Episode #17
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Hallo und herzlich willkommen zu einer weiteren Folge von Mits of Mind. In der heutigen Folge haben wir unseren allerersten virtuellen Gast und zwar Romi Hausmann. Sie ist eine Bestsellerutorin. Sie hat liebes Kind geschrieben, das was ein Weltbestseller wurde. Die Serie gibt's auch auf Netflix passend zu dem Buch und sie erzählt ein bisschen darüber, wie sie es geschafft hat, das Buch zu schreiben, wie es ihr ging, was sie versucht damit zu bewirken, allgemein, wie der Prozess aussieht.
Und in der Folge finden wir noch ein paar andere persönliche und gesellschaftliche Anekdoten, die vielleicht dem ein oder anderen ganz gut kommen könnten. Support sindmer willkommen und viel Spaß beim Zuhören. Mich interessiert das natürlich auch, aber vielleicht für die Zuche erstmal. Wie würdest du dich selber mit drei Worten beschreiben? Wild, neugierig.
mutig. Das ist ein Adjektiv mit dem was anfangen kann. Alles klar. Und wie kamst du denn zum Thema Literatur? Denn ich habe ja, als ich mich hier drauf vorbereitet habe, ein bisschen gesehen, dass du in Pro 7, ich glaube da noch ZDF, nee, nicht ZDF, tätig warst hinter den Kulissen und wie kam es dann zur Literatur?
Ich ja, ich war beim Privatfernsehen. Ich war in der Redaktion, ich war auch Redaktionsleiterin und ich habe alles an Trash Fernsehen eigentlich gemacht, was man so machen kann. Und wenn du das machst, dann heißt das, dass du auf Dreh bist, dass du diese Filme schneidest und es gibt immer die Sprechertexte, also das, was du dann eben auch hörst, wenn du Zuschauerin bist und die habe ich auch immer gemacht und ich habe die immer so aus der Hüfte geschossen. Ich hatte immer ein Textbezug, ich habe immer viel gelesen, weißt du, so der Klassiker eigentlich auch. Ich war so ein Kind, was es geil fand, in der Bücherei rumzuhängen.
Und dadurch, dass ich immer ein Textbezug hatte, glaube ich, hatte ich auch so ganz weit entfernt im Hinterkopf auch mal den Gedanken, irgendwann würde ich gerne mal einen längeren Text schreiben. Also, ich habe das jetzt gar nicht so als Buch formuliert, ja, sondern für mich war es einfach so, ich würde gerne irgendwann mal einen längeren Text schreiben und es war aber gar nicht möglich in diesem Leben, was ich geführt habe, weil das war so ein 150% Wochenend kein Urlaub, weißt du, immer Gas geben, Leben und da wäre für sowas gar kein Platz gewesen. Und dann war bin ich aber schwanger geworden, habe ein Baby bekommen, war in der Babypause und dann hatte ich plötzlich die Zeit und mein Baby war auch wahnsinnig ja pflegeleicht und super lieb und na ja, ich brauchte einfach eine Beschäftigung, weil ich einfach aus diesem krassen Job kam und plötzlich saß ich zu Hause und ich ich brauchte irgendwie so ein Ventil, wo ich mich irgendwie noch anders abarbeiten konnte als eben nur in der Versorgung, in meiner Versorgerrolle, weißt du? Und da dachte ich, na ja, jetzt könnst du ja mal einen längeren Text schreiben. Und da ist dann tatsächlich auch ein Manuskript entstanden.
Das hatte irgendwann 300 Seiten und dann dachte ich, oh, das ist ja annähert ein Buch, was mache ich denn jetzt damit? Und und dann habe ich das gegoogelt, weil ich ich hatte auch niemanden in meinem Bekannten Kreis, der sowas mal gemacht hat oder veröffentlicht hat oder so, ich wusste wirklich auch nicht, was man damit anfängt. Ich dachte so, na ja, wahrscheinlich schickt man das an Verlage, aber das ist ja eigentlich gar nicht so der normale Weg. Du hast ja meistens einen Literaturagenten oder eine Agentin, also einfach eine Literaturagentur, die dich vertritt und das habe ich mir dann ergoogelt und habe das dann einfach mal rausgeschickt und habe dann dadurch meine erste Literaturagentur auch gefunden und auch relativ schnell einen Verlag. Das war damals noch ein Frauenroman, das ist ja jetzt auch schon mein Sohn wird jetzt 16, dann ist das so ziemlich genau 16 Jahre her.
Und die haben dieses, also mein erster Text wurde ein Buch, das hieß Banalverkehr. hat sich 300 mal verkauft. Ich habe dann noch ein Buch geschrieben, das hieß Lisa heißt jetzt Lola und lebt in der Stadt. Hat sich noch schlechter verkauft und dann war erstmal Sense mit dem Schreiben, also zumindest nach außen hin. Aber ich für mich hatte das Schreiben so integriert in meinen Alltag, dass es einfach dazu gehörte, obwohl ich dann eben auch zurückgekehrt bin in meinen Job reduziert, weil eben dann alleinziehende Mama.
Aber ich habe von von diesem Moment an, wo ich den ersten langen Text gestartet hatte, bis zum jetzigen Moment habe ich eigentlich nie wieder was anderes gemacht, als täglich zu schreiben. Jetzt, wo ich Vollzeitautorin bin, schreibe ich natürlich einfach viele, viele Stunden am Tag. Das ging dann eben früher nicht, aber seitdem mache ich nichts anderes mehr. Und wie hat sich dann dein Blick auf dich selber verändert als Person? Von wegen, ich bin jetzt eine Autorin von dieser ganz anderen Sparte und das war mal ein Projekt, ein Spaß und dann wurd daraus sowas Ernstes.
Ja, wow. Also nicht schlecht. Ich weiß gar nicht, ob das so ein so ein wirklicher Spaß war. Ich habe relativ schnell erkannt, dadurch dass ich eben auch sehr früh alleinerziehend war. Mein Sohn war 6 Wochen alt, wo ich mich vom vom Vater meines Kindes getrennt habe.
M ich habe sehr schnell erkannt, dass das Schreiben eben genau das eben mehr ist, also nicht nur ein Spaß und eine Beschäftigung, sondern ich habe mich da gut reinverarbeiten können, weißt du, so, weil ich hatte natürlich ganz neue Themen plötzlich Mutter, machst du das richtig, machst du das falsch? Mein Leben ist so anders. Trennung, eine ganz andere Verantwortung, weißt du, so dieses du kriegst ja plötzlich auch hast du ganz andere Ängste. Ich hatte plötzlich hatte ich auch Angst, dass ich sterben könnte, weißt du gar nicht für mich. Ja, also wäre ich auch irgendwie bevor ich Mutter war, wäre ich da gestorben.
Ja, dann wäre ich gestorben, weißt du? jetzt kann ich nicht mehr sterben, weil jetzt muss ich da sein für mein Kind und muss es ganz lange begleiten. Und ich hatte plötzlich so einen ganz neuen Themenpool und habe gemerkt, durch das Schreiben sagen ja viele, das ist wie Therapie. Also, das finde ich jetzt auch ein bisschen übertrieben, aber du kannst dich sehr gut da rein verarbeiten und und lernst Dinge zu verstehen in erster Linie auch dich selbst. Und es hat, was die Identifikation angeht, das hat, glaube ich, relativ lange gedauert, also auch schon nachdem Liebeskind 2019 erschienen war und das war ja ein ein sehr sehr großes Buch, das war ein Weltbestseller selbst.
Da war es für mich noch komisch zu sagen, ich ich bin Autorin, weißt du? mir hat irgendwie so, ich habe immer nur gesagt, ich schreibe, aber irgendwie so dem so ein so eine Berufsbezeichnung zu geben, das finde ich heute noch komisch, weil ich, also ich finde es komisch, das als meinen Beruf zu benennen, weißt du, so es ist einfach das, was ich tue, so wie ich atme, so wie ich Kaffee trinke, so wie ich mit dem Hundgassi gehe. Es ist einfach ein Teil meiner Existenz und es hat es ist eher ein Verbun als eben ein Nomen, was eine Berufsbezeichnung hat. Weißt, was ich meine? Ja.
