Podcast-Folge
Weiblichkeit, Polarität und die Krise moderner Beziehungen
Episode #37
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Liebe Verena, willkommen zu unserem Podcast. Für Leute, die dich nicht kennen, was machst du? Wie würdest du das denen sagen? Ich finde das immer schwer, mich vorzustellen, weil ich so ganz viel bin. Ich bin in allererster Linie, würde ich sagen, Forscherin.
Meine eigene Forscherin auf meinem Weg, aber auch in der Arbeit mit Frauen, mit Paaren, mit Singles. Ich bin eine Mama von zwei wundervollen Mädchen, die sind sechs und zwei. Ich bin Ehefrau und lebe seit 14 Jahren in Beziehung. Und beruflich bin ich Seminarleiterin und im Coaching-Bereich tätig und arbeite mit Frauen zusammen, die ihre Weiblichkeit entdecken wollen,
aber auch mit Paaren, die Lust haben, neue Räume miteinander zu betreten. Also das heißt Paar und Sexualtherapeutin, war das noch? Das auch, ja. Okay, okay. Das ist, glaube ich, jeder hat ein anderes Bild davon, was man da macht.
Ich glaube, da gibt es wirklich ganz verschiedene Facetten, was für Probleme oder auch was für eine Arbeit das eigentlich ist. Jetzt hast du vorhin angeschritten, Weiblichkeit. Was darf man darunter verstehen in dieser Podcast-Folge? Weiblichkeit.
Ja, beim Thema Weiblichkeit, da strönen ja so ganz viele Bilder auf uns ein. Und ich glaube, wenn man jetzt Frauen auf der Straße interviewen würde, was ist Weiblichkeit für dich, würden auch die Frauen ganz unterschiedliche Dinge antworten. Für mich ist Weiblichkeit Verbindung mit dem Zyklischen,
mit den Urgewalten, die eine Frau in sich hat. Es ist auch eine Rückverbindung mit der Natur und es geht beim Thema Weiblichkeit oder Verbindung mit der eigenen Weiblichkeit gar nicht so sehr darum, im Außen das Bild einer Frau abzulichten, die besonders weibliche Attribute hat,
sondern es ist eher wie so eine Rückerinnerung an das Zyklische in uns, an die Schöpferkraft in uns, an die Verbindung mit dem eigenen Körper und wirklich ein Zurückerinnern, weil im Prinzip wissen wir das ja alles. Es steckt ja in uns.
Das heißt, das ist ein innerer Prozess, um, so wie ich das jetzt verstehe, das zu werden, was schon in einem drin steckt, das Beste aus sich rauszuholen. Ja.
Okay. Und wie lange machst du das jetzt schon? Gefühlt mein Leben lang. Gute Antwort. Also ich bin ja immer auf der Suche gewesen.
Unbewusst schon als Mädchen laufen wir ja alle mit der Frage durchs Leben, wer bin ich? Wer bin ich als Frau? Wer bin ich als Mann? Das gilt ja für die Männer genauso.
Und die Frage stellen wir uns natürlich nicht bewusst. Also natürlich bin ich nicht bewusst als Mädchen zu meinen Eltern gegangen oder zu meinem Papa und habe gesagt, Papa, sag mir, wer ich bin. Aber unbewusst bin ich immer mit dieser Frage rumgelaufen
und habe Antworten gesucht. Vor allem dann in der Jugend und Pubertät, im Kontakt mit den Jungs, mit dem männlichen Geschlecht und habe aber keine wirklichen Antworten darauf bekommen. Und hatte dann das Glück,
dass sehr früh schon mein Mann in mein Leben gekommen ist und dessen Mutter ist Laila Bust, die das Institut Love Creation gegründet hat, was wir jetzt weiterführen, was ja die Arbeit der Polaritäten,
Männlichkeit und Weiblichkeit so zu dem Hauptthema gemacht hat, dass ich schon sehr früh die Möglichkeit hatte, in dieses Feld einzutauchen. Und ich habe rückblickend ja immer irgendwas gesucht, wo ich Antworten finde, auch spiritueller Natur.
Ich habe mich schon früh für Psychologie studiert, habe dann Sportwissenschaften studiert mit einem Schwerpunkt auf Körperpsychotherapie und habe in der Psychiatrie gearbeitet und gemerkt, boah, dieses Setting,
das engt mich so ein. Und ich habe so Lust nach mehr Weite, nach mehr Möglichkeiten und habe deswegen so Feuer gefangen, so schnell für diese Arbeit.
Und auch zum ersten Mal wirklich Antworten gefunden, hey, wer bin ich als Frau? Was sich natürlich immer weiter verändert hat, auch dann, als ich Mama geworden bin. Also ich meine, ich als Außenstehender
kann das vielleicht etwas nachvollziehen. Bloß, wie könnte man das denn so ein bisschen konkreter machen? Antworten finden in einem selber. Polarität ist, glaube ich, da ein sehr guter Begriff. Vielleicht steigen wir mal darauf kurz ein.
Was ist da für dich, was hast du herausgefunden zwischen diesem Begriff, sage ich mal, maskulin und feminin? Was hast du da herausgefunden? Meinst du jetzt,
was so typische Attribute sind oder Kategorisierung? Oder worauf willst du genau hinaus? Eher, was du herausgefunden hast. Denn ich glaube,
jeder hat ungefähr so eine Idee davon. Polarität begegnet uns ja in vielen Ebenen. Und was hast du da herausgefunden? Vielleicht an Kategorien, ja, was so typisch ist.
Also man kann sagen, dass das Leben, das Leben lebt ja von Dualitäten. Wir haben Tag, wir haben Nacht, wir haben Vollmond,
wir haben abnehmenden Mond, also Neumond, Vollmond. Allein der Mond ist ja zyklisch. Dann Ebbe und Flut, Nacht und Dunkelheit.
Die Jahreszeiten sind auch zyklisch. Und so gehen wir davon aus, auch in der tantrischen Philosophie, dass wir in uns, also egal ob Mann und Frau,
auch beide Polaritäten haben, das Männliche und das Weibliche. Manche kennen das vielleicht auch mit Yin und Yang. Und wir haben grundsätzlich beides in uns,
das Männliche und das Weibliche. Und doch ist es so, dass bei den Frauen der feminine Anteil, der feminine Pol
in der Regel im Vordergrund steht und bei den Männern andersrum. Und für mich sind so die typischen weiblichen Qualitäten, und damit meine ich nicht,
das eine ist besser als das andere, das ist völlig neutral, ist die Fähigkeit der Schöpferkraft, was so das Größte ist. Wir sind fähig,
Babys in uns wachsen zu lassen. Wir sind fähig, Babys zu gebären. Wir sind, unsere Qualität ist die
Fähigkeit der Hingabe, der Kreativität, der Intuition. Und bei den Männern auf der anderen Seite
ist es eher der Fokus, die Struktur, die Fähigkeit, den Raum zu halten, totale Präsenz.
Also ich sage immer, wenn ein Mann sehr verbunden ist mit seiner männlichen Qualität, da kann die Frau
wirklich zyklisch sein. Die kann Wirbelwind sein, die kann weinen, die kann lachen und der Mann sitzt da
und hält den Raum. Diese Fähigkeit hat ein Mann, der sehr verbunden ist mit dem männlichen Pol in uns.
Und ich habe so das Gefühl, dass die Polaritäten auch, wenn man sich das anguckt, wie es früher war und wie es jetzt war,
total aufgelöst werden. Also dass auch abgesprochen wird, dass wir unterschiedlich sind und der Trend eher dahin geht, diese Polaritäten aufzulösen.
Weil das ist ein Punkt, das wäre jetzt meine nächste Frage gewesen, weil das erlebe ich sehr, sehr oft,
denn zumindest sieht man das auch im Internet, aber auch, dass die Idee von es soll gleich sein.
