aber trotzdem mitgeschleift wird, ja. Und der Wagen steht hier fürs Leben, ja. Das geht manchmal in eine Richtung, die wir nicht ganz steuern können, ja. Und wir haben eine gewisse Freiheit, was wir damit machen. Was wir nicht wollen, ist immer gegen das anzukämpfen, was bereits ist, ja.
Lieber das Schicksal nehmen, so wie es jetzt ist. Das heisst nicht, wir müssen es gut heissen. Sondern das heisst, ich bin in der Realität so, dass ich sehe, es ist jetzt so. Und von hier aus kann ich je nachdem etwas verändern oder eine bewusste Handlung wählen. Aber nicht in den Kampf gehen mit dem, was schon ist.
Stolker sagt, das ist nutzlos, es ist wie ein Kampf gegen die Götter. Das bringt nichts. Du kannst nicht gegen das kämpfen, was schon da ist, ja. Also das heisst, die zentrale Idee von der ganzen Philosophie ist eben genau das. Das zu kontrollieren, was du kontrollieren kannst.
Und den Rest lernen zu akzeptieren. Und Amor Fati eben. Ja, genau. Wie handelst du im Moment, wie gehst du mit dem Leben um eigentlich, ja. Weil das ist immer bei dir.
Und das ist deine Verantwortung. Das ist sehr wichtig. Wir sind selber verantwortlich für unser Glück und Unglück, sagen die Stolker. Ja, weil nicht das Aussen bestimmt, sondern deine Handlung. Wie lebst du?
Lebst du mit Tugend, ja. Lebst du im jetzigen Moment so, wie es deinem Höchsten Selbst entspricht? Wenn ja, sagen die, lebst du ein gutes Leben. Und das ist, was du tun kannst. Das ist, was in deiner Kontrolle liegt, ja.
Ich fand das jetzt sehr interessant von dieser Amor Fati und von dieser Metapher zu hören. Welche Ideen haben dich noch geprägt? Oder welche könntest du noch erzählen? Ja, zum Beispiel... Kurze Gedenkpause geht auch natürlich.
Ja. So im Umgang mit anderen, da haben, da brauchen die auch eine Metapher. Ich denke, es war Marc Aurel. Der sagt, sie brauchten sehr gerne so Box-Metaphern und Wrestling-Metaphern, ja. Weil das damals auch so Kampfsportarten waren, die da Platz hatten.
Ja, es war noch kein Fussball da wahrscheinlich. Und ich sage, stell dir vor, du gehst in den Ring mit deinem Sparringpartner, ja. Also, du übst Boxen. Nimmst du deinen Freund und er geht zusammen in den Ring und er boxt, aber im Training, ja. Und da triffst du einander ab und zu, ja.
Und vielleicht ein bisschen härter auch, als vielleicht angebracht wäre im Training. Und dann, was machst du? Du bist nicht böse auf deinen Kumpels, sondern du schüttelst dich zweimal und denkst, ja, weiter geht's. Wir sind ja im Training. Ich habe den auch schon ein bisschen hart getroffen, oder.
Und es geht einfach weiter, ja. Da machst du kein Drama daraus. Und die Stolker sagen, oder eben Marc Aurel sagt, ja, mach das doch auch so im Leben. Weil irgendwie sind wir alle im Training, ja. Es weiss niemand perfekt, wie zu leben, ja.
Wir machen alle Fehler. Wir sind alle ab und zu müde oder haben wenig Nerven mehr. Und sagen mal etwas, das vielleicht nicht so schön ist. Oder tun etwas, das nicht so schön ist. Und wenn wir das so anschauen, ja.
So Blessuren passieren im Training. Oder Reibung mit anderen. Das ist irgendwo durch normal. Und wenn wir uns das bewusst sind, finde ich, nimmt das ein bisschen Spannung raus. Wir nehmen nicht mehr alles so ernst, ja.
Natürlich hat er jetzt das gesagt und das war unschön. Aber vielleicht war er auch müde. Und ich habe das auch schon gemacht. Und es ist okay. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen, ja.
Er ist am Üben hier im Leben. Ich bin am Üben. Und so versuche ich das einfach zu schlucken oder sagen, ja. Es kann passieren. Und das ist mit kleinen Dingen gut möglich und auch überhaupt nicht schädlich.