Ja, kann ich verstehen, kann ich verstehen. Dann würde mich interessieren, wenn du wirk, das habe ich sehr oft gehört, dass man sich durch das Schreiben, sei es nur durch irgendwie Journaling oder so etwas, was ich ja ab und zu mache, dass man durch das Schreiben sich selber ein bisschen anders kennenlernt. Wie hat sich dann dieser Prozess auf wirklich dich als Person verändert? Was konntest du daraus gewinnen? Ich habe, glaube ich, sehr lange auch dadurch, dass ich ich komme aus einer aus einem sehr kleinen Umfeld, einem sehr behüteten Umfeld und es war damals schon wild, als ich mit 19 nach dem Abi gesagt habe, ich möchte nach München gehen, ich möchte zum Fernsehen, das war schon sehr speziell und ich bin dann in diese in diese Fernsehbranche reingerutscht und ich und die war damals auch so, wie man sich das so ganz klischeemäßig vorstellt.
Und ich hatte immer ein so das Gefühl, was gar nicht so meinem Naturell spricht. Ich ich möchte gar nicht so in in dem Konkurrenzlauf sein mit anderen Menschen. ich möchte nicht verbissen sein. Ich möchte eigentlich auch gar nicht so das innere Gefühl haben. Ich möchte mich in irgendwas beweisen.
Ich will einfach und das mache ich ganz selbstverständlich, weil meine Sachen mir wichtig sind. Ich gebe immer mein Bestes, aber das kommt aus meinem Herz und das kommt nicht irgendwie getrieben von der von der Karrieremotivation oder so, ne? Und deswegen hatte ich, glaube ich, ganz lange in meinem Leben bevor ich mehr und mehr geschrieben habe, habe ich viel mehr mit mir gestruggl, weißt du, so und mich viel mehr verglichen auch mit anderen. Und ich habe mich, glaube ich, auch nie so richtig getraut wirklich zu sagen, ich bin Romi und ich weiß, was ich gut kann und ich weiß, was meine Stärken sind und ich kann aber auch liebevoll auf meine Schwächen gucken. Also ich ich traue mich durch das Schreiben und das hat sich gesteigert von Buch zu Buch.
Ich traue mich immer eigener zu sein und mich nicht zu schämen, weißt du, auch für die Dinge, wo ich denke, das kann ich nicht gut. Ich begreife mein ganzes Leben viel mehr als Lernprozess eigentlich so wie ein Buch auch entsteht, weißt du? Ein Buch zu schreiben ist auch ein Prozess und das ist ich glaube danach lebe ich so ein bisschen, weißt du? Du hast eine Einstiegssituation, du weißt noch nicht, wo geht der Protagonist hin und es ist okay. Du willst diesem Weg auch folgen.
Du erwartest gar nicht, dass der auf Seite 3, weiß ich nicht, den Mörder gefangen hat oder die Prinzessin gekriegt hat, sondern ein Buch ist immer eine Entwicklung und ich glaube, ich habe da habe ich mich irgendwie menschlich angepasst und ich habe das gerade auch so so der Umgang mit mit Kritik, den lernst du natürlich auch sehr stark, wenn du veröffentlichst. Ja, egal, ob du jetzt eben Schriftsteller bist oder Musiker im Kunstbereich, ja, wenn du was veröffentlichst, dann hast du plötzlich Kritiker, dann bekommst du Rezensionen. und das wissen wir auch im täglichen Leben. Also natürlich hören wir auch von unserer Mutti viel lieber: "Hey Kind, das hast du gut gemacht, ich bin stolz auf dich." Als dass sie sagt, sag mal, bist du doof oder was? Weißt du so?
Und das kriegst du ja gebalt in so einer Position und da auch durchzugehen und zu verstehen, dass Kritik nichts mit mir als Mensch macht und dass es nicht in mein Innerstes geht und mich zum Zweifeln bringt, sondern dass ich dass ich es wahrnehme und dass ich immer selber entscheiden kann, will ich das überhaupt lesen? Will ich damit mich konfrontieren? Will ich da was rausnehmen? Ist das eine Kritik, wo ich wirklich sage: "Hey, das kann mich besser machen. Ich sehe das als wertvoll." Oder kann ich auch sagen, ich glaube, der hat ein Problem mit mir als Person, also brauch es mich gar nicht zu interessieren, das ist Quatsch oder das ist irgendein schlecht gelaunter Rubert, der halt irgendwie, weiß ich nicht, selber sein Leben lang nicht rausgekommen ist.
Also ich kann die Dinge viel besser einordnen und ich kann viel mehr, ich glaube auch andere Leute einfach sein lassen, ohne dass es was mit mir im Kern macht, weißt du? Also ich glaube, ich habe Stärke entwickelt und Selbstbewusstsein auch in meinem Schreiben, weißt du, wenn du natürlich auch meine meine Sachen, die ich mache, es gibt ganz viele Leute, die finden die toll. Es gibt aber auch ganz viele Leute, die die sagen, ich verstehe den Hype nicht. Also, es polarisiert auch sehr stark. und irgendwie auch da zu sagen, auch die die schlechten Rezensionen, ich kann die sein lassen und lieber löse ich sowas in dir aus, als dass du sagst ich lese ihr Buch, ich kann nichts damit anfangen, ich gebe ihr drei Sterne, das will ich gar nicht, weißt du?
Das ist so eine Beliebigkeit, sondern ich finde es dann viel cooler, dass ich überhaupt was in dir auslöse. Und das sind alles so Sachen, die habe ich nur durchschreiben gelernt und durch diesen diesen Weg als Autorin oder auch was mir sehr fremd war, ich bin gar kein neidischer Mensch, weißt du so. Ich ich das ist eine große Stärke, das weiß ich auch und das macht's mir aber auch sehr leicht. Ich kann so staunen und ich kann auch andere Leute, die irgendwas erreichen, ich kann das einfach nur toll finden, weil ich einfach weiß, es hat halt einfach auch nichts mit mir zu tun. Ja.
Wenn jetzt irgendwie ein Kollege ein tolles Buch veröffentlicht und es ist 20 Wochen auf Platz 1 der Spiegel besteller Liste, dann finde ich das total geil, weil ich einfach weiß, dass du natürlich auch sehr viel Lebenszeit und Energie und dich selber in ein Buch rangibst und dann denke ich immer so, warum sollte ich dem das neiden? Weil nur weil der diesen Erfolg hat, das schmellert ja nicht meinen. Ja, nur weil die Leute sein Buch kaufen, weißt es ja nicht, sie kaufen meins nicht. Und es ist so. Und ich musste aber auch lernen, dass in dieser Buchbranche, die man eigentlich sehr romantisch betrachtet, weißt du, da sitzt jemand in seinem an seinem Küchentisch oder in seinem Arbeitszimmer vor seinem Schreibgerät und alle sind Freunde, das hat sowas altmodisch romantisches, so ne, und ich musste schon lernen, teilweise geht's in dieser Branche härter zu als damals beim Fernsehen.
Echt, wie kann man sich das vorstellen? Ich habe dazu eigentlich nicht so einen großen Bezug, aber ich glaube, jeder Branche hat irgendwie Vorna Nachteile, kann man sagen, aber wie ist dann Literaturssache? Es gibt auch sehr sehr viele Autoren, die die eine große große Angst haben, dass sie dass jemand anders an ihnen vorbeizieht in Anführungszeichen. Die legen sich Fake Profile an, schreiben Fake Rezensionen im großen Stil. Das ist mir alles schon passiert.