Was ist da deine Meinung dazu? Ja, ich habe das Gefühl, das wird verwechselt, Gleichwertigkeit und Gleichartigkeit. Also wir sind natürlich gleichwertig,
Mann und Frau und auch in Beziehung sind wir gleichwertig und trotzdem ist es wichtig, sich bewusst zu machen, dass wir anders sind,
dass wir nicht gleichartig sind, dass ein Mann anders ist als eine Frau. Und gerade auch in Beziehung wird das besonders deutlich, aber auch im Leben,
habe ich das Gefühl, wir leben ja in einer sehr leistungsorientierten Gesellschaft und Frauen haben oft gar keine Möglichkeit, die weiblichen Qualitäten
voll und ganz auszuleben. Weißt du, Frauen wollen auch Karriere machen. Frauen, auch dieses klassische Rollenbild,
die Frau ist zu Hause mit den Kindern, das ist ja was, was völlig verpönt ist, gerade bei sehr intellektuellen Menschen, sage ich jetzt mal,
die aus dem Studium kommen. Und da fängt das ja schon an, dass Frau gar nicht mehr so mit ihren Qualitäten, weiblichen Qualitäten,
verbunden sein kann, um in dieser leistungsorientierten Gesellschaft zu überleben. Und bei dem Mann ist es das Gleiche, dass Männer als toxisch,
maskulin bewertet werden, wenn sie mit ihrer Aggression verbunden sind. Und da meine ich nicht prügeln und irgendwen blöd anmachen,
sondern Aggressor, Aggression ist ja auch etwas nach vorne schreiten. Ich habe einen Plan. Auch etwas zugehen,
so etwas mit dem Plan. Ja, genau, genau. Ich habe ein Ziel und da will ich hin. Und ja,
das wird aufgelöst und das führt dazu, dass wir vielleicht ein gutes Team sind und als Paar
im Alltag gut funktionieren, was die Organisation angeht, was die Harmonie angeht. Aber oft zeigt sich das dann in der Sexualität
ein großes Problem, weil die Sexualität lebt von dieser Polarität. Da sind so viele interessante Punkte dabei. Ich habe jetzt schon
fünf Fragen dazu. Das klingt alles sehr, sehr interessant. vielleicht würde ich nur auf diesen Punkt nochmal zurückkommen. Warum glaubst du
oder wie entstand dieser Drang nach gleichartig sein? Das klingt ja erstmal nicht schlecht,
dass man sagt, okay, vielleicht gibt es Sachen, die kann sowohl man, die kann auch Frau machen.
aber kompliziertes Thema merke ich jetzt gerade. Vor allem in der heutigen Zeit. Ja, es ist ja mittlerweile auch einfach ein sehr politisches Thema,
kann man ja schon sagen. Und natürlich hat das wundervolle Aspekte, auch der Feminismus, die feministische Bewegung.
ohne die wäre es für uns heute immer noch nicht möglich, in einer Führungsposition
zu sein oder zu sagen, ich möchte arbeiten gehen, auch wenn ich Babys habe.
Ich möchte genauso viel Geld verdienen wie der Mann. Ich möchte wählen gehen. Auch das,
wenn man sich das mal vorstellt. Das hat wundervolle Aspekte,
aber der meiner Meinung nach geht der Trend
auch der feministischen Bewegung in eine Richtung, wo es nicht mehr
darum geht, gleichwertig zu sein, sondern es ist ein Machtkampf
geworden zwischen Mann und Frau. Und alleine solche
Begrifflichkeiten wie toxische Maskulinität, wenn man sich das mal vorstellt,
dass es das andersrum geben würde, dass die Männer sagen,
es gibt Frauen, die toxisch sind. Solche Posts sieht man ja sehr wenig,
wenn man mal ehrlich ist oder gar nicht. Ich finde, daran sieht man
total, dass wir in einer Zeit leben, wo es
um Kampf geht zwischen Mann und Frau
und zu gucken, wer ist besser oder wer ist mehr wert. Und das
unter dem Motto immer der Gleichwertigkeit, der Gleichberechtigung, aber wenn man mal
ganz ehrlich ist, geht es eigentlich nur darum, Macht zu zeigen.
Was glaubst du, wofür geht dann diese Macht oder was ist das Ziel dieser Macht?
Weil das glaube ich, nehme auch sehr viel der wahr, dass es heutzutage sehr ein starkes
politisches Thema ist, was eigentlich das Ziel, glaube ich, auch ein bisschen verfehlt.
Weil es nur um Anfeidungen geht und wer hat es besser, wer hat es schlimmer? So habe ich den Eindruck,
geht es darum. Ja, total. Ja, und auch sich ein Stück weit auch Kontrolle
zu bekommen, Kontrolle und eine vermeintliche Sicherheit, die dadurch
entsteht. Und das geht ja so weit, dass, also wenn man,
ich weiß gar nicht, ob ich jetzt so sehr in die politische Schiene will, aber es liegt ja
das müssen wir auch gar nicht, dass dadurch auch dieses klassische Bild
von Familie, Mutter, Vater, Kinder ein Stück weit
zerstört wird oder nicht mehr anerkannt wird, weil Frauen,
die auch gerne diesen Archetyp der Mutter leben würden,
oft auch gespiegelt bekommen, also nur das, du bist jetzt nur Mutter
und bist nur zu Hause und wie dein Mann geht arbeiten und du machst
das mit der Care-Arbeit alleine, also da sind ja ganz viele
Bewertungen drin und ich glaube, also mein Wunsch ist, dass wir uns auch, was das
angeht, wieder rückbesinnen und auch schätzen,
hey, was ist das, wie wundervoll kann das auch sein in dieser Gleichwertigkeit
als Frau den Rücken frei zu haben, Raum zu haben, die Sicherheit
zu haben, die Sicherheit zu haben, dass der Mann mich halten
kann, dass der Mann mein zyklisches Wesen
halten kann, dass ich mir erlauben darf, auch schwach zu sein und ich
nicht immer straight sein muss und nur nach meinem
beruflichen Erfolg und meiner Emanzipation gucke, sondern
mir auch zu erlauben oder rein zu spüren, hey, ist es
vielleicht sogar ganz schön, auch mal wieder ein Stück weit
in dieses klassische Rollenbild zu gehen und den Mann
auch in seiner Stärke zu sehen, in seiner Kraft,
in seiner haltenden Qualität. Weil das wäre jetzt
ein anderer Blog, den ich ganz gerne aufmachen
würde. Vorhin meintest du, ein Mann, der hat
eine Präsenz, wenn er mit seiner Männlichkeit in Einklang
ist. Kannst du das noch ein bisschen näher beschreiben? Was meinst du
damit? Weil ich, so wie ich das jetzt auch verstehe,
ich meine, man kennt das ja auch aus bestimmten Richtungen,
die man vielleicht auch liest oder gehört, dass diese
Polarität auch sehr, sehr wichtig ist und dass das
auch wie in einem Interplay zwischen diesen
beiden Energien, sage ich mal, ist. Weil davon
bin ich auch ein Verfechter. Ich glaube immer, es gibt
zwei Pole, das glaube ich. Und ich finde es wirklich schade,
dass heutzutage so wenig drauf geschaut wird, wie man
dem Gegenstück eigentlich dienen kann oder einfach nur geben kann,
weil ich glaube, das Geben macht einen glücklich. Und ich
habe das sehr, sehr oft gehört, dass in
diesen Kreisen, was ich gelesen habe und auch ein bisschen in Recherche
auf diese Folge, dass es darum geht, nicht der Felsner Brandung
zu sein, vielleicht ist das eine komische Metapher, aber Präsenz,
Präsenz einfach. Das habe ich sehr, sehr oft gelesen. Ja, das ist
ja nicht nur die Präsenz im Kontakt mit der Frau oder im
Kontakt mit jemandem anderen, sondern die Präsenz
in dir. Und alles, was ich jetzt sage, das hat die
Frau auch. Ich will damit nicht sagen, oder so
schwarz-weiß, nur der Mann ist präsent und die Frau nicht.
Wie schon gesagt, wir haben beide diese
Qualitäten in uns, aber sie sprechen eher für das
Männliche und die Präsenz ist für mich etwas,
was sehr, sehr deutlich ist, weil der Mann zum Beispiel
keine hormonellen Schwankungen hat wie die Frau,
der ist nicht zyklisch und allein dadurch
hat er eine Grundpräsenz in sich, die nicht andauernd
schwankend ist. Und wenn man sich auch mal
anguckt, wie das früher war, da waren die Männer
auch die Hüter, die Aufpasser, die dafür
gesorgt haben, dass keine Gefahr droht
und dafür braucht man die totale Präsenz.