Einfach mal etwas sein zu lassen und sich da gar nicht groß drüber aufzuregen. Das ist so eine Idee, die mir noch in den Sinn kommt. Und wenn ich jetzt dann mal frage, als du dich angefangen hast, damit zu beschäftigen, mit dieser gesamten historischen Philosophie. Ich bekomme jetzt ungefähr ein ganz gutes Bild davon.
Und ich finde es immer wieder interessant, wie wenn man das doch jeden Tag praktiziert oder bestimmte Sachen dazulernt und neu darüber nachdenkt, wie verändert sich die jeweilige Meinung oder Ansicht über das Ganze? Was lernt man alles dazu? Verstehst du, in welche Richtung ich die Frage stellen möchte?
Was hast du nach diesem gesamten, seit 2015 sagen wir, bis jetzt gelernt? Was hat sich verändert in der Art und Weise, wie du die Philosophie wahrnimmst? Also ich, es ist viel natürlicher alles. Und ich, ich, ja, ich verstehe das auch alles viel besser. Noch als ich, das Buch kam 2019 raus und, ja, das ist, ist schon spannend, oder?
Wenn ich jetzt das heute lese. Ich würde das ein bisschen anders schreiben. Die Kenideen sind schon so, aber ich habe ja ein viel tieferes Verständnis, weil ich das wirklich, ganz viel davon auch wirklich im Leben anwende. Und in der Praxis sieht es manchmal ein bisschen anders aus,
als nur geschrieben auf dem Blatt oder in der Theorie. Und so würde ich sagen, ich habe ein viel tieferes Verständnis, ein besseres Verständnis. Und, ja, es ist alles viel natürlicher. Also ganz viel, würde ich sagen, bei mir passiert,
eigentlich auf natürliche Art und Weise, schon Hand in Hand mit dem Stoizismus, ja. Weil ich das zum Teil verinnerlicht habe. Und das ist einfach wahrscheinlich überall so, mit Dingen, die du übst, ja.
Also ich denke jetzt für dich, das Podcasting, wenn du da angefangen hast, war das vielleicht alles ein bisschen schwieriger. Und je mehr du das machst, desto natürlicher wird es. Du weisst viel besser, ja, wie verhalte ich mich, was sage ich.
Wie viel Platz gebe ich meinem Gegenüber und so weiter. Oder egal, bei was wir tun, ja. Je mehr wir üben, desto natürlicher wird es, ja. Und wenn wir sehr bewusst üben und gezielt üben oder eben leben, ja, werden wir auch besser.
Jetzt, du wirst ein besserer Podcaster. Und bei mir kann ich mehr so leben, wie ich das für richtig halte, ja. Immer mehr, ja. Heisst nicht, dass ich nie mehr Dinge sage oder Sachen mache, die ich eigentlich lieber nicht sagen oder machen möchte, ja.
Passiert auch, aber ich, ja. Viel weniger und das kommt alles natürlicher. Also ich denke, ich habe da einfach ein tieferes Verständnis für die ganze Philosophie. Offener, ja, nicht mehr starr, sondern sehr offen. Einfach ein tieferes Verständnis, dass ich jetzt nicht einfach so sagen kann,
ja, was hat sich da direkt verändert. Ich würde sagen, es ist natürlicher geworden, auch lockerer, und aber auch effizienter irgendwo durch, ja. Jetzt hast du gerade eben das Buch angesprochen. Was waren davon die Kernideen?
Oder was sind davon die Kernideen? Also das kleine Handbuch des Stoizismus, ja. Ja, vieles habe ich jetzt natürlich schon gesagt, weil es handelt auch von der stoischen Philosophie, ja. Ich habe versucht, für das Buch so die Kernideen visuell darzustellen, möglichst einfach darzustellen, damit man diese Philosophie,
die je nachdem sehr komplex scheinen kann oder auch ist, und ich war da am Anfang auch sehr, eher überfordert, ja, weil wenn man die antiken Texte liest, ja, der alten Stoiker, da ist nicht so, die Philosophie ist genau so aufgebaut und so, sondern man muss sich das irgendwie zusammensuchen, zusammenreimen,
und dann gibt es noch so akademische Texte, die dann je nachdem auch schwierig sind, wirklich in der Praxis anzuwenden, und so habe ich für das Buch versucht, das runterzubrechen und einfach darzustellen, und da kam das Stoische Glücksdreieck raus, und das ist ein Dreieck mit vier Kernbegriffen eigentlich,
in der Mitte die Eudamonie, und dann, ich erkläre das gleich, und dann Tugend, Kontrolle und Verantwortung, ja, also so vier Kernbegriffe, Eudamonie, Tugend, Kontrolle, Verantwortung, im Kern die Eudamonie, ein griechisches Wort,
da geht es einfach darum, gut zu leben, ja. Nicht immer sich gut zu fühlen, sondern gut zu leben, so zu leben, dass man sagen kann, ja, ich habe gut gelebt, ich habe so gelebt, wie ich das für richtig und sinnvoll erachte, und das führt dann eigentlich so zum Florieren im Leben, ja.