Es gibt natürlich auf der anderen Seite, ja, es gibt natürlich auch Leute, wo du so merkst, oh krass, die sind mir mega ähnlich. Das ist natürlich auch schön. da gibt's wieder diese ganz andere Gruppe und einen sehr starken Zusammenhalt, weiß, wo man sich gegenseitig support und was wirklich toll ist, aber es gibt eben auch genau das Gegenteil und ich habe da habe ich gelernt ein bisschen vorsichtiger zu sein, wie viel ich von mir gebe. Ich habe einmal eben diese ganz schlimme Erfahrung gemacht mit diesen wahnsinnig vielen Fake Rezensionen. was ich ja zunächst gar nicht wusste, dass es keine echten Menschen sind.
Das ist eine, ja, das kam dann durch irgendwelche Verstrickungen dann eben raus. Und in dem Moment habe ich mir auch überlegt, will ich mir das antun, weißt du, so, weil das das ist ganz ganz schlimm, weil das auch von dem Kollegen kam, von dem ich das nie gedacht hätte und hätte dachte ich wirklich bin ich dafür angetreten? Ich will doch einfach nur Geschichten schreiben, ich tue doch kein was, will ich das aushalten oder sage ich leckt mich alle, ich gehe zurück in meinen Job, weißt du, ich hatte guten Job, ich muss das hier gar nicht machen. Ja, verstehe ich. Geht weiten weg.
Ja, ja, ja. Und da irgendwie aber auch zu sehen, so nee, also es passieren schon krasse Sachen in der Buchbranche, negative, aber auch positive und ich glaube, dass immer wenn was schlechtes passiert, passieren zwei gute Dinge, die das dann wieder aufwiegen. Also, das möchte ich halt glauben, so ne. Und ich habe halt damals auch beschlossen, ey, ich muss vielleicht ein bisschen so meine Euperie, meine Begeisterung für Menschen. Vielleicht muss es nicht immer so 110% sofort sein, weiß, vielleicht kann ich kann ich es mir doch erstmal angucken.
Das habe ich gelernt. Aber ich habe mich auch sehr bewusst entschlossen, dass ich nicht hinter jedem neuen Kollegen vermuten möchte, dass er mir was Böses will, weil so möchte ich nicht sein, weißt du? So, sondern ich möchte eigentlich immer auch denken, dass die Welt eigentlich doch auf dem größeren Teil gut ist, als eben nicht. Ja. Das verstehe ich.
Das ist eine vielleicht romantische, nave, aber auch eine Einstellung, mit der man eigentlich am meisten erreichen kann, finde ich, weil man hat ja nichts davon, wenn man den meisten eigentlich komplett von vorn bis hinten bestraut. Man sollte vielleicht dann ein bisschen Vorsicht haben, aber ein bisschen die beste Hand rausstrecken in Hoffnung, dass die beste Hand zurückkommt, kann man ja machen. Und das klingt ja nach einer sehr aufgeschlossenen und krassen Entwicklung dann wirklich wie schreiben ein verändern kann diesem unfassenden Space eigentlich. wenn es für dich dann solche Bedürfnisse weckt und befriedigt, sage ich mal, glaubst du, es gibt bestimmte Sachen der Leser, die Bücher befriedigen können oder warum warum glaubst du liest ein Mensch? Ich glaube, dass es ein ganz großes Bedürfnis gibt, was fern von ich möchte unterhalten werden liegt, weißt du?
Also, ich glaube schon, dass das viele Leser innen gibt, die sagen: "Bo, ich fahre in Urlaub. Ich möchte einfach eine Urlaubslektüre. Ich möchte mich nicht krass anstrengen und das soll mich unterhalten. Gut ist es und das ist gut so. Ich glaube aber, dass es eben gerade auch bei den bei den Vielleserinnen gibt's Menschen, die finden noch ganz andere Dinge in Büchern, die die finden Verständnis, die finden Trost, die lassen sich mitnehmen, lassen sich anstecken.
Ich hatte, das war mein dritter Fer, der hieß Perfect Day und da war eine der Hauptfiguren war eine Tochter eines mutmaßlichen Serienäters und m ihr ihr Papa war einfach der allerbeste Papa, den man haben konnte und die hatten wahnsinnig enge Beziehung und und sie konnte eben diesen öffentlichen Vorwurf konnte sie auch gar nicht glauben, dass dieser Mensch einfach ein zweites Gesicht noch gehabt haben soll, ja, und ein zweites Leben, ja, was so anders und so so grausam ist. Und nach diesem Buch hat mir eine Leserin geschrieben auf Instagram und hat geschrieben: " mein Papa sitzt auch im Gefängnis und was du beschrieben hast mit deiner Hauptfigur, genau das fühle ich. Danke, dass du das gemacht hast, weil ich habe mich verstanden gefühlt, weißt du, und solche Sachen können Bücher und das kann sogar ein Friller, weißt du? Wir werden ja ganz oft eben auch so das ein Füller, das Mord und Totschlag und da fließt Blut und dann kommt ein Kliffhänger Bu. das ist nichts hochwertiges oder das ist ja nur unterhalten.
Das stimmt nicht. Füller ist eine ganz tolle Gelegenheit auch über Themen zu sprechen, die ein bisschen wichtiger vielleicht auch sind, als dass auf Seite 30 der Axtmörder um die Ecke kommt und sich erschreckt. Das klingt dann ein bisschen nach Verarbeitung oder zumindest verstanden werden und dann ein okay, man darf sich so fühlen, es ist okay und es gibt auch andere so, die genau in der Situation sind. Und wenn ja, das ich lese selber sehr gerne und das war ein Thema, dass man auch in so einer Welt eintaucht, dass man auch ein bisschen Eskapismus betreibt, dass es auch ein bisschen unterhaltsam ist. Und da komme ich genau passend zu deinem Weltbestseller, was wirklich ich habe mir das auf Audible angehört und das war ein echtes Erlebnis, kann ich sagen.
Ich kann das auch jedem, der das zuhört, wahrscheinlich haben das die meisten einfach schon gehört oder gelesen. Kann ich jedem empfehlen. Und mich wird dabei der Prozess interessieren, wie das entstanden ist. war das einfach die Idee zumindest, wie hast du die Personen entwickelt? Also die glaube ich wichtigste Figur in dem in dem Buch, es gibt ja auch eine Netflix Serie auch in der Serie.
Die wichtigste Figur grundsätzlich in dieses Kind ist ja Hanna. Hanna ist ein 13-jähriges Mädchen. Die ist in der Hütte geboren und verlässt die nicht ihr Leben lang nicht, weißt du? Und alles, was sie als Normalität kennt, weil sie noch nie draußen war, sie ist eingesperrt, ist eigentlich das, was ihre Eltern ihr beibringen und das, was sie aus Büchern hat, so ne. Also, die GSU kennt unseren gesellschaftlichen Konsens von Normalität und von den Regeln.
Das kennt sie nicht. Und nun ist Hannah quasi zum ersten Mal in der echten Welt. und nimmt diese Welt natürlich auch auf ihrer Art sehr sehr seltsam wahr wie so ein kleines Alien. Und das ist ein sehr gruseliger Blick eigentlich. Also du weißt nie, ist das jetzt weil sie einfach nichts damit anzufangen weiß oder verbirgt sie was.
Also, das ist eine ganz shady Figur und Hanna ist so ein bisschen ganz weit weg inspiriert von einem Fernsehinterview, was ich mal gesehen habe, wo das war das erste Fernsehinterview von Natascha Kampusch, als sie bei Günther Jauch war. Und zwar dieses Interview hat stattgefunden paar Tage nach ihrer Flucht. Die ist ja entführt worden in Österreich als zehnjähriges Mädchen und 8 Jahre war sie war sie eingesperrt und lebte die meiste Zeit im im Keller ihres Entführers und mit 18 ist ihr die Flucht gelungen und sie saß bei Günter ja auch und ich habe so gestaunt, weil du würdest denken, das ist eine gebrochene Person, ja, dann weißt du, die ist mit 10 Jahren, die wird die war eine ein kleines Mädchen, eine junge Schülerin. Was soll die gelernt haben? Ja, was soll die für ein Bildungsstand haben?