Also im Tantra sagen wir so metaphorisch
wenn du verbunden bist mit deiner männlichen
Qualität, mit der totalen Präsenz, da kann
um dich rum der Krieg ausbrechen
und du sitzt da und bist verbunden mit deinem
Atem und schaust dir das an und triffst
in der totalen Präsenz die Entscheidung,
was kommt als nächstes. Und das ist ja auch
das, weshalb Männer auch Vorreiter
waren oder auch im Business Kontext
so erfolgreich sind. Die Frauen ziehen
total nach jetzt und können
sich das natürlich auch aneignen,
aber das ist eben, dass sie nicht
zyklisch sind, dass sie präsent sind,
dass es nicht so schwankend ist. Ruhe
und etwas stehen lassen können, Akzeptanz,
so verstehe ich das jetzt auch teilweise, so was. Da denke ich
immer an so einen Stoiker, da denke ich immer an
die historische Philosophie mehr oder weniger,
dass man so einfach stehen bleibt, dass man
ist, dass man einfach ist. Wie
glaubst du können dann, also dazu fällt mir
noch was anderes ein, vielleicht erwähne ich das nochmal. Ich habe mir
gestern einen Podcast angehört, da ging es um
Kommunikationsmöglichkeiten und zwar vor allem darum, wie kriegt man schwierige
Gespräche hin und was kann man dazu sagen.
Und eins ist mir im Gedächtnis geblieben, was gesagt hat,
wenn jetzt ein sehr emotionales Gespräch passiert, dass man
sagt, deine Emotionen sind nicht zu groß für mich,
ich kann es stehen lassen und dass man darin sitzen kann.
Gehört das auch dazu? Total und das ist was,
was ich auch als Frau sagen kann und auch
weiß von den Frauen, die jetzt zu mir
kommen, dass das so unglaublich wertvoll
und heilsam auch sein kann, wenn ich
zum Beispiel als Frau mein Herz ausschütte und in
der totalen Emotion bin und da ein Mann ist, der atmet,
der sich das anhört, der das halten kann
und gar nicht so das Gefühl hat, ich muss das jetzt weg
machen, ich muss jetzt irgendwas sagen oder machen,
dass ich die Frau beruhige, sondern auch
da ist das wieder das Thema der Präsenz, ich bin
da und halte den Raum und kann das auch halten,
geht nur, wenn man präsent ist und verbunden. dann
habe ich ungefähr schon eine gute Idee davon,
das ist gut. Mit welchen Problemen
kommen denn, also vielleicht ist das noch eine sehr
breite Frage, was sind Probleme, die oft vorkommen,
mit denen Frauen zu dir kommen als Coach oder
in der Therapie? Ja, also ich würde sagen,
unsere Arbeit und das wird auch deutlich in den Büchern, aber auch
auf der Homepage, dass unsere Arbeit sehr erlebnisorientiert
ist und körperorientiert, deswegen ist es schon so, dass sich
überwiegend Frauen angesprochen werden, die
vielleicht merken, ich habe schon zig Podcasts
gehört, ich habe Bücher gelesen, ich habe
das vielleicht mental schon alles verstanden, aber irgendwie
ist da auf körperlicher Ebene etwas,
wo ich nicht drankomme, nicht drankomme mit dem Verstand
und das kann sich ganz unterschiedlich äußern,
entweder das ist subtil und das ist so
das Gefühl, ich habe so Sehnsucht danach, mich fallen
zu lassen, ich bin die ganze Zeit am Machen,
am Tun, ich bin müde davon und erschöpft und
da ist so ein ganz großer Wunsch nach
Fallen lassen, nach Hingabe, äußert
sich vielleicht auch in der Sexualität, dass sie
Schwierigkeiten haben, Orgasmen zu bekommen, dass sie
Schmerzen haben beim Sex oder nichts spüren
beim Sex oder auch Themen, wo sie
merken, da bin ich so verstrickt noch mit
meiner Mutter, mit der weiblichen Linie, da lebe
ich vielleicht genau das Leben oder die Themen, die meine
Mutter schon hatte und eigentlich ist es genau das,
was ich nicht will, aber die Muster sind so stark,
dass ich sie nicht auflösen kann. Das sind
zum Beispiel die Themen und auch in der kommen
natürlich auch Paare, da würde ich das auch sagen,
dass das körperliche Thema eher im Fokus
steht. Es gibt ja auch Therapeuten, die arbeiten
eher mental oder mit, wo die
Kommunikation einfach im Fokus steht und ich würde
sagen, bei uns ist es schon so, dass wir
eher körperorientiert, erlebnisorientiert arbeiten und Körper,
Sexualität nicht ausklammern, sondern dass das
auf dem Weg der Persönlichkeitsentwicklung ein Punkt ist und
auch das, was mir in so vielen Therapierichtungen, die ich auch
vorher gemacht habe, einfach gefehlt hat, die Sexualität
als ein Teil davon. Und das ist dann
ein bisschen dieses Tantra, das gehört auch zum
Tantra, oder? Ja, genau, also Tantra
ist so der Überbegriff und auch da haben ja alle
so ganz verschiedene Vorstellungen, was ist Tantra.
Ja, deswegen frage ich auch, weil ich habe da
selber jetzt nicht so eine Ahnung davon, ich weiß nur,
es ist sehr körperlich, oder? Es ist irgendwas
mit dem Körper. Ja, also wir
fragen auch manchmal in den Seminaren, was stellst
du dir unter Tantra vor? Und
Tantra hat ja so viele verschiedene Aspekte,
manche denken bei Tantra an Massagen oder an
Sex, manche denken bei Tantra an Meditation,
an Pranayama, an Atemübungen, Visualisierung und im Prinzip
vereinfacht könnte man sagen, dass Tantra oder der tantrische Weg
ein Weg, der Erleuchtung ist, so wie auch
Yoga, ein Weg, der Erleuchtung ist, ein spiritueller
Weg und das Besondere am Tantra ist, dass es
ein Weg ist, der sehr sinnlich ist,
wo wir die Sinne wieder öffnen für das Leben,
wo wir die Schönheit in den unterschiedlichsten
Dingen erkennen und es ist eben nicht nur
Sex, sondern Tantra ist auch Meditation,
Tantra hat ganz viele Atemtechniken, Atemlenkungen
und Tantra ist ein Teil unserer
Arbeit, aber genauso machen wir, arbeiten wir
mit Trancen, mit Atemtechniken, die nicht nur aus dem
Tantra kommen, mit Bioenergetik, Biodynamik
und Tantra ist einfach ein Teil davon.
Okay. Body Practices und sowas, okay.
Genau, ja. Ich verstehe schon. Wenn,
also, wie du schon vorhin gesagt hast, Tantra,
jeder hat so ein gewisses Bild davon,
aber was würdest du jetzt jemandem sagen, wenn man
da eher ein bisschen skeptisch da gegenübersteht und sagt,
das klingt doch eher sehr nach esoterischem Wischwasch, kann das wirklich
Wirkungen erzielen im Hier und Jetzt? Was würdest du da jemandem
sagen? Ja, also, ich würde das gar nicht so
als Tantra bezeichnen, weil wir eben schon so Projektionen
haben, wenn wir an Tantra denken. Ich komme
jetzt gerade vom Paarseminar, wir hatten letzte Woche
Paarseminar und ich würde sagen, so das Allereinfachste,
was auch aus dem Tantrischen kommt, aber was wir auch automatisch im Leben machen,
ist zum Beispiel Atmen, Bewegen und die Stimme einsetzen.
Das sind drei Schlüssel, drei Elemente aus dem Tantra, wo wir sagen, wenn wir bewusst
atmen, also auch da wieder Bewusstheit, Präsenz reinbringen, wenn wir uns bewegen und
nicht starr stehen, sondern Energie in unserem Körper zum Fließen bringen und die Kehle
freilassen, sodass die Kehle geöffnet ist, Töne entstehen können. Das können ja auch
alle, die jetzt zuhören, mal gleich ausprobieren. Wenn du,
egal was du machst, entweder du machst die Musik an, bewegst dich, lässt die Stimme
frei, das kann ein lautes Gähnen sein, ein lautes Atmen
oder ein Sound, der aus dir entsteht und du dich bewegst,
dann wirst du merken, dass automatisch dein Körper sich lebendiger
anfühlt. Das reicht schon, wenn du zehn intensive Atemzüge
machst, dann merkst du danach, die Hände kribbeln vielleicht,
mein Herzschlag erhöht sich. Und ich finde, das ist so das praktischste
Beispiel, wie man Tantra erfahren kann, weil du kannst zig Schriften
im tantrischen Kontext lesen, aber eigentlich ist der
tantrische Weg ein Weg der Selbsterfahrung. Und ich würde
all die Vorstellungen, die wir vor allem mit Sexualität
damit verbinden, erstmal über Bord schmeißen, weil das
wirklich nur ein Mini-Mini-Teil davon ist. Es geht eher darum,
die Lebensenergie, die auch die sexuelle Energie ist, in allen
Bereichen zu entdecken und dass sexuelle Energie oder Lebensenergie
oder so diese antreibende Energie nicht an den Sex
gekoppelt ist, sondern ich die auch spüren kann,
wenn ich ein super leckeres Essen koche und dieses
Geschmackserlebnis auf der Zunge habe, wenn ich mit meinen Kindern
im Garten Fang spiele und laufe und meinen Körper spüre,
meinen Herzlack spüre, meinen Atem oder beherzt lache.