Das ist dann, dann bist du im Einklang mit dir selbst, und es geht dir gut, und wie ein Baum blühst du eigentlich auf, ja, wenn es dir richtig gut geht, florierst du, das ist dann für mich so ein Bild der Eudamonie. Und wie kommst du dahin?
Du lebst mit Tugend für die Stoiker, und Tugend habe ich heute schon erwähnt, das sind Werte, die angewandt sind, ja, Ehrlichkeit als Wert, es ist mir wichtig, Ehrlichkeit als Tugend, ich bin ehrlich, ja.
Und das ist einfach in jedem Moment, willst du mit Tugend leben, oder du willst dein Bestes selbst ausdrücken, das ist noch ein bisschen praktisch herausgedrückt, in jedem Moment, bewusst handeln, ja,
ist sehr herausfordernd, und da kommt das zweite Eck, hilfreich, nämlich fokussiere dich auf das, was in deiner Kontrolle liegt, ja. Versuch das Beeinflussbare zu beeinflussen, ja,
und das andere, was außerhalb deiner Kontrolle liegt, anzunehmen, ja. Es ist jetzt schon so, ich gehe nicht in den Krieg mit dem, was ist, sondern es ist so,
und ich schaue jetzt, was kann ich tun, ja. Und zum Beispiel mit Tugend handeln, in jedem Moment, das ist in meiner Kontrolle, ja. Und dann im dritten Eck ist Verantwortung,
also da wollen wir Verantwortung übernehmen. Das sind eigentlich zwei Teile, da hast du, im Wort Verantwortung ist ja Antwort drin, oder im Englischen Responsibility,
ist Ability ist die Fähigkeit to respond. Das ist die Antwort. Wir haben eine Fähigkeit zu antworten, in jedem Moment, ja.
Das ist deine Fähigkeit, ja. Egal, was jetzt passiert, jetzt könnte, keine Ahnung, Stromausfall sein, oder was auch immer.
Da kannst du fluchen, oder deinen Computer kaputt hauen, oder etwas anderes tun, aber du hast die Fähigkeit, da eine Antwort zu finden, ja.
Und das Zweite ist, du bist verantwortlich für dein Glück, für die Eudamonie, weil du mit Tugend leben kannst, weil das in deiner Kontrolle liegt,
und für die Stoiker ist das genug für das glückliche Leben, ja. Es muss in unserer Kontrolle sein, ja. Wir alle können gut leben, ja. Die Stoiker, ja,
die waren ganz unterschiedliche Menschen, ja. Der Marc Aurel war Kaiser, der Epictet war Sklave, ja. Seneca war super reich auch. Und Rufus, der war zum Beispiel
ein sehr bescheidener Lehrer, ja, also ganz unterschiedliche Leben, unterschiedliche äussere Leben, aber ähnliche innere Herausforderungen, nämlich wie gehe ich mit dem Leben um.
Und das ist immer bei uns, ja. Jemand, der viel Geld hat, hat auch Herausforderungen, ja. Der ist auch gefragt, ja, wie gehst du jetzt damit um?
Und jemand, der wenig Geld hat, hat ganz andere Herausforderungen, aber der ist auch gefragt, ja, wie gehst du damit um? Ja, es ist immer in unserer Verantwortung.
Was mache ich mit der gegebenen Situation? Also dieses Stoische Glückstreieck, ja, ist da noch im Buch, ja. Das ist dann das Tolle, dass man sich selber immer sagen kann,
man hat doch die Möglichkeit, man hat immer die Möglichkeit, so zu reagieren, wie man es doch möchte und vor allem,
wie es einem am besten passt. Das ist doch sehr optimistisch und das finde ich echt cool. Ich bin ein Zitate-Mensch. Ich habe viele Zitate mal gelernt
und ich lerne auch ganz viel anhand von denen. Gibt es bestimmte Zitate, die dir immer noch im Kopf geblieben sind von Büchern, von, keine Ahnung,
was du gelesen hast, über den Stoizismus? Mhm. Ja, also, eines von Epiktet,
so. Und ich mache das jetzt sinngemäß, so. Warte auf mich, lieber Eindruck.