Die die hat danach ein Keller gelebt, so ne. Und da saß diese starke, kluge, so reflektierte Frau, die die einfach wirklich die wirklich klug war, die die war gebildet, weißt du, die die Wortwahl und wie die das alles überblicken konnte und das hat mich so beeindruckt. Das war viele Jahre bevor ich dieses Buch geschrieben habe, aber es hat mich nie wieder losgelassen, weil ich dachte, wie kann es sein, dass du weggesperrt bist von der Welt und dass du doch diese Klugheit entwickeln kannst? wie ist das passiert? Und ich habe diesen diesen dieses Interview nie vergessen von Natascha Campus.
Da war ich damals schon beim noch beim Fernsehen, weißt du, und wie gesagt, da liegen viele viele Jahre dazwischen. Aber das war glaube ich so, also ich dachte ich dachte an Natascha, als ich Hanna geschrieben habe, aber jetzt nicht im Sinne. Hanna ist natürlich einfach auch gruselig und hat einen ganz anderen Background, da ist nichts angelehnt. Aber so diese Frage, wenn du nicht teilnimmst an der Welt, wie gestaltet sich deine Normalität? Was was kann was kann dein Bildungsstand sein?
Was kannst du wissen? Was kannst du nicht wissen? Das waren so Fragen die ich mir für Hanna gestellt habe. Und für die anderen Personen, für die anderen Personen gab es keine konkreten Vorlagen. Also Hanna war einfach diese Kernfigur, die wollte ich unbedingt schreiben.
und alle anderen habe ich eigentlich so drum rum gebaut, ehrlich gesagt. Mir war es wichtig, dass die sich echt anfühlen, wie z.B. der Vater von Lena. Lena wurde entführt vor vielen Jahren und ihr Vater ist Matthias, er hat auch eine Perspektive, der ist an die 60 und der sucht noch immer nach seiner Tochter und wenn nicht wahr haben, dass dass die gestorben ist und der der ist sehr traurig und vermisst seine Tochter und das ist super nachvollziehbar. Der ist aber auch sehr sehr wütend und das war z.B.
für eine Perspektive, die zu schreiben, ein bisschen Wagnis war, weil wir wollen eigentlich keine wütenden Protagonisten, wir wollen eigentlich Sympathien und ich fand das aber mega spannend, ihm ihm diese Brüche zu geben und diese zwei Seiten, weil sich so ist ein echter Mensch. Ja, ein echter Mensch ist nicht der Sympathieträger, der sagt: "Oh, ich vermiss meine Tochter, ich würde alles tun, mein Herz bricht jeden Tag und ich bin ganz rührend." Ja, bin ich auch. Ja, aber die meiste Zeit habe ich Schmerzen. Und wie wie kann ich meine Schmerzen wie gehe ich um mit meinen Schmerzen? ganz oft mit Wut, mit Aggression und das wollte ich schreiben.
So und der alle alle Figuren, die ich immer schreibe, egal in welchem Buch, die sollen sich in erster Linie sollen die sich echt anfühlen. Dann höre ich da sehr, sehr viel Verarbeitung raus oder zumindest, dass man Ideen hat und die versucht ein bisschen rauszuspielen, dass man eine gewisse ein Konstrukt hat von dem Thema und dann wie kann sich das entwickeln? War ungefähr so der Prozess, wenn dann wirklich Hanna der Mittelpunkt war. Ja, also meistens meistens ist es ja so, ich habe ein Kernthema bei liebes Kind war was Hanna, es ging alles von Hanna aus. bei den anderen Wüchern war es eigentlich eher ein ein Thema, was ich zuerst hatte, eine Frage, die ich mir gestellt habe.
Bei Martha Schläf war es z.B. die Frage, wird man schuld jemals los? Ja, also selbst wenn ich irgendwie Straftäterin bin oder verurteilte Straftäterin, mutmaßliche Straftäterin und ich habe meine Strafe abgesessen, werde ich jemals meine Schuldlos. bei Perfect Day, das da war auch die Hauptfigur der mutmaßliche Serienentäter, der war Philosophieprofessor, weißt du? So, dann da war meine Frage, da ging es um Wahrheit.
Gibt es Wahrheit oder ist eigentlich alles, was wir erleben, nur Perspektive? Gerade auch dadurch, dass dass ich die Tochter erzählt habe von diesem mutmaßlichen Straftäter, dem Philosophieprofessor. kann sie kann ihre Perspektive überhaupt wahr sein? Ja, natürlich, weil für sie ist es die Wahrheit, aber letztenendes kann sie natürlich auch falsch liegen, weil sie verblendet ist durch ihre Erfahrung, die sie mit ihrem Vater gemacht haben, die durchweg positiv waren. Also, da sind es eigentlich immer so die Themen eher gewesen, die ich zuerst hatte und daraufhin habe ich die Figuren entwickelt und die Geschichte.
Also das kommt dann meistens so gleichzeitig, dass du denkst, wenn ich so ein Thema bespreche, wo wo will ich eigentlich auch enden? Ja, also manchmal ist es auch so, dass ich mir selber eine Frage stelle, auf die ich gar keine Antwort finde, wo ich so denke, ich gehe dem jetzt nach innerhalb dieses diesen dieses Buches. und Figuren und Handlung, also ganz oft kommt das irgendwie so gleichzeitig und ich habe auch nie so ein so ein Plotplan, dass ich jetzt sage, das und das muss dann und dann passieren. Es ist meistens so, ich habe eben dieses Thema, ich weiß auch, wo ich enden will. ich finde eine Ausgangssituation und dann gucke ich ganz oft, wo geht's denn überhaupt hin, weil ich eben versuche sehr nah an den Figuren zu bleiben.
Schreib ja eben auch aus der Ichperspektive meistens. Das heißt, ich erzähle diese Figuren ihrem Charakter entsprechend und dementsprechend treffen die auch manchmal vielleicht Entscheidung, wo du jetzt als Leser sagen würdest: "Alter, ich habe mich anders verhalten. Ja, wie doof ist die denn?" Ja, möglicherweise, aber zu ihrem Charakter, ihrem Charakter entsprechend muss sie sich so ver so verhalten und das finde ich irre spannend. Das hat sehr viel mit Psychologie eben zu tun und mit mit dem Menschen lesen. Und ich glaube ja einfach, dass wir tief in uns drin als Menschen, als als wir echten Menschen wir sind uns sehr sehr ähnlich eigentlich, aber wir wir sperren uns immer das zuzugeben, weißt du?
Wir haben alle die sehr ähnliche Ängste. Wir haben wir haben große Angst vor Einsamkeit. Wir können nicht mit dem Alleinsein wirklich umgehen. Ich meine das richtig allein sein jetzt nicht. Geil.
Ich habe mal ein Wochenende die Bude für mich alleine. wir haben große Angst vor Verlust. und wir haben eigentlich viel mehr Dinge, die uns im innen drin verbinden. Wir haben aber unterschiedliche Arten damit umzugehen und das macht mir eben total Spaß so unserer Menschlichkeit nachzugehen im Guten wie im Schlechten. Und du hast dann auch, das heißt, wenn ich es richtig verstanden habe, es ist einfach ein Prozess, der Ausgangspunkt kann verschieden sein, aber beim Schreiben wird das einfach Stück für Stück klar, was passiert.