Also es geht darum, diese Lebensenergie, das Prickeln,
das Ekstase könnte man auch sagen, aber auch alle
Gefühle im Körper bewusst wahrzunehmen. Ich würde
sagen, vereinfacht könnte man sagen, das ist
ein Teil des tantrischen Weges. Und was
macht ihr dann oft in den Seminaren? Es ist
ein Mix aus ganz vielen verschiedenen Methoden,
das ist auch das, was uns besonders macht,
würde ich sagen. Wir sprechen sehr
wenig, also es ist wenig mental,
sondern sehr körperorientiert, wo wir mit
Trancen, mit Rollenspielen, mit Übungen
aus der Bioenergetik, also Übungen, die kombiniert
sind mit Atem, mit verschiedenen Körperhaltungen
kombinieren, aber auch Rituale aus dem Schamanismus. Aus dem
Schamanismus? Ja, und dabei denken jetzt auch wieder,
wir machen nur Ayahuasca-Rituale, auch das nicht.
Und dann auch das ist ja, ist dann das nächste Feld, was wir
öffnen. Ich würde einfach vereinfacht sagen, Rituale,
die schon vor vielen Jahrhunderten, Jahrtausenden
durchgeführt wurden und in der modernen Welt einfach nochmal neu verpackt
wurden. Wow, das klingt echt cool. Wie
schamanistische Rituale, also das finde ich jetzt
interessant, weil ich habe sehr viel von Carl Gustav Jung
gelesen, ich weiß nicht, ob du ihn kennst und ich musste
auch schon vorhin beim Tantra, beim Präsenz, beim Hiersein,
musste ich schon an sehr viele Zitate von seinen Büchern denken,
ich habe viel von ihm gelesen und da ist ja auch sehr viel um
das Anime und Animus und da habe ich auch ein
paar Echos daraus gehört, kommt das da aus der Richtung so
etwas? Auch, also die haben ja auch alle voneinander
gelernt, Karl Gustav Jung natürlich, der hat auch Einfluss gehabt
auf unsere Arbeit, aber noch viele andere auch und jetzt gerade
zum Thema Schamanismus, wenn du da nochmal drauf hinaus willst,
das fängt ja schon bei sowas Einfachen an, dass wir
mit Sounds arbeiten, wie der schamanischen Trommel
oder Rasseln und versuchen wieder an dieses
Bewusstsein, auch da geht es ja nur um Erinnern, das ist ja
nichts Neues, das ist gespeichert, auch wenn wir das jetzt in
unserem Leben nicht erlebt haben, aber ich gehe auch davon aus,
dass wir immer wieder neu inkarnieren können und es etwas
gespeichert ist in unserem Körper, auch aus dem Kollektiv
oder aus Leben davor und wir alleine durch ein Trommeln
oder ein Rasseln auch energetische Blockaden
im Körper lösen können, dass wir den Körper in Schwingung
bringen können und ich gehe auch davon aus, dass wir
nicht nur diesen physischen Körper haben,
wie wir den jetzt fühlen, sondern auch einen
Energiekörper und das sehen die Schamanen auch so,
aber auch noch viele andere, selbst wenn man jetzt in der
traditionellen chinesischen Medizin guckt und
es geht darum, diesen Energiefluss in uns
wieder zu aktivieren, Blockaden zu lösen und da
bedienen wir uns einfach an verschiedenen
Methoden und deswegen auch nicht so
sehr mental, weil wir einfach in unserer
Zeit, in unserer Gesellschaft permanent mit dem
Kopf beschäftigt sind. Der Kopf
ist so stark und ich würde fast
sagen, umso intellektueller, umso gebildeter,
umso schwerer ist das, in den Körper
zu kommen und deswegen ist das bei uns in den
Seminaren einfach das Ding, den
Kopf abschalten und in Körper
und ins Fühlen kommen. Also
wenn man dann sagt, man kommt ins Fühlen
durch diese Rituale oder durch
die Techniken, was soll dann
notwendigerweise passieren? Also ich nehme an,
weil ich meditiere auch täglich
15 Minuten und tatsächlich musste ich
vorher an die Geschichte denken, das erzähle
ich erstmal ganz kurz. Ich
hatte vor drei Jahren, ich glaube da war
ich 19, das war nicht drei Jahre, aber das war
schon ein bisschen länger her, hatte ich eine geführte
Klangschreiben Und da war das Thema erinnere dich
an dein früheres Leben und also
ich glaube, ich habe das schon mal erzählt im
Podcast, aber ich fand das wirklich interessant,
dass diese Meditation wurde geführt
mit einer Klangschale und ab
einem Punkt kam dann ein
Ton und dann sollte was
passieren und da ist auch
was passiert. Wie gesagt, man
sollte sich an sein höheres
Leben erinnern und das ist
wirklich ich kann mir das
bis heute nicht erklären ich
habe keine Ahnung wie das passiert
ist. Ich hatte plötzlich ein
Bild im Kopf während meine Augen
geschlossen waren wie ich mit
meiner damaligen Mutter anscheinend oder
mit einer weiblichen Person über
eine Wiese gelaufen bin und
das war irgendwo in Kroatien
und tatsächlich kommt auch meine
Familie her und dieses Bild
geht mir nicht mehr aus
dem Kopf und mein bester
Freund der das auch mitgemacht
hat hat sich selber gesehen
wie er mit einem irgendwie
dass es ihn verändert hat
ich kann mir das nicht
erklären deswegen frage ich auch
weil ich glaube da kann
irgendwie alles passieren wenn man sich
darauf einlässt in solche Zustände zu
kommen und da also ich
bin immer noch echt verblüfft
davon dass dieses Bild das
geht mir nicht aus dem
Kopf bis jetzt immer noch
! als wäre es gerade eben
reingekommen ich finde ! das
unglaublich ! was berichten da so Leute
die die dann diese Practices
machen was was was geht
bei denen dann vor? Ja
das ist ein Phänomen was
sehr häufig vorkommt das ist
jetzt was was wir gar
nicht aktiv forcieren und trotzdem
kommt es immer wieder in
Trancen oder Atem Sessions aber
auch wenn ich zum Beispiel
mit den Frauen intensiv mit
dem Schoßraum arbeite und auch
da merke ich oder wird
mir immer wieder bewusst auch
im Schoßraum ist so viel
gespeichert was gar nicht unbedingt
nur mit uns jetzt in
diesem Leben zu tun hat
sondern auch viel aus dem
Kollektiv also solche Erfahrungen die
du beschreibst das das muss
ja nicht mal nur was
aus einem anderen Leben sein
sondern wir haben ja auch
die Fähigkeit Dinge aus dem
Kollektiv wahrzunehmen und manchmal ist
das total überwältigend oder verwirrend
weil wir Bilder so klar
sehen oder Gefühle so klar
vor dem inneren Auge sehen
und gerade auch in der Frauenarbeit
wird das total deutlich dass sowas
wie die Hexenverfolgung ! Hexenverbrennung
Angst sich zu zeigen Angst in die
Sichtbarkeit zu gehen jetzt rein rational
oder logisch könnte man sagen hey
das ist nicht mein Thema
also ich habe solche Erfahrungen
hier in diesem Leben nicht gemacht
und trotzdem kann ich das
abrufen als wäre ich mittendrin
ja ja ja das ist
einfach was also das ist
für manche total abstrakt und
vielleicht total esoterisch und schwer vorzustellen
aber ich glaube das ist
einfach ein neuer Bewusstseins Raum
der sich öffnen kann wo wir
Zugang haben auf all das
auf die totale Weisheit oder
Verbundenheit auch weil es eben gespeichert
ist und wenn wir uns
dessen bewusst sind dann kann
das ja total machtvoll sein
auch diese Strukturen aufzulösen und
auch sage ich mal das was vielleicht
unsere Urgroßmütter nicht konnten zu der Zeit
jetzt in unserem Körper in unserem Leben
jetzt aufzulösen und eine neue Geschichte
zu schreiben und das ist gerade auch im
Hinblick auf Sexualität total da haben