Ja. Lass mich dich auf die Probe stellen, lass mich dich testen, du bist nur ein Eindruck von dem, was ist.
Also so, der Eindruck, ja, kommt, wenn etwas passiert, ja, wir haben so einen Eindruck, einen ersten Eindruck
oder einen Impuls und der Epiktet sagt, ja, warte, Eindruck, lass mich dich auf die Probe stellen. Ja.
Aha. Verstehst du, da geht es wieder um diesen Raum zwischen Reiz und Reaktion. Ich kann dort reingehen
in diesen Moment und diesen Eindruck überprüfen, ja, weil der erste Eindruck oder der erste Gedanke
ist ja nicht immer richtig. und da sehen wir, das ist vielleicht nur eine Interpretation von dem, was ist und die kommt von mir,
aber die kann ich auch wieder ändern, ja. Also, wenn jetzt dein, dein Chef sagt, hey, Gabriel,
ich muss mit dir sprechen, da über die, über deinen letzten Vortrag, da,
wir müssen darüber sprechen. Und das ist die Situation. Und dann hast du einen Eindruck, ah, Mist, hey, der Chef ist irgendwie unzufrieden,
ich muss das nochmal machen oder was auch immer, ja, das ist ein Eindruck. Und du,
jetzt kannst du dich kurz, stopp, halt, du bist ein Eindruck, ja,
dass das nicht gut ist oder dass ich was nicht gut gemacht habe, kommst zurück, ja, was,
was ist denn eigentlich hier der Fakt, ja, der Fakt, er will mit mir sprechen,
könnte ja auch sein, dass ich das sehr gut gemacht habe oder was auch immer. Also, das passiert ja alltäglich
und da können wir uns immer kurz, kurz innehalten eigentlich, zurückkommen zu uns, in die Mitte kommen,
wie du sagst und dann sagen, ja, was weiss ich denn, was nicht,
je nachdem fragst du nach oder sagst dir, ja, wenn es, ich nehme das als Übung,
ja, ist auch klassisch für die Stoiker, du hast ja rein Holiday erwähnt, the obstacle is the way,
was im Weg steht, wird zum Weg, ja, es ist, ah,
super, jetzt kommt eine Herausforderung, anstatt das als Problem abzutun, sagen, das ist mühsam,
ekliges Problem hier, sagst du eher, ja, das ist schon gut, da kann ich lernen,
ich kann daran wachsen, ähm, genau, für die Stolkeren. Prozess.
Ja, es ist ein Prozess, ein Lernprozess, wie das Wachstum eben, du wachst,
ja, die Bäume wachsen auch nicht von heute auf morgen so gross, oder, und, und wir,
auch einfach Schritt für Schritt, aber, wenn wir, wir können da wählen, finde ich,
wir können bewusst wachsen, ja, wie will ich denn sein, wie will ich handeln in jedem Moment, oder ein bisschen schläfrig können wir auch wachsen,
aber es geht vielleicht in eine unbewusste Richtung, einfach, was uns vielleicht vorgegeben wird von außen, oder, ähm,
genau, wir orientieren uns vielleicht eher an der Gesellschaft, oder an Eltern, oder, an sozialen Medien,
oder was auch immer, und das darf, darf man gut auch so machen, aber man, und für mich ist das Schöner,
ist, ich kann bewusst wählen, in welche Richtung ich wachsen möchte, und ich kann das dann auch, nach zwei Jahren wieder sagen,
Stoizismus, ja, das ist gut und recht, aber irgendwie, das ist nicht so mein Ding,
oder, oder mit allen Dingen, oder, du, du darfst dich ja,
irren, ja, du kannst heute so, und morgen sagst du, ja,
ich habe keine Ahnung, was ich gestern gesehen habe, irgendwie, heute sehe ich es anders, ja,
das ist auch gut. Ja, ja, cool, und wenn das jetzt jemand hört,
und sagt, okay, Stoizismus klingt was für mich, ähm, was würdest du der Person sagen,
oder empfehlen, wie kann man da in kleinen Schritten, was der kleinste Schritt, in dem man anfangen kann, das ein bisschen anwendbar zu machen?