Ja, und das ist ja genau die Art von Kreativität, die man eigentlich wirklich schätzt. Also das spiegelt sich g meiner Perspektive auch sagen, spiegelt sich auch in dem Berg wieder, dass das sehr inspiriert und schon lang gedauert hat, würde ich sagen, oder? Wie lange hat's gedauert, das Werk zu schreiben? Ich kann es nicht genau sagen, weil man dadurch, dass ich eben ja auch Mama bin und dadurch, dass ich natürlich also weißt du, ich gehe auf Lesereise, ich ich mache sehr viele Dinge nebenbei noch, die auf meinen Job einspielen, aber die jetzt einfach nicht das Schreiben sind an sich, so ne. Das heißt, manchmal habe ich auch eine Phase, ich kann gar nicht schreiben, weil ich irgendwas anderes bedienen muss.
deswegen ist es immer schwer, das irgendwie so zusammenzuzählen. Und Liebeskind habe ich ja auch noch in der Phase geschrieben, wo ich ja noch auch Geld auf andere Art und Weise verdienen muss. Das heißt, ich hatte noch drei kleine Nebenjobs, so ne. es kommt drauf an, wenn ich wirklich Zeit habe zu zum Schreiben, nämlich sehr oft in dem Flow und dann geht es relativ schnell. Es kann aber auch sein, dass ich anderthalb Jahre an dem Buch schreibe.
Ich sag immer, also eigentlich glaube ich, kann ich super schnell schreiben. Ich sag aber immer, ich bin eine langsame Schreiberin, weil ich mir diesen Puffer auch lassen will, weil für mich ist es auch irgendwie ganz schlimm das Gefühl zu haben, das Buch ist nicht fertig oder irgendwas stimmt noch nicht, weißt du, so und ich müsste das schon rausgeben, das wäre irgendwie Nee, das wäre nicht so meins. Aber ich hab ich habe ja Kolleginnen, weißt du, die die veröffentlichen zwei Bücher im Jahr. Das das könnte ich nicht bedienen. Das ginge nicht.
Es liegt aber auch daran, ich ich mache extrem viel Recherche. Also die Kollegen wahrscheinlich auch um Gottes Willen, ich will jetzt nicht sagen, die anderen recherchieren nicht, deswegen sind sie schneller. Nein, nein, nein, nein, das meine ich nicht. Aber ich versuche schon, vielleicht bin ich dann auch langsam im Verstehen, weißt du, so oder aber ich versuche eben sehr genau zu recherchieren, auch an Orte zu gehen, wo genau dieses Thema stattfindet und jetzt nicht nur über Google zu arbeiten und so. Und das dauert schon auch manchmal.
Ich habe jetzt im Sommer kommt ein neues Buch von mir und das habe ich geplottet schon, ich glaube im Frühjahr vor zwei Jahren. Dazwischen kam noch ein Gedichtbahn fair enough. Also, ich habe auch noch andere Dinge gemacht, weißt du, so ich habe noch eine Podcast Produktion gehabt. Al sind sind Sachen noch reingerutscht, aber letztenendes hat dieses Buch jetzt dann, wenn es erscheint Ende August, hat es zwe Jahre und vier Monate gebraucht, bis es qu also vom ersten Satz bis zum gedruckten Buch. .
. Ich finde es aber auch cool, weißt du? Ich ich würde auch gar nicht wollen, dass mein Job plötzlich so ist, dass ich weiß, ich habe nur noch von heute auf in drei Monaten, da musst du dein Manuskript abgeben und das und das ist das Datum. Also ich ich verhandel mir das inzwischen auch rein. weil ich immer sag, ich möchte meistens gebe ich eh früher ab, aber ich ich gebe mir immer also ich lasse mir immer eine ganz lange Phase für die Abgabe reinschreiben.
weil ich genau das eben nicht will. Ich will nicht irgendwann in den Zeitdruck kommen, und will dann anfangen zu schludern oder ungenau zu werden, ja, und meine Figuren eigentlich zu verlieren und dann plötzlich fühlt sich das nur noch an wie Fließband. Das ist nicht meine Idee vom Schreiben, sondern ich will auch, dass es genauso organisch wächst und dass ich irgendwie auch mitwachse, weißt du, dass ich auch über ein Buch hinweg, dass ich meine Thematik auch immer besser verstehe. Also es ist, das ist mir wahnsinnig wichtig. Und wie fühlt sich es an, dass es eine Serie dazu geben wird oder gibt?
Das weiß ich noch nicht genau. zu dem neuen Buch, also Liebeskind gibt's ja auf Netflix. Das ist eine Serie, die hat schon Ja, ja, ja, ja. Liebeskind ist eine Serie, die hat letztes Jahr im November den International Emy Award in New York gewonnen. Ja.
Ja. Glückwunsch an der Stelle. Meine Güte, das das gar nicht bekommen, ne? Aber aber jetzt auch fürs neue Buch wird es auch eine Serie geben. Ja, das ist das ist total irre.
Also bei Liebeskind war es eben so gut, jetzt weiß ich so ein bisschen, wie das läuft für das neue Buch, weißt du so, also jetzt sehe ich das vielleicht auch ein bisschen anders, aber bei Liebeskind war das ganz schwer für mich einzuordnen. Ich meine, du weißt ja, dass jemand deine Filmrechte kauft, also du musst ja da immer unterschreiben, also du kriegst das schon mit. die die sagen ja nicht, ach übrigens, wir haben ja mal eine Serie auf auf Grundlage deines Buches produziert. Das ist ja nicht so, bist ja involviert, aber ich gehöre halt auch so zu denen, weißt du, so ich glaube es halt erst, wenn es wirklich echt ist und dann zum ersten Mal einfach die Serie zu sehen und dass da was auf andere Art und Weise noch lebendig geworden ist, was ich auf Papier niedergeschrieben habe, weißt du? Das war für mich ein super kleines Worddokument.
Es war ja erstmal gar nichts. Es war nur ein Dokument und plötzlich ist das in 90 Ländern auf Platz 1 bei Netflix, weißt du so und das ist das da musst du erstmal mitkommen. Aber es ist schön, weißt du? Und es ist einfach schön zu sehen, was was möglich ist und dass nicht nur bei mir das passiert, weißt du? Ich finde allgemein Dinge total geil, die solche Wege gehen, weil du dann immer siehst, es gibt tolle Chancen im Leben, weißt du?
Und es passieren einfach noch geile Sachen. Das ist so ein bisschen Magie und ich finde das motiviert und inspiriert auch eben zu sagen, das ist nicht alles sinnlos, was ich tue. Gerade Kunst schaffen da haben ja haben ja oft einfach auch so diese Zweifel, weißt du, auch wenn der Durchbruch noch nicht da war, ja, lohnt sich das dann und meine Mutti sagt, ich verschwende meine Zeit und ich soll mir einen richtigen Job suchen. Wofür mache ich das eigentlich? Und ich kriege immer nur Absagen und keiner will mich und so.
und ich glaube, dass wenn wir solche Geschichten hören, wie vielleicht meine und jetzt nicht, ich wäre so toll, weil das ist meine Geschichte, sondern allgemein diese Art von Geschichten, das glaube ich kann kann Leuten einfach ganz ganz viel Mut auch geben. . . Passend noch mal zu dem Werk, ganz am Anfang der Audible Version kam das Zitat: "Nichts ist trauriger als der Tod einer Illusion". Wieso das Zitat?
Das ist von Arthur Köstler. Ich habe das selber irgendwann mal gehört und ich habe so lange drüber nachgedacht und ich glaube, das stimmt. Schau mal. was ist denn größer als eine menschliche Enttäuschung? Eigentlich nichts.