wir so starke Prägungen Konditionierungen
von unseren Vorfahren der Generation
vor uns unseren Eltern unseren
Urgroßeltern mitbekommen das ja stellen wir
immer wieder fest und das funktioniert
eben nur das hast du auch
mit den Klangschalen erlebt das funktioniert
nicht wenn du vorher noch Tabellenkalkulationen gemacht hast
oder das kognitiv alles genau im
H kleinsten verstehen willst das
funktioniert nur wenn man bereit ist sich
wirklich zu öffnen und den
Verstand auszuschalten ! und ja
nur zu empfangen und danach
geht es ja schnell genug wieder
los dass man anfängt zu
rattern und denkt ich will
das verstehen ich will das
begreifen ja und das ist
dann vielleicht einfach nur ein
Platz um zu fühlen und
um zu sein einfach nur
! Was ist dann eine
! vielleicht dass die Zuhörer
oder vielleicht auch ich jetzt
nach der Aufnahme hier machen
kann um vielleicht ein bisschen
mehr Präsenz zu haben im
Alltag so eine kleine Übung
die du vielleicht Leuten empfiehlst
ja also man sagt ja
immer Meditation ist gut und
da verbinden ja auch viele
immer eine stille Meditation mit
und ich würde sagen bei
den meisten Menschen die sind
so sehr im Kopf dass
auch stille Meditation eher schwierig
ist deswegen empfehlen wir oder
das machen wir auch in den
Seminaren mit den Einsteigern dass wir
eher die bewegten Meditation empfehlen
also es gibt von Osho einige
die Kundalini Meditation die Chakra
Breathing also da kann man nach
googeln und da gibt es Anleitungen
und auch bei Spotify Musik
wenn man jetzt über Meditation Zugang
bekommen will aber es geht noch viel
simpler ! allein durch Sport
Bewegung und damit meine ich jetzt nicht irgendwie
starr Gewichte hochstemmen also kann
auch sein dass du dabei den
Kopf loslassen kannst will ich jetzt
nicht verallgemeinern aber eher Bewegungen
die unkontrolliert sind also es
reicht schon Musik anzumachen und
wirklich den Körper ! mal
durch zu schütteln Grimassen zu
ziehen den Kopf zu schütteln
Bewegung auszuprobieren die unkonventionell sind
die du sonst vielleicht nicht machst
animalische Bewegungen in die Natur zu gehen
einmal ich wohne in der Nähe von einem Park
das war das war echt eine prägende
Erfahrung also das war da fällt mir sofort
dazu ein wie nennt man das esoteric dance
oder esoteric dance kann das sein
ecstatic dance genau und da habe
ich was sehr interessantes gesehen und zwar
wie die Leute sich bewegt haben
das war das war das war fast schon hypnotisierend
das fand ich wirklich echt cool und solche Partys gibt es ja
glaube ich auch die werden organisiert oder
sowas ist es dann voll ja das ist
ein schöner Zugang weißt du mit das ist ja
dann auch nicht die Musik die wir so
im Alltag hören sondern Trance
Musik oder auch eben schamanische Musik
je nachdem wir arbeiten im Seminar mit beidem und mit
Augenbinde am besten so dass auch die Außenorientierung komplett ausgeschaltet
wird und du dich wieder für für für einen Sinn
öffnen kannst wenn das hilft ja manchmal schon eine Augenbinde aufzuhaben
und da geht es nicht darum irgendeinen schönen Tanz zu machen sondern
das geht darum Impulse wahrzunehmen und die körperlich
auszudrücken das kann bei jedem unterschiedlich aussehen
ja ja ja weil genau so hat es sich auch
genau so sah es auch aus das war es war wirklich sehr interessant so etwas mit anzusehen das war wirklich sehr interessant
ähm ist noch interessanter das selbst zu erleben ja das glaube ich das glaube ich
ähm weil das ist jetzt auch der Punkt über den ich nachdenke das ist ja so
dass wie du auch schon vorhin gesagt hast dass man es dann in sich selber
wieder findet dass man sich selber wieder erlebt ähm was glaubst du
was machen heutzutage viele Menschen falsch
vielleicht auch fragen wir erstmal wo verlieren viele Frauen heutzutage
glaubst du den Kontakt zu sich selber wodurch also zum einen
durch Bewertungen sich selbst gegenüber ähm heißt dann
körperlicher Natur ähm zum Beispiel ja vor allem
körperlicher Natur also ich weiß das von mir aber auch
von vielen anderen Eltern wo die Mädchen noch sehr jung sind
dass das immer früher anfängt also bei zehnjährigen
Mädchen dass die schon ja in
Konfrontation gehen mit dem eigenen Körper was durch Social Media
einfach immer stärker wird dass wir als Kinder schon anfangen
hey wie wie wie mir selbst
erwarte das kann ich gar nicht erfüllen
also ich kann nur verlieren in dieser
wenn ich in dieser Bewertungsspirale bin ich kann
nur verlieren und ich denke mal
das ist ein Haupt Hauptding wo wir
den Zugang verlieren aber wir verlieren ihn auch
eben dadurch das ist dann wieder das Thema mit dem
wir begonnen haben dass wir die besseren
Männer sein wollen oder gleichwert also
wir sind gleichwertig aber wir sind anders und
durch dieses nicht anerkennen der
Unterschiedlichkeit vergleichen wir uns ja permanent auch mit
dem männlichen und auch da können
wir nur verlieren weil wir einfach
anders sind weil wir zyklische Wesen
sind weil wir eben nicht linear
sind weil wir jeden Tag woanders
im Zyklus stehen andere Hormone
in uns haben andere Qualitäten haben
und wir können uns mit Frauen vergleichen
würde ich jetzt auch nicht empfehlen aber es
würde mehr Sinn machen und nicht
mit den Männern zu vergleichen
und wenn wir da drin sind in der
Spirale und gerade auch im Business
Kontext wenn ich in einer Position bin
wo ich einfach mein Mann stehen
muss wenn man das jetzt so sagen
kann dann muss ich mich
ja von dem ! Zyklischen in mir
total abschneiden um in diesem Business
Kontext zu überleben sei denn ich habe da
eine Chefin in der obersten Etage die
mir da totalen Freiraum lässt und durch
dieses abgeschnitten sein von unserem zyklischen
wesen von unseren weiblichen qualitäten
verliere ich natürlich den Zugang
zu mir selbst und dann ist es
aber auch so dass ich
den Zugang zu mir selbst verliere
durch unser System in dem wir
leben das ist bei den Männern so
das ist bei den Frauen auch so
dass eben nicht mehr geguckt wird
hey wie fühlt sich dein Körper
an so wenn du zum Beispiel
krank bist was kann ich
dafür tun um gesund zu
sein um mich vital zu
fühlen sondern es geht eigentlich
nur darum Defizite zu erkennen
und dann mit irgendeinem Medikament
oder was auch immer das zu
stillen und zu behandeln und
es wird kein Gesundheitsbewusstsein mehr
vermittelt uns wird eigentlich abtrainiert
im Körper ! zu sein
verbunden zu sein und das
wird mit der KI nicht
besser also alles wird perfekter
im Außen wir können alles
im Außen optimieren wir können
aber auch unsere Körper optimieren
dass die schöner sind dass
die nach außen hin eine
Maske haben ich kann mir
die perfekten KI Texte zaubern
und innen drin wird eigentlich
alles leerer und innen drin
! verliere ich разм разм Wie bei den Frauen.
Was glaubst du, ist dann die Sache bei Männern? Ja, die verlieren auch den Zugang zu ihrem Körper. Die sind permanent im Kopf. Also das kannst du gleichsetzen bei den Männern und bei den Frauen. Das trifft auf beide zu.