Also, das Einfachste könnte sein, ähm, am Abend zu reflektieren, ja,
also dieses Buch, das wir haben von Marc Aurel, die Selbstbetrachtungen, ja, das ist eines der wichtigsten
philosophischen Werke überhaupt, und das hat er geschrieben, an sich selbst, ja, das ist einfach Stift und Papier,
und, ja, sich selber Fragen stellen, ja, wie will ich leben,
wer will ich sein, was ist für mich herausfordernd, wie will ich darauf antworten, wie will ich handeln, und das können wir,
gratis, oder ja, brauchen wir nichts, wirklich, einfach ein bisschen Zeit nehmen,
und sich, gewisse Fragen stellen, ja, wo handle ich bewusst, wo nicht so bewusst,
wir müssen uns nicht fragen, ja, wer will ich sein, wir können ja klein anfangen, ja,
und was habe ich heute, gut gemacht, ja, was gibt mir heute, Grund,
zum Optimismus, was war heute sehr schön, und, was mir hilft, sind herausfordernde Situationen
niederzuschreiben, ja, wo ich, wo ich merke, ja,
ich bin da irgendwie gefangen, ja, im Kopf, kommt da nicht weiter, oder bin da nicht frei,
ja, weil mich da irgendetwas stresst, und wenn ich das auf Papier bringe, gibt das irgendwie so Distanz, ich sehe das dann,
mit einer gewissen Distanz, es ist aus dem Kopf raus, und ich sehe das, vielleicht objektiver, weiss ich nicht,
aber eben, diese Distanz hilft dann oftmals schon, ja, im Kopf drehen wir uns, und auf Papier
kommen wir vielleicht eher ein bisschen voran, ja, und, das ist etwas, das kann jeder tun,
Selbstreflexion am Abend, ja. Gibt es da bestimmte Fragen, die du, die du dir immer stellst,
oder die du ganz gut findest? Also, über eine sehr lange Zeit, stellte ich mir immer drei Fragen, so,
gut, better, best, ja, gut,
besser, am besten, also, was lief heute gut, was habe ich gut gemacht,
ja, wo könnte ich etwas besser machen, wo habe ich vielleicht nicht so ideal reagiert, oder unbewusst reagiert, und was müsste ich denn tun,
um möglichst immer mein Bestes Selbst auszudrücken, eben auch in dieser Situation, wo ich vielleicht nicht so schön reagiert habe. Und, das ist sehr einfach,
einfache Fragen, ich finde das, ja, immer noch sehr, sehr nützlich,
ich mache das nicht mehr, weil ich irgendeinmal, gestoppt habe, und sage, ja,
ich muss nicht immer besser, besser, besser, das ist schon gut, ja,
aber, es hat mir schon geholfen, viel bewusster zu werden, weil irgendwie funktioniert das, auf magische Art und Weise,
dass, wenn du jeden Abend fragst, was habe ich gut gemacht, und was habe ich vielleicht nicht so gut gemacht, bist du plötzlich am Tag,
in der Situation, und kommst eben in diesen Raum rein, weil du irgendwie checkst, ah, jetzt ist eine Chance für mich,
hier könnte ich diesen Weg gehen, oder diesen Weg, könnte ich etwas machen, worauf ich stolz bin, oder was ich sagen werde,
ja, das habe ich gut gemacht, oder ich kann es eben nicht tun, und dann werde ich am Abend aufschreiben, ja,
hier hätte ich doch das tun, oder sagen können, oder nicht reagieren müssen, ja, manchmal ist nichts zu sagen,
einfach auch das Beste, ja, und wenn wir das regelmässig machen, also bei mir ist das, war das wirklich der Fall,
war ich viel bewusster dann, während dem Tag, ja, also, einfach Übung.