Wir können im Leben mit so viel arbeiten, weißt du? Wir wir können auch mit Trauer, mit Verlust, wenn Dinge konkret sind, dann können wir damit arbeiten. Aber ich glaube, das Schlimmste ist, stell dir vor, du bist verheirat 30 Jahre lang und stellst dann fest, dein Partner ist hat dich über die 30 Jahre lang betrogen, hat noch eine andere Familie. großes Extrem ist natürlich auch so diese Serienkiller, weißt du, so die einfach so ein ganz normales Leben führen und und noch die Fahrtfindergruppe der Kinder leiten und so. Ich glaube, dass ein wenn wir ein Bild von einem Menschen haben und uns auf diesen Menschen verlassen, so mit allem, weißt du, so wenn wir mit allem lieben und mit mit allem, was wir haben, in diese menschliche Beziehung reingehen und da ist es egal, ob es ob es eine familiäre Beziehung ist oder eine Liebesbeziehung, eine Freundschaftsbeziehung.
und dann stellen wir fest, dass wir uns über einen sehr langen Zeitraum über Jahre vielleicht in diesen Menschen geirrt haben. Dann zerfällt unser komplettes Weltbild und dann zweifeln wir nicht nur an dieser Person. Das Schlimmere ist, dass wir an uns zweifeln, an unserer Wahrnehmung. Weißt du, wie konnten wir so dumm sein? Wir wie konnten wir das nicht sehen?
da passiert eigentlich in uns fast noch viel mehr, als dass wir sagen, dieser Mensch ist entzaubert. Und ich glaube, deswegen hat mich das so hat mich das so getoucht, dieses Zitat und das das spielt ja auch immer so, also ich habe ja gerade auch so dieses Ding mit ist es Wahrheit oder ist es Perspektive, gibt's überhaupt Wahrheiten? Ja. das spielt da auch so ein bisschen ein. Für sowas bin ich thematisch sehr anfällig, weil das glaube ich so supermenschlich irgendwie auch ist.
Auf was für ein Schluss kamst du dann? ich habe das Buch nicht gelesen, aber mich würde deine Ansicht interessieren. Ist alles Perspektive oder gibt es Wahrheit? Wie hast du das herausgefunden? Jeder Mensch hat seine eigene Wahrheit.
Von dem her muss es der Perspektive sein. Das zumindest im mitmenschlichen Bereich, weißt du? Ich meine, wenn jetzt wenn wir jetzt beide rausgehen und da fliegt ein Vogel vorbei. Ja, also wenn ich mir den Vogel nicht einbilde, dann sind wir uns einig, da fliegt ein Vogel vorbei, weißt du so? oder wenn du jetzt die Zeitung nach oben hältst, wir haben die gleiche Ausgabe vom gleichen Tag, dann sind wir uns einig, da steht jetzt irgendwie drauf Bild so ja, das ist die Wahrheit.
Wir halten beide eine Zeitung hoch, wo Bild drauf steht. So, das ist ja unstrittig so, aber alles, was im zwischenmenschlichen Bereich stattfindet, das kennst du auch in Beziehungen, weißt du, wo sie dann sagt, sag mal, wir haben noch drüber gesprochen. Er sagt, nee, das hast du mir nicht gesagt. Das sind so Sachen, weißt, wo sie dann denkt, habe ich ih echt nicht gesagt? Und er dann so hat sie es mir gesagt, weißt du, da fängt das ja schon an in so ganz ganz kleinen Sachen.
Sobald es mitmenschlich wird, glaube ich, haben wir es mit Perspektiven zu tun. Gibt es eigentlich Sachen, über die du nicht schreibst? Setzt du dir manchmal persönlich Grenzen? Ja, also für mich fällt ja aus, obwohl ich im Fuller Genre tätig bin, es gibt es wird nicht geschlachtet. Also, du wirst bei mir keine Organe entnehmen, du wirst keine wirklich sehr blutigen Szenen haben.
ich morde in meinen Büchern nicht für einen für einen Showeffekt. Es gibt auch kein Body Count. So nach Timotte, je mehr leichten, desto besser. Das passiert alles nicht. Und es gibt thematisch gibt es eine Sache, über die ich niemand schreiben würde und das ist Kindesmissbrauch und das liegt daran, weil ich selber Mama bin.
Also das wirst du bei mir auch nie lesen. M und ich versuche auch explizitere Szenen, z.B. Ein Liebeskind gibt's auch eine Vergewaltigungsszene und solche Dinge versuche ich nicht grafisch zu schreiben. Also ich ich versuche sehr subtil bei den Dingen zu bleiben. Also wenn ich es mit solchen Situationen zu tun habe, immer in dem Gedanken, dass manchmal kommt's doof.
Weißt du was? Ich würde mich sehr schämen. Ich ich wüsste es nicht, aber ich würde mich einfach in der Theorie sehr schämen, wenn irgendjemand, der zum Opfer geworden ist an eins meiner Bücher gerät und liest eine Szene mit einem Inhalt von etwas, was ihm vielleicht selber passiert ist und würde denken, boah Mädchen, du hast keine Ahnung, du bist so respektlos. Das ist das finde ich ganz ganz schlimm. Und deswegen versuche ich Szenen, die ich brauche von meiner Handlung, die aber in irgendeiner Form verletzend sein könnten für jemanden, die versuche ich wirklich auch subtil zu lassen und mit mit Würde auch irgendwie.
Also es soll sich dann irgendwie doch noch ein bisschen mit Würde lesen, also weißt du, deswegen gibt's ich arbeite nicht grafisch und wie gesagt auch nicht mit Kindern. Das will ich alles nicht. . . Und ich hoffe, die Frage ist richtig formuliert.
Wie nah darf man sich selbst beim Schreiben kommen? Das fand ich auch interessant, wo ich mir dachte, es ging vorhin sehr viel um Verarbeitung. Gibt es auch Ecken, in die man nicht schauen darf oder wo es persönliche Grenzen bei dir gibt? Nein, nicht. Ich hab let Nein, nein, auf keinen Fall.
Also, den Schritt habe ich gemacht. Ich habe ich habe ein True Crime Buch gemacht und ein ein Teil dieses Ansatzes von diesem Buch war, wie fühlt sich die Recherche für mich an? Also die Konfrontation mit Verbrechen, die Konfrontation mit den Geschichten von Angehörigen, weißt du, so diese wirklich dieses Unmittelbare, ich gehe in diese Genre rein. So, das war der erste Schritt, wo ich gemerkt habe, ich ich schreibe jetzt über meine eigenen Gefühle. Es gibt ja einen Tagebuchstrang, so und da schreibe ich als ich.
Ja, das ist nicht fiktiv. So, dann habe ich letztes Jahr ein Gedichtband gemacht, den habe ich geschrieben auf einer alten Schreibmaschine und der ist auch höchstpönlich, der klammert nichts aus. Deswegen ich für mich würde sagen, ich würde natürlich, ich meine, keiner interessiert sich grundsätzlich für mein Tagebuch. Ja, das sind ja fiktive Geschichten, die ich die ich ja dann doch schreibe jetzt mit meinen Romanen. aber ich würde für mich nichts ausklammern, auch nicht die dunklen Ecken.
Also, weil ich denke, das ist ja, da bin ich vielleicht auch ein bisschen egoistisch, weil ich will mich ja auch immer besser kennenlernen, deswegen bin ich hier, weißt du, so und ich mag ich mag den ungeschwimmten Blick auf die anderen, aber auch auf mich selbst. Glaubst du, das ist etwas, was die meisten oder viele Menschen eher nicht tun, dahin schauen, wo sie hinschauen sollten und dass das dann ein Effekt von True Crime sein kann, warum es so viele Leute in nachicht zieht? Also, ich glaube, wir haben ja schon Selbstschutzmechanismen. Also, keiner schaut gerne in den Spiegel und stellt fest, ich habe in meinem Leben das und das getan. Das war nicht korrekt.
oder manchmal sind ja auch nur kleine Schwächen, ja, die wir als ganz ganz groß empfinden. Also diese Selbstwahrnehmung, dieses ganz ungeschönte, das machen wir nicht so gerne. Das mache auch ich nicht so gerne. Ich mach es nur trotzdem, weißt du? So, ich habe ja auch Sachen, über die ich schreibe, gerade wenn ich ein ein persönlicheres Projekt habe, wie eben die Gedichte oder das Trueim.
dann bei Truc war es z.B. auch so, ich habe am Schluss wirklich überlegt, weil keiner hat auch mitgelesen vom Verlag. Ich habe da wirklich, ich habe gesagt, lasst mich das Buch so machen, wie ich das fühle. Es darf keiner vorher lesen. Und ich habe dann wirklich überlegt, will ich das so veröffentlichen, weißt du, will ich diesen Einblick auch auf auf mich gewähren und so?