Aber auch so eine Unsicherheit in sich selbst. Das sind die gleichen Themen, könnte man sagen. Vielleicht ein bisschen anders verlagert. Aber da geht es, finde ich, eher darum, dass sich Männer abspalten vom Körper
oder auch nicht mehr erlauben, jetzt so etwas wie Kraft, Aggression, Körperlichkeit auszuagieren, zu spüren. Weil, wenn ich jetzt im Kindergarten bei meinen Kindern gucke, die Jungs, die sind einfach anders miteinander als die Mädchen. Die käppeln sich, die schubsen sich, die sind laut.
Und da sind dann viele, die ja schon, nein, nein, nein, keine Gewalt, nicht schubsen. Und da lernen die schon direkt, ich darf meine Kraft nicht messen. Ich darf meine Kraft nicht zeigen. Und du kannst eigentlich, also es fehlen auch die Räume,
wo ich überhaupt in Kontakt wieder damit komme. Du kannst im Fußballstadion vielleicht noch beherzt brüllen und jeder hat Verständnis dafür. Oder du gehst aktiv in einen Boxverein irgendwann und kannst die Kräfte messen. Aber sonst ist das ja völlig verpönt.
Ja, ja, ja. Das verstehe ich, ja. Weil ich habe das Gefühl, es wird gesagt, ich weiß nicht, ob das stimmt, dass man Jungs sozialisieren soll wie Mädchen. So habe ich den Eindruck, vor allem in Schulen und auch in Kindergärten.
Ich komme ja selber aus der Richtung und das ist nicht gern gesehen, wenn man versucht irgendwie, Dominanz ist vielleicht auch so ein Wort, das weiß ich nicht, aber zumindest, wie du schon sagst, körperlich zu werden, körperlich zu spüren, zu wissen, was ist da, wo sind die Grenzen einander, dass man auch körperlich mal spielt.
Und vor allem merke ich das auch intuitiv, weil ich arbeite mit Kleinkindern. Und intuitiv, was ich mal mit denen machen will, ist einfach ein bisschen körperlich mit denen spielen. Ja. Und ich glaube, das ist auch sehr, sehr wichtig,
damit du einfach diese Grenzen austesten kannst und sehen kannst, oh, wie fühlt sich das an, was ist das eigentlich? Aber es wird nicht gern gesehen, weil man kann sich verletzen. Und das finde ich wirklich schade. Ja, total.
Man kann sich verletzen und das ist auch, ich glaube, das ist auch so ein Trigger, gerade für viele Frauen, diese Kraft, die dahinter stecken kann, zu sehen. Und da ist so der Gedanke, wenn ich das gar nicht erst zulasse oder Raum gebe, dann ist das nicht.
Und dann geht aber diese Kraft nach innen und das ist wie so eine Implosion und dann ticken die für irgendwann aus und rebellieren und machen irgendeinen Scheiß, jetzt mal platt gesagt, weil die eben keinen Raum dafür haben. Und ich sehe das auch, weißt du, wie gut tut das den Jungs im Wald, einfach irgendwelche Bäume auf den Boden, also so abgestorbene Bäume auf den Boden zu schlagen.
Oder das ist anders. Und auch da fängt das ja schon an in den Kindergärten, dass man in den modernen, in Berlin, keine Ahnung, irgendwo in so Kindergärten in den Städten ist das bestimmt noch viel krasser, wo man ja aktiv versucht, die auch völlig gleich zu erziehen. Also erziehen ist da ja auch schon verpönt, aber völlig gleich zu behandeln.
Das verstehe ich. Ich sehe, dass die Mädchen gehen anders durch den Wald und das heißt wieder nicht, das ist nicht auch möglich, aber jetzt mal im Schnitt gehen anders durch den Wald, entdecken andere Sachen als die Jungs. Also wenn ich mit Jungs im Wald bin, mit Freunden, dann suchen die sich irgendwelche toten,
abgestorbenen Bäume, treten die um, brüllen rum, klettern auf Baumstämme und die Mädchen pflücken die Blümchen am Wegesrand oder kochen irgendeine Suppe im Wald aus kleinen Blättern. Und ich finde, da wird auch wieder so dieses Archetypische so klar, wenn man die Kinder einfach freilässt und diese Vorstellung weglässt, die müssen doch gleich sein, dass sich das ganz automatisch zeigt und auch sehr, sehr deutlich zeigt.
Ja, da kann ich dir nur zustimmen. Das sind Sachen, die bemerke ich selber und die sehe ich auch bei sehr vielen Kindern einfach im Alltag. Das sehe ich sehr, sehr viel. Wie, vielleicht wenn sich das jetzt jemand anhört und sagt, okay, das spricht mich ja alles irgendwie an, wie kann ich diesen besseren Zugang zu mir finden?
Was würdest du dann jemandem sagen? Sei mal einmal für einen Mann und einmal für eine Frau. Also Männern und Frauen würde ich empfehlen, dass sie sich Räume suchen, wo sie mit dem gleichen Geschlecht sind. Also Frauen in Frauenkreis, Männer in Männerkreis.
Und für Männer ist das noch besonderer, würde ich sagen, weil Frauen eher gemeinschaftsbildend sind. Die tauschen sich mit ihren besten Freundinnen eher mal über sensible Themen aus, was bei den Männern viel, viel größere Hemmungen hat. Also vielleicht zu einem Bierchen treffen und mal darüber beschweren,
dass die Ehe vielleicht nicht mehr so gut läuft. Aber wenn es dann ein bisschen in die Tiefe geht, um die Sexualität geht oder auch um Schmerz, sagen die meisten Männer immer, boah, ich kann da mit meinen Freunden nicht drüber reden. Schade. Und deswegen ist es so wichtig, dass man oder heilsam diese Räume aufzusuchen.
Und was da auch passiert im Frauenkreis und Männerkreis ist unterschiedlich. Das ist ja nicht immer nur sitzen und seinen Frust oder Emotionen verbal ausdrücken, sondern bei den Männern geht das auch. Es ist total heilsam, in Kontakt zu kommen, zu raufen, zu ringen, Nähe mit einem Mann zu erleben, die jetzt nicht sexualisiert ist, wo alle dann Angst haben, das ist so ein Eso-Kreis,
wo man nur rumkuschelt oder so, sondern Körperlichkeit mit Männern zu erleben, die ich vielleicht auch noch nie hatte, weil mein Papa nicht präsent war oder mir auch nicht den körperlichen Kontakt gegeben hat, den ich gebraucht habe. Und bei den Frauen ist es auch so. Frauen stärken sich unter Frauen und Männer unter Männern.
Und da kann ich die Polarität in mir auch stärken. Und dann würde ich beiden empfehlen, alles zu machen, was geht, um aus dem Kopf in den Körper zu kommen. Und da ist es ja bei jedem unterschiedlich, wie man das schaffen kann. Wir haben das gerade schon angeschnitten.
Das geht über Sport, über Bewegung, aber auch über bewusstes Atmen. Dinge tun, wo ich den Verstand loslasse. Also das reicht bei vielen schon, das Handy mal wegzulegen, nicht mitzunehmen und eine Runde in den Wald zu gehen. Ja, ja, um Präsenz zu nehmen.
Den Laptop auszumachen und nicht noch einen Online-Kurs anzugucken, sondern Sex haben, tanzen, mich bewegen, meinen Körper genießen. Wenn es so ein Mantra gibt, was du vielleicht einem eher maskulineren Person geben würdest, von wegen, was man sich selber sagen kann, um vielleicht in ein Kleinen mit sich selber zu kommen und einer femininen Person.
Was für ein Mantra wäre das dann? So eine Art von, was man sich selber immer sagt. Verstehst du, was ich meine? Ja, also ich arbeite im Seminar auch mit Mantren und ich finde das sehr wertvoll, wenn du das wirklich schaffst, dir irgendwann zu sagen,
ich bin eine Frau und ich liebe mich. Und genauso auch für den Mann. Ich bin ein Mann und ich liebe mich. Und das ist jetzt aber so leicht gesagt. Das bringt überhaupt nichts, wenn du dir das schön auf dem Post-it schreibst
und irgendwo an den Spiegel hängst. Und das bringt auch nichts, wenn du dir das einfach oft genug sagst, sondern das bringt nur was, wenn du das körperlich begriffen hast. Und deswegen finde ich auch diese Selbstliebe-Bubble und diese schönen Affirmationen, das ist mal ganz nett.
Aber ehrlicherweise, also ich würde mal sagen, das bringt gar nichts. Wenn du das körperlich nicht begriffen hast. Du kannst dir noch so oft sagen, ich liebe mich und ich bin so toll. Wenn du danach wieder vorm Spiegel stehst und denkst, boah, ist mein Bauch dick. Oder war ich heute wieder eine blöde Kuh oder Bewertung hast.