Das ist cool, das ist cool, das finde ich, das finde ich sehr cool, weil vor allem,
das ist ein Tool, was jeder, jeder kann damit anfangen, und jeder wird auch Antworten haben, notwendigerweise,
das ist echt cool, was mir immer geholfen hat, why do you do what you do, das kommt, glaube ich,
auch von einem Stoiker, kann das sein? Das weiß ich nicht, why do you do what you do, also,
das ist eine klassische, stoische Frage, ja, aber dass man sich dann eben auch hinterfragt, und vor allem,
dass man dann eben, ein bisschen mehr bewusst wird, von sich selber, und vielleicht eine persönliche Frage, aber mit diesem ganzen Reflektieren,
was konntest du über dich rausfinden, was dich überrascht hat, oder vielleicht auch was, was ein bisschen mehr Zeit kostet, da zu verarbeiten,
oder, oder was hast du am, was hast du erfahren, durch das ständige Reflektieren von dir selber? Ich denke,
viel Gutes, viel Schönes, aber auch so, dass ich vielleicht, mit Empfundenen,
mit meiner Ungerechtigkeit, eher Mühe habe, ja, das ist etwas, das,
das nervt mich, ja, also so, wenn etwas nicht fair ist, und das muss nicht mir gegenüber sein,
sondern, auch kann einfach eine Situation sein, oder etwas Generelles, das ist etwas, das,
bei mir, Unwohlsein, Unzufriedenheit auslösen kann, oder eben, das ist was,
das mich stricken kann, ja, und so, und das ist ja immer Interpretation, oder,
natürlich, manchmal kann man sehr objektiv sagen, das ist nicht fair, aber manchmal ist es auch einfach eine Perspektive, ja,
aus meiner Perspektive scheint es nicht fair, aber aus deiner Perspektive scheint es fair, oder, und, da,
ja, das war für mich immer, oder immer, oftmals, ähm,
schwierige Situationen, oder so, ein Thema, denke, das mich schon als Kind,
äh, begleitet hat, vielleicht hat das auch, äh, zu diesem Interesse geführt,
am Steuzismus, weil dort, ist es wirklich, sind diese Werte gelebt, also,
da, ist es einfach, hey, handle doch schön und richtig, für uns alle,
als Gesellschaft, das, das dürfen wir voneinander, fast schon erwarten, hey,
wir, wir haben diese Feigheit, schön zu handeln, und das ist, es ist,
ähm, der schöne Weg, ja, aber natürlich, ich kann ja nicht für dich entscheiden,
was richtig oder falsch ist, aber für mich, sind so gewisse Grundwerte, so wie eine gewisse Aufrichtigkeit, oder Ehrlichkeit,
ja, ähm, schon vor Aussetzung für eine wirklich schöne, funktionierende Gesellschaft, ja,
wo wir, ja, ich wohne hier ziemlich schön in der Natur, aber, ich sehe immer wieder,
ähm, irgendwelche McDonalds, oder sonst, oder Dosen, oder so,
die Leute aus dem Auto werfen, ja, die sind dann am Strassenrand irgendwo, und da, habe ich irgendwie wenig Verständnis für,
ja, ich denke mir, hey, ja, reiss dich zusammen,
auch wenn du gerade in einer schwierigen Situation bist, das solltest du einfach nicht machen, weil jemand muss das dann aufheben, oder, und so Dinge,
wo ich denke, hey, da können wir einander, ähm, auch sagen,
hey, komm, heb dich ein bisschen an, das ist unter deiner Würde, ähm,
du bist, das bist nicht du, ja, ja, du kannst das ein bisschen,
du kannst mehr, hey, du weißt auch für dich, dass das nicht unbedingt dein bestes Verhalten ist, ja,
und, und das gibt dir auch dann den Weg vor Verbesserung, das ist, ja, das ist cool,
das ist cool, das ist gut, das ist gut, und dann immer, ja,
die Philosophie ist eher wie, wie ein Spiegel, ja, den du dir vorhältst, ja,
es ist nicht, du liest jetzt über die steuerische Philosophie, und dann siehst du überall die Leute, die da nicht steuerisch handeln, und so,
es geht, äh, um uns selbst, ja, es betrifft mich selber,
ja, also hier, diese Situation, die ich jetzt beschrieben habe, ist auch immer für mich,
ja, okay, mache ich das super, was kann ich machen, schaue mich dann an,
ja, es geht mehr darum, sich selber anzuschauen, ja, als andere,
genau, also das ist schon wichtig, ja, ich urteile nicht über andere, auch wenn ich etwas nicht gutheisse,
ja, ich kann das jemandem sagen, zum Beispiel, hey, mach doch das nicht,
oder, aber, ähm, generell ist die Philosophie da für uns selbst, ja,
und nicht irgendwo anders aufzuräumen, immer bei uns starten, ja. Ich verstehe, ich verstehe,
und da ist dann auch zu wissen, dass du kannst andere nicht beeinflussen, aber du kannst beeinflussen, was du machst, und das kann dir auch zu gewissen Frieden geben,
und, ähm, da gibt es so eine Idee, die ich, die ich ganz cool finde, jetzt auch ein passender Zitat-Moment,
ähm, solange das Unbewusste unbewusst bleibt, wird es projiziert, das kommt von Carl Gustav Jung, das heißt,
solange, je nachdem, wie ich in die Welt schaue, genauso, was du gesagt hast,
eben mit dem Spiegel, je nachdem, wie ich in die Welt schaue, ist das eigentlich eine Projektion von mir an die Welt, und wenn ich mir das bewusst werde,
dann kann ich daraus lernen, dann komme ich dadurch zur Quelle, kann man sagen, dann komme ich dadurch, warum nervt mich das,
warum möchte ich das anders machen, und vor allem, da, da, da kommt man dann ins Gespräch mit sich selber,
was ich dann wirklich ganz cool finde, und dann kann man Seiten von sich erfahren, die, die man davor nicht kannte. Mhm.