Und ich habe mich dafür entschieden, so, aber ich mach's auch nicht gern, nur ich mach's eben trotzdem. Was True Crime natürlich grundsätzlich hat, ist, dass es Themen aufmacht, über die wir sprechen sollten und die vielleicht gesellschaftlich einfach auch noch so ein bisschen beschämt behandelt werden. Ja, wir haben ganz oft diese Opfertäterumkehr, ja, weil wir einfach nicht wissen, wie sollen wir mit einem Opfer umgehen. Wir haben ganz oft Victim Blaming, einfach weil wir denken, wenn es einen Grund gibt, dass dieser Person das passiert ist, m ich möchte gerne Gründe finden, ja, ihr Rock war zu kurz, okay, weil ich dann habe ich immer noch, damit ich nicht zum Opfer werde, zieh ich einfach lang längere Röcker an oder eine Hose, weißt du, indem ich z.B. in Opfer Blame, das mache ich nicht, weil ich grundsätzlich böse bin, sondern um mich selbst zu schützen und um mir einzureden, mir kann das nicht passieren.
Themen wie Vergewaltigung, weißt du, das es ist immer noch so, wir sprechen nicht gerne drüber und deswegen grundsätzlich halte ich True für ein sehr gutes Genre, was viel mitbringt und wir müssen nur auch in diesem Genre diesen Respekt bewahren und dieses begreifen. Es sind keine spannenden Geschichten, ja, auch die Podcasts, die wir hören, es ist keine Unterhaltung. Wir sprechen über das Leben von echten Menschen. So, das muss uns einfach im Kopf bleiben. .
. Was ist dann deine Meinung nach die Aufgabe von Literatur? Das möchte ich gar nicht definieren. Weißt du was das Schöne an Literatur ist, an Kunst im Allgemeinen? Das ist so vielfältig und das kann für alle alles sein.
Und ich finde jetzt auch so zu sagen, boah, Bücher müssen müssen dich klüger machen, müssen dir Weitsicht geben, müssen dich zu einem besseren Menschen machen. Das ist Bullshit. Wer danach sucht als Leserin, der findet genau diese Bücher. Und ich als Autorin entscheide ja auch, was für eine Art Bücher möchte ich schreiben? möchte ich unterhalten, weißt du, möchte ich mich auf diesen Aspekt konzentrieren oder sage ich boah, ich habe halt immer auch noch was, was mich sonst noch beschäftigt und ich krieg es nicht anders verarbeitet als in meinen Geschichten oder ich möchte einfach eine Spur noch tiefer gehen.
Das ist mir persönlich wichtig und das ist letztenendes, was Literatur sein soll. Sie soll vielseitig sein und sie sollt jedem genau das geben, was er sucht. Und ich finde, wir dürfen dann nicht werten und abstufen und sagen, das ist besser, das ist schlechter, das ist, das dürfen wir nicht machen, finde ich. Glaubst du, dass dann Bücher auch einen Menschen verändern können und Veränderungen hervorrufen können? Oh, das würde ich schon gerne glauben.
Ich muss sagen, ich auch tatsächlich. Ja, ich weiß es nicht. Ich habe gerade überlegt, ob es ein Buch gibt, was mich verändert hat. Es es gibt Bücher, die haben mich sehr berührt. Weißt du, Paulo Coello z.B.
bin der Alchemist. Das hat was mit mir gemacht. Ich habe, als ich das gelesen habe, ich habe habe das immer abends im Bett gelesen und gelesen und ich habe nie in meinem Leben so gut geschlafen. Wirklich, ich habe mit so viel Frieden geschlafen und es gibt sicherlich einige Bücher, die mich echt geschüttelt haben, bewegt haben. Ob sie mein Leben verändert haben, das glaube ich nicht.
Ich glaube, da würde ich immer sagen, wenn jemand mein Leben verändert, dann sind es die Menschen, die ich kennenlerne. Aber ein Buch wahrscheinlich nicht. Also, wir reden ja jetzt hier wirklich von der Veränderung und nicht von, ich habe gerade ein Diätkochbuch gelesen, was irgendwie da geht's um grünes Superfood und jetzt fühle ich mich viel energetischer und habe Bock, diese Diät zu machen. Also, das meine ich jetzt nicht, sondern wir reden ja schon von der richtigen Veränderung. .
. Also, ich glaube, man kann da von sehr vielen Büchern was mitnehmen oder zumindest einen kleinen Fleck, dass man anders denkt, dass man sich vielleicht auch anders dann dementsprechend verhält. Und ich würde auch gern glauben würden, dass es Bücher gibt, die das Leben verändern. Und ich mir würden da tatsächlich ein paar von mir einfallen, die meinen Blick aufs Leben verändert haben. Welche denn?
ich schaue ganz kurz in mein Bücherregal, vielleicht habe ich das. das war ich habe sehr viel von Karl Gustav Jung gelesen. . Und ich weiß nicht, ob das dir was sagt, ob er die Person dir was sagt. Das ist ein Psychiater gewesen, ein Schweizer Psychiater, der eine analytische Psychologie gegründet hat und durch ihn konnte ich sehr sehr viel die Effekte von Geschichten vom Heldenmythos, sagt ihr wahrscheinlich etwas oder das Konzept eines Helden, wie man das in Serien, in Filmen, Literatur einbringen kann, warum das eigentlich die Menschen genau anspricht und warum sind wir auf der Suche nach genau dieser Unterhaltung, was du auch schon vorhin meintest, weil sie uns inspiriert, weil sie uns genau das gibt, was wir noch nicht wissen, aber wissen könnten.
Und es ist perfekt dieser Bereich, wo es heißt, ich bewege mich gerade in diesem Konsens, dass ich etwas dazu lerne, aber noch ungefähr weiß, was ich mache und mich dann in diesem Bereich bisschen austobe und dann glaube ich können Menschen wirklich verändert werden durch Bücher, wenn man das richtig spricht und wenn es vor allem dann irgendwie was ist das Adjektiv von Integr Moment, ich hatte ist Integrität, dass es einfach dann wirklich von einem selber authentisch kommt. Und das würde mich bei dir interessieren, wie kriegst du das hin, dass diese Integrität im Schreiben ich schreibe so wie ich bin, weißt du? Also bei mir ist es jeder Satz ich ich schau bilde keinen Satz so nach dem Motte, er muss jetzt schön klingen, der Satz muss ich sein oder auch die Figuren, weißt du, ich arbeite nicht mit Kalkül. Ich glaube, das ist das coole und ich glaube auch deswegen bin ich, obwohl ich ja nicht so verbissen auf Karriere grundsätzlich bin als Mensch, aber ich glaube, deswegen bin ich doch relativ weit gekommen, weil ich nicht mit Kalk arbeite, auch wenn ich mir ein Thema aussuche für ein Buch, mein neuer Roman, der jetzt im Sommer erscheint, da geht's um Demenz. das schreibe ich aus der Perspektive, also wirklich als ich von einem 74-jährigen Mann, der hat Demz und ich überlege nicht, was sind Themen, die gerade auf dem Markt funktionieren, z.B.
weißt du so, wo kann ich auf irgendeinen Zug aufspringen, sondern ich nehme mein Thema, weil es mich gerade interessiert und es ist mit und ich gucke auch gar nicht oder recherchiere gar nicht, gab's da drüber schon mal ein Buch oder so, sondern es ist das ist meins und ich glaube insofern bleibe ich immer sehr sehr bei mir, wenn ich schreibe oder ich habe ja auch oft gar keine Lust irgendwie so super gerade Sätze von A nach B zu erzählen, sondern ich ich schreib schon auch ganz gerne mal ein bisschen wild, weißt, oder versuche auch mit Sprache versuche ich eine Stimmung zu generieren. bei meinem Demenzkranken Mann, der hat auch mal so ein wie so ein Stream of Consciousness, da gibt's keine Satzzeichen, da hast du so ein Absatz, das schreibe ich alles klein, da gibt's keine Satzzeichen, das geht in einem durch, weißt du, um sein Tempo, um diesen Flow einfach wiederzugeben. So, so mache ich das. Also, und wie hast du es geschafft, dich dann da hinzu versetzen in den führt das neue Buch? Na ja, ich habe recherchiert.