Genauso kannst du dein Mann oder kann dein Mann dir so oft, wie er will, sagen, ich liebe dich. Schatz, du bist die Frau meiner Träume. Wenn der dich nicht berührt und nicht anguckt, dann wirst du das nach einer Zeit auch nicht mehr glauben. Und so ist das mit den Mantren und Affirmationen.
Also fällt mir schwer, dir jetzt so was zu sagen, wo ich sage, das ist dann der Game Changer, weil ich glaube oder davon überzeugt bin, das muss verknüpft werden. Also du kannst dir noch so schöne Mantren vorlesen, innerlich sprechen. Das ist eher ein Prozess, der von innen herauskommt, den du fühlen musst. Und dann kannst du dir ein Mantra aufschreiben, um dich immer wieder zu erinnern.
Du weißt, du bist wie so ein Körperanker. Du erlebst etwas körperlich und spürst das und dann sagst du, boah, ich will dieses Gefühl abrufen. Ich speichere das ab in meinem Herzen und vielleicht ist es, ich bin eine Frau und ich liebe mich. Aber dann habe ich das schon einmal gespürt in mir. Mhm.
Mhm. Cool. Verstehst du, was ich meine? Ich verstehe das Prinzip, weil es kommt jetzt mal wieder auf diesen Punkt zurück. Ich bekomme schon ein gutes Bild davon, was diese Arbeit von dir bedeutet und worauf sie abzielt.
Das ist viel im Hier und Jetzt zu sein, Präsenz mit dem Körper. Ja. Und das dann mit diesen jeweiligen Übungen zu verknüpfen und sagen, wie schaffen wir es weg vom Kopf? Wie schaffen wir es, in die Füße zu gehen? Ein bisschen runter vom Kopf, ein bisschen unter den Hals zu rutschen.
Wie es ist zu fühlen, wie es ist etwas zu machen. Und da kann jeder seine Möglichkeiten finden, aber es ist auf jeden Fall körperlich. Ja. Okay, weil das ist glaube ich auch das Gute, was man aus der Folge da mitnehmen kann, dass man zumindest ein bisschen mehr Präsenz einbaut.
Und ich glaube, jeder wird da innerlich schon irgendwie seinen Prozess finden, wenn man sich darauf einlässt. Vielleicht dann mit den jeweiligen Methoden, die wir jetzt besprochen haben. Das ist cool. Dann hätte ich jetzt noch eine Frage, weil mich das als Paar, du als Paartherapeutin, weil mich das interessiert. Und ist dir ein bestimmtes Muster aufgefallen, wo Männer und Frauen die Harmonie zu sich selber miteinander verlieren?
Gibt es da bestimmte Gründe dafür? Wie ist da meistens die Dynamik? Ich hoffe, ich habe die Frage richtig gestellt. Wo geht die Harmonie verloren? Wie geht sie verloren?
Das ist meine Frage. Also ich komme ja jetzt gerade aus ein Paar-Seminar und muss ehrlicherweise sagen, ich habe das Gefühl, die Beziehungen sind oft zu harmonisch. Also zwanghaft harmoniesüchtig, was auch zum einen damit zusammenhängt, dass wir auch in der Beziehung danach streben, uns immer mehr anzugleichen,
immer mehr zu einem zu werden, zu dem Wir zu werden. Und das Ich und das Du weniger im Fokus steht. Wenn man sich am Anfang kennenlernt und verliebt, da ist jeder noch sehr verbunden mit sich selbst und der Partner mit sich selbst. Also das Ich und das Du steht im Vordergrund.
Und da ist noch total die Anziehung da. Das ist so der Wunsch. Ich will Dich kennenlernen. Ich will mich Dir zeigen. Ich will mich verschenken.
Ich kenne Dich nicht, aber ich spüre so eine Sehnsucht, Dich kennenlernen zu wollen. Weshalb wir auch in dieser Phase viel Sex haben, Freude aneinander haben und vor allem den anderen in seiner puren Essenz sehen. Da sind noch nicht die Bewertungen, die Kritisierungen, sondern ich gucke Dich an und ich sehe Dein Inneres, Deine Schönheit, Deine Essenz.
Und im Laufe einer Beziehung, gerade wenn man jetzt schon länger zusammen ist, gleicht man sich immer mehr an. Man wird immer mehr zu einem, was auch in bestimmten Lebensphasen sehr wichtig ist. Gerade wenn man Kinder kriegt, da steht die Gemeinschaft im Vordergrund, das Wir im Vordergrund und auch die Liebe.
Liebe und Sex haben nicht unbedingt was miteinander zu tun. Und Konflikte werden vermieden oder runtergeschluckt. Gefühle werden nicht mehr so nach außen gezeigt. Und ich habe eher das Gefühl, viele Paare werden eher harmoniesüchtig. Und vielleicht klappt das im Alltag ganz gut,
aber in der Sexualität zeigt sich das dann. Weil Sexualität lebt von der Unterschiedlichkeit und von der Distanz und von Nähe und Distanz von diesem Spiel. Und deswegen denke ich eher, das Hauptproblem vieler Paare, gerade jetzt auch in längeren Beziehungen,
ist eher das Angleichen, das Verschwinden der Polarität. Und bei den jüngeren Paaren, die erst frisch zusammenkommen, sehe ich ganz klar das Hauptproblem darin, dass wir so unendlich viele Wahlmöglichkeiten haben. Dass wir verlernen, wie Dating geht,
durch die ganzen Apps und Unverbindlichkeiten, sich mal schnell zu verabreden, nur für den Sex. Dass es uns immer schwerer fällt, echte Nähe zuzulassen. Und wir uns nicht mehr festlegen. Also ich habe gerade bei den jungen Menschen das Gefühl,
durch diese Wahlmöglichkeiten, die wir ja in allen Lebensbereichen haben, auch was Beziehungen angeht, fällt uns dieser Schritt, mich für Beziehungen zu öffnen, immer schwerer. Und vor allem auch zu bleiben, wenn es mal schwer fällt.
Und nicht direkt zu gehen. verbindlich zu sein. Mein Wort zu halten. Und auch eine Entscheidung zu treffen. Das hat auch wieder was mit der männlichen Qualität zu tun.
Ich treffe zwar als Frau auch die Entscheidung, aber zu wissen, hey, was will ich? Was ist meine Vision von Beziehung? Wie will ich Beziehung führen? Und dann dafür zu gehen.
Und das nicht erst nach einem Jahr Beziehung zu klären, sondern von Anfang an. Ja, du bist ja auch Teil der Generation. Ja, aber ich glaube eher, dass ich eine Ausnahme bin. Also das glaube ich.
In der Art und Weise, wie ich meine Freundschaften pflege, wie ich Beziehungen sehe, ich bekomme das mit, dass ich da eher eine Ausnahme bin. Und das habe ich jetzt auch rausgehört. Meine Meinung oder meine Ansicht, meine Idee von Beziehungen,
aber auch von Freundschaften ist sehr, sehr identisch eigentlich mit dem, was du gesagt hast, dass es immer ums Geben geht, ums Präsenzsein, um nicht zu schauen, was zurückkommt, aber zu sagen, ich gebe einfach nur, weil ich es möchte. Ja.
Und diese Polarität auch ein bisschen zu geben, weil ich hatte schon sehr lange die Idee, aber das habe ich auch schon so erfahren, an mir selber, dass Polarität wirklich das ist, was es möglich macht,
Beziehungen einfach mit Frauen sinnvoll zu führen. Weil es geht nicht darum, etwas Bestimmtes zu wollen, sondern es geht eher darum zu wissen, wer du selber bist und was du möchtest. Und das dann eine Einladung zu senden und zu sagen,
weißt du, ich hätte Lust darauf, aber wenn es nicht geht, dann geht es nicht so. Dann ist es auch okay. Zu akzeptieren, was kommt. Und vor allem auch einfach da zu sein.
Ich weiß nicht, nicht so komplizieren, ein bisschen in den Bauch zu rutschen und ein bisschen zu sagen, wie fühlt sich das an, was ist das? Ich habe auch einen besten Freund, mit dem ich auch eigentlich fast schon jeden Tag telefoniere.