Mhm. Ja. Genau. So, das war mein Zitatmoment.
Mhm. Schön. Genau. Das ist der, dafür ist die Selbstreflexion hilfreich,
ja, genau. Genau, genau. Ähm, was,
mir jetzt noch, ich habe jetzt noch eine Frage, beziehungsweise zwei. Ähm, was hilft dir,
sagst du dir wie so ein Mantra im Kopf, wenn du versuchst, dich selber zu beruhigen, in einer kritischen Situation, oder,
ähm, wie, würdest du jemandem, was würdest du jemandem empfehlen, der sagt,
oh, ich muss mich gerade beruhigen, oder von wegen mir, mir fällt das irgendwie schwer, diese Vernunft zu finden,
diese Mitte. Sagst du dir da immer ein Mantra, oder wie, wie geht das bei dir? Also,
ich denke, solange du nicht da bist, hast du ja gar keinen Zugriff, ja. Solange du keinen Zugriff hast,
ist es schwierig, zu dir zu kommen. Und sobald du Zugriff hast, da gibt es dann ganz verschiedene Dinge, die ich mache,
ähm, zum Beispiel, wenn ich im Moment irgendwas überfordert bin,
ja, ich bin zu fest hier, zum Beispiel an einem Projekt, am Computer, und ich bin irgendwie
unzufrieden, aber auch frustriert, und sehr fest hier, ja,
und wenn ich dann checke, ah, wenn ich zu mir komme, dann zu mich gerne
raus, ich nehme die Vogelperspektive ein, und sehe mich dann von oben,
weit oben, ja, dann sehe ich den kleinen Jonas da, vor dem Computer, und,
und, diese Distanz, es ist hier wieder eine Distanz, die ist einfach hilfreich,
ja, ah, weil, es nimmt dich raus, oder mich nimmt das raus,
hier, und ich sehe, ah, es ist gar, ich,
das Problem ist vielleicht schon da, aber es ist nicht real, ich bin jetzt nicht in Gefahr, ja,
es geht mir gut, ich stehe hier an meinem Pult, und, ähm, ich habe alles,
was ich brauche, das nimmt irgendwie, so Spannung raus, gibt ein bisschen Distanz, und das hilft mir dann schon,
ruhig durchzuatmen, und, ähm, kann ich sagen, ja,
was mache ich jetzt, gehe ich spazieren, schaue ich das Problem an, was ist mein nächster Schritt, oder diese Herausforderung,
also rauszoomen ist, etwas, das ich, ähm, regelmässig anwende,
und das andere, ist dann, wenn eine Situation wirklich schwierig zu akzeptieren ist, dann sage ich mir, vielleicht,
ich weiss nicht, ob du diese Geschichte kennst, ja, vom chinesischen Bauen, das ist eine ganz schöne Geschichte,
also es war einmal, es war einmal ein chinesischer Bauer, der hatte ein Pferd, und das Pferd lief weg eines Tages, das haute ab,
da kamen die Nachbarn zum Bauen, und sagten, ah, so ein Mist, hey,
dein Pferd ist weg, und der Bauer sagte, vielleicht, am nächsten Tag, kam das Pferd zurück,
und brachte sieben wilde Pferde mit sich, jetzt kamen wieder alle Nachbarn zum Bauen, und sagten, hey, das ist ein riesiges Glück,
super, und der Bauer sagte, vielleicht, am nächsten Tag, versuchte der Sohn des Bauern,
eines der wilden Pferde zu reiten, ja, und fiel vom Pferd, und brach sich ein Bein, wieder kamen alle Nachbarn zum Bauen,
und sagten, ah, so ein Mist, hey, und der Bauer sagte,
vielleicht, am nächsten Tag, kamen Leute von der chinesischen Armee, von der Regierung, und wollten alle jungen Männer rekrutieren,
für den Krieg zu ziehen, aber sie lehnten den Sohn des Bauern ab, weil er ein gebrochenes Bein hatte, und so musste er nicht in den Krieg, und jetzt kamen alle Nachbarn zum Bauen,
und sagten, naja, so ein Glück, und der Bauer sagte, vielleicht,
ja, so sag ich mir das auch, vielleicht, ich kenn ja die Zukunft nicht, und weiss nicht,