Ich war über viele viele Monate eigentlich wöchentlich Kaffeegästin im Pflegeheim und so habe ich habe ich Betroffene kennengelernt, aber eben auch Angehörige, weißt du so. Ich finde auch Angehörige sind, die brauchen viel mehr Spielfläche, die brauchen viel mehr Stimme. ja und und so habe ich einfach gelernt, weißt du, bei der Menskranken ist ja auch so, dass es das kann sehr sehr rühr sein, aber es kann eben auch sehr schmerzhaft sein, kann sehr viel Wut sein und sehr viel daneben benehmen, weißt du? Sie können teilweise auch echt übergriffig sein, also wirklich auch im im Sinne von sexualisiert übergriffig so und irgendwie da so diese ganzen Stimmungsschwankungen so zu kriegen und wirklich so zu verstehen, der ist jetzt gerade in dem und dem an dem und dem Punkt und was sie denken, das ist eigentlich total logisch in deren Kopf. Bloß weiß ich natürlich jetzt nicht jeden Gedanken aussprechen, dann kriegst du, weißt du, also du kriegst ja nur das Ende mit und das hat nichts mit dem Anfang zu tun, so und irgendwie aber zu verstehen, dass sie eine eigene Logik haben.
In dem Moment, auch wenn sie aus ihrer Zeit gerade gefallen sind und sind plötzlich 30 Jahre jünger und wo ganz anders, haben sie trotzdem noch eine Logik und das das fand ich echt krass zu verstehen. Ja, das ist echt immer eine bei mir bringt das ein bisschen ein Gefühl von Dankbarkeit auf oder zumindest auch von wow, es gibt echt mehrere Facetten des Lebens, wie wie es doch aussehen kann und vielleicht die kleinsten Sachen, die man sich freuen kann, sollte man sich zurecht freuen, weil es auch ganz andere Wege gibt, wie sich das Leben entwickeln kann. Ja, absolut. Also für mich war es auch so, ich habe für mein Schukrumbuch habe ich eine Mutter aus Australien kennengelernt, Natalie, deren Tochter vor vielen Jahren unter mysteriösen Umständen gestorben ist. Und Natalie hat mir die Geschichte ihrer Tochter und aber auch die Geschichte der Familie erzählt.
Also, wie ist es nach dem Tod? Was ist mit der Familie? Wie hat sich entwickelt? Ja, und Natalie Natalie z.B. hat mein Leben verändert und die hat mir den Blick aufgemacht, weil die einfach so eine positive, wertschätzende, nicht wütende Person ist, obwohl sie jeden Grund hätte, weißt du, so?
Weil sie so einen krassen krasseren Verlust kannst du einfach nicht erleben als Mensch, als dass dein Kind dir einfach genommen wird. So. Und die ist auch jemand, die die hört den Vogel, wenn sie draußen ist und die ist so, die die findet diese Freude an Kleinigkeiten, das hat sie mir beigebracht und als ich quasi mit ihr diese Arbeit an meinem Buch beendet hat, sie spielt da eine ganz große Rolle auch, da habe ich mich auch anders gefühlt und dieses Gefühl ist geblieben. Also das hat mich z.B. verändert und ich denke mir halt auch immer so, hey, wer würfelt denn?
Weißt du, so, also wer entscheidet denn, wer welches Leben kriegt? Ja, das ist so und sich wirklich bewusst machen von einer Sekunde auf die andere, kannst du sterben, kannst du tot sein, kannst du jemanden verlieren. Ja, keiner hat hier eine Garantie und es ist du kannst es nicht voraussehen, es gibt keine Warnung. Es ist dann einfach plötzlich ist jemand weg. Ja.
So und und das genau das was was du auch meinst, dass man das wirklich auch versteht, dass man dankbar ist um das was man hat, gerade wenn es was Gutes ist, dass es nicht selbstverständlich wird, weißt du, und dass man auch sagt, okay, also heute ist eigentlich nicht so viel passiert, dann kann man also weißt du, so im Alltag, wenn man sagt, eigentlich war heute ein langweiliger Tag, ja, dann kann man immer noch sagen, eigentlich ist geil, dass ein langweiliger Tag war, weil es ist nichts Schlimmes passiert. Guck mal, die Sonne hat geschienen, ich bin gesund, mir tut nichts weh. Also selbst in der Langeweile findest du immer noch echt geile Dinge, die nicht für jeden selbstverständlich sind. Das stimmt. Man muss nur da schauen und ein finden.
Vor allem, wenn man dann einen offenen Kopf hat, würde ich sagen, wenn man schauen möchte. Ja, und dann würde ich jetzt mal überleiten zu einer der letzten Fragen. Wenn du deinem 17-jährigen Ich etwas mitgeben könntest, was wäre das? Ich würde ihm sagen, mein 17-jähriges Ich hat sich immer sehr fremd gefühlt und sehr alleine. Also, es hatte sehr das Gefühl, es passt nicht, es passt nirgends rein.
So und das hatte immer das Gefühl, es ist nicht richtig. So. Und ich würde ihm sagen, hab Geduld und sei mutig, weil du findest einen Platz und du findest eine Dagsberechtigung und du musst nicht an dir zweifeln, das ist alles gut. Das ist immer so ein bisschen komisch, dass man vorwärts nie weiß, wo es hingeht, aber rückwärts findet man den Sinn irgendwie schon, wie alles zu einem geführt hat. Ja.
Und was hoffst du, bleibt der Menschen nach dieser Folge im Kopf? Vielleicht haben wir sie ein bisschen daran erinnert, dass das Leben trotz allem, was manchmal einfach unfair ist und was weh tut, aber dass das Leben irgendwie doch auch sehr viel Schönes mitbringt. Ja, also das würde ich mir wünschen, Gabriel, dass wir ein bisschen aufgemacht haben, dass jeder jetzt gehört hat und vielleicht auch denkt, ja, ich bin heute für irgendwas dankbar, dann hätte ich dann dann finde ich hätten guten Job gemacht, oder? Ja, ja, ja. Das ist ein großartiges Thema.
Ja, das ist sehr gut. dann was steht denn für dich noch an? Also mich interessiert das heißt das nächste Buch kommt dann im Frühjahr oder 26? Sommer jetzt. Im Sommer jetzt?
Nee, jetzt jetzt im Sommer. Ja, in der August. Am 27. August und das heißt Himmelerdenblau. So, das habe ich schon auf Aud gesehen.
Ja, das ich ich hoffe das findet auch seine Leser und da gibt's dazu natürlich auch wieder eine Lesetour. begleiten zu Himmelerdenblau. Zu dem Roman gibt's wieder ein Podcast mit meinem Freund Dr. Mark Benike, Hausmann und Benike Staffel 2 haben wir aufgenommen mit Themen, die sich die sich auch so ein bisschen in dem Roman wiederfinden. Dann hatte ich ja dieses Gedichtprojekt gemacht, Princess Standard.
aus diesem Gedichtprojekt ist ja auch ein Musikalbum entstanden. Da gehe ich mit Fortuna Ernfeld im Dezember und Januar auf Tour und dann ist das ja eigentlich auch schon wieder rum und dann überlege ich mir neuen Schanack. Ja, schön. deine Bücher haben mich wirklich sehr berührt irgendwo und danke fürs Gespräch. Genau.
dir viel Erfolg und ich hoffe, die Leute hatten Spaß dabei. Das hoffe ich auch. Vielen Dank, dass ich deine Gästin sein durfte.