Und ich sage es dem auch, dass ich ihn liebe wie ein Bruder und dass ich ihn echt einfach liebe als Menschen. Und ich glaube, das sehe ich einfach bei sehr, sehr vielen Leuten einfach nicht. Wir haben eben genau auch schon heute, vor der Aufnahme, haben wir telefoniert, weil ich gestern ein Date hatte.
So eben wie es lief, hat er mich gefragt. Wir halten uns ein bisschen up to date eben. Und wir haben da auch ein bisschen darüber gesprochen, dass diese Idee von einem Paar, dass man aus 2 1 wird. Der Meinung bin ich zum Beispiel eigentlich nicht,
weil ich glaube genau, dass diese 1 und 1 Dynamik, genau das macht es ja irgendwie aus. Und ich glaube, das würde mich in meiner Freiheit einfach nur einschränken. Ich bin sehr freiheitsliebend, sehr. Und wahrscheinlich gehört das auch zu meiner Essenz, keine Ahnung.
Aber so, deswegen glaube ich, bin ich da eher eine Ausnahme. Aber ich sehe das, was du eben beschrieben hast, bei sehr, sehr vielen anderen, ja. Bei sehr, sehr vielen anderen. Und ich glaube auch, dass daran liegt,
dass man nicht lernt, auf sich selber zu hören. Und nicht sich selber kennenlernt. Denn das ist ja eigentlich nicht offensichtlich. Vor allem, wer bin ich eigentlich? Wer ist das hier?
Wer ist das, der denkt? Wer ist mein Körper? Was bin ich? Das sind Fragen, die muss man sich stellen. Und da muss eine Antwort kommen.
Aber ich glaube, viele wollen da nicht zuhören. Ja. Ja. Ja. Und ich denke, also das ist nochmal wichtig, mir zu betonen.
Also ich sehe es ein bisschen anders. Also ich würde sagen, das kommt immer auf die Phase der Beziehung an. Also dieses Wir in der Beziehung, wo man symbiotischer miteinander wird. Ich sehe, dass das sehr, sehr wichtig ist in einer Phase der Beziehung. Und zwar, wenn es darum geht, zum Beispiel Familie zu gründen.
Ja, definitiv. Dann ist es klar, dass die Gemeinschaft, die Liebe, die Liebe wächst ja auch aus dem Wir. Deswegen würde ich auch schon trennen, Liebe und Sexualität. Die Liebe, die wird genährt von dem Wir. Die Sexualität nicht.
Die Sexualität lebt von dem Ich und dem Du, von der Nähe und der Distanz, von der Anziehung. Und je nachdem, in welcher Phase der Beziehung man ist, ist es wichtig, sich mal zurückzunehmen und zu gucken, hey, was ist jetzt für die Gemeinschaft, für die Familie das Beste? Und das ist auch, was ich immer mehr beobachte. Es gibt, ich habe jetzt keine Studien, die ich dir nennen kann, aber das ist was, was wir in der Nachbarschaft sehen können. Wie viele Paare trennen sich nach dem ersten Kind schon?
Es gibt so viele, es nimmt immer mehr zu, dass sich junge Eltern trennen. Was zum einen natürlich daran liegt, das sehe ich auch, dass wir nicht mehr so gebunden sein müssen, weil wir Frauen uns emanzipiert haben, was wundervoll ist. Aber wir auch unverbindlicher geworden sind und es eben wie so eine Überbetonung von dem Individualismus gibt, dass wir immer wieder um unseren eigenen Bauchnabel kreisen und gucken, hey, was brauche ich jetzt? Was ist für mich gut? Und es gibt einfach auch Phasen in Beziehungen, gerade wenn Kinder da sind, wo es sehr, sehr hilfreich sein kann, mal den Fokus von sich selbst wegzunehmen und zu gucken, hey, was brauchen wir als Familie gerade?
Und die Schwierigkeit liegt dann darin, wenn die Kinder größer geworden sind, wieder zurückzugehen und zu gucken, hey, okay, jetzt sind die Kinder groß, die brauchen uns nicht mehr so, die können auch mal betreut werden am Wochenende. Und wir als Paar stehen jetzt wieder in Fokus. Wie schaffen wir es wieder, in diese Rollen des Liebenspaar immer wieder reinzusteppen und nicht nur Eltern zu sein? Ich denke, das ist die Schwierigkeit auch für viele Paare. Ja, kann ich nur zustimmen, kann ich nur zustimmen, ja.
Kann ich nur zustimmen und interessante, Ja, leider schade eigentlich, wenn das passiert. Interessant, dass das immer wieder öfters passiert, aber das ist auch sehr schade eigentlich. Jetzt hätte ich noch eine Abschlussfrage. Du arbeitest mit Menschen.
Was war die wichtigste oder die überraschendste Lektion, Lektion kann man sagen, die du gelernt hast über Menschen in deiner Arbeit, die dich ein bisschen fasziniert hat? Wir können auch kurz Denkpause machen. Ja. Boah, ich bin eigentlich immer fasziniert, jedes Mal aufs Neue.
Und das ist jedes Mal, also in so vielen Bereichen, das fällt mir gerade so schwer, echt einen Aspekt daraus zu ziehen, den ich so klar benennen kann. Also ich... Was fällt dir zuerst in den Kopf? Ich bin mega fasziniert von der Möglichkeit, in diesem Körper zu sein und dieses Leben durch unseren Körper zu führen.
Und wenn ich Menschen sehe, die zum Beispiel in Trance sind oder wie du das gerade beschrieben hast mit dem Ecstatic Dance, wo man so wirklich die Kontrolle loslässt und einfach isst, wie wunderschön diese Menschen dann aussehen. Wenn die so ganz pur sind und man das Leben so durch die Durchtanzen sieht, dann bin ich total berührt und fasziniert und denke mir oft so, boah, was für ein Geschenk, dieses Leben zu leben in diesem Körper als Mensch, als ich jetzt als Verena, aber auch wenn ich die anderen sehe, wie wundervoll ist das?
Und dann bin ich voll fasziniert, das hat jetzt nicht so direkt was mit meiner Arbeit zu tun, aber von der Fähigkeit von uns Frauen, der Schöpferkraft und vor allem bezogen wirklich auf die Schöpferkraft Babys zu gebären, also von meinen eigenen Geburten, was ja auch ausdrückt, ich bin Mensch und ich darf durch diesen Körper, Leben in die Welt bringen und ich finde es immer wieder faszinierend, wenn ich Menschen begleite in unseren Trainings, wie ähnlich diese Prozesse sind, jetzt zum Beispiel in einer intensiven Breathwork mit dem Prozess einer Geburt,
weil wir in diesen Phasen von zum Beispiel einer intensiven Atemreise auch wie in einer Geburt durch verschiedene Prozesse gehen, der Körper reagiert, das anstrengend ist, das ekstatisch ist, das eine Wundertüte ist und wie so ein Potpourri an einem Überfluss von Gefühlen, von sehr starken Gefühlen, sehr liebenden Gefühlen, verbundenen Gefühlen und das ist was, was mich mega fasziniert und wo ich so eine Ehrfurcht und Demut habe, diese Menschen zu begleiten in diesen Prozessen der absoluten Authentizität und Purness. Thema in Einklang mit sich selber sein, ja, ja, das ist doch schön. Dann, liebe Leute, das war Verena Bust, vielen, vielen Dank, dass du da warst.
Wenn es Leute interessiert, was du machst, deine Arbeit, sonst irgendwas, gibt es irgendwelche Adressen, wo du sie weitersenden kannst, wenn sie mehr von dir erfahren wollen? Ja, ganz einfach. Die erste Adresse ist www.tantra.de, kann sich, glaube ich, jeder merken. Da sind alle Seminare, die gemischt sind für Männer und für Frauen und dann speziell für die Frauen www.weiblichkeit-leben.de. Da werden vor allem die Frauentrainings vorgestellt und wenn du als Frau einfach lesen möchtest und Input brauchst, dann kann ich dir auch das Buch Weiblichkeit-Leben sehr empfehlen, was Leila Bust geschrieben hat.
Und ja, ich freue mich auch, wenn ihr auf Insta mal vorbeiguckt, verena-bust. Da teile ich dann so das Brandaktuelle. Okay, perfekt. Ich werde alles unten verlinken und wie gesagt, vielen, vielen Dank für deine Zeit, hat mich sehr gefreut. Sehr gerne, Gabriel. Danke für die Einladung.