ob es wirklich gut oder schlecht ist, ja, wir wissen das gar nicht, ja. Also das ist,
wow, das ist eine schöne Geschichte, wow. Also die hab ich jetzt, ja,
ja, ich glaub, ja, ja, das,
das, das werde ich nicht vergessen, das, das, das hat,
ja, wow, schön. Ja, schön,
schön. Nee, aber das ist wirklich so, dass man eigentlich meistens in Krisensituationen oder in Situationen,
wo wir denken, oh, das ist gerade Pech oder sonst irgendwas, meistens passiert genau dann das, was man am meisten braucht,
ein Zerwachstum, oder man findet in sich Ressourcen, die man sonst nicht kannte, und man testet sich aus, und weil zumindest in meinem Leben hab ich mir immer diese Frage gestellt von wegen so,
okay, wenn jetzt etwas Schlimmes passiert, erstens, es muss nicht so, egal wie schlimm es ist,
es muss nicht noch schlimmer werden. Das heißt, ich hab einen gewissen Spielraum und kann sagen, okay, wenn ich das mache,
ist vielleicht ein bisschen besser, oder ich mach gar nichts, dann ist gleich schlimm. Aber, dann ist auch immer die Frage,
wie kann ich darauf reagieren, und was kann ich jetzt machen, damit das, oder was kann ich machen, damit das nicht wieder vorkommt,
oder, hab ich da irgendwas vielleicht nicht gesehen, was dazu geführt hat, dass das passiert. Und,
ja, wow, cool, cool. Dann jetzt würde ich das noch abrunden mit einer Frage.
Wenn jetzt jemand die ganze Folge angehört hat, was für einen Kerngedanken soll er mitnehmen für seinen, für den heutigen Tag? Was würdest du ihm einen Tag legen? Ja,
vielleicht in welchen Momenten kann ich kurz innehalten, und mich fragen, wie will ich jetzt mit dieser Situation umgehen? Was will ich tun? Ich denke,
so dieses Innehalten, wenn wir das ab und zu machen, gerade wenn es hektisch wird, ja, genau wenn es stürmt,
ist das, natürlich, das ist die Kunst, die Möglichkeit zu finden, in die Mitte zu kommen,
oder eben, in diesen Frieden zu kommen, und dann von dort aus zu handeln. Also, ja,
das einmal versuchen anzuwenden, wenn irgendwo ein kleines Stressor auftaucht, irgendein Reiz, ja, irgendein Trigger,
versuchen, kurz zurückzustehen, ja, innehalten, zu atmen,
und dann, möglichst so zu handeln, wie du es für, in dem Moment richtig empfindest, wie du leben möchtest.
Und das Ruder in die eigene Hand nehmen. Dann, lieber Jonas, vielen, vielen Dank,
dass du da warst, hat mich sehr gefreut. Wenn es, wenn Leute sich interessieren, für deine Arbeit,
für dein Buch, hast du irgendwie eine Website, oder sonst irgendwas, wo die Leute hingehen können, wenn sie mehr von dir erfahren wollen?
Ja, wir haben einen Blog, also mit meinem Bruder zusammen, das ist njlifehacks.com,
njlifehacks, aber dazu, ja, der ist, wir sind da nicht mehr sehr aktiv,
ja, also, und auch auf den sozialen Medien bin ich auch nicht, und, ja,
einfach, wenn es, wenn es jemanden interessiert, das Buch lesen, das kleine Handbuch des Stoizismus,
oder eben auf der Webseite haben wir auch noch viele ältere, spannende Artikel zum Thema, ist einfach alles auf Englisch, ja,
wir haben damals entschieden, Deutsch oder Englisch, und wir zwei hatten, nicht viel Ahnung von dem, was wir machen,
und sagten einfach, wir gehen mal auf Englisch, ja, können wir mehr erreichen. Sehr,
ambitioniert, genau, aber es ist gut, ja, wie es ist,
ja. Okay, okay, dann, dann,
vielen, vielen Dank, und hat mich sehr gefreut. Danke auch, Gabriel,
danke. Danke.



